Innerbetriebliche Strategien gegen das Burnout-Aufkommen

Vor allem im Berufsleben kommt es immer wieder zu Fällen von Burnout. Durch verschiedene innerbetriebliche Strategien gegen das Burnout-Aufkommen lässt sich für ein gutes Betriebsklima sorgen und dieser psychischen Erkrankung vorbeugen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und erstrecken sich über Mitarbeitergespräche, Fitness- und Wellnessangeboten bis hin zu einer verbesserten Arbeitsorganisation. Holen Sie sich Empfehlungen für innerbetriebliche Strategien gegen das Burnout-Aufkommen.

Tipps für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, um der Erschöpfung im Beruf vorzubeugen

In zahlreichen Betrieben besteht das Problem, dass immer wieder Mitarbeiter aufgrund des so genannten Burnout-Syndroms ausfallen. Dabei leiden die Betroffenen unter zu hohen Belastungen, die schließlich zu einem Zustand der Erschöpfung führen. Die Erkrankten fühlen sich ausgebrannt und sind nicht mehr imstande, gute Leistungen zu erbringen.

Typische Anzeichen für ein Burnout-Syndrom

Von dem Phänomen Burnout-Syndrom sind immer mehr Arbeitnehmer betroffen. Bemerkbar macht sich das Syndrom dadurch, dass die Erkrankten ihre Arbeit nicht mehr schaffen und sich leer und ausgebrannt fühlen.

Außerdem sind sie nicht in der Lage, die hohe Arbeitsbelastung wieder zurückzufahren. So befürchten sie zum Beispiel, dass ihre Vorgesetzten von ihnen enttäuscht sein könnten, wenn sie ein Arbeitsprojekt ablehnen. Andere wiederum glauben, dass einer ja schließlich die Arbeit machen müsse, weil kein anderer da sei.

Solche und ähnliche unbewussten Einstellungen kommen immer wieder bei Personen vor, die unter dem Burnout-Syndrom leiden. Betroffen von diesen Einstellungen können neben der Arbeit auch die Wahrnehmung der eigenen Person sowie das Bild, das man von sich selbst hat, sein. Da diese unbewussten Einstellungen schädliche Auswirkungen haben, muss etwas gegen sie getan werden, da sich das Burnout-Syndrom ansonsten auf lange Sicht nicht bessern wird.

Ursachen und Verlauf

Auslöser für ein Burnout-Syndrom ist zumeist eine Kombination aus

  • übermäßiger Arbeitsbelastung
  • hohen persönlichen Ansprüchen und
  • starkem Engagement,

welches jedoch nicht belohnt wird. Die Betroffenen begehen zudem den Fehler, sich für vieles verantwortlich zu fühlen.

Um die destruktiven Einstellungen zu bekämpfen, müssen sie jedoch erst einmal erkannt werden, was meist nicht so einfach ist, denn schließlich sind sie langsam im Laufe der Jahre entstanden. Verursacht werden persönliche Einstellungen in der Regel durch

Manchmal entwickeln sie sich auch schleichend. So ist es kaum möglich, seine Sichtweise kurzfristig zu verändern.

Zu einem Burnout-Syndrom kann es sowohl durch äußere als auch durch innere Einflüsse kommen. Zunächst stürzen sich die Betroffenen regelrecht in die Arbeit und sind übermotiviert, später schlägt das Überengagement jedoch in Stagnation und Frustration um. Die Erkrankten empfinden ihre Tätigkeit als sinnlos und vernachlässigen soziale Kontakte.

Schließlich nehmen körperliche Beschwerden und Fehlzeiten deutlich zu. Am Ende reagieren die Betroffenen geradezu gelähmt und empfinden ihr Leben als unerträgliche Belastung.

Negative Einstellungen ändern

Am leichtesten lassen sich Einstellungen ändern, die man noch nicht sehr lange hat. Oft hilft es schon, sich die negativen Einstellungen bewusst zu machen, um sie abzulegen.

Bei Einstellungen, die sich nur schwer erkennen lassen, sind jedoch Zeit und Geduld gefragt. So sollte man vermeiden, sich zu sehr unter Druck zu setzen. Besser ist es, schrittweise vorzugehen und die negativen Einstellungen zunächst zu identifizieren und zu hinterfragen. Dann ersetzt man sie ganz bewusst durch positive Sichtweisen, die einem dabei helfen, Burnout zu bekämpfen.

