Merkmale des Feeder-Syndroms (Feeding) und wie man dagegen angehen kann

Rückansicht von unten: Übergewichtige Frau auf weißem Hintergrund

Fütternde und gefütterte Person werden als Feeder und Feedee bezeichnet

Als Feeder-Syndrom wird eine Paraphilie bezeichnet. Dabei füttert der eine Partner den anderen Partner solange, bis dieser stark übergewichtig ist.

Unter dem Feeder-Syndrom oder Feeding versteht man eine Störung der sexuellen Präferenz. Dabei entsteht die sexuelle Erregung durch das Füttern des Partners, der im Laufe der Zeit immer übergewichtiger wird.

Merkmale des Feeder-Syndroms

Der Begriff "Feeding" stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "füttern". Beide Partner werden dabei in "Feeder" (Fütterer) und "Feedee" (Gefütterter) unterteilt.

Bei dem Feedee handelt es sich zumeist um eine Frau, die von ihrem männlichen Partner regelrecht mit Essen gemästet wird. Ziel ist es, eine Figur zu erreichen, die der Feeder als sexuell attraktiv empfindet. Sowohl Feeder als auch Feedee fühlen sich dadurch sexuell erregt.

Ausprägungsformen

Die Ausprägungen des Feedings sind unterschiedlich. So können sie von leichtem Übergewicht bis hin zu extremer Adipositas (Fettleibigkeit) reichen.

Betroffen vom Feeder-Syndrom sind zumeist heterosexuelle Paare, bei denen der Mann die Rolle des Feeders übernimmt. Doch auch die gegensätzliche Rollenverteilung ist möglich.

Es gibt zudem auch homosexuelle Feeder-Beziehungen. Dabei nennt man den Feeder "Encourager" und den Feedee "Gainer".

Ob es sich beim Feeder-Syndrom um eine separate Paraphilie, eine Variante der Morphophilie oder gar um eine Form von Masochismus handelt, ließ sich bislang nicht genau klären. Von Psychologen wird das Feeding als Abhängigkeitsbeziehung eingestuft. Das heißt, dass der Feeder eine dominante Position einnimmt.

Die Abhängigkeit des Feedee kann sowohl psychisch als auch körperlich sein. In Extremfällen ist das Übergewicht des Feedee derart ausgeprägt, dass dieser bewegungsunfähig und damit zu einer Art Pflegefall wird, womit er vollkommen in die Abhängigkeit seines Partners gerät.

Der Feeder, der meist eine schlanke Figur hat, empfindet seinen übergewichtigen Partner als Fetischobjekt und will ihn voll und ganz beherrschen. Die sexuelle Befriedigung entsteht bei ihm unter anderem durch rituelle Fütterungen.

Typisch für den Feeder ist, dass er sich nicht eine Partnerin sucht, die schon übergewichtig ist, sondern den Zustand der Fettleibigkeit bei einer normalgewichtigen Frau selbst herstellen möchte. Daher ist der Feeder vom Fat Admirer zu unterscheiden, der nach einem bereits fettleibigen Partner sucht.

Probleme durch Feeding

Feeding gilt als Sucht, über die die Beteiligten keine Kontrolle haben. Darüber hinaus wirkt sich das Feeder-Syndrom erheblich auf das Alltags- und Sozialleben beider Partner aus. So leiden soziale Kontakte erheblich darunter.

Nach Gleichgesinnten suchen die Feeder in speziellen Foren im Internet. Die männlichen Feeder stehen jedoch vor dem Problem, dass es mehr von ihnen gibt, als Frauen, die sich freiwillig mästen lassen. So sind nur wenige Frauen dazu bereit, bewusst ihre Persönlichkeit aufzugeben.

Auswirkungen auf den Feedee

Am größten sind die negativen Auswirkungen jedoch auf den Feedee. Dieser wird von seinem Partner selbst dann noch gefüttert, wenn er bereits satt ist. In Extremfällen zwingt der Feeder den Feedee sogar mit Gewaltandrohung zum Essen.

Doch auch auf die Gesundheit des Feedee wirkt sich die sexuelle Abart aus. So drohen durch das ständige Mästen langfristig schwere Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Behandlung des Feeder-Syndroms

Eine Therapie des Feeder-Syndroms ist schwierig, da nur wenige Betroffene es als krankhaft betrachten. Wird das Feeding von den Beteiligten jedoch als belastend empfunden, sollten sie sich fachkundige Unterstützung bei einem Psychologen suchen. Hilfreich kann auch der Austausch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe sein.

Formen einer psychischen Störung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Detail Of Overweight Woman © Monkey Business - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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