Wenn das Haustier verstirbt - Über Tierfriedhöfe und Möglichkeiten der Tierbestattung

Nahaufnahme Hundepfote

Was passiert nach dem Tiertod? Über den richtigen Umgang mit dem verstorbenen Haustier: Hinweise zum Begraben und zur Trauerbewältigung

Für Haustierbesitzer sind Hunde, Katzen und Co. oft vollwertige Familienmitglieder, die über Jahre oder sogar Jahrzehnte gemeinsam mit ihnen unter einem Dach wohnen. Manchmal ist die Bindung zu einem Haustier sogar größer als die zu einem Menschen. Darum wünschen sich viele Haustierhalter, dass auch ihre tierischen Freunde eine würdevolle letzte Ruhestätte finden.

Diejenigen, die kein Haustier haben, werden nicht verstehen können, wie groß die Trauer sein kann, wenn man seinen geliebten Vierbeiner verliert. In vielen Fällen besteht eine so enge Bindung zwischen Mensch und Tier, dass man meint, mit dem Verlust gar nicht zurecht zu kommen.

Auch wenn es schwer fällt, wird man sich zuvor jedoch um das Begräbnis des Tieres kümmern müssen. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Der Ablauf nach dem Tod des Tieres

Oft stirbt das Haustier beim Tierarzt, wenn dieser es einschläfert. In diesen Fällen wird meist die Überführung zur Tierverwertungsanstalt, in der die Tiere verbrannt werden, übernommen.

Man kann die Wahl zwischen einer Einzel- oder Sammelverbrennung wählen. Letztere ist günstiger, bietet aber nicht die Möglichkeit, die Asche des Haustieres in einer Urne mit nach Hause nehmen zu können.

Viele Haustierbesitzer möchten diese aufbewahren und stellen sie sich beisielsweise in das Wohnzimmer. Andere vergraben die Asