Wein-Qualitätsstufen: Prädikat Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese

Flasche Wein zwischen hellen und dunklen Trauben

Beschreiben z.B. unterschiedliche Zugaben, Erntezeiten und Traubenarten

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  • von Paradisi-Redaktion

Wer schon einmal ratlos vor dem Regal eines Weinhändlers stand, weiß bestimmt, dass es beim Wein verschiedene Qualitätsstufen gibt. Die Prädikate Kabinett, Spätlese, Auslese, Beeren- und Trockenbeerenauslese versprechen verschiedene Aromen und Geschmäcker.

Prädikat Kabinett

Trägt der Wein das Prädikat Kabinett, so handelt es sich um einen Wein der gehobenen Güteklasse. Er muss einigen gesetzlichen Anforderungen entsprechen und ist mit einer amtlichen Prüfungsnummer versehen. In Deutschland beträgt die Mindestanforderung 73° Oechsle.

Kabinettweine können restsüß oder trocken sein. Chaptalisation ist nicht erlaubt. Dieser Ausdruck wurde nach dem Franzosen Jean-Antoine Chaptal benannt und meint die Zugabe von Zucker zum Most oder Traubensaft, während dieser gärt.

Grad Oechsle bezeichnet man die Maßeinheit für das Mostgewicht beim Traubenmost. Der Deutsche Ferdinand Oechsle erfand diese Maßeinheit, bei der es um den Anteil der im Traubenmost gelösten Stoffe geht.

Spätlese

Ein weiteres Prädikat ist "Spätlese". In Deutschland variiert das Mindestmostgewicht (Grad Oechsle) in verschiedenen Anbaugebieten. Die Trauben, die für Spätlesen verwendet werden, müssen zu einem bestimmten Termin (nämlich erst ab dem Spätlesetermin) gelesen werden.

Grundsätzlich muss eine Spätlese den Wert von 85° Oechsle überschreiten. Auch hier darf während der Gärung kein Zucker zugesetzt werden.

Interessant ist die Tatsache, dass viele Weintrinker glauben, Spätlesen seien grundsätzlich süße Weine. Dies stimmt jedoch nicht, es gibt auch vorwiegend trockene Spätlesen. Hier muss jedoch der Zusatz "trocken" auf dem Etikett vermerkt werden.

Auslese

Das Prädikat Auslese bekommen

  • Weine aus vollreifen Trauben.

Auch

  • den Reifegrad der Trauben sowie
  • den Zuckergehalt zur Zeit der Traubenlese

kann man als Auslese bezeichnen. Trauben für eine Auslese sollen goldgelb und vollreif sein. Auslesen kann man grundsätzlich lange lagern, sie gewinnen mit der Zeit an Geschmack.

Beerenauslese

Als Beerenauslese werden vor allem natursüße Weine aus edelfaulen Beeren bezeichnet. Diese Weinspezialität besticht durch einen intensiven und süßen Geschmack. Der Alkoholgehalt ist eher niedrig, charakteristisch ist eine honigähnliche Farbe.

Trockenbeerenauslese

Das Prädikat Trockenbeerenauslese bekommen die Weine, die aus Treben mit Edelfäule hergestellt werden. Durch die Edelfäule konzentriert sich der Zucker in den Trauben. Geerntet werden die Trauben erst, wenn sie fast gänzlich eingetrocknet sind. Daher kommt der Name Trockenbeerenauslese.

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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