18. Januar 2011
70 Prozent aller Demenzkranken haben Alzheimer. In Deutschland gibt es heute etwa eine Millionen Alzheimer-Patienten, für das Jahr 2050 werden zwei Millionen prognostiziert. Vielleicht gibt es bald eine neue wirksame Therapie dieser Erkrankung. Forschern der amerikanischen University of Pittsburgh School of Medicine ist es gelungen, eine wichtige Ursache der Alzheimer-Erkrankung zu erkennen und sie mit therapeutischen Substanzen zu lindern.
Bei Alzheimer lässt zunächst das Gedächtnis nach, es kann bis zum völligen Verlust von Urteilskraft und Persönlichkeit kommen. Die Ursache sind Eiweißablagerungen im Gehirn, sogenannte Amyloide oder Plaques. Das ist schon länger bekannt. Aber der Forscher Jeffrey S. Isenberg gab nun im Fachmagazin "PLoS One" bekannt, dass diese Eiweißbruchstücke auch den Stickstoffmonoxidgehalt im Gehirn des Erkrankten senken. Und eine zu niedrige Stickstoffmonoxidkonzentration ist hauptverantwortlich für das Absterben von Nervenzellen, was wiederum die eigentliche Alzheimer-Ursache ist.
Im Tierversuch mit Mäusen hat Isenbergs Team herausgefunden, dass Amyloid-beta, der Hauptbestandteil des Plaques, an die Rezeptorproteine CD36 und CD47 bindet. Dadurch entsteht eine Reaktion, die den Stickstoffmonoxidspiegel senkt. Isenberg hat nun therapeutische Substanzen, also Vorstufen eines richtigen Medikaments, entwickelt, die diese beiden Rezeptorproteine blockiert. Dadurch bleibt der Stickstoffmonoxidspiegel auf einem ausreichend hohen Niveau. Es sterben keine weiteren Nervenzellen. Der Alzheimerprozess wird gestoppt.
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