Nervenzellarten (Neuronen) - Vorkommen, Aufbau und Funktion

Grafik Verzweigung von Nervenzellen

Man unterscheidet unipolare, bipolare, pseudounipolare und multipolare Neuronen

Bei Nervenzellen oder Neuronen handelt es sich um Zellen, die auf Erregungsleitung spezialisiert sind. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Nervenzellarten, die unterschiedliche Funktionen haben.

Nervenzellen

Nimmt ein Mensch mithilfe seiner Sinne Informationen auf, übertragen Nervenzellen, die man auch als Neuronen bezeichnet, diese in bestimmte Areale des Gehirns. Zusammengesetzt wird eine Nervenzelle aus

  • einem Nervenzellkörper, auch Soma oder Perikaryon genannt
  • den Nervenzellfortsätzen (Dendriten) sowie
  • dem Axon (Achsenzylinder).

Das menschliche Gehirn verfügt über ungefähr zehn Milliarden bis eine Billion Neuronen. Die Größe eines Zellkörpers schwankt zwischen fünf und einhundert Mikrometern, während die Dendriten einen Durchmesser von etwa einem Millimeter erreichen und bis zu einen Meter lang werden können.

Austausch zwischen den Nervenzellen

Zu den Aufgaben der Nervenzellfortsätze gehört vor allem die Weiterleitung von empfangenen Signalen an andere Nervenzellen. Über die Achsenzylinder werden die Signale zu den anderen Neuronen weitergeleitet.

Um die Informationen zu ihrem Zielort transportieren zu können, bilden die Nervenzellen eine Art Netzwerk, indem sie sich über Synapsen miteinander verknüpfen. In den Randgebieten des Körpers wie den Gliedmaßen bestehen auch Verbindungen zu den Muskelzellen.

Der Austausch der Nervenzellen untereinander erfolgt durch so genannte Neurotransmitter. Dabei handelt es sich um chemische Botenstoffe. Durch die Neurotransmitter ist es möglich, die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weiterzuleiten.

Reparaturmechanismus von Nervenzellen durch Eiweiß

3-D-Grafik von Nervenzellen und Myelinscheide
Nervenzellen, Myelinscheide, Neuronen - 3D Illustration © ag visuell - www.fotolia.de

Um Nervenzellen im Körper reparieren zu können, benötigt der Körper Eiweiß. Dieses benötigte Eiweiß wird von den sogenannten Astrozyten bereitgestellt. Zu den Aufgaben der unterstützenden Zellen im Gehirn gehört unter anderem die Beseitigung von untergegangen Nervenzellen, an deren Stelle wird dann Narbengeweben aufgebaut. Freie Radikale werden durch das spezielle Eiweiß daran gehindert, Zellen anzugreifen und zu schädigen.

Es war in der Medizinforschung schon länger bekannt, dass durch die Astrozyten spezielles Eiweiß hergestellt wird, diese Reparationsfunktion ist jedoch erst jetzt von den Wissenschaftlern entdeckt geworden. Die Forscher können zur Zeit aber noch nicht genau absehen, ob es hier einen weiteren klinischen Nutzen für die Wissenschaft geben wird.

Alte Nervenzellen können nachwachsen

So wie bei einem abgebrochenen Baum mit der Zeit neue Triebe nachwachsen, so bilden auch durchtrennte Nervenzellen nach und nach neue Ausläufer. Das haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie herausgefunden.

Eine Rückenmarksverletzung könnte so auch bei Erwachsenen überwunden und Zellverbindungen neu gebildet werden. Im menschlichen Körper verhindert ein Hemmstoff das Nachwachsen von Zellen, sodass ein Axon (ein langer Ausläufer) in der Regel nicht nachwächst.

Sobald ein solches Axon in Versuchen durchtrennt wurde, wuchs ein Dendrit nach, der dann die Eigenschaft eines Axons annahm und Signale sendete, anstatt sie zu empfangen.

Elektrische Schaltelemente aus Nervenzellen

Im Weizmann-Institut in Rehovot ist es Forschern um Elisha Moses gelungen, aus Gehirnzellen ein elektrisches Bauelement nachzubauen.

Bei diesem Nachbau stellten die israelischen Forscher fest, dass durch den Zusammenschluss von Neuronen zu einem "UND-Gatter", elektrische Informationen viel schneller und sicherer transportiert werden können. Das Ergebnis zeigt auch, dass eine einzelne Nervenzelle nicht so schnell und zuverlässig Informationen überträgt wie mehrere Nervenzellen zusammen. Auch im Gehirn lässt sich diese Tatsache beobachten.

In Zukunft kann es möglich sein, aus menschlichen Nervenzellen noch bessere Verbindungselemente zu bauen.

Richtige Entscheidung durch lernfähige Nervenzellen

Grafik eines Röntgenbilds des menschlichen Schädels mit hervorgehobenem Gehirn auf schwarzem Hintergrund
Skeleton X-Ray - Brain 1 © Jeffrey Collingwood - www.fotolia.de

Das Gehirn als komplexe Steuerzentrale beinhaltet Millionen von Nervenzellen, die dem Menschen bei jeder Entscheidung aktiv Unterstützung leisten. Bestimmt wird dieser Vorgang durch das Mehrheitsprinzip: Die Entscheidung wird durch die überwiegende Mehrheit der Nervenzellen gefällt. Wie dieser Prozess genau abläuft ist bis lang noch nicht geklärt.

Eine Theorie: Alle Nervenzellen erhalten zunächst ein einheitliches Signal, danach die Informationen für die Mehrheitsentscheidung, wodurch die richtige Entscheidung von den Neuronen abgespeichert werden kann. Zeigt sich die Entscheidung als falsch, wird sie bei der nächsten Entscheidungssituation abgeändert.

Einer der für diesen Vorgang verantwortlicher Botenstoff könnte das Dopamin sein, der zumindest für das auslösende Signal zuständig sein könnte. Die Infos für die Mehrheitsentscheidung hingegen soll vermutlich von einem anderen Botenstoff herrühren.

Getrennte Nervenzellen für Links- und Rechts-Bewegung

Grafik 3D Nervenzellen
aktive nervenzelle © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Der Mensch besitzt für die einzelnen Drehrichtungen, also links oder rechts herum, im Gehirn getrennte Nervenzellen, wie Wissenschaftler jetzt feststellten.

Bei Untersuchungen von Patienten, die an Epilepsie litten und denen man Messelektroden ins Gehirn eingepflanzt hatte, konnten die Forscher die Aktivität von 1.400 Nervenzellen verfolgen. Die Patienten nahmen bei einem Computerspiel teil, wo es besonders auf die Links- oder Rechtsdrehung ankam.

Als Fazit gilt es festzuhalten, dass in einer bestimmten Gehirnregion, die man Entorhinaler Cortex (EC) nennt, sich getrennte Nervenzellen befinden und die einzelnen Informationen an den Hippocampus, die zentrale Schaltstation des limbischen Systems, weitergeben.

Sehr dünne Fortsätze an Nervenzellen zeigen "demokratisches" Verhalten

3-D-Grafik zweier Nervenzellen mit Myelinscheide vor weißem Hintergrund
Neurons, Nervenzellen, Myelinscheide - 3D Illustration © ag visuell - www.fotolia.de

Einem Forscherteam der Universität in Bonn und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen ist es nun erstmals gelungen die sehr dünnen Fortsätze von Nervenzellen mit Hilfe einer neuartigen Elektroden- und Mikroskopietechnik wissenschaftlich zu untersuchen.

Sie stellten fest, dass fast 90% der Nervenaktivität in diesen dünnen sogenannten Dendriten stattfindet. Auch zeigte sich bei der gleichzeitigen Aktivierung mehrerer Synapsen eines Dendriten ein "demokratisches" Verhalten unter den Nervenzellen. Sprich jede Zelle reagierte.

Für die Forscher liefert diese Erkenntnis wichtige Informationen bezüglich neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer oder Epilepsie.

Wie tauschen Nervenzellen sich aus? Forscher entschlüsseln den Recyclingprozess des Glutamat

Grafik Nervenzellen
Nervenzellen © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Der Begriff Glutamat beschreibt einen Botenstoff, der für jeden einzelnen Menschen lebenswichtig ist. Dieser Stoff macht es überhaupt erst möglich, dass Nervenzellen sich untereinander austauschen können und somit Informationen transportiert werden. Wie dieser Prozess genau funktioniert, konnte lange Zeit nur untersucht werden, indem man einzelne Neuronen untersuchte.

Diese mussten im Labor kultiviert werden und wurden dann beobachtet. Dabei sah man, dass Glutamat der zentrale Neurotransmitter ist. Der Botenstoff sitzt in den Synapsen und liegt dort in Vesikeln verpackt vor. Erst, wenn er wirklich benötigt wird, erfolgt die Freigabe und er wandert zur nächsten Nervenzelle.

