15. Februar 2011
Als Kolitis bezeichnet man akute oder chronische Entzündungen des Dickdarms. Dabei kommt es vor allem zu Durchfall.
Der Begriff Kolitis oder Colitis dient als Sammelbegriff für Entzündungen des Dickdarms oder Grimmdarms (Colon), die akut oder chronisch verlaufen. Ein typisches Symptom von Darmentzündungen ist Durchfall. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen von Kolitis.
Unter einer enterohämorrhagischen Kolitis versteht man eine schwere Darmentzündung, die von enterohämorrhagischen Escherichia coli Bakterien verursacht wird. Als Hauptquelle für diese Bakterienart gelten besonders Tiere wie Schafe, Ziegen, Rinder oder Wild. Bei einer enterohämorrhagischen Kolitis kommt es zu Durchfall, der blutig und wässrig ist, sowie zu starken Krämpfen im Unterleib. Bei älteren Menschen, Babys, Kleinkindern und Menschen, die unter Immunschwäche leiden, kann die Krankheit sogar lebensgefährliche Züge annehmen.
Eine pseudomembranöse Kolitis wird auch antibiotika-assoziierte Kolitis genannt, da sie zumeist nach einer Behandlung mit Antibiotika auftritt. In diesem Fall kommt es durch die Antibiotika zu einer Schädigung der Darmflora, was eine starke Vermehrung des Bakteriums Clostridium difficile zur Folge haben kann. Durch die Gifte, die von den Clostridien ausgeschieden werden, entstehen Beschwerden wie Bauchschmerze, Durchfall, Verlust von Flüssigkeit und Fieber. Mitunter können schwere Schäden an der Darmwand auftreten. Für die Behandlung werden nur bestimmte Antibiotika wie Rifaximin oder Metronidazol verwendet. Dagegen setzt man alle anderen Antibiotika ab. Wichtig ist auch die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit.
Als kollagene Kolitis bezeichnet man eine selten auftretende chronische Entzündung der Dickdarmschleimhaut, bei der es zu wässrigen Durchfall kommt. Die genaue Ursache der kollagenen Kolitis ist bislang nicht bekannt. Zur Behandlung wendet man eine Kombination aus 5-Aminosalicylsäure und Kortison an.
Bei einer ischämischen Kolitis handelt es sich um eine Darmentzündung, die nicht infektiös ist. Ausgelöst wird sie durch eine Ischämie (Durchblutungsstörung) des Darms, die wiederum durch eine generalisierte Arterienverkalkung entsteht. Bei einer ischämischen Kolitis treten Beschwerden wie blutig-schleimiger Durchfall und Schmerzen auf. Schlimmstenfalls kann es auch zu einem Darmverschluss und einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) kommen. Zur wirksamen Behandlung der Darmerkrankung müssen die verschlossenen Gefäßabschnitte saniert werden. Sind bereits Abschnitte des Darms abgestorben, ist ein chirurgischer Eingriff nötig.
Von einer Strahlenkolitis spricht man, wenn es infolge einer Strahlentherapie zur Behandlung von Tumoren im unteren Bauchbereich zu einer Darmentzündung kommt. Dabei treten Durchfälle auf, die sich mit Phasen von Verstopfung abwechseln. Die Therapie der Strahlenkolitis gilt als langwierig und nicht einfach. Zum Einsatz kommen dabei Einläufe mit Kortison. Manchmal muss auch eine Operation durchgeführt werden.
Die Colitis ulcerosa wird zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gezählt. Dabei kommt es zu einem entzündlichen Befall von Mastdarm und Dickdarm. Die Entzündung beschränkt sich auf die Darmschleimhaut. Zu den typischen Symptomen gehören Darmblutungen, Durchfall sowie schmerzhafte Koliken. Obwohl die Krankheit meist schleichend verläuft, kann es zu akuten und schweren Schüben kommen.
Genau wie Colitis ulcerosa, gehört auch Morbus Crohn zu den chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten. Die Entzündung kann vom After bis zur Mundhöhle auftreten. Vor allem Dickdarm und Dünndarm werden bevorzugt befallen. Nach dem Essen oder vor dem Stuhlgang kommt es zu Schmerzen im rechten Unterbauch. Weitere Beschwerden sind Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.
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