Nitratsalze im Pöckelfleisch stehen im Verdacht, eine Manie zu fördern

Forscher stießen in einer Studie eher zufällig auf einen Zusammenhang zwischen Manien und dem Verzehr von Pökelfleisch

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  • von Paradisi-Redaktion
Nahaufnahme eine Scheibe Schinken wird abgeschnitten

Bei der Manie handelt es sich um eine psychische Störung, bei der Betroffene extrem heiterer Stimmung sind und eine starke Antriebskraft verspüren. Das chemische Gleichgewicht im Gehirn ist gestört, sodass Patienten unter anderem wenig schlafen können oder bei starken Ausprägungen der Krankheit auch Wahnvorstellungen bekommen.

Nitratsalze unter Verdacht

Die genauen Ursachen einer Manie konnten noch nicht aufgedeckt werden, weshalb eine aktuelle Studie der Johns Hopkins University School of Medicine besonders interessant ist: Die Forscher fanden Hinweise darauf, dass Nitratsalze im Pöckelfleisch eine Manie begünstigen können.

Ursprünglich waren die Wissenschaftler einer ganz anderen Frage auf der Spur. Sie wollten wissen, ob psychische Krankheiten und Virusinfektionen durch verdorbene Lebensmittel in einem Zusammenhang stehen. Dafür befragten sie 1.101 Männer und Frauen zu ihrer Ernährung. Die Altersspanne reichte von 18 bis 65 Jahre und umfasste sowohl psychisch gesunde als auch psychisch erkrankte Personen.

Im Zuge der Datenauswertung fiel nun auf, dass eine Krankenhauseinweisung aufgrund einer Manie häufiger vorkam, wenn die betreffende Person angab, Pöckelfleisch zu essen. Das Risiko stieg sofort um das 3,5-Fache. Am Fleisch allein konnte dies nicht liegen, denn wer angab, ungepöckeltes Fleisch zu mögen, hatte keine Risikosteigerung. Daraus folgern die Wissenschaftler, dass die Nitratsalze beim Pöckelvorgang selbst die Ursache sind.

Tierversuch untermauert den Verdacht

In einem anschließenden Versuch mit Ratten konnten die Forscher den Zusammenhang auch bei den Tieren sehen. Gab man ihnen nitrathaltiges Futter, zeigten die sonst gesunden Tiere nach einigen Wochen starke Hyperaktivität. Da sonst nichts an ihren Lebensbedingungen geändert wurde, musste es die Spezialdiät sein.

Doch warum dieser Effekt im Tierversuch und in der Beobachtungsstudie auftritt, ist noch gänzlich unklar. Es könnte jedoch sinnvoll sein, so die Forscher, bei Risikopatienten auf einen Verzicht des Pöckelfleischverzehrs hinzuweisen, quasi zur Vorbeugung. Nitratsalze in der Lebensmittelindustrie sind allerdings nicht nur im Pöckelfleisch zu finden, sondern kommen häufiger als Konservierungsstoff zum Einsatz. In Hart- und Schnittkäse sowie Fisch ist die Menge oft erhöht.

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Quellenangaben

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Autor:

Paradisi-Redaktion - News vom

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