Prostatakrebs tritt bei zeugungsunfähigen Männern häufiger auf

Studie stellt erhöhtes Risiko für ein Prostatakarzinom bei unfruchtbaren Männern fest

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  • von Paradisi-Redaktion
Ultraschallaufnahme einer menschlichen Prostata

Ist ein Mann nicht fähig, auf natürlichem Wege ein Kind zu zeugen, spricht man in der Medizin von Infertilität. Statistisch gesehen betrifft sie einen von zehn Männern. Eine Studie aus Schweden hat untersucht, ob für diese Teilgruppe ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs besteht. Dafür wurden die Daten von 1,18 Millionen Kindern ausgewertet, die zwischen 1994 und 2004 zur Welt kamen.

Durch Gesundheitsdaten konnten die Forscher nachvollziehen, welche Kinder auf natürliche Weise gezeugt worden waren und bei welchen eine assistierte Reproduktion vermerkt war. Zur assistierten Reproduktion zählt neben der meist angewandten künstlichen Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, kurz IVF) die intrazytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI. Letztere ähnelt im Vorgehen zwar der klassischen künstlichen Befruchtung, allerdings wird nur ein Spermium benutzt. Dieses wurde vorab gezielt ausgewählt, wenn es aufgrund seines Baus die besten Chancen auf eine Befruchtung hat. Die ICSI wird genutzt, wenn die Samenqualität insgesamt sehr schlecht ist und die Chancen einer klassischen IVF daher gering wären.

Gemeinsamer genetischer Ursprung könnte Ursache für Prostatakrebs in Kombination mit Zeugungsunfähigkeit sein

In der Studie nun waren 20.618 Kinder durch IVF und 14.882 durch ICSI gezeugt worden. Das entspricht 1,7 und 1,3 Prozent der gesamten Gruppe. Nun verglichen die Forscher die Gesundheitsdaten dieser Väter mit denen der übrigen 1.145.990. Es zeigte sich, dass acht Prozent der Väter aus den Teilgruppen der assistierten Reproduktion an Prostatakrebs erkrankten. Das Risiko in der ICSI-Gruppe war dabei größer als in der IVF-Gruppe.

Zudem waren die betroffenen Männer oft jünger als es für ein Prostatakarzinom klassisch ist. Der Krebs tritt eigentlich selten vor dem 50. Lebensjahr auf. Das durchschnittliche Risiko liegt derart jung bei nur 0,1 Prozent. Im Vergleich dazu: Bis zum 75. Lebensjahr steigt es auf fünf Prozent. Das Risiko von acht Prozent in den Gruppen IVF und ICSI ist daher deutlich über den Durchschnitt und manche Männer waren bereits vor dem 55. Lebensjahr betroffen.

Eine frühe Erkrankung deutet auf eine genetische Ursache hin. Das könnte bedeuten, dass die Zeugungsunfähigkeit und die Veranlagung für Prostatakrebs einen gemeinsamen genetischen Ursprung haben.

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  • Bildnachweis: Ultrasound scan of human Prostate. Illustration © Alexandr Mitiuc - www.fotolia.de

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