1. Februar 2012
Beim Asperger-Syndrom handelt es sich um eine leichte Autismus-Form. Erkennen lässt es sich an bestimmten Merkmalen.
Ebenso wie der frühkindliche oder der atypische Autismus wird das Asperger-Syndrom zu den autistischen Entwicklungsstörungen gezählt. Im Unterschied zu anderen Formen von Autismus lernen die Kinder jedoch normal zu sprechen. Darüber hinaus sind auch ihre Denkfähigkeiten in der Regel normal entwickelt.
Wodurch das Asperger-Syndrom verursacht wird, ist bis heute unklar. Vermutet werden organische Gründe. Besonders betroffen von dieser Autismus-Form sind Jungen. So tritt bei ihnen das Syndrom achtmal häufiger auf als bei Mädchen. Bei den betroffenen Kindern kommt es zu Beeinträchtigungen der Kommunikation sowie der sozialen Interaktion. Außerdem weisen sie stereotype Verhaltensmuster und ungewöhnliche Interessen auf.
Das Asperger-Syndrom von anderen Auffälligkeiten und psychischen Störungen zu unterscheiden, ist nicht leicht. Es gibt aber bestimmte Merkmale und Anhaltspunkte, die auf das Syndrom hinweisen.
Obwohl Kinder, die unter dem Asperger-Syndrom leiden, wie ihre Altersgenossen sprechen können, haben sie Probleme bei der Kommunikation mit anderen Menschen. Das zeigt sich daran, dass sie ihre Gesprächspartner ständig unterbrechen oder nicht auf deren Reaktionen achten. Darüber hinaus tun sie sich schwer, Gestik oder Mimik zu verstehen. Außenstehende fühlen sich dann ignoriert und reagieren mit Unverständnis.
Obwohl es so aussieht, als würden sich die betroffenen Kinder mit Absicht unsozial verhalten, besteht bei ihnen eher Unbeholfenheit. Typisch für das Asperger-Syndrom ist auch, dass die Betroffenen Redewendungen nicht verstehen und sie wörtlich nehmen. Auch Humor wird von ihnen oft nicht verstanden.
Kinder, die das Asperger-Syndrom haben, entwickeln in der Regel rasch eine gute Sprache. So sprechen sie bereits frühzeitig Floskeln von erwachsenen Menschen nach. Allerdings sind die Betroffenen nicht imstande, die Sprache auch in angemessener Weise einzusetzen. Bemerkbar macht sich dies zum Beispiel durch das Wiedergeben von aufgeschnappten Redewendungen in unangemessenen Situationen.
Ein auffälliges Merkmal des Asperger-Syndroms ist das Sozialverhalten der betroffenen Kinder, die sich meist für andere Dinge interessieren als ihre Altersgenossen. Dabei leben sie in ihrer eigenen Welt, die sie nicht erklären möchten. Dringen andere Kinder darin ein, empfinden sie dies als ärgerlich. Da sie mit ihrer Situation zufrieden sind, verspüren die Kinder auch nicht den Wunsch nach Freundschaften.
Ein weiterer Hinweis auf das Asperger-Syndrom ist das stereotype Verhalten des betroffenen Kindes. So werden immer wieder bestimmte Bewegungen und Verhaltensmuster wiederholt, die oftmals zwanghaft sind. Darüber hinaus gehen die Kinder speziellen Interessen nach. Das heißt, dass sie ein bestimmtes Thema extrem leidenschaftlich verfolgen. Meist handelt es sich dabei um außergewöhnliche Gebiete wie Krieg, Zugfahrpläne, Kalender oder Anleitungen für Elektrogeräte.
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