Einstellungen hinterfragen

Bei zahlreichen Menschen, die unter dem Burnout-Syndrom leiden, lassen sich stark ausgeprägter Perfektionismus und hohe Leistungsorientierung feststellen. Dabei haben die Betroffenen jedoch ein Selbstbild, das einem Ideal gleicht und kaum erreichbar ist.

Dennoch bemühen sie sich, intensiv diesem Bild zu entsprechen. So sind sie nie zufrieden, weil sie keine Perfektion erreichen. Bei anderen treten auch das Helfersyndrom oder krankhafter Ehrgeiz zutage. So sind sie nicht in der Lage, sich Grenzen zu setzen.

Raus aus dem alten Verhaltensmuster

Wichtig ist, seine persönlichen Einstellungen rechtzeitig zu hinterfragen. Anstatt weiterzuarbeiten, obwohl die Kollegen bereits gehen, weil einer ja schließlich die Arbeit machen müsse, sollte man sich lieber fragen, ob es richtig ist, dass alle anderen früher gehen, man selbst aber noch bis spät in die Nacht arbeitet.

Alternativen

Eine sinnvolle Alternative wäre, die Arbeit gleichmäßig zu verteilen. Auch die Einstellung zu den Vorgesetzten sollte auf den Prüfstand kommen.

Vielleicht hat der Chef ja auch Verständnis dafür, wenn man ihm sagt, dass die ständigen Überstunden belastend für einen sind. Schließlich möchte man ja auch auf lange Sicht gesund und motiviert für ihn arbeiten.

Einstellungen positiv verändern

Gelingt es einem erst einmal, sich die negativen Einstellungen, die einem schaden, bewusst zu machen, beginnt man meist an ihrer Richtigkeit zu zweifeln. Durch diese Zweifel fällt es einem auch leichter, seine Sichtweise positiv zu verändern.

Dadurch kann man sich wiederum seinen inneren persönlichen Antreibern entziehen. Wichtig ist auch zu erkennen, dass kein Mensch perfekt ist und dass Fehler nun einmal Teil des Lebens sind.

Neue Ziele setzen

Außerdem sollte man sich zugestehen, dass die eigenen Bedürfnisse genauso wichtig sind, wie die anderer Menschen. Indem man sich die Frage beantwortet, was man vom Leben eigentlich erwartet, kann man seine Ziele bewusster verfolgen und auf diese Weise zu mehr Zufriedenheit gelangen.

Vorstellungen, die einem von anderen Menschen aufgedrängt wurden, sollte man dagegen hinter sich lassen, um sich nicht zu verzetteln. So ist es nicht nötig, jede Aufgabe selbst zu übernehmen.

Die Selbstakzeptanz stärken

Hilfreich, um einem Burnout-Syndrom entgegenzuwirken, ist auch die Stärkung der Selbstakzeptanz. So sollte das Selbstbewusstsein nicht nur von Erfolgen im Berufsleben abhängen. Durch stärkere Selbstakzeptanz verhindert man, sich zu stark zu engagieren und womöglich ausgenutzt zu werden.

Tagebuch führen

Da ein Burnout-Syndrom in der Regel unbemerkt auftritt, wird empfohlen, ein Stresstagebuch zu führen. Darin notiert man, wie viel Stress man ausgesetzt ist und ob dieser womöglich zunimmt.

Innerbetriebliche Strategien gegen Burnout

Als beste Vorbeugemaßnahme gegen das Burnout-Syndrom gilt ein gutes Betriebsklima. Damit es gar nicht soweit kommt, wurden verschiedene innerbetriebliche Strategien entwickelt, die das Ziel haben, die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu fördern und dadurch deren Ressourcen besser zu nutzen.

So ist ein gutes Betriebsklima letztlich auch eine lohnende wirtschaftliche Investition. Zu den verschiedenen Strategiepunkten zählen:

Flexible Arbeitsgestaltung

Eine der wichtigsten Strategien zur Vermeidung des Burnout-Syndroms ist die flexible und autonome Gestaltung der Arbeitszeit. Können die Angestellten mitbestimmen, wie sie ihre Aufgaben bewältigen, führen diese Freiräume zu mehr Eigeninitiative und selbstständiger Arbeit.

Es ist wichtig, darauf zu achten, dass ein Mitarbeiter nicht mehr Überstunden macht, als er bewältigen kann. Außerdem sollte eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit herrschen.

