7. Juli 2008
Von Annett Biermann
Nicht wenige Männer leiden an einer so genannten Lageanomalie des Hodens. Diese Anomalie ist Statistiken zufolge der häufigste Grund von Zeugungsunfähigkeit oder die häufigste Ursache eines Tumorleidens. Eine frühe Behandlung kann Folgeschäden begrenzen.
Der so genannte Hodenhochstand wird im Fachjargon auch als Hodendystopie bezeichnet. Der Hodenhochstand ist eine Anomalie der Hodenlage. Bei einem Neugeborenen entsteht der Hoden in etwa auf Höhe der Nieren. Während der embryonalen Entwicklung beginnt der Hoden sodann zu "wandern". Dieser Vorgang wird medizinisch korrekt als Hodenabstieg bezeichnet und ist dann beendet, wenn der Hoden das Skrotum erreicht hat.
Eine Lageanomalie des Hodens kommt in aller Regel nur selten vor und wird Schätzungen zur Folge bei rund fünf Prozent der Säuglinge diagnostiziert. Bei Frühgeburten tritt eine Anomalie jedoch sehr häufig (20 Prozent und mehr) auf, da die Wanderung zum Zeitpunkt der Geburt in aller Regel noch nicht abgeschlossen ist. Innerhalb des ersten Lebensjahres erreicht der Hoden jedoch bei nahezu allen Säuglingen seinen Bestimmungsort.
Im Medizinischen wird der Lageanomalie in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Gruppe ist der so genannte Hodenhochstand. Hierbei unterscheidet man wiederum den Bauchhoden, den Leistenhoden, den Gleithoden sowie den Wanderhoden. Beim so genannten Bauchhoden liegt, wie der Name schon sagt, der Hoden im Bauchraum. Auch beim so genannten Leistenhoden ist der Abstieg nicht vollständig gelungen, sodass der Hoden im Bereich der Leiste stecken geblieben ist. Auch der Gleithoden befindet sich in der Leistengegend, kann jedoch durch mechanische Einwirkung in den Hodensack verschoben werden. Auch der Wanderhoden befindet sich zwischen Leistengegend und Skrotum. Seine Lage wechselt er in aller Regel bei sexueller Erregung.
Diese aufgezählten Arten von Hodenhochstand sind normalerweise unbedenklich. Sollten jedoch Schmerzen oder andere Symptome beobachtet werden, so sollte in jedem Falle ein Arzt konsultiert werden, um sowohl eine Tumorbildung als auch Zeugungsstörungen ausschließen zu können.
Die zweite Gruppe der Lageanomalie ist die so genannte Hodenektopie. Auch hier werden diverse Lagen, wie zum Beispiel Verlagerung in den Penisschaft oder das falsche Skrotalfach unterschieden. Diese Verlagerungen sind meist schwerwiegender und bedürfen dringender ärztlicher Untersuchung.
Jede Art von Anomalie stellt ein erhöhtes Risiko für Zeugungsunfähigkeit oder Tumorbildung dar. Eine frühe Behandlung ist daher unverzichtbar. Von einer Lageanomalie des Hodens ist zwingend eine so genannte Hodentorsion, bei der die beiden Hoden verdreht sind zu unterscheiden. Eine Torsion bedarf in jedem Falle einer schnellen ärztlichen Behandlung, um Folgeschäden ausschließen zu können.
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