Schneeregen und Schnee

Junge Frau mit Schal, Mütze und Strickpulli, Grafik mit Schneeflocken, Winter

Damit Schneeregen in Schnee übergeht, muss eine bestimmte Temperaturgrenze überschritten werden

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  • von Paradisi-Redaktion

Schnee und Schneeregen zählen zu den Niederschlägen. Bei letzterem fallen Schnee und Regen zusammen; die Temperaturen betragen dabei etwas über 0 Grad Celsius. Schnee hingegen benötigt -4 bis -20 Grad Celsius. Am wahrscheinlichsten, dass es schneit, ist es, wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen. Lesen Sie alles Wissenswerte zur Entstehung von Schneeregen und Schnee.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Schneeregen

Von Schneeregen spricht man, wenn Schnee und Regen gleichzeitig fallen. Dabei kann es sich sowohl um kurze Schauer als auch um Dauerniederschlag handeln.

Am häufigsten kommt Schneeregen in Kombination mit Schauern vor. Dabei liegt die Temperatur knapp über 0 Grad Celsius.

Aber auch im Rahmen von Warmfrontniederschlägen kann übergangsweise Schneeregen auftreten, der später in Regen übergeht. Zu den Wolkengattungen, aus denen Schneeregen niedergeht, gehören unter anderem

  • Cumulonimbus
  • Nimbostratus und
  • Altostratus.

Es ist nicht relevant, wie groß der Anteil an Schnee oder Regen ist. Schon wenn sich kleine Mengen Regen bzw. Schnee im Niederschlag bilden, spricht man von Schneeregen.

Dieser ist überall dort möglich, wo man mit Schneefällen rechnen kann. Verbreitet ist er vor allem in größeren europäischne Gebieten.

Sinken die Temperaturen unter 0 Grad Celsius, kann es zu gefährlichen Bedingungen kommen: auf den Straßen kann sich eine spiegelglatte Fläche bilden, sodass die Wahrscheinlichkeit von Unfällen steigt.

Auftreten kann Schneeregen auch bei Warmfrontniederschlagen. In diesem Fall kommt es in der Höhe zur Drehung des Windes nach rechts, sodass Warmluft angezogen wird: der Schnee geht nach und nach in Regen über. Wechseln sich Regen und Schnee ab, spricht man ebenfalls von Schneeregen.

Schneeregen ist Schnee und Regen gemischt
Schneeregen ist Schnee und Regen gemischt

Schnee

Schnee ist die häufigste Form von festen Niederschlägen und setzt sich aus feinen, verzweigten Eiskristallen zusammen. Diese Kristalle bilden sich in hohen und kalten Schichten der Luft.

Dabei kommt es in den Wolken zum Gefrieren von kleinen Wassertröpfchen. Es kann sich aber auch Wasserdampf an einem Gefrierkern anlagern.

Werden kältere Temperaturen als -30 Grad Celsius erreicht, bleibt dagegen der Schneefall aus, weil die Luft zu trocken zur Kristallbildung ist. Am höchsten ist die Schneefallwahrscheinlichkeit bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Bei Gefrierkernen handelt es sich mitunter um Rußpartikel oder Staubteilchen. Zur Bildung von Schneekristallen sind jedoch Temperaturen von -4 bis -20 Grad Celsius innerhalb der Wolken erforderlich.

Herrschen die passenden Temperaturen, können die Schneekristalle ihren Weg nach unten beginnen. Zuerst haben die Schneekristalle lediglich eine Größe von 0,1 Millimetern.

Während sie die Wolken passieren, in denen sie entstehen, nehmen sie an Umfang zu, da sich immer mehr Wasserdampf an ihnen festsetzt. Nach dem Verlassen der Wolke durchqueren die Schneekristalle mehrere Luftschichten. Je nach Höhe der Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit kommt es dabei zur Herausbildung von unterschiedlichen Grundformen, wie zum Beispiel hohle Prismen und Plättchen bei tiefen Temperaturen oder Eisnadeln bei höheren Temperaturen.

Schneekristalle haben unterschiedliche Grundformen
Schneekristalle haben unterschiedliche Grundformen

Schneekristalle

Zu den häufigsten Formen gehören Dendrite. Dies sind Kristalle, die zahlreiche Verästelungen aufweisen und Ähnlichkeit mit Sternen haben.

Sie gelten als typische Schneekristalle. Gemeinsam haben sämtliche Kristallformen, dass sie stets sechseckig sind.

Schneekristalle haben die Eigenschaft, in größerer Anzahl zu Boden zu fallen. So handelt es sich bei Schneeflocken meist um mehrere durch Wassertropfen miteinander verbundene Kristalle.

Herrschen relativ kühle Temperaturen, geht der Schnee in feinen Kristallen nieder. Man spricht dabei auch von Pulverschnee oder Diamantschnee.

Auch nachdem der Schnee niedergegangen ist, kann er sich weiter verändern. Hervorgerufen werden die Veränderungen durch

  • Temperaturen
  • Sonneneinstrahlung
  • Wind und
  • weiteren Niederschlägen.

Im Laufe der Zeit wird aus dem frischen Schnee körniger Altschnee.

Auf einen Blick: Schneearten

Schnee lässt sich unterschiedlich und nach mehreren Kriterien einteilen. Man unterscheidet:

  • Neuschnee: frisch gefallen
  • Bruchharsch: erst angetaut und durch Abkühlung wieder verfestigt
  • windgepresster Schnee: Harsch beeinflusst durch Wind
  • Büßerschnee: hohe Schneepyramiden, verursacht durch ungleichmäßiges Abschmelzen; dabei gibt es starke Sonneneinstrahlung und eine geringe Luftfeuchtigkeit
  • Altschnee: bereits länger liegender Schnee, kann nach einem Jahr in Firnschnee übergehen
  • Pulverschnee: trockener Schnee
  • feuchtschnee: ist unter Druck klebrig
  • Nassschnee: nass und sehr schwer
  • Faulschnee/Schneematsch: Mischung aus älteren Schneebrocken und Wasser, hält nicht mehr gut zusammen

Haus vor Schnee, Eis und Schmelzwasser schützen

Vorbeugemaßnahmen, um Frost- und Schneeschäden an Leitungen, Dächern und Co. zu vermeiden

Schneeschaufel mit Holzstiel im Schnee
cleaning snow © Fedor Sidorov - www.fotolia.de

In vielen Teilen von Deutschland hat der Winter die Menschen noch voll im Griff. Aber man sollte hierbei auch auf den richtigen Schutz für das Haus achten, denn durch die Schneemassen auf den Dächern können Schäden auftreten. Auch können Wasserrohre, beziehungsweise auch Abwasser- und Fallrohre durch den Dauerfrost betroffen sein.

Vorbeugende Maßnahmen

Aber man kann auch jetzt noch vorbeugend eingreifen, wenn man, bevor die Schneeschmelze beginnt, den Schnee noch von Außenkellertreppen entfernt, damit nicht plötzlich der ganze Keller unter Wasser steht. Dies gilt natürlich auch für Garageneinfahrten, wenn die Garage tiefer liegt.

Durch den andauernden Frost könnten auch die Regenrohre zugefroren sein, so dass beim Tauwetter das Wasser vom Dach oder auch Balkon nicht richtig abfließen kann und an der Hauswand herunter läuft, wo es eventuell durch kleine Ritzen ins Mauerwerk gelangt.

Besonders bei Häusern mit Flachdächern sollte man öfters den Schnee zum großen Teil entfernen, was auch für Garagen und Carports gilt. Besonderes Augenmerk sollte man immer auf die Kellerräume legen, wo ja viele Wasserleitungen liegen.

Manche Leitungen sind vielleicht nicht isoliert, so dass bei einem offenen Fenster diese schnell einfrieren könnten. Doch auch hier kann man noch eingreifen. Viele Häuser haben auch einen Wasseranschluss außerhalb des Hauses und hier sollten die Hausbesitzer eigentlich vor dem Winter die Wasserzufuhr abstellen und das Wasser aus den Rohren ablassen.

Warum der Schnee uns so gut tut

Junge dunkelhaarige Frau mit Wollmütze und Schal lacht in Kamera, im Hintergrund grafische Schneeflocken
Close-up smiling face of young teen © Valua Vitaly - www.fotolia.de

Wie wohl jede Jahreszeit, so hat auch der Winter seine Vor- und Nachteile. Viele Menschen können sich mit der Kälte und dem Schnee nicht anfreunden. Manche flüchten in südliche Länder und andere ärgern sich zu Hause über volle Straßen, Schneeschippen und verspätete Züge. Doch wie Diplompsychologin Birgit Mauler von der Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie Münster sagt, würde der Schnee zum Wohlbefinden der Menschen beitragen.

Durch die besondere Stimmung, die die "weiße Pracht" mit sich bringt, würden Kindheitserinnerungen wach werden und der Gedanke an die weiße Weihnacht ist auch nicht weit. Ebenso stellt die Tatsache, dass durch den Schnee die Geräuschkulisse gedämpft wird, etwas Romantisches und Gemütliches dar. Wie Mauler weiterhin sagt, bieten die weißen Flocken zudem jedem ein Gesprächsthema, was sie als "Kontrasteffekt" bezeichnet, da man, wenn es durchschnittlich ist, nicht über das Wetter reden würde. Wenn es schneit, sei dies also sehr aufregend, "so wie neues Spielzeug immer spannend ist".

Blitzeis - Gefährliche Glätte sorgt immer wieder für Unfälle

Autoreifen auf schneebedeckter Fahrbahn, davor ein Schnee-Warnschild (Fotomontage)
Wintereinbruch © Jürgen Fälchle - www.fotolia.de

Jeder Autofahrer fürchtet Blitzeis. Auch Bahn- und Flugverkehr leiden unter dem gefrierenden Regen. Der Begriff "Blitzeis" ist noch relativ neu. Er existiert erst seit den 1990er Jahren. Wahrscheinlich entstand er aufgrund des Überraschungseffektes, der oft nicht sichtbaren Eisschicht.

Blitzeis ist jedoch nicht mit Eisregen zu verwechseln. Bei diesem Phänomen fällt der Niederschlag bereits in gefrorenem Zustand. Dabei bildet sich am Boden eine unregelmäßige Eisfläche, während bei Blitzeis die auf die Straße fallenden Regentropfen gleichmäßig gefrieren.

Gefrierender Regen hat eine Temperatur von über 0 Grad Celsius, ist folglich nicht unterkühlt, und gefriert erst nach dem Auftreffen auf eine wesentlich kältere Oberfläche. Oft entsteht er durch gefrierenden Regen, allerdings weitaus häufiger noch durch überfrierende Luftfeuchtigkeit oder Nebel.

Die dadurch spiegelglatte Oberfläche ist in der kalten Jahreszeit immer wieder Grund für zahlreiche Unfälle.

Schneeflocken können enorme Ausmaße annehmen

Grafik blaue Schneeflocke im Schnee
snowflake © Olga Lyubkina - www.fotolia.de

Schneeflocken sind nicht nur schön anzusehen, sie können auch ungewöhnliche Ausmaße annehmen. Immer wieder berichten Menschen von Riesenflocken, in den USA wurden 1887 sogar 38 Zentimeter breite Schneeflocken gesichtet. Ein Rekord, der bis heute Bestand hat, und im Guinessbuch der Rekorde verzeichnet ist.

Wissenschaftlich bewiesen werden konnten derartige Riesenflocken bisher nicht, doch Meterologen halten die Berichte durchaus für glaubwürdig.

Entstehung von (Riesen-)Schneeflocken

Damit Schneeflocken entstehen, muss sich Wasser an den Staubteilchen in den Wolken anlagern und gefrieren. Die gebildeten Eiskristalle fallen auf die Erde.

Wenn sich mehrere Eiskristalle auf dem Weg nach unten verbinden und der Wind sie nicht wieder trennt, dann werden sie zu großen Schneeflocken. So ist es möglich, dass über 20 Zentimeter breite Riesenflocken auf die Erde fallen.

Faszination am Schnee

Die NASA hat extra das sogenannte GCPEX-Projekt ins Leben gerufen, um mehr über Schnee zu erfahren und ihn künftig besser messen zu können.

Dass die weisse Pracht auch für Laien faszinierend ist, zeigte Wilson Bentley (1865-1931). Der US-amerikanische Forscher fotografierte sein Leben lang Schneeflocken und dokumentierte mit seinen Aufnahmen, dass keine Schneeflocke der anderen gleicht.

Grundinformationen und Hinweise zum Wetter

  • Elemente des Wetters, deren Entstehung und verschiedene Messverfahren

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: wintertime © Konstantin Yuganov - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Caution - Heavy Rain © trendobjects - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: sfondo invernale © Anna Khomulo - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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