31. August 2009
Eine weit verbreitete Form des Betreuten Wohnens ist die Wohngruppe für körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen. Dabei werden meist Menschen mit vergleichbaren Behinderungen oder vergleichbarer Behinderungsstufe zusammen gefasst. Beispielsweise bilden sich Wohngruppen rein körperlich behinderter Menschen, während in anderen Wohngruppen ausschließlich geistig behinderte Menschen zusammen leben.
Die Vorteile sind klar ersichtlich: Behinderte Menschen haben oftmals nicht die Möglichkeit, alleine und ohne Hilfestellungen im Alltag zu bestehen. Hier erhalten sie Unterstützung und wo nötig auch Anleitung, um ein selbstbestimmtes Leben nach den eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Gerade für rein körperlich behinderte Menschen kann eine betreute Wohngruppe die ideale Lösung darstellen. Die Gebäude sind meist behindertengerecht ausgestattet und befinden sich meist an zentralen Punkten mit einer guten Verkehrsanbindung. In einer Gemeinschaft von Menschen mit ähnlichen Problemen können gleichwertige Freundschaften entstehen, so dass der Einzelne, auch wenn er möglicherweise nur wenig mobil ist, nicht von der Gesellschaft isoliert leben muss. Gegenseitige Hilfestellungen sind eine Selbstverständlichkeit, und für den Betroffenen auch leichter zu akzeptieren, wenn er seinerseits in einem anderen Punkt Hilfe zurück geben kann. Gerade körperlich behinderte oder eingeschränkte Menschen haben im Betreuten Wohnen viele Möglichkeiten, die sie sonst vielleicht nur in einem Pflegeheim oder Behindertenheim vorfinden würden. Natürlich besteht im Gegenzug aber auch eine erhöhte Gefahr, sich in einer Gruppe leichter von der nicht behinderten Gesellschaft abzugrenzen und möglicherweise in eine Isolation zu geraten.
Für geistig behinderte Menschen bedeutet die Unterbringung in einem Betreuten Wohnen, dass sie ihr Leben selbst führen, und auch Pflichten und Verantwortungen übernehmen müssen. Bei einer guten Betreuung wird alles so geregelt, dass sie sich davon nicht überfordert fühlen, sondern im Gegenteil deshalb ein hohes Selbstwertgefühl entwickeln können. Ihre Fähigkeiten werden gezielt gefördert und gefordert. Gerade geistig behinderte Menschen, deren Ursprungsfamilie sich nicht mehr um sie kümmern kann, finden hier eine würdevolle Perspektive. Anstatt in einem Pflegeheim untergebracht zu sein, können sie im normalen Alltag leben und müssen sich nicht ausgegrenzt oder unerwünscht fühlen. Dennoch haben sie in ihren Mitbewohnern auch Ansprechpartner, die dieselben Sorgen und Probleme haben und diese kennen und verstehen. Der Betreuer fungiert als übergeordnete Instanz, die bei Bedarf den Tagesablauf regelt, aber auch solche Geschäfte für die Bewohner abschließt, die diese allein nicht entscheiden oder tätigen könnten.
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