Weiterbildungsangebote

Oftmals wird ein Burnout-Syndrom durch Monotonie im beruflichen Alltag ausgelöst. So haben viele Betroffene das Gefühl, dass sie nicht vorankommen und sich im Kreis drehen würden. Mithilfe von Angeboten zur beruflichen Weiterbildung lässt sich jedoch neuer Schwung in den Alltag der Mitarbeiter bringen.

Schulungen

Als wichtiges Mittel zur Vorbeugung des Burnout-Syndroms bei Mitarbeitern gelten Schulungen für einen burnoutpräventiven Führungsstil. Dabei werden Führungskräfte über die Problematik der Erkrankung sowie die Faktoren, die sie auslösen, informiert. Außerdem lernen sie zu erkennen, welche Menschen besonders gefährdet sind und wie man dem Syndrom vorbeugt.

Fitness- und Wellnessangebote

Auch ein gutes Angebot an Fitness- und Wellnessmöglichkeiten trägt dazu bei, die Gefahr eines Burnout-Syndroms zu reduzieren. Auf diese Weise versetzt man die Angestellten in die Lage, Stress abzubauen und wieder neue Kraft zu tanken.

Gesunde Ernährung

Wie man sich ernährt, hat ebenso Einfluss auf das Wohlbefinden; gesunde Ernährung hilft, dieses zu unterstützen und die Abwehrkräfte zu stärken. In jedem Betrieb sollte daher darauf geachtet werden, den Mitarbeitern, soweit eine Kantine vorhanden ist, einen vitaminreichen Speiseplan anzubieten.

Besonders in kleineren Unternehmen sind Arbeitnehmer jedoch häufig selbst für die tägliche Ernährung zuständig. Sie sollten sich die Mühe machen, gesundes Essen zuzubereiten und dieses mitzubringen, anstatt die nächste Imbissbude aufzusuchen.

Biofeedback

In Sachen Vorbeugung hat sich auch das Biofeedback als nützlich erwiesen. Dabei erfolgt eine individuelle Betreuung der Mitarbeiter durch einen Coach.

Man ermittelt mithilfe von Elektroden den Stresswert am Arbeitsplatz, sodass der Arbeitnehmer die Möglichkeit hat, Stressreaktionen, die im Körper ablaufen, zu beobachten und dagegen anzugehen. Das Biofeedback sollte nur von ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden.

Mitarbeitergespräche

Die simpelste Methode, um einem Burnout vorzubeugen, sind regelmäßige Mitarbeitergespräche, in denen der Arbeitgeber sich erkundigt, wie sein Mitarbeiter mit seiner Arbeit und dem Arbeitspensum zurechtkommt und ob mögliche Belastungen vorliegen. Dabei sollte der Arbeitnehmer auch dazu aufgefordert werden, zwischenzeitlich selbst das Gespräch zu suchen, falls Probleme bestehen.

Das Thema Burnout sollte kein Tabuthema sein - wichtig ist, dass der Arbeitnehmer weiß, dass er Hilfe durch den Arbeitgeber erhält. Dieser hat eine Fürsorgepflicht, die er auch wahnehmen muss. Hat er den Verdacht, dass sein Mitarbeiter unter Burnout leidet oder gefährdet ist, sollte er ihn taktvoll umgehend darauf ansprechen und ihm Lösungsvorschläge unterbreiten.

Verbesserung der Arbeitsorganisation

Bei der Arbeitsgestaltung sollten Arbeitgeber darauf achten, den Mitarbeitern auch Freiräume zum selbstständigen Denken und Arbeiten zu bieten. Angestellte sollten an Entscheidungsprozessen teilnehmen dürfen und Einsicht in die Arbeitsabläufe erhalten. Auf diese Weise können Motivation und Kreativität erhalten bleiben und gefördert werden.

Quellen:

  • Julian Schulz: Burnout für Paul: überwinden • vorbeugen • Symptome - Wie Sie die Warnsignale erkennen, richtig mit Stress umgehen und Burnout vorbeugen oder loswerden, 2009, ISBN 1710076445
  • Jörg Fengler: Das kleine Buch gegen Burnout - Die besten Strategien gegen Stress und Erschöpfung, Patmos Verlag, 2013, ISBN 3843603324
  • Wolfgang Lalouschek: Raus aus der Stressfalle: Die besten Strategien gegen Burnout & Co, Kneipp Verlag, 2013, ISBN 3708806026
  • Thorben Krausmer: Stressmanagement: Stressfrei und gelassen leben durch Entspannung und Stressbewältigung, 2019, ISBN 1080896457

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