14. Juni 2010
Auf der Bühne zu improvisieren erfordert Spontanität, Kreativität und natürlich schauspielerisches Talent. Und obwohl im Improvisationstheater keine Szenen einstudiert werden, sondern rein aus spontanen Einfällen entstehen, müssen die Schauspieler auch hier viel Zeit in Übung investieren.
Es gibt zahlreiche Übungen, die Improvisationskünstler für die Verbesserung ihrer Fähigkeiten durchführen. Mit diesen schulen sie u.a. ihren Ausdruck, ihr Gedächtnis, ihre Wahrnehmung oder das Darstellen von Gefühlen. Auch Atem- und Gesangsübungen sind ein wichtiger Bestandteil ihres Trainings.
Eine klassische Übung, die die Ausdrucksfähigkeit der Schauspieler verbessern soll, läuft folgendermaßen ab: Es werden Paare gebildet, die sich gegenüber stehen und in die Augen gucken. Nur mit den Worten "Ja" und "Nein" beginnt man nun, einen Dialog zu führen. Bei dieser Übung werden Mimik, Tonfall und die Wiedergabe von Emotionen geprobt.
Übungen, die in erster Linie die Mimik schulen, sind z.B. diese: Alle Teilnehmenden laufen durch einen Raum. Der Gruppenleiter nennt einen Gesichtsteil, der nun von jedem Spieler intensiv bewegt wird. Um das Erraten von Gefühlen geht es in der nächsten Übung. Ein Spieler imitiert nur über seinen Gesichtsausdruck ein bestimmtes Gefühl. Je besser er diese Übung meistert, desto schneller können die Mitspieler das dargestellte Gefühl erraten.
Im Rahmen des Gedächtnistrainings führen viele Improvisationskünstler eine Übung durch, die auch als beliebtes Kinderspiel bekannt ist. Alle Teilnehmer sitzen in einem Stuhlkreis. Nun beginnt ein Spieler und flüstert seinem Nachbarn ins Ohr: "Ich packe meinen Koffer und nehme mit..." Er denkt sich einen Gegenstand aus und hängt diesen an den Satz an. Der nächste übermittelt den Satz wiederum seinem Nachbarn und hängt einen weiteren Gegenstand an. Das Spiel wird so lange wie möglich fortgeführt, wobei die einzelnen Gegenstände in der richtigen Reihenfolge aufgezählt werden müssen.
Eine Übung, die sowohl Aufmerksamkeit als auch Wahrnehmung trainiert, ist folgende: Möglichst viele Spieler bewegen sich frei im Raum. Ein Spieler steht. Nun muss der stehende Spieler von einem gehenden abgelöst werden. Dafür kann er entweder selbst die Initiative ergreifen und loslaufen, oder ein anderer Spieler bleibt spontan stehen. Es ist wichtig, dass immer nur ein Spieler steht.
Das Darstellen von Gefühlen bzw. Emotionen ist eine der schwierigsten schauspielerischen Leistungen. Trainiert werden kann sie z.B. durch diese Übung: Drei Teilnehmer sitzen auf Stühlen nebeneinander. Sie stellen sich vor, dass sie sich im Kino befinden und ein emotionaler Film gezeigt wird. Ohne sich abzusprechen sollen alle Teilnehmer nun versuchen, die gleichen Gefühle zeigen.
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