7. April 2011
Die Schleimhautleishmaniose ist eine Unterform der Leishmaniose. Dabei wird die menschliche Schleimhaut von Parasiten befallen.
Spricht man von Leishmaniose, ist damit eine Infektionskrankheit gemeint, die sowohl bei Menschen als auch bei Tieren vorkommt. Verursacht wird sie von protozoischen Parasiten aus der Gattung Leishmania.
Bei der Leishmaniose unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Subformen. Dies sind die innere oder viszerale Leishmaniose, die kutane Leishmaniose (Hautleishmaniose) sowie die mukokutane Leishmaniose, die man auch Schleimhautleishmaniose nennt. Die mukokutane Leishmaniose gilt als Unterart der kutanen Leishmaniose, bei der nur die Haut von den Leishmanien befallen wird. Bei einer Schleimhautleishmaniose werden jedoch auch die Schleimhäute von Nase, Mund, Rachen, Kehlkopf oder Genitalien von den Parasiten in Mitleidenschaft gezogen.
Leishmaniose ist vor allem in trockenen und warmen Gebieten wie Zentralasien, Arabien, Nord- und Ostafrika, Südeuropa sowie Mittel- und Südamerika verbreitet. Manchmal kann die Krankheit aber auch nach Deutschland durch infizierte Menschen oder Tiere eingeschleppt werden.
Die Übertragung der Schleimhautleishmaniose findet durch Insekten wie die Schmetterlingsmücke statt. Diese infiziert Mensch oder Tier durch einen Stich mit dem Erreger Leishmania brasiliensis brasiliensis. Leishmanien sind geißeltragende Protozoen, die nur innerhalb von bestimmten Zellen in ihrem Wirtskörper überleben können. Da sie nicht nur Menschen, sondern auch Tiere befallen, sind sie die Ursache für zahlreiche Tierseuchen. Bei einer kutanen Leishmaniose unterscheidet man, je nach Region, in der die Infektionskrankheit vorkommt, zwischen einer Hautleishmaniose der "Alten Welt" und einer Hautleishmaniose der "Neuen Welt". Die mukokutane Leishmaniose gilt dabei als Sonderform der kutanen Leishmaniose der "Neuen Welt".
Übertragen werden Leishmanien in der Regel durch Mückenstiche. Gelegentlich kann es aber auch zu einer Übertragung von Mensch zu Mensch kommen. Auch die Übertragung von einer schwangeren Mutter auf deren ungeborenes Kind ist möglich, was aber nur sehr selten vorkommt. Mitunter kann eine Übertragung durch Blut- oder Organspenden erfolgen. Sehr unterschiedlich ist die Inkubationszeit bei der mukokutanen Leishmaniose. Diese kann zwischen einigen Tagen und sogar mehreren Jahren liegen.
Ähnlich wie bei der kutanen Leishmaniose, bildet sich auch bei der mukokutanen Leishmaniose ein Geschwür. Nach dessen Abheilung, oder sogar noch Monate später, werden die Schleimhäute, wie etwa die Nasenschleimhaut, von den Parasiten befallen. Bemerkbar macht sich die Erkrankung durch Nasenbluten oder Probleme bei der Nasenatmung. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Nasenscheidewand durch eine Entzündung zerstört wird und die Nase in sich zusammenfällt. Da auch das Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird, drohen weitere Infektionen. Neben der Nasenschleimhaut können die Parasiten auch die Mundschleimhaut, die Rachenschleimhaut oder die Genitalschleimhaut befallen. Ihre Ausbreitung erfolgt dabei über Lymph- und Blutgefäße.
Eine mukokutane Leishmaniose muss unbedingt medizinisch behandelt werden. Dazu ist nicht nur eine lokale Therapie, sondern auch eine systemische Behandlung erforderlich. Zu diesem Zweck werden dem Patienten entsprechende Medikamente wie Antimonpräparate oder Wirkstoffe wie Ketoconazol oder Pentamidin verabreicht. Reichen diese Mittel nicht aus, wird der Wirkstoff Amphotericin B eingesetzt.
Als beste Vorbeugung vor einer Schleimhautleishmaniose gilt der Schutz vor den Überträgerinsekten. Wer also in Gebiete reist, die zu den Risikoregionen gehören, sollte auf geeignete Kleidung achten und nicht ohne ein feinmaschiges Moskitonetz schlafen. Eine Impfung gegen die mukokutane Leishmaniose ist bislang noch nicht möglich.
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