20. Mai 2010
Als Milz (Lien) bezeichnet man ein Organ des lymphatischen Systems. Sie befindet sich in der Bauchhöhle, in der Nähe des Zwerchfells.
Als Milz (Lien) wird das größte lymphatische Organ des menschlichen Körpers bezeichnet. Sie befindet sich unterhalb des Zwerchfells im linken Oberbauch und wiegt zwischen 150 und 200 Gramm.
Umgeben wird die Milz von einer mit Bauchfell bedeckten Kapsel. Von dieser Kapsel strahlen einige Muskelzellen sowie ein trabekuläres Bindegewebsgerüst in die Pulpa der Milz, das Parenchym, ein, wodurch ein dreidimensionales Maschenwerk gebildet wird. Das Parenchym der Milz wird in zwei Abschnitte unterteilt, die unterschiedliche Aufgaben haben. Dies sind die weiße Pulpa (Pulpa alba) und die rote Pulpa (Pulpa rubra). Während die weiße Pulpa Teil der Immunabwehr ist und das durchgehende Blut auf Schadstoffe und Krankheitserreger überprüft, baut die rote Pulpa überalterte Blutzellen wie Leukozyten oder Erythrozyten ab. So fängt das Maschenwerk der Milz anomale Erythrozyten ab und zerlegt sie in ihre Bestandteile. Schädliche Partikel werden mithilfe von Phagozyten (Fresszellen) entfernt. Außerdem kann die rote Pulpa auch weiße Blutkörperchen und Blutplättchen speichern und ausschütten. Die weiße Pulpa bezeichnet man auch als Milzknötchen oder Malpighi-Körperchen. Dies sind Lymphfollikel, die aus lymphatischem Gewebe mit B-Lymphozyten bestehen. Ein weiterer Bestandteil der weißen Pulpa sind die periarteriellen lymphatischen Scheiden mit T-Lymphozyten, die um die Gefäße angeordnet sind. Der Zwischenraum zwischen den Milzknötchen wird von der roten Pulpa ausgefüllt.
Die Innervation des Organs nehmen die Sympathikus- und Parasymphatikusfasern aus dem Plexus coeliacus vor. Die Kontraktion des Trabekel-Kapsel-Systems in der Milz erfolgt durch Myofibroblasten, die von vasomotorischen und viszerosensiblen Ästen mit adregenen Nervenfasern gesteuert werden. Für die Blutversorgung des Organs ist die Arteria lienalis zuständig, die sich in Balken- und Trabekelarterien verzweigt. Über die Vena splenica, die man auch als Vena lienalis bezeichnet, wird Blut zur Vena portae (Pfortader) abgeführt.
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