Fleckfieber - Ursachen, Symptome und Behandlung

Beim Fleckfieber handelt es sich um eine Infektion, die durch Läuse, Milben, Zecken und Flöhe übertragen wird. Es wird durch Bakterien, so genannte Rickettsien, verursacht. Wird die Erkrankung nicht oder zu spät behandelt, kann sie tödlich enden. Typische Symptome sind hohes Fieber, Schüttelfrost sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Das Fleckfieber zählt zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Die Diagnosestellung erfolgt aufgrund einer Blutuntersuchung. Informieren Sie sich hier ausführlich über das Fleckfieber.

Die Entstehung des Fleckfiebers und wie man es erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Das Fleckfieber wird mitunter auch als Kriegspest, Läusefieber, Läusefleckfieber, Lazarettfieber oder Faulfieber bezeichnet. Es handelt sich um eine Infektion mit Erregern der Gattung der Rickettsien, die durch Läuse (allen voran die Kleiderlaus), Milben, Flöhe und Zecken übertragen wird.

Das Fleckfieber unterliegt in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz der namentlichen Meldepflicht. Unterschieden wird das endemische (durch den Erreger Rickettsia moseri) sowie das epidemische Fleckfieber (durch den Erreger Rickettsia prowazekii), wobei die erst genannte Form milder verläuft.

Ursachen

Erreger des Fleckfiebers sind Bakterien, die so genannten Rickettsien. Läuse, vor allem Kleiderläuse, können diese Bakterien mit ihrem Kot ausscheiden.

Der Mensch infiziert sich dann über die Haut oder er atmet staubige Luft ein, die die Bakterien des Kots enthält. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Ein bis zwei Wochen, nachdem sich der Mensch mit den Bakterien infiziert hat, bricht die Erkrankung aus. Man kann sich mit dem infizierten Kot besonders in den höheren Lagen der Tropen anstecken. Die Krankheit tritt dort meist in Form einer Epidemie auf.

Verlauf

Das Fleckfieber kann heutzutage gut behandelt werden. Erfolgt jedoch keine Behandlung können sich ein Kreislaufversagen sowie eine Herzschwäche bilden, die schließlich zum Tod führen.

Folgen

Komplikation der Krankheit kann eine völlige Taubheit aufgrund einer Gehirnentzündung sein. Patienten, die die Erkrankung überleben, haben einige Jahre eine Immunität gegen den Erreger. Nach Jahrzehnten können sie sich jedoch erneut infizieren. Oftmals kommt es dann jedoch zu einem leichteren Krankheitsverlauf.

In Deutschland gehört das Fleckfieber zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Diagnostiziert der Arzt diese Krankheit, muss er den Patienten umgehend namentlich dem Gesundheitsamt melden.

Symptome

Bei dem Fleckfieber handelt es sich um eine äußerst schwere Erkrankung, die auch tödlich enden kann. Die Patienten entwickeln zu Beginn der Krankheit sehr hohes Fieber und haben dabei

Das Fieber dauert meist ein bis zwei Wochen lang an. Die Patienten haben ein rotes und oft geschwollenes Gesicht. In einigen Fällen tritt auch eine Gehirnentzündung auf. Die Patienten sind dann zusätzlich verwirrt und benommen.

Nur selten treten zusätzlich auch Ohrgeräusche (Tinnitus) oder ein krankheitsbedingter Hörverlust auf. Nach einigen Tagen der Erkrankung bildet sich ein Hautausschlag auf dem gesamten Körper.

Charakteristisch für das Fleckfieber ist jedoch, dass der gesamte Kopf einschließlich des Halses nicht von dem Ausschlag betroffen ist. Nach einigen Tagen verdunkeln sich die kleinen rötlichen Flecken des Hautausschlages.

Patienten mit Fleckfieber fühlen sich allgemein schwer krank und benötigen dringend ärztliche Hilfe. Zu den weiteren möglichen Beschwerden zählen

Diagnose

Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch und fragt den Patienten oder gegebenenfalls seine Angehörigen nach den genauen Symptomen. Für den Arzt ist auch wichtig zu wissen, dass sich der Patient in den Tagen vor Beginn der Erkrankung im Ausland aufgehalten hat.

Wichtiges Diagnosekriterium ist die Blutuntersuchung. Das Blut wird in einem speziellen Labor im Rahmen einer Blutkultur untersucht.

Der Erreger des Fleckfiebers kann dann nach einigen Tagen unter dem Mikroskop diagnostiziert werden. Zwei Wochen nach Beginn der Erkrankung können auch Antikörper gegen das Fleckfieber nachgewiesen werden.

Behandlung

Da das Fleckfieber durch Bakterien verursacht wird, verordnet der Arzt im Rahmen der Behandlung ein Antibiotikum. Zu Beginn der Behandlung wird das Antibiotikum in die Vene gespritzt, damit es schneller wirken kann. Nach einiger Zeit kann der Patient das Medikament dann in Form von Tabletten einnehmen.

Zusätzlich ist es auch wichtig, dass der Patient ausreichende Mengen trinkt. In schweren Fällen erfolgt die Behandlung in einem Krankenhaus auf der Intensivstation. Hier kann der Kreislauf des Patienten rund um die Uhr ärztlich überwacht werden.

Im Rahmen der Behandlung ist es auch wichtig, den Körper des Patienten von den Läusen zu befreien. Zwei Wochen nach Beginn der Behandlung ist der Patient in der Regel beschwerdefrei.

Vorbeugung

Gegen das Fleckfieber gibt es eine Schutzimpfung, die jedoch nur für medizinisches Personal in gefährdeten Gebieten oder für Personen empfohlen wird, die in Speziallaboratorien arbeiten. Halten sich Reisende in den Tropen an hygienische Vorsichtsmaßnahmen und begeben sich nicht in die Armenviertel, besteht in der Regel keine Gefahr, an Fleckfieber zu erkranken.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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