1. Dezember 2011
Am Thema Lammfell fürs Baby scheiden sich die Geister. Manche schwören darauf, während andere vehement davon abraten. Die Entscheidung kann den jeweiligen Eltern nicht abgenommen werden, doch fällt es leichter, sie gut informiert zu treffen.
Der Hauptgrund, weshalb die Lammfellgegner vom Lammfell im Babybett abraten, ist darin zu sehen, dass Schaffelle aus nicht-ökologischer Produktion durch die Ernährung des Schafes mit Umweltgiften wie Phosphaten belastet sein können. Phosphate wiederum dienen, ebenso wie andere Umweltgifte, dem Pilz Scopulariopsis brevicaulis als Nahrung, der bei seinem Stoffwechsel ein Nervengas produziert, welches in hohen Mengen für das Kind gefährlich sein kann. Andere sehen eine Gefahr darin, dass sich, während das Kind auf dem Bauch liegt, eine Kuhle in der Lammfellunterlage bildet, sodass es beim Ein- und Ausatmen das zuvor ausgeatmete Kohlendioxid zurückatmet, was als einer der Gründe für den plötzlichen Kindstod angesehen wird. Dieses Rückatemproblem besteht jedoch bei allen Unterlagen, die eine Kuhle bilden können, also auch Fleecedecken etc. Lammfelle sind aus dieser Sicht sogar atmungsaktiver als die meisten anderen Unterlagen, da zwischen ihren Fasern Luftzirkulation stattfindet. Ein weiterer Kritikpunkt liegt in der Hygiene, da Ökofelle nicht und herkömmliche Lammfelle nur bei dreißig Grad handwaschbar sind. Diese Temperatur reicht bekanntlich nicht aus, um Bakterien abzutöten.
Lammfellbefürworter argumentieren an dieser Stelle allerdings mit der Selbstreinigungskraft von echtem Lammfell. Zudem ist es möglich, medizinisch gegerbtes Lammfell zu erhalten. Dieses ist nicht nur gut waschbar, sondern wirkt auch von Haus aus antibakteriell und antiallergisch. Zudem wird das Lammfell seit Jahrhunderten zum Betten von Babys eingesetzt, denn es ist nicht nur behaglich kuschelig und vollkommen natürlich, sondern wirkt bis zu einem gewissen Grad auch wärmeregulierend bzw. im Allgemeinen temperaturausgleichend. Bedenkt man, dass einer der Risikofaktoren für plötzlichen Kindstod die Überhitzung ist, kann Lammfell dem sogar entgegenwirken. Zudem kann ein Lammfell auch den Feuchtigkeitshaushalt im Babybett regulieren, indem es überschüssige Fuchtigkeit absorbiert und dadurch ein ideales Schlafklima schafft. Lammfell kommt der menschlichen Körperwärme am nächsten, weshalb sich die meisten Babys darauf sehr wohl fühlen.
Wenn man vor der Geburt des Kindes selbst oft auf dem Lammfell liegt, nimmt dieses den Geruch der Mutter an und wirkt auf das Baby zudem beruhigend.
Besorgte Eltern, die die Vorteile des Lammfells fürs Baby nutzen wollen, können dem Baby ein Mull- oder Moltontuch unters Köpfchen schieben, dessen Enden sie unter die Matratze klemmen. So kommt das Baby beim bäuchlings liegend nicht mit dem Gesicht ins Fell.
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