In den bisherigen Untersuchungen wurden aber stets nur circa 50 Prozent der Vesikel genutzt. Doch selbst wenn alle Vesikel genutzt werden, gibt es nur circa 200 Stück. Man konnte sich nicht erklären, wie so überhaupt auf Dauer ein Netz von Nervenzellen funktionieren sollte.

Dieses Rätsel konnte nun gelöst werden. Dank modernere Technik war es zum ersten Mal möglich, Nervenzellen nicht isoliert zu untersuchen, sondern direkt im lebenden Gewebe. Genutzt wurde dafür die neue Zwei-Photonen-Mikroskopie. Dabei zeigte sich, dass im realen Leben deutlich mehr der Vorräte an Glutamat genutzt werden.

Faszinierender war aber der Umstand, dass der Botenstoff nach seiner Reise von Nervenzelle zu Nervenzelle an seinem Ziel nicht einfach abgebaut wird. Es kommt im Gegenteil zu einem aufwendigen Recyclingprozess. Sobald Glutamat auf die Zellmembran der Ziel-Nervenzelle trifft, wird es dort recycelt und kann wieder auf Reisen geschickt werden. Das Paradoxon ist damit gelöst.

Wie die Kontaktstellen von Nervenzellen miteinander kommunizieren

3-D-Grafik zweier sich annähernder Synapsen (Nervenzellen) vor blauem, abstraktem Hintergrund
Synapse © krishnacreations - www.fotolia.de

Die einzelnen Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen werden auch als Synapsen bezeichnet. Hier sorgen bestimmte elektrische Reize auch dafür, dass bestimmte Botenstoffe freigesetzt werden.

So gibt es einmal die sogenannten prä- und die postsynaptischen Nervenzellen, die für die Übertragung der Reize verantwortlich sind.

Jetzt haben Wissenschaftler aufgrund eines neuen Analyseverfahrens festgestellt, wie dieses System näher funktioniert, beziehungsweise dass sich innerhalb der Synapsen auch die einzelnen Funktionen abstimmen. Aber wie die eigentliche Feinabstimmung funktioniert, müssen noch weitere Forschungen zeigen.

Kommunikation im Gehirn: Nervenzellen leiten Informationen über große Distanz

Grafik Verzweigung von Nervenzellen
Neurons © ktsdesign - www.fotolia.de

Das menschliche Hirn ist in seiner Komplexität noch lange nicht entschlüsselt. Bisher war es den Forschern weltweit zum Beispiel ein Rätsel, wie die Kommunikation der Nervenzellen überhaupt funktionieren kann.

Man wusste, dass einzelne Neuronen durch die Synapsen miteinander verbunden sind und so ein Netzwerk entsteht. Dies erklärt aber noch nicht, wie eine Information aus der einen Ecke des Gehirns in eine weit entfernte Region transportiert wird. Diese enorme Distanz müsste die reibungslose Funktion des Gehirns eigentlich ausbremsen, oder gar unmöglich machen.

Da das Hirn aber funktioniert, musste es eine Antwort geben, die sich bislang den Wissenschaftlern entzog. Man forschte daher intensiv und ein Team aus französischen und deutschen Neurowissenschaftlern kann nun eine erste Antwort präsentieren.

Verschiedene Frequenzen für schnelle Informationsübermittlung

Die Forscher glauben, dass die Kommunikation auch über große Entfernung funktioniert, da sich die Nervenzellen dem Resonanzphänomen bedienen. Um dies zu verstehen, kann man eine Gitarrensaite als anschauliches Beispiel nehmen. Jede Saite ist so gespannt, dass sie eine feste Frequenz bedient. Auch die Netzwerke aus Nerven sind so eingestellt, dass sie einer bestimmten Schwingung folgen.

Kommt diese bevorzugte Schwingung zum Tragen, können sich die Impulse, also die Informationen, schnell und weit ausbreiten. Es kommt zu einer Resonanzverstärkung. Diese bleibt aus, wenn die exakte Frequenz verfehlt wird. In diesem Fall funktioniert die Übermittlung noch, jedoch nun langsamer und bei weitem nicht so ausladend.

Die Forscher glauben, dass genau dieses Prinzip im Gehirn zum Tragen kommt. Sie gehen dabei noch einen Schritt weiter und stellen die Theorie auf, dass unser Gehirn die gewünschte Frequenz bewusst verändern kann. Auf diese Weise würde es dann regulieren, welche Informationen wie schnell und wie weit im Netzwerk der Nervenzellen transportiert werden.

