17. Dezember 2007
Stichproben in Privathaushalten ergaben hohe Zahl an gesundheitsschädlichen Keimen im Trinkwasser.

(smog) Sogenannte Mischdüsen gibt es in fast jedem Haushalt: Der Strahlregler am Wasserhahn mischt dem Wasser Luft bei, was für einen weicheren Wasserstrahl und einen geringeren, kostensparenden Wasserverbrauch sorgt. Doch in den Mischdüsen sammeln sich Ablagerungen – auch solche, die die Wasserqualität beeinflussen. Dadurch kann die Qualität des Trinkwassers so weit verschlechtert werden, dass es nicht mehr der Trinkwasserverordnung entspricht. Das ergab eine Stichprobe des WDR-Wirtschaftsmagazins "Markt".
Die Wasserqualität, die von den Wasserversorgern geliefert wird, ist in der Regel sehr gut. Das Problem: Der Einfluss der siebartigen Einsätze am Auslass des Wasserhahns auf das Trinkwasser zum Beispiel in Küche oder Bad wird bei Kontrollen nicht untersucht. Die Wasserwerke kontrollieren bei ihren Untersuchungen, indem die Mischdüse – auch Luftsprudler genannt – abgeschraubt, der Wasserhahn abgeflämmt und erst dann die Probe genommen wird.
Das WDR-Verbrauchermagazin wollte nun wissen, ob und wie weit das Wasser durch die aufgeschraubten Mischdüsen verändert oder verschlechtert wird. In zehn Bädern und Küchen in Privathaushalten nahmen Hygiene-Experten im Auftrag des Magazins Wasserproben und brachten diese mitsamt der Luftsprudler zur Überprüfung in ein Hygiene-Institut, das regelmäßig Wasserproben für Unternehmen und Privathaushalte untersucht.
In vier der zehn Mischdüsen wurden bei den mikrobiologischen Untersuchungen sehr hohe Zahlen von Wasserkeimen nachgewiesen. In zwei Fällen wurden die Keime in so hoher Zahl ins Trinkwasser abgegeben, dass der vorgeschriebene Grenzwert um das 100- und in einem Fall sogar um das 3.000-Fache überschritten wurde.
Dr. Kay-Detlev Berg, Facharzt für Mikrobiologie, erklärte gegenüber dem WDR: "Das Problem mit den Mischdüsen ist die große Oberfläche durch Netzplastikteile, die Gitter, auf denen Bakterien anwachsen als Biofilm und dann auch ins Wasser abgegeben werden können." Und wenn die Keime herausgespült werden, hat man wirklich ein Problem: "Im Extremfall können solche Verunreinigungen zu Erbrechen und Durchfall führen."
Doch Abhilfe ist leicht zu schaffen: Besorgte Verbraucher sollten die Mischdüsen regelmäßig reinigen und entkalken und auf jeden Fall das Wasser vor der Entnahme einen Moment lang laufen zu lassen, da die Keimbelastung vor allem in dem Wasser besonders hoch ist, das im Wasserhahn gestanden hat.
Unabhängig von den Mischdüsen schlummern in manchen, vor allem älteren Häusern weitere Gefahren fürs Trinkwasser: Blei, Kupfer und Eisen werden teilweise von den Rohren abgegeben; Nickel, Zink und Chrom von den Armaturen - insbesondere in Häusern, die vor 1973 erbaut wurden. Eine hohe Metallbelastung wirkt sich langfristig auf die Gesundheit negativ aus. So hat Blei Einfluss auf die Blutbildung und ist besonders für Säuglinge schädlich. Nickel kann zu allergischen Reaktionen führen.
Gelöste Metallteilchen können sich besonders dann im Wasser anreichern, wenn es längere Zeit im Rohr steht. Das Umweltbundesamt empfiehlt generell, das sogenannte Stagnationswasser nicht für die Zubereitung von Speisen und Getränken zu benutzen: Das Wasser sollte zunächst einige Zeit laufen, ehe es als Lebensmittel verwendet wird, wird auch hier empfohlen. Frisches Wasser erkennt man übrigens daran, dass es deutlich kühler ist als das im Rohr gesammelte Stagnationswasser.
Quellen:
Wasserhähne: Verkeimte Düsen, in TV-Sendung "Markt" (WDR) vom 16. Juli 2007
Fremdstoffe im Trinkwasser: Mehr als nur Wasser- und Sauerstoff, www.wdr.de
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
24.01.12 | |
![]() | WASSER |
![]() | WASSER |
23.01.12 | |
![]() | WASSER |
15.01.12 | |
![]() | WASSER |
![]() | WASSER |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Wasser Forum


Der Autor dokumentiert seine Erfahrungen mit der Heilkraft reinen Wassers und zeigt auf: Unbeabsichtigte Austroc...