29. November 2011
2-5 von 100000 Menschen leiden unter Chorea Huntington. Die Erbkrankheit beruht auf einer Veränderung auf dem vierten Chromosom. Dadurch entsteht das fehlbebildete Eiweiß Huntingtin, dessen Ablagerungen die muskelsteuernden Zellen im Gehirn zerstören. In der Regel bemerkt man die ersten Anzeichen dieser Krankheit durch Zuckungen und unwillkürliche Bewegungen zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr.
Früher nannte man die Krankheit Veitstanz. Sie ist bis heute unheilbar und führt nach 10 bis 15 Jahren zum Tod. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Molecular Neurodegeneration" wird über einen Tierversuch mit Mäusen berichtet, bei dem der Krankheitsverlauf von Chorea Huntington durch ein Mittel zur Muskelentspannung stark verlangsamt werden konnte. Das Mittel heißt Dantrolen. Huntington-Mäuse wurden damit 13,5 Monate lang gefüttert. Sie konnten ebenso gut über einen kleinen Stock balancieren wie gesunde Mäuse und hatten im Gehirn weniger Huntingtin-Ablagerungen als die kranken Mäuse, die nicht Dantrolen bekommen hatten. Auch zeigten die Mäuse keine Folgekrankheiten.
Dantrolen ist für seine Nebenwirkungen Muskelschwäche und Atembeschwerden bekannt. Studienleiter Ilya Bezprozvanny von der Universität Texas sagte, man könne unter Einsatz dieses Mittels vielleicht bei Chorea-Huntington-Patienten den Krankheitsverlauf verzögern, müsse aber die Nebenwirkungen noch weiter erforschen.
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