Achillessehne - die stärkste Sehne des Menschen sorgt für eine kraftvolle Beugung des Sprunggelenks

Als Achillessehne oder "Tendo Achillis" bezeichnet man eine Sehne des dreiköpfigen Wadenmuskels. Diese Sehne sorgt für eine Verbindung des Wadenmuskels mit dem Fersenbein. Eine typische Verletzung der Achillessehne ist ein Achillessehnenriss. Dieser entsteht zumeist durch eine sportliche Überbelastung.

Die Tendo Achillis überträgt die Kraft des Wadenmuskels auf den Fuß - eine typische Verletzung stellt die Achillessehnenruptur dar

Beschreibung

Die Achillessehne, die auch als Tendo Achillis oder Tendo calcaneus bezeichnet wird, ist die stärkste und umfangreichste Sehne des menschlichen Körpers. Sie stellt eine Verbindung zwischen dem dreiköpfigen Wadenmuskel (Musculus triceps surae) und dem Fersenbein her.

Die Achillessehne ist ca 20-25cm lang
Die Achillessehne ist ca 20-25cm lang

Der Ansatz der Achillessehne befindet sich auf der oberen Hinterseite des Fersenbeins (Calcaneus), wo sie die gesamte Breite des Knochenvorsprungs einnimmt und weiter nach oben verläuft. Die Durchschnittslänge einer Achillessehne beträgt ca. zwanzig bis fünfundzwanzig Zentimeter.

Auf molekularer und zellulärer Ebene reagiert die Achillessehne sehr schnell auf Veränderungen, was ihrem Gewebe zuzuschreiben ist. Die Werte der katabolen und anabolen Proteine verändern sich innerhalb einiger Stunden bei oder nach einer Belastung und normalisieren sich wieder nach spätestens 72 Stunden.

Eine dünne Gewebeschicht umgibt die Achillessehne, die wiederum in die Sehnenscheide, eine Röhre, bestehend aus speziellen Membranen, gleitet. Zwischen den Gewebeschichten befinden sich die so genannten Mukopolysaccharide, gallertartige Substanzen, deren Konsistenz die Belastbarkeit der Achillessehne definiert - je gleitfähiger, desto belastbarer.

Namensherkunft

Ihren Namen erhielt die Achillessehne durch die Achillessage aus der griechischen Mythologie. In dieser Sage war der griechische Held Achilles, der auch Achilleus oder Achill genannt wurde, der Sohn der Meernymphe Thetis und des Menschen Peleus.

Durch die Kraft seiner göttlichen Mutter, die ihn in den sagenhaften Fluss Styx tauchte, wurde Achilles nahezu unverwundbar, mit Ausnahme der Achillesferse, an dem seine Mutter in festhielt.

Letztendlich verlor Achill sein Leben im Kampf um Troja durch einen Pfeil des Trojaners Paris, der ihn in seine einzig verwundbare Stelle, seine Ferse traf. Die Achillesferse diente daher als Namensgeber für die Achillessehne.

Aufgabe

Die Aufgabe der Sehne ist, die Kraft des Wadenmuskels zu übertragen, wodurch eine kraftvolle Beugung des Fußes zur Fußsohle hin ermöglicht wird. Ebenso bewirkt sie die Auswärtskantung (Inversion) des Fußes.

Die Belastbarkeit der Achillessehne wird mit 60–100 N/mm² definiert, was bei einer Fläche von 80 mm² eine Tragfähigkeit von bis zu 800 kg bedeutet. Daher kann sie - zumindest in der Regel - lediglich dann reißen, wenn Vorschädigungen bestehen.

Typische Verletzung und Beschwerden

Die Achillessehne ist sehr stark belastbar. Trotzdem kann sie durch Überlastungen oder Fehlbelastungen geschädigt werden.

Achillodynie (Paratendinitis)

Es kann zu Entzündungen (auch Achillodynie oder Paratendinitis) kommen, die sich in Form von

äußern. Zudem kann es zu Überwärmung, einem störenden Ziehen im Bereich der Sehne und Druckempfindlichkeit kommen.

Im Fall der akuten Achillodynie liegt aufgrund von Überlastung eine veränderte Konsistenz der Mukopolysaccharide vor. Sie sind zähflüssiger, was die Anfälligkeit für Beschwerden erhöht. Dies ist übrigens auch bei kalten Temperaturen der Fall; daher kommt es in den Wintermonaten häufiger zu Verletzungen der Achillessehne.

Liegt eine chronische Achillodynie vor, kommt es zu einer verdickten Sehne. In diesem Fall empfindet der Betroffene andauernde Schmerzen, während diese bei der akuten Form meist morgens und abends bzw. nachts auftreten.

Ansatzentzündung (Insertionstendinitis)

Eine Entzündung kann des Weiteren auch lediglich den Ansatz der Achillessehne betreffen. Es kommt zu einer knöchernden Verdickung, die man als Haglund Deformität bezeichnet. Als Hauptursache gelten Trainingsfehler, wie fehlendes Aufwärmen oder Dehnen.

Typische Beschwerden & Verletzungen der Achillessehne
Typische Beschwerden & Verletzungen der Achillessehne

Achillessehnenruptur

Die häufigste Verletzung der Achillessehne ist die Achillessehnenruptur, die auch als Achillessehnenriss bezeichnet wird. Dabei kommt es zu einer völligen Durchtrennung der Sehne.

Ursachen

Vor allem Menschen zwischen 30 und 50 Jahren sind von dieser Verletzung betroffen. Verursacht wird die Ruptur in der Regel durch sportliche Überbeanspruchung. Aufgrund einer starken und plötzlichen Belastung während einer sportlichen Aktion, kann es passieren, dass die Belastbarkeit der Sehne überschritten wird, wodurch es zu einem Riss kommt.

Eher selten wird ein Achillessehnenriss durch eine direkte Gewalttat, wie beispielsweise mit einem scharfen Gegenstand, verursacht. In der Regel wird das Gewebe der Achillessehne bereits vor der Ruptur geschädigt, wodurch die Belastbarkeit der Sehne geringer ist, was zu einer höheren Anfälligkeit für einen Riss führt.

Zu den Risikofaktoren für eine Vorbelastung und somit einer höheren Anfälligkeit zählen

  • Mikrotraumen in wiederholtem Maße
  • örtliche Entzündungen
  • wiederholte örtliche Injektionen von Glukokortikoiden sowie
  • bestimmte Stoffwechselerkrankungen, z.B. Diabetes

Symptome

Typische Symptome eines Achillessehnenrisses sind ein lauter, peitschenartiger Knall sowie ein kurzer, aber starker stechender Schmerz.

Darüber hinaus kann es zu Blutungen und zur Bildung von Dellen im Verlauf der Achillessehne kommen. Zudem ist der Betroffene nach einer Ruptur nicht mehr in der Lage, die Ferse des betroffenen Beins vom Boden abzuheben; ebenso das Anziehen des Fußes ist möglich.

Therapieformen

Durch eine konservative oder operative Therapie kann ein Achillessehnenriss wirksam behandelt werden. Bei der so genannten funktionellen Therapie erhält der Patient einen speziellen Schuh, mit dessen Hilfe er den Fuß schon nach einigen Tagen wieder belasten kann, ohne dass der Heilungsprozess dadurch gestört wird.

Im Rahmen der Akutbehandlung sollte das PECH-Schema zur Anwendung kommen, welches aus

  • Beenden der körperlichen Belastung
  • Kühlen
  • Anlegen eines Druckverbands sowie
  • Hochlagern des betroffenen Beins

besteht. In der Regel nimmt die Heilung der Achillessehne rund sechs bis acht Wochen in Anspruch. Wird der Achillessehnenriss operativ behandelt, näht man dabei die gerissenen Enden der Sehne wieder zusammen. Anschließend sind Krankengymnastik sowie ein spezielles Training zur Stärkung der Wadenmuskulatur erforderlich.

Unabhängig von der Art der Therapie ist eine anschließende Bewegungstherapie empfehlenswert. Nach etwa drei bis vier Monaten kann die Achillessehne wieder sportlich belastet werden. Mit Leistungssport sollte man sich allerdings bis zu einem halben Jahr Zeit lassen.

Prävention

Damit es gar nicht erst zu einem Achillessehnenriss kommt, sollten zu starke und extrem schnelle Belastungen der Sehne vermieden werden. Da mangelnde Fitness einen Riss der Achillessehne begünstigen kann, sollten Menschen, die bislang nur wenig Sport getrieben haben, auf ein regelmäßiges Training und ausreichendes Aufwärmen vor der Ausübung des Sports achten.

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Quellenangaben
  • Rückansicht von Beinen junger Frau © unpict - www.fotolia.de
  • achilles tendon with lower leg muscles © goa novi - www.fotolia.de
  • Probleme der Achillessehne © bilderzwerg - www.fotolia.de

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