20. Mai 2010
Als Lymphe bezeichnet man eine wässrige Flüssigkeit, die sich in den Lymphbahnen befindet. Sie stellt das Zwischenglied zwischen Blutplasma und Gewebsflüssigkeit dar.
Unter der Lymphe versteht man eine wässrige Körperflüssigkeit, die leicht milchig getrübt ist. Sie kommt in den Lymphgefäßen des Organismus vor und transportiert gelöste Stoffe zum Gewebe. Die Flüssigkeit bildet das Zwischenglied zwischen dem Blutplasma sowie der Interzellularflüssigkeit (Gewebsflüssigkeit) und gehört zum Lymphsystem, das neben dem Blutkreislauf das bedeutendste Transportsystem innerhalb des menschlichen Organismus ist. Das System transportiert Nährstoffe und Abfallstoffe. Darüber hinaus entsorgt es in den Lymphknoten Fremdkörper und Krankheitserreger.
Zusammengesetzt wird die Lymphflüssigkeit aus Lymphplasma und geformten Elementen (Zellen). Zu Beginn setzt sich die Flüssigkeit ähnlich zusammen wie die Gewebsflüssigkeit, aus der sie gebildet wird. So gehören Kalzium, Phosphat, Kalium, Natrium, Kreatinin, Glucose und Harnstoffe zu ihren Bestandteilen sowie verschiedene Enzyme wie Katalase, Diastase, Lipasen und Dipeptidasen. Weitere Inhaltsstoffe sind Fibrinogen und Fibrinvorläufer. Diese sorgen bei länger stehender Lymphe für deren Gerinnung, wobei die Lymphozyten eingeschlossen werden. Die überstehende Flüssigkeit bezeichnet man als Lymphserum. Fettreichere, trübere Lymphe, die aus dem Magen- und Darmtrakt stammt, wird Chylus genannt.
Die Entstehung der Lymphe erfolgt aus extrakapillärer Flüssigkeit. Diese tritt durch die Blutkapillaren in den Interzellularraum aus und wird vom venösen Schenkel des Blutkreislaufs nicht mehr aufgenommen. Da es in der Lymphe zur Anreicherung von Abfallstoffen kommt, die den Interzellularraum verlassen sollen, ist sie nicht identisch mit der Interzellularflüssigkeit.
Gesammelt wird die Lymphe zuerst in den Lymphkapillaren. Diese schließen sich zu größeren Lymphgefäßen zusammen, die in den Lymphknoten münden. Die Lymphknoten wiederum dienen als Sammelstelle und Filter für die Lymphe. Mithilfe von abführenden Gefäßen (Vasa efferentia) kann die Flüssigkeit die Lymphknoten wieder verlassen. Pro Tag werden etwa zwei bis drei Liter Lymphflüssigkeit im menschlichen Körper produziert.
Eine wichtige Funktion der Lymphe ist der Transport von gelösten Stoffen wie Eiweiße und Lipide. Sie ist aber ebenso für das Immunsystem von großer Bedeutung, da sie Keime und Fremdkörper zu den Lymphknoten weiterleitet, an denen es durch die Vermehrung der Lymphozyten zu einer Immunantwort kommt. Man bezeichnet die Vermehrung von spezifischen B- und T-Zellen auch als Keimzentrumsreaktion.
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