Warum Sie sich in einer Partnerschaft ab und an dominant zeigen sollten

Paar steht vor dem Herd, Mann schwenkt Pfanne mit Essen und hält Pfannenwender

Probleme für zurückhaltende Partner und ein Rollenwechsel als positive Veränderung

In einer Beziehung können sich schnell Rollen bilden: Der eine hat immer den Überblick und der andere bestärkt und ordnet sich letztlich unter. In einer gesunden Beziehung allerdings ist es wichtig, dass diese feste Regel auch aufgebrochen werden darf und die Partner die Rolle des anderen annehmen können und sogar müssen.

Eine gesunde und langanhaltende Beziehung steht und fällt mit der Fähigkeit, sich als Partner dominant zu zeigen, aber auch untergeordnet zu sein. Vor allem, wenn es um das Gründen einer Familie und dann folgende Aufziehen der Kinder geht, spielt es eine entscheidende Rolle, inwiefern beide Partner bereit sind sich auf die einzelnen Situationen des Alltags einzulassen und die jeweilige Rolle anzunehmen, die erforderlich ist.

Rollenwechsel als positive Veränderung

Keine gesunde Beziehung lebt davon, dass die Rollen des Ansagers und des Befolgenden ein Mal festgelegt sind und für den Rest der Beziehung beibehalten werden. Eine Beziehung wird durch den Wechsel der jeweiligen Rollen erst spannend und lebendig und kann je nach aktuellem Ansager Probleme unterschiedlich lösen.

Vertrauen und Zutrauen

Zeigen Sie einander das Vertrauen und Zutrauen und lassen Sie sich führen, genauso wie sich der andere führen lässt, wenn Sie Entscheidungen treffen und die Unterstützung Ihres Partners erforderlich ist. Es ist verlockend, im Zusammensein mit dem Partner die Verantwortung und die Klarheit der Gedanken einen Gang hinunter zu schalten, wenn man mit den Gedankenläufen des Partners vertraut ist und mit ihnen größtenteils konform geht.

Kontrolle abgeben

Jeder starke Partner hat in regelmäßigen Abständen das Bedürfnis, sich auch ein Mal als Folgender bewähren zu können und nicht immer den Überblick und die Kontrolle zu haben und die finalen Entscheidungen treffen zu müssen. Sollten Sie in einer Partnerschaft dazu tendieren, zu folgen, dann machen Sie sich bewusst, dass sich jeder starke Partner über einen ab und an ebenfalls starken Gleichgesinnten freut und die Verteilung der Arbeiten in der Beziehung und der Bestreitung des Beziehungslebens gerne abgibt. Nehmen Sie diesen Gedanken auf und befähigen Sie sich mit der Zeit dazu, Ihrem Partner Verantwortungen abnehmen zu können.

US-Psychologen: Dominierende Frauen sind gut für eine Beziehung

Junges Paar mit ausgestreckten Armen, er hinter ihr und über sie gebeugt
sisters 7 © Patrizia Tilly - www.fotolia.de

Männer dominieren vielleicht oft im Job, zu Hause aber sind Frauen der Boss. Und das sei besser so, sagen US-Psychologen, die dem Phänomen in einer Studie auf den Grund gingen. Sie hielten es sogar für ein Zeichen für eine gute Beziehung, wenn Männer den Einfluss ihrer Frauen akzeptierten, berichtet das Apothekenmagazin „Baby und Familie“.

Die Forscher beobachteten für ihre Studie 72 glückliche Paare per Videoaufzeichnung beim Streiten. Die Analyse zeigte, dass die Frauen die besseren Argumente brachten und ihre Partner stets davon überzeugen konnten. Und die Männer schlossen sich brav der weiblichen Meinung an.

Im Beruf erfolgreiche Frauen können Männer depressiv machen

Ist die Frau im Beruf erfolgreicher, kann das den Mann kränken und für Depressionen sorgen

Geschäftsmann hält gestresst Hand vors Gesicht
stress © Serguei Kovalev - www.fotolia.de

Männer sind einerseits froh, wenn ihre Frauen zum Broterwerb beitragen und auch arbeiten gehen. Hat es eine Frau aber beruflich geschafft und ist sehr erfolgreich in ihrem Job, kann das ihren Ehemann unter Umständen depressiv machen. Diesen Umstand sagen jetzt Psychologen voraus.

Woran liegt das?

Die Psychologen sehen die Ursachen in der Trendwende der westlichen Länder - immer mehr Männer stehen plötzlich ohne Job da und werden arbeitslos und dazu gibt es immer weniger "traditionelle" Arbeitsplätze. Die Männer spüren deutlich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise.

Außerdem gehen die Psychologen von einer Zunahme an depressiven und psychischen Erkrankungen bei Männern in naher Zukunft aus - damit werden die depressiven Männer schon bald die depressiven Frauen einholen.

Warum werden Männer depressiv, wenn die Frau im Beruf erfolgreich ist?

Vor allem in sonst männlichen Berufen von ihren Frauen eingeholt zu werden, ist ein ganz schöner Schlag für die Männer - sie fühlen sich dann minderwertig. Der Experte Dr. Boadie Dunlop (Emory University School of Medicine) erläutert, dass Frauen generell anfälliger seien für depressive Erkrankungen. Das werde sich aber ändern.

Der Grund für die mögliche Erhöhung der Depressionsrate bei Männern ist laut dem Experten der Umstand, dass die Gesellschaft die Männer dazu anhalte, auch einmal ihre Gefühle zu zeigen. Darüber hinaus gebe es eine gravierende Umstrukturierung der "traditionellen" Berufe von Männern und auch der handwerklichen Berufe, weil mittlerweile billige ausländische Arbeitskräfte oder bessere Technologien diese Arbeit übernähmen. Es werde verstärkt beobachtet, dass Frauen immer mehr die "Hauptverdiener" in der Familie sind. Da kommen dann düstere Zeiten auf die Männer zu!

Eine Chance für die Männer?

Ein anderer Experte, Professor Cary Cooper (Lancaster University Management School) sieht aber in dem Ganzen auch eine Chance für das männliche Geschlecht - die Männer könnten dadurch lernen, mehr ihre Gefühle zu zeigen. Frauen generell würden eher über ihre Emotionen sprechen, selbst wenn sie eher zu Depressionen neigen würden.

Probleme für zurückhaltende Partner

Stellen Sie sich ganz einfach vor, dass auch Sie an der Beziehung beteiligt sind und es als stets folgender Partner schwer möglich ist, seine eigenen Bedürfnisse adäquat wahrzunehmen, vorzubringen, sich dafür einzusetzen und dem führenden Partner zu erklären. Als folgender Partner stellt sich mit der Zeit das Problem ein, dass man in Bequemlichkeiten verfällt, abhängig werden kann von der schnellen Entscheidungsfähigkeit des Partners, eingeschüchtert von der schnellen Überblicksperspektive und der starken und anziehenden Energie, die von einem führenden Menschen nun einmal ausgeht.

Agieren statt reagieren

Sehen Sie die Beziehung als ein gemeinsames Feld an, das mit den Kräften Ihres Partners und mit Ihren eigenen Kräften bearbeitet wird und in Ihrem beidseitigen Interesse wachsen und sich nach gemeinsamen Maßstäben entwickeln kann. Geben Sie nicht die Möglichkeit ab, sich an Ihrem eigenen Lebensraum mitzugestalten und vertrauen Sie nicht darauf, dass Ihr Partner immer Lust hat, die führende Rolle zu besetzen.

Legen Sie Themenbereiche innerhalb der Beziehung fest, für die Sie Ihren Partner oder sich als Hauptverantwortliche zuordnen. Auf diese Weise kommen Sie nicht in die Lage, dass beim Anfallen der Haushaltsarbeit oder Anfertigen der Steuererklärung das große Fragezeichen umhergeht, wer die anstehenden Aufgaben dieses Mal übernehmen wird.

Üben Sie sich im Übernehmen an Verantwortungen innerhalb der Beziehung und reden Sie mit Ihrem Partner. Geben Sie ihm Situationen, in denen Ihr Partner merken kann, dass er sich aus Sie verlassen kann und dass Sie ebenfalls im Stand sind die Beziehung und die damit verbundenen Aufgaben und Verbindlichkeiten im Blick zu behalten und sich für die Lösung von Aufgaben und Problemen kraftvoll einzusetzen.

Die verschiedenen Themenbereiche einer Beziehung können als Verantwortlichkeiten verteilt werden
Die verschiedenen Themenbereiche einer Beziehung können als Verantwortlichkeiten verteilt werden

Eine gute Balance finden

Ob dominant oder zurückhaltend - damit eine Beziehung auf Dauer funktioniert, ist eine gute Balance sehr wichtig. Von beiden Seiten sollte also nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig vorhanden sein.

Vor allem, wenn sich ein Mensch unbewusst einen Partner aussucht, der sich von der gegensätzlichen Seite zeigt, kann es zu Konflikten kommen. Treffen Kontrolle und Unterwerfung stets im großen Ausmaß aufeinander, wird dies zu keinem gesunden und glücklichen Ende führen, da es zu Provokationen kommen kann, die das Verhältnis nur noch verschlimmern.

Dieses Wechselspiel funktioniert möglicherweise zu Beginn einer Partnerschaft, wird aber mit der Zeit zu großer Erschöpfung führen. Gleichermaßen können aber auch zwei dominante oder in diesem Bezug schwache Menschen aufeinander treffen, was ebenfalls zu Problemen führen kann. Eine gesunde Balance mit dem beidseitigen Gefühl, sich weder unterzuordnen zu müssen, noch vom anderen dominiert zu werden, ist der Schlüssel zum Erfolg.

Weitere Informationen und Tipps zum Thema Stellung des Partners in einer Beziehung erhalten Sie hier.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Gemeinsam Kochen © Kzenon - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Smiling young couple having fun © Artur Gabrysiak - www.fotolia.de

Autor:

Marco Stephan - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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