Die Wahrheit über die neun bekanntesten Low-Carb-Mythen

Gabel auf einem Steak und etwas roter und grüner Salat

Was man über Low Carb-Diäten wissen sollte

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  • von Paradisi-Redaktion

Atkins und South-Beach sind nur zwei von vielen Diäten, die eine Ernährungsweise mit wenig bis gar keinen Kohlenhydraten propagieren. Sogenannte Low-Carb-Diäten haben viele beeindruckende Erfolgsgeschichten hervorgebracht. Doch es gibt mindestens genauso viele skeptische Ansichten und kritische Meinungen zu dieser Ernährungsform. Einige sind durchaus angebracht und verdienen Beachtung. Andere wiederum sind der Mythen- und Sagenwelt entsprungen. Wir sagen Ihnen, was von letzteren zu halten ist.

Mythos #1: Low-Carb bedeutet nichts anderes außer Speck, Fleisch und Käse zu essen

Fakt: Dies ist ein Mythos, der einen Funken Wahrheit enthält, aber ein völlig überzogenen Schluss nach sich zieht. Naturgemäß sind Speck, Fleisch und Käse Lebensmittel, die in einer Low-Carb-Diät Verwendung finden. Aber das ist noch lange keine erschöpfende Auflistung der typischen Low-Carb-Speisen.

Erlaubt, und sogar ausdrücklich gefordert, sind unter anderen:

Nur so ist trotz Verzicht auf kohlenhydratreiches Obst und Gemüse ein ausgewogener Vitamin- und Mineralienhaushalt zu erreichen.

Mythos #2: Training ist in Low-Carb-Diäten nicht vorgesehen

Fakt: Wie in jeder gut geplanten Diät, bildet auch bei Low-Carb die regelmäßige sportliche Betätigung einen Eckpfeiler des Erfolgs. Atkins, der Urvater der kohlenhydratarmen Ernährungsweise, hat in seinem Standardwerk ein ganzes Kapitel dem Training gewidmet. Er schrieb sogar eine Äußerung nieder, die sinngemäß so lautete, dass man ohne Sport nicht die Atkins-Ernährungsrichtlinien befolge.

Und er war nicht der einzige Autor, der Workouts als festen Bestandteil einer Low-Carb-Diät betrachtete.

Mythos #3: Ketose ist gefährlich

Fakt: Tatsächlich ist die Ketose, also jener Stoffwechselzustand, wenn mangels Kohlenhydraten Fettsäuren für die Energiegewinnung herangezogen werden, vollkommen natürlich und demnach absolut ungefährlich. Häufig wird der Begriff Ketose mit dem der Ketoacedose verwechselt. Letzterer ist ein gefährliches Leiden von Typ-1-Diabetikern und tritt auf, wenn der Körper nicht genügend Insulin bilden kann.

Bei der Ketose werden Fettsäuren in Ketogene umgebildet, die wiederum als Glukose-Ersatz im Energie-Stoffwechsel zum Einsatz kommen. Laut einigen wissenschaftlichen Publikationen sind Ketogene das bevorzugte Energiematerial für unseren Herzmuskel.

Mythos #4: Gewichtsverlust durch Low-Carb ist fast nur Wasser

Fakt: Natürlich werden wegen der kohlenhydratarmen Ernährung und der daraus resultierenden Entleerung der Glykogenspeicher, darin gebundenes Wasser ausgeschieden. Allerdings gibt es genügend Beispiele von Personen, die weit mehr als zehn Kilogramm mit Atkins oder anderen Low-Carb-Diäten verloren haben.

Aus physiologischen Gründen können nur rund zwei Kilogramm des Gewichtsverlust durch das Ausscheiden von Wasser erklärt werden.

Mythos #5: Proteinreiche Ernährungsweisen verursachen Osteoporose

Fakt: Eine Low-Carb-Diät muss nicht zwangsläufig reich an Protein sein. Denken Sie an unsere Aufklärung des ersten Mythos':

Low-Carb-Verfechter essen nicht nur Fleisch. Zudem haben zahlreiche wissenschaftliche Studien nachgewiesen, dass auch eine stark proteinhaltige Diät nicht zu massiven Kalziumverlust, und somit auch möglicherweise zu Osteoporose, führt.

Mythos #6: Low-Carb führt zu Müdigkeit

Fakt: Während es in den ersten Tagen durchaus zu kurzen Phasen der Mattheit und Konzentrationsschwächen kommen kann, ist das Leistungsniveau nach wenigen Tagen konstant höher, sobald sich der Organismus daran gewöhnt hat, dass nun Ketogene und nicht mehr Glukose seine Hauptenergiequelle sind.

Da die Ketogenerzeugung unabhängig von der Insulinausschüttung ist, kommt es auch nicht mehr zu der bekannten Nachmittagsmüdigkeit, die häufig eintritt, wenn man ein solides Mittagessen hatte.

Langzeitstudie belegt: Low-Carb-Diäten können gefährlich werden und haben keinen Nutzen

Teller mit Erbsen, die das Wort Diät formen
Diät © Eisenhans - www.fotolia.de

Cutting out the carbs - die Kohlenhydrate weglassen - ist so ziemlich das erste, was man aus Hollywood oder von Models hört, wenn man nach Abnehm-Tipps fragt. Doch eine Panel-Studie, die über 25 Jahre hinweg in Schweden durchgeführt wurde, alarmiert jetzt die Experten. Das Ergebnis: Wer gänzlich auf Kohlenhydrate verzichtet, kann seinem Herzen immense Schäden zufügen.

Low-Carb-Diäten lassen den Cholesterin-Spiegel ansteigen, so Studienleiterin Ingegerd Johansson von der Uni Göteborg. Das kann aufs Herz schlagen. Abgesehen davon hätten sie absolut keinen Sinn. Wer kurzzeitig Gewicht verlieren wolle, verzichte am besten auf Brot, Nudeln und Kartoffeln. Im ersten halben Jahr hat man mit einer Low-Carb-Diät dann gute Erfolge. Nach einem Jahr hat sich dieser Effekt jedoch komplett anderen Diätformen angeglichen. Langfristig sei die Low-Carb-Diät anderen Diätformen absolut nicht überlegen, so Alexandra Hofer von der österreichischen Gesellschaft für Ernährung. Es bleibt also dabei, dass es für das gesunde Abnehmen bisher nur zwei goldene Regeln gibt: Mehr Sport, weniger Essen, dafür aber gesund.

Kohlenhydratarme Diät führt zu schlechten Blutfetten

Welche Diät bringt den größten Erfolg, um überschüssiges Gewicht abzubauen?

In den letzten Jahren ging die Tendenz zu kohlenhydratarmer Kost, wobei es keine Beschränkung der Kalorienaufnahme gab. Jetzt aber sagen Wissenschaftler, dass diese Diät nicht empfehlenswert sei, was sich in den letzten drei Jahren bei Untersuchungen herausstellte.

Dabei wurden 225 Personen mit fettarmer Ernährung, 222 Personen mit kohlenhydratarmer Ernährung getestet. Die kohlenhydratarme Diät war in den ersten sechs Monaten besser, doch nach etwa einem Jahr glich sich dieses aus. Bei den Personen, die kohlenhydratarme Kost erhielten, wurden verstärkt schlechte Cholesterine festgestellt.

Verklebte Gefäße durch die "Low Carb"-Diät

Bei Mäuse-Versuch stieg Plaquevorkommen nach 12 Wochen "Low Carb"-Diät um 15% an

Teller mit Erbsen, die das Wort Diät formen
Diät © Eisenhans - www.fotolia.de

"Low Carb"- Diäten sind in und lassen aufgrund der eiweißlastigen, jedoch kohlenhydratarmen Ernährungsweise mitunter rasch die Kilos purzeln. Allerdings scheint diese Diätform auch ein bestimmtes Risiko zu beinhalten, das sich nicht gerade positiv auf die Blutgefäße auswirkt.

Harvard-Wissenschaftler warnen vor einem Zuviel ein Eiweiß - Gefäßverkalkungen sind die Folge

Anhand von Tests mit Labormäusen fanden die Wissenschaftler der Harvard Medical School heraus, dass ein Zuviel an Eiweiß zum gefürchteten Plaque in den Gefäßen führen kann.

Diese Verkalkungen gelten als eine der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarktes. Bei den stattgefundenen Untersuchungen wiesen die Mäuse bereits nach nur 12 Wochen "Low Carb"-Diät deutlich mehr an Verkalkungen in den Gefäßen auf als die Kontrollgruppe.

Trotz Gewichtsverlust steigt der Anteil des Plaquevorkommens

Während die Mäuse zwar rund 28% weniger wogen als vor der Diät, stieg jedoch auch der Anteil des Plaquevorkommens um etwa 15% an. Wurde bereits seit einigen Jahren die gesundheitlichen Aspekte der Low Carb-Ernährung angezweifelt, scheint sich hier nun doch eine Bewahrheitung mancher Befürchtungen zu bewahrheiten.

Insgesamt betrachtet gibt es allerdings noch keine gefestigte Methode um herauszufinden wie sich Diäten auf die Herzgesundheit tatsächlich auswirken.

Mythos #7: Fettreiche Diäten verursachen Beschwerden an der Gallenblase

Fakt: Mehr als jedes andere Vorurteil gegenüber Low-Carb-Diäten ist diese Aussage von wissenschaftlicher Seite widerlegt worden.

Nach den heutigen Erkenntnissen geht man davon aus, dass eine rigide fettarme Ernährung über längere Zeit zur Bildung von Gallensteinen führen kann, da durch das mangelnde Fett nicht genügend Sekret gebildet wird und sich so Kristalle heranbilden können.

Mythos #8: Wenn man mit Low-Carb aufhört, wird man wieder dick

Fakt: Ja genau, das stimmt sogar. Allerdings darf man das nicht der Low-Carb-Diät vorwerfen. Wenn man sich nicht mehr gesund ernährt, darf man auch nicht erwarten, dass man gesund bleibt.

Wer sich nach einer erfolgreichen Low-Carb-Diät wieder wie früher ernährt, wird auch zwangsläufig wieder wie früher aussehen. Low-Carb ist nicht nur eine Diät zum Fettabbau, sondern vielmehr ein Lebensstil, der von stark industriell verarbeiteten Lebensmitteln abrät.

Mythos #9: Zuviel Protein ist schlecht für die Nieren

Fakt: Wiederholt sei hier erwähnt, dass Low-Carb nicht automatisch in einen exzessiven Proteinkonsum münden muss. Selbst wenn, scheint dies ungefährlich zu sein wie etliche Studien belegen.

Dennoch raten Sportmediziner und Trainer ihren Athleten zu einer vermehrten Flüssigkeitszufuhr, falls diese in der Aufbauphase mehr Protein als üblich zu sich nehmen. Ein Rat, der ohnehin von jeder Low-Carb-Diät gegeben wird.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Steak © Jacek Chabraszewski - www.fotolia.de

Autor:

Andreas Hadel - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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