2. Juli 2004
Von Britta Josten
Die Masern zählen offiziell zu den Kinderkrankheiten. Aber auch Erwachsene können sich mit dem Masernvirus infizieren, bei denen die Gefahr von Komplikationen sogar wesentlich größer ist als bei Kindern. Wir sagen Ihnen, wodurch Masern ausgelöst werden und welche möglichen Komplikationen auftreten können.
Die Masern bzw. das Masernvirus wird durch die Tröpfcheninfektion übertragen, wobei das Virus eine Entfernung von bis zu sechs Meter problemlos überbrücken kann. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen, beträgt bei Masern in der Regel zwischen acht und zehn Tagen.
Es zeigen sich typische Symptome wie Fieber, Husten, leichte Schwäche und eine Bindehautentzündung. Nur wenige Tage später kommen die Koplik-Flecken zum Vorschein, das sind kleine weiße Flecken auf den Mundschleimhäuten. Das Fieber steigt an und der für Masern bekannte rote Hautausschlag breitet sich langsam auf dem gesamten Körper aus. Neben dem sehr hohen Fieber, womit der Körper versucht die Masernviren abzutöten, kommt auch meist noch eine Empfindlichkeit gegen Licht hinzu. Erst nach einigen Tagen gehen Fieber und Hautauschlag langsam zurück, bis zur völligen Heilung dauert es allerdings noch gut drei Wochen.
Eines vorneweg: Die Gefahr möglicher Komplikationen durch Masern ist bei Erwachsenen grundsätzlich größer als bei Kindern. Besonders bakterielle Infektionen sind typische Folgen der Masernerkrankung, da das Immunsystem durch das Virus derartig geschwächt wird. Eine Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung ist daher nicht selten, vor allem bei Erwachsenen. In seltenen Fällen kommt es vor, dass das Masernvirus bis zum Gehirn vordringt und eine Gehirnhautentzündung hervorruft, die lebensbedrohlich sein kann oder eine Behinderung nach sich zieht. Auch die ebenfalls das Gehirn betreffende sklerosierende Panenzephalitis kann eine Folgeerscheinung der Masern sein. Diese Erkrankung kann auch noch Jahre nach der Maserninfektion auftreten und schädigt das Gehirn in hohem Maße.
Gegen Masern gibt es leider keine geeigneten Medikamente. Der Körper muss das Virus von alleine bekämpfen, was einige Wochen dauern kann. Ist die Krankheit überstanden, ist der Patient von nun an immun gegen den Erreger, da das Immunsystem Antikörper gegen die Masernviren entwickelt. Liegt bei Ihnen oder Ihrem Kind die Vermutung nahe, dass es sich um eine Maserninfektion handeln könnte, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Wichtig: Machen Sie möglichst einen direkten Termin aus und setzen Sie sich nicht noch ins Wartezimmer. Andere Patienten könnten sich sonst mit den hochansteckenden Masernviren infizieren. Schützen Sie sich am besten von vornherein vor einer Maserninfektion und lassen Sie sich impfen.
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