1. Juni 2010
Als Sehnerv (Nervus opticus) bezeichnet man den zweiten Hirnnerv. Durch ihn wird das Sehen ermöglicht.
Unter dem Sehnerv, den man auch als Nervus opticus bezeichnet, versteht man den zweiten Hirnnerv. Durch diesen Nerv, der den mittleren Abschnitt der Sehbahn bildet, wird das Sehen ermöglicht, indem er die Erregungen, die in der Netzhaut (Retina) entstehen, an das Gehirn weiterleitet.
Der menschliche Sehnerv erreicht durchschnittlich eine Länge von 4,5 Zentimetern. Bei dem Nerv handelt es sich um eine Verlaufsstrecke aus gebündelten Nervenfasern, die sich von der Siebplatte (Lamina cribrosa) über die Lederhaut des Auges (Sklera) bis hin zum Chiasma opticum (Sehnervenkreuzung) erstreckt. Unterteilt wird der Sehnerv in drei Abschnitte, den intrabulbären Teil, der im Augapfel liegt, den intraorbitalen Teil, der sich innerhalb der Augenhöhle (Orbita) befindet sowie den intrakraniellen Teil, der im Schädel liegt.
Der Sehnerv verfügt über rund eine Million Nervenfasern. Dabei handelt es sich um so genannte Axone, Fortsätze der Ganglienzellen der Netzhaut. Diese Axone vereinigen sich zum Nervus opticus. Entwicklungsgeschichtlich zählt das Auge zum Gehirn, sodass man auch den Sehnerv als Teil des Hirns ansehen kann.
Der Sehnerv verlässt die Netzhaut in der Sehnervpapille, die man als Discus nervi optici bezeichnet. An dieser Stelle befinden sich keinerlei Sinneszellen, weswegen sie auch die Bezeichnung Blinder Fleck trägt. Umgeben wird der Sehnerv an der Austrittsstelle von Markscheiden. Weiterhin verläuft der Sehnerv durch die Augenhöhle, wo er in Fett eingebettet ist. Darüber hinaus ermöglicht er der Vena centralis retinae und der Arteria centralis retinae den Zugang zur Retina. Beim Verlassen der Augenhöhle wird der Nerv vom Sehnenring (Anulus tendineus communis) der Augenmuskeln umgeben. Nach Verlassen der Augenhöhle verläuft der Sehnerv durch den Canalis opticus des Keilbeins (Os sphenoidale). Dort begleitet ihn die Arteria ophthalmica. Die nasalen Fasern des Sehnervs überkreuzen sich schließlich in der Schädelhöhle im Chiasma opticum im Vorfeld des Hypophysenstiels. Aus dieser Überkreuzung entsteht der Tractus opticus, der zum Zwischenhirn zieht.
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