Christbaumkugeln, Kerzen und Lametta - die beliebtesten Arten von Christbaumschmuck

Rote Christbaumkugel an Weihnachtsbaum, im Hintergrund goldener Baumschmuck

Der Christbaumschmuck verfügt über eine lange Tradition

Das Aufstellen des Weihnachtsbaums, regional auch Christbaum oder Tannenbaum genannt, ist ein weltweiter Brauch als Bestandteil des Weihnachtsfestes. Seit jeher wird der Christbaum geschmückt, unter anderem mit Kerzen, Lametta und Glaskugeln.

Die Weihnachtswochen sind unbestritten die schönste Jahreszeit. Sie beginnt im Anschluss an Totensonntag, den letzten Sonntag vor dem ersten Advent, und endet innerhalb des Kirchenjahres am Sonntag nach dem sechsten Januar, dem Fest der Taufe des Herrn.

Der Weihnachtsbaum

Aufgestellt, und damit ist auch das Schmücken verbunden, wird der Christbaum zu Heiligabend. Wer sich traditionell verhält, der stellt ihn nach dem vierten Advent auf, also nach dem vierten Adventssontag. Adventskranz und Weihnachtsbaum lösen einander ab.

Heutzutage wird der Christbaum vielfach schon vor dem vierten Advent aufgestellt, geschmückt und beleuchtet. Das geschieht dann parallel zum Adventskranz in verschiedenen Wohnräumen.

Der Christbaum ist ein Nadelbaum wie Fichte oder Tanne, der vielseitig geschmückt und mit Kerzen bestückt wird.

Christbaumkerzen

In den Anfängen des Weihnachtbaumschucks im siebzehnten Jahrhundert waren die Naturkerzen aus wertvollem und damals teurem Bienenwachs. In der Folgezeit wechselte das Material hin zu Talg, Stearin und Paraffin. Für die Kerzen wurden dazu passende Kerzenhalter als Klemmhalter entwickelt.

Während die ersten elektrischen Christbaumkerzen schon zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts von der englischen Firma General Electric Company mit Sitz in der Industriestadt Coventry entwickelt wurden, kamen sie erst ab den 1950er Jahren nach und nach in den Gebrauch der privaten Haushalte.

Hauptgrund dafür waren und sind noch heute die Sicherheitsaspekte gegenüber den buchstäblich brennenden Naturkerzen.

Lichterketten

Die heutige elektrische Christbaumbeleuchtung wird als Lichterkette bezeichnet. An einem Träger, der Kette, sind abhängig von ihrer Länge mehrere Dutzend Glühlampen oder Leuchtdioden, die umgangssprachlichen LED-Lampen, aufgereiht.

Während die Glühlampen in Kerzenform an die traditionellen Naturkerzen erinnern sollen und einzeln am Baum befestigt werden, wird die Lichterkette auf die Zweige des Weihnachtsbaums aufgelegt. Sie wird regelrecht um den Baum herumgeschlängelt, so dass alle Seiten möglichst gleichmäßig beleuchtet sind.

Lametta

Das Wort Lametta ist vom lateinischen "lama" abgeleitet, zu Deutsch Metallblatt. Das Lametta besteht in seiner Gesamtheit aus einer Vielzahl von dünnen und schmalen Metallschleifen, die glitzernd aussehen.

Das Pendant zu dem silbernen Lametta ist das Rauschgold als eine sehr dünne Messingfolie, die nach ihrer Bearbeitung golden aussieht. Beides wird für den Christbaumschmuck als Lametta bezeichnet, wobei das silberne das originäre, das eigentliche Lametta war und ist.

Es besteht aus dem Grundstoff Stanniol und wird zu dünnen schmalen Streifen gegossen, geschmolzen, gewalzt und geschnitten. Das Lametta wird in einzelnen Fäden oder auch gebündelt im Weihnachtsbaum verteilt.

Auch weil es seit jeher am Weihnachtsbaum die Eiszapfen symbolisiert, ist das silberne Lametta der traditionelle Christbaumschmuck, während das Rauschgold eher als Modeschmuck angesehen wird. Seit der Erkenntnis, dass Blei und somit auch Stanniol umweltbelastend ist, wird anstelle dessen vermehrt ein leichteres Lametta aus metallisiertem Kunststoff verwendet.

Die Naturkerzen zusammen mit dem Stanniollametta ergeben das unvergessliche, etwas gedämpfte Licht des Weihnachtsbaumes der vergangenen Jahrzehnte, bevor die Ära der künstlichen Christbaumbeleuchtung begann.

Geschichte des Christbaumschmucks

Im Verlaufe der Jahrhunderte war der Christbaumschmuck unterschiedlich und abwechslungsreich. Zunächst waren es Modelgebäcke aus Teig in vielfältigen Motiven. Die waren nur zum Teil weihnachtlich und wurden oftmals farbig bemalt. Später gehörten Lebkuchen und Oblaten zum Christbaumschmuck, gefolgt von farbigen Papierketten oder kleinen Figuren aus Pappe und Watte.

Seit den 1850er Jahren bis heute ist der Glasschmuck mit seinen Glaskugeln ein ebenso beliebter wie traditionell wertvoller Weihnachtsbaumschmuck. Die thüringische Kleinstadt Lauscha ist durch das Glasbläserhandwerk bekannt geworden. Noch, oder gerade heutzutage wieder, sind Christbaumkugeln aus Lauscha ein besonders schöner Christbaumschmuck.

Lauscha gilt spätestens seit den 1990er Jahren nach der Wende als eine weltweit bekannte Handwerksstadt für Glasbläserkunst.

Weihnachten - ein Fest mit Tradition

Der Christbaumschmuck mit Kugeln und Figuren ist in vielen Familien eine Weihnachtstradition, die generationsweise weitergegeben, sozusagen vererbt wird. Weihnachten ist ein christliches Fest, das auch in den meisten Familien einen traditionellen Ablauf hat. Dazu gehören:

  • das Abendessen an Heiligabend
  • der gemeinsame Besuch der Christmette
  • das Schmücken des Christbaums

Das beginnt mit dem Aussuchen und dem Kauf des Christbaums einige Wochen, bevor er aufgestellt, also in die Wohnung geholt und im Christbaumständer befestigt wird. Dann wird er geschmückt, und dazu wird der jahrzehntealte familiäre Christbaumschmuck hervorgeholt.

Es ist das Bestreben, nichts neu hinzukaufen zu müssen - allenfalls wird er ergänzt. Das gilt auch für die Glaskunst, die von den Glasbläserwerkstätten in Lauscha oder in anderen Orten im Thüringer Wald sowie im Erzgebirge alljährlich neu präsentiert wird. Sie bereichert den vorhandenen Christbaumschmuck und komplettiert so die Tradition für die nächste Generation.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: christmas decoration © AGphotographer - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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