Ein Eiweiß schützt die Nervenzellen vor chronischer Überempfindlichkeit

Das Protein SerpinA3N hilft chronische Sensibilität der Nerven zu vermeiden

Grafik mit Neuronen (Nervenzellen) im Gehirn, rot markiert
Neurons in the brain © SSilver - www.fotolia.de

Die Nervenzellen im Körper haben alle eine gemeinsame Aufgabe: Sie sollen Impulse weiterleiten und so den Fluss von Informationen im Organismus aufrecht erhalten. Empfindet man beispielsweise Schmerzen in einem Finger, dann ist das den Nervenzellen vor Ort zu verdanken. Sie schicken die Information los, dass an dieser Stelle des Körpers ein Problem vorhanden ist. Die Information wird im Gehirn verarbeitet und die Schmerzwahrnehmung dient als Alarmsignal.

Während der akuten Verletzung ist diese Überempfindlichkeit der betroffenen Körperstelle absolut gesund und vom Körper gewollt. So soll die Stelle vor Berührungen und Belastungen geschützt werden. Der Körper muss jedoch aufpassen, dass diese Überempfindlichkeit nicht zu einem Dauerzustand wird.

Überempfindlichkeit wird durch SerpinA3N vermieden

Um chronische Sensibilität dieser Art zu vermeiden, gibt es einer neuesten Studie zufolge ein Eiweiß, das die Nervenzellen vor der ungewollten Langzeitreaktion schützt. Es trägt den Namen "SerpinA3N".

Wird SerpinA3N in hohen Mengen gebildet, ist keine Überempfindlichkeit zu beobachten. Ist der Spiegel dagegen sehr niedrig, kann schon leichter Druck auf die Haut zu Schmerzen führen. Dies ermittelten die Forscher im Laborversuch mit Mäusen.

Fazit und Weiterentwicklung

Diese Erkenntnis zeigt damit auch, was auf biologischer Ebene bei Schmerzpatienten nicht stimmt. Offenbar wird das Eiweiß bei ihnen nicht in ausreichender Menge produziert. Das Resultat ist, dass sich chronische Schmerzen entwickeln, da die Nervenzellen weiterhin so empfindlich wie nach einer akuten Verletzung bleiben.

Die Forscher sind sogar noch einen Schritt weitergegangen und haben nach Medikamenten gesucht, die gegen den Dauerschmerz helfen könnten. Fündig geworden sind sie bei einem Wirkstoff, der derzeit bereits genutzt wird.

Bisher ist er allerdings als Medikament bei Krankheiten der Atemwege im Einsatz. Die Experimente zeigen jedoch, dass der Einsatz bei Schmerzüberempfindlichkeit möglich ist.

Wichtige Eigenschaften

Nervenzellen verfügen über besondere Eigenschaften. Durch eine spezielle Plasmamembran wird die Weiterleitung von Spannungsdifferenzen ermöglicht. Durch die Synapsen, spezielle Kontaktstellen, welche sich zwischen den Nervenzellen befinden, wird die Informationsübertragung gewährleistet.

Durch eine besondere Zellform ist es möglich, dass die Nervenzellen vernetzt werden und der Austausch an Informationen auch über große Entfernungen stattfinden kann.

Im Zellkörper befinden sich der Zellkern sowie der größte Teil der Zellorganelle, welche für die Herstellung von Molekülen, die für die Funktion und das Überleben einer Nervenzelle notwendig ist, zuständig ist.

Die Dendriten entspringen dem so genannten Dendritenbaum und empfangen Informationen von anderen Sinnes- oder Nervenzellen. Diese Informationsübertragung erfolgt in Form von chemischen Signalen. Sie werden in eine elektrische Form umgewandelt, um dann zum Zellkörper geleitet zu werden.

Das Axon ist dafür zuständig, elektrische Signale vom Zellkörper wegzuführen und sie anderen Zellen oder Organen, wie etwa der Muskulatur, zuhuführen. Dabei ist es in der Lage, so genannte Axonkollaterale, Seitenäste, abzugeben. Gemeinsam mit anderen Zellen bildet das Axon eine besondere Struktur aus, die als Synapse bezeichnet wird.

Unterschiedliche Nervenzellarten

Nervenzellen unterteilt man in mehrere Arten, die verschieden aufgebaut sind und unterschiedliche Funktionen wahrnehmen. So gibt es

  • unipolare
  • bipolare
  • pseudounipolare und
  • multipolare

Nervenzellen. Weiterhin werden die Neuronen in ihren einzelnen Funktionen unterschieden. Dabei teilt man sie in

  • sensorische Nervenzellen
  • Interneuronen und
  • motorische Nervenzellen

ein. Bei sensorischen Nervenzellen handelt es sich um Nervenfasern oder Nerven, durch die Informationen von Sinnesorganrezeptoren oder den Organen an Gehirn und Rückenmark weitergeleitet werden. Motorische Nervenzellen oder Motoneuronen haben die Aufgabe, Impulse von Rückenmark und Gehirn an Drüsen oder Muskeln weiterzugeben. Auf diese Weise wird auch das Ausschütten von Hormonen ausgelöst.

Interneuronen

Die größte Anzahl an Nervenzellen bilden die Interneuronen. Sie sind weder speziell motorisch noch sensorisch und übernehmen eine Vermittlerfunktion.

So leiten sie Signale zwischen verschiedenen Körperbereichen weiter oder verarbeiten Daten in örtlichen Schaltkreisen. Unterschieden wird dabei zwischen intersegmentalen und lokalen Interneuronen.

Nervenzellen aus Hautzellen gewinnen - neue effiziente Methode entwickelt

Hand mit Handschuh hält Petrischale hoch für Medizinforschung
Petri dishes for medical research © Julián Rovagnati - www.fotolia.de

Noch vor gar nicht langer Zeit war es eine echte Revolution, dass man Körperzellen in pluripotente Stammzellen umwandeln konnte. Diese Stammzellen galten 2006 als große Errungenschaft, denn dank ihnen konnte man nun die Zelle in jeden beliebigen Zelltyp umwandeln.

Nun haben deutsche Forscher dem Ganzen aber die Krone aufgesetzt, denn sie machen den Zwischenschritt über die Stammzellen gar nicht mehr. Ihnen ist es gelungen, dass eine Zelle direkt in eine andere umgewandelt wird. Diese neue effiziente Methode macht die alte Revolution schon wieder hinfällig. Das Besondere an diesem Verfahren ist die Schnelligkeit, mit der man nun neue Zellen gewinnen kann. Die Forscher veröffentlichten in ihrem Bericht, dass sie nun aus 100.000 Hautzellen sofort 200.000 Nervenzellen machen können. Dass die Zahl auch noch größer wird, liegt daran, dass sich die Zellen auch während des Prozesses weiter teilen und man so auch noch von der Vermehrung mit profitieren kann.

Diese Rekordzahl dürfte für die Medizin bedeutsam werden, denn diese Methode erleichtert viele Experimente und Züchtungen neuer Zellen. So dürfte die Entwicklung neuer Wirkstoffe schneller vorangehen, ebenso die Erforschung von Krankheiten und natürlich der Zellersatz bei diversen Leiden. Bisher hat das neue Verfahren bei Hautzellen, sowie bei Nabelschnurzellen funktioniert. Weitere Zelltypen werden aktuell getestet.

Im Folgenden gehen wir etwas genauer auf die unterschiedlichen Nervenzellarten ein.

Uniporale Nervenzellen

Als unipolare oder monopolare Nervenzellen bezeichnet man Neuronen, die lediglich über ein Axon und keinerlei Dendriten verfügen.

Vorkommen

Obwohl unipolare Nervenzellen typischerweise eher bei Wirbellosen wie Insekten vorkommen, findet man sie auch bei Menschen und Wirbeltieren. Vor allem primär sensorische Nervenzellen sind monopolar. Sie weisen eine spezielle Struktur auf, mit der sie einen physikalischen Stimulus wie

  • Temperatur
  • Licht oder
  • Ton

in ein Elektrosignal übersetzen und zum Rückenmark oder Gehirn weiterleiten können. Beim Menschen kommen die unipolaren Nervenzellen besonders in sensorischen Ganglien vor. So sind sie als ovalförmige Schwellungen an den Wurzeln verschiedener Hirnnerven und an den Dorsalwurzeln der Spiralnerven zu finden.

Als typische monopolare Neuronen gelten die Stäbchenzellen der Retina (Netzhaut). Ein weiterer Standort der unipolaren Nervenzellen ist die Riechschleimhaut.

Aufbau und Funktionen von unipolaren Nervenzellen

Unipolare Nervenzellen ähneln einem Golfball an einem T-Stück. Die Zellkörper sind entweder leicht oval oder rund und haben mittige Kerne.

Typisch für eine monopolare Nervenzelle ist, dass ihr nur eine Nervenfaser entspringt. Der Fortsatz verfügt über die Möglichkeit, sich in der Form eines T in zwei Zweige aufzuteilen.

Während der erste Zweig in Richtung Peripherie des Körpers geht und für das Registrieren von sensorischen Informationen zuständig ist, leitet der andere Zweig diese Daten an das zentrale Nervensystem (ZNS) oder das Rückenmark weiter. In der Regel werden von den unipolaren Nervenzellen sensorische Vorkommnisse wie

  • Veränderungen der Temperatur
  • Berührungen oder
  • Informationen von Muskeln, Gelenken oder Haut

empfangen.

Bipolare Nervenzellen

Bipolare Nervenzellen werden auch als Bipolarzellen bezeichnet. Dabei handelt es sich um Neuronen, die mit zwei Fortsätzen, also einem Axon und einem Dendrit ausgestattet sind.

Vorkommen

Bipolare Nervenzellen kommen nur selten im Organismus vor. Am häufigsten sind sie als 2. Neuron an der Netzhaut zu finden. Aber auch in den Ganglien des Hör-Gleichgewichtsnervs (Nervus vestibulochochlearis) treten sie auf.

Verschiedene Arten

Bei bipolaren Zellen wird zwischen zwei verschiedenen Arten unterschieden. Diese bezeichnet man als

  • On-Zellen und
  • Off-Zellen.

Mit dieser Bezeichnung wird das Verhalten der Neuronen bei Einfall von Licht auf die vorgeschalteten Rezeptorzellen beschrieben.

Funktion von bipolaren Nervenzellen

Bei Bipolarzellen handelt es sich um spezialisierte Sensorneuronen. Das heißt, dass sie für die Vermittlung von bestimmten Sinnen sorgen. So sind sie ein wichtiger Bestandteil der sensoriellen Übertragung von Informationen für

Pseudounipolare Nervenzellen

Unter pseudounipolaren Nervenzellen versteht man Neuronen, deren Axon und Dendrit zu einem Nervenzellfortsatz verschmelzen. Sie sind Teil des peripheren Nervensystems.

Aufbau

Pseudounipolare Nervenzellen sind ebenso wie die Bipolarzellen mit zwei Fortsätzen ausgestattet. Dabei kommt es an den Mündungsstellen von Axon und Dendrit zu einem gegenseitigen Verschmelzen zu einem einzigen Nervenzellfortsatz.

Dieser spaltet sich nach dem Verlassen der Zelle jedoch wieder in Axon und Dendrit auf. Aus diesem Grund werden diese speziellen Neuronen auch nur als "pseudounipolar" bezeichnet.

Seine Reize erhält der zuleitende Dendrit aus der Peripherie. Da er mit einer Myelinscheide ausgestattet ist, sieht er strukturell wie ein Axon aus. Das eigentliche Axon hat jedoch kein Mark und zieht sich bis zum Rückenmark hin.

Vorkommen

Die pseudounipolaren Nervenzellen gehören zum PNS (peripheres Nervensystem). Sie kommen in den Spinalganglien sowie den sensiblen Kopfganglien wie Ganglion geniculatum und Ganglion trigeminale vor.

Multipolare Nervenzellen

Multipolare Nervenzellen zählen zu den am häufigsten vorkommenden Nervenzellarten. Typisch für multipolare Neuronen ist, dass sie mit zahlreichen Dendriten ausgestattet sind. Dafür verfügen sie aber nur über ein einziges Axon.

Je nachdem, wie lang das Axon ist, teilt man die multipolaren Nervenzellen in zwei Formen ein. Dies sind

  • das Golgi-Typ-I-Neuron mit einem langen Axon sowie
  • das Golgi-Typ-II-Neuron mit einem kurzen Neuron.

Vorkommen und Aufbau der multipolaren Nervenzellen

Zu finden sind multipolare Nervenzellen unter anderem als motorische Neuronen im Rückenmark oder im zentralen Nervensystem. Als Rezeptorbereiche der multipolaren Nervenzellen fungieren der Zellkörper sowie die Dendriten.

Der Leitungsapparat wird von dem Axon gebildet. Dieses verzweigt sich in seinem Endbereich in das Telodendron (Endbäumchen).

Grundinformationen zu Nerven

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Neurons © ktsdesign - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema