Ernährung könnte Krankheitsverlauf bei Multiple Sklerose ausbremsen

Studie untersuchte Rolle der Ernährung bei MS-Patienten

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  • von Paradisi-Redaktion
3-D-Grafik der Darmflora mit vielen verschiedenfarbigen Bakterien auf den Darmzotten

Die Multiple Sklerose ist eine Autoimmunkrankheit, bei der chronische Entzündungen immer weiter zunehmen. Patientinnen und Patienten leiden unter den neurologischen Schäden. Die äußere Schicht der Nervenfasern wird immer weiter vom eigenen Immunsystem angegriffen, was bislang nicht heilbar ist. Verschiedene Therapien sind jedoch darauf ausgelegt, den Krankheitsverlauf auszubremsen. Eine aktuelle Studie beleuchtet dabei die Rolle der individuellen Ernährung.

Forscher der Neurologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum und ihre Kollegen der Bar-Ilan University in Israel arbeiteten zusammen. In Israel hatten die Wissenschaftler ein Modell des Darms entwickelt, das eine realistische Analyse der bakteriellen Vorgänge beim Verdauen zeigt. Im menschlichen Verdauungstrakt leben unzählige Mikroorganismen, die unsere Gesundheit unterstützen. Ihre Arbeit ist jedoch stark von der Ernährung abhängig, da sie nur mit den richtigen Nährstoffen ein gesundes Biotop aufbauen können. Ihre Stoffwechselprodukte bestimmen dabei mit, wie das Immunsystem arbeitet, wodurch ihr Einfluss auf die Abwehrkräfte enorm sein kann.

Die Forscher aus Bochum konnten zeigen, dass die Bakterien dann am nützlichsten sind, wenn kurzkettige Fettsäuren, etwa Propionsäure im Verdauungstrakt ankommen. Auch das Salz Propionat ist ideal. Tatsächlich wird so das Immunsystem dazu veranlasst, dass mehr regulatorische Zellen entstehen. Diese Zellen wiederum bremsen die aggressiven Entzündungsreaktionen teilweise.

Die Bochumer Forscher konnten im Anschluss gemeinsam mit Kollegen aus Berlin und Halle-Wittenberg auch zeigen, dass bei MS-Patienten wenig Propion­säure im Blutserum sowie in Stuhlproben vorhanden ist. Dies passt zu ihrer Theorie. Durch die Steigerung der Zufuhr über die Nahrung könnten demnach mehr regulatorische Zellen gebildet werden.

Allerdings machen die kurzkettigen Fettsäuren nur einen kleinen Teil der Stoffwechselvorgänge im Darm aus. Es muss daher noch weiter geforscht werden, welche konkreten Diätmaßnahmen möglich und sinnvoll sind, um die Multiple Sklerose zu verlangsamen.

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  • Bildnachweis: Darmflora © Alex - www.fotolia.de

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