27. Januar 2005
Verklebte Augenlider bei Babys sind meistens harmlos. Selbst wenn sich ein gelbliches Sekret bildet, muss das nicht für eine Infektion sprechen. Das schreibt der Kinderarzt Dr. Andreas Busse in der Apothekenzeitschrift „Baby und die ersten Lebensjahre“.
Die Ursache liege meistens in zu engen Tränenkanälchen. Der äußere Augapfel wird von einem sich ständig erneuernden, feinen Tränenfilm feucht gehalten. Über die Tränenkanälchen fließt die überschüssige Flüssigkeit zur Nase hin ab. (Deshalb schneuzen wir uns übrigens auch beim Weinen.) Sind die feinen Gänge zu eng, verkleben die Lider. Früher versuchten Augenärzte, die Tränenkanäle sehr früh freizuspülen.
Mittlerweile ist erwiesen, dass das Problem sich um den ersten Geburtstag herum in aller Regel von selbst löst. Deshalb wird heute Geduld empfohlen. Wenn ein Kinderarzt eine Infektion ausgeschlossen hat, reicht es, die verklebten Augen mit einem nicht fusselnden, weichen Tuch und abgekochtem, lauwarmem Wasser öfter abzuwischen. Das Wasser darf aber keine Zusätze wie etwa Kamille enthalten, da sie zu Reizungen und Allergien führen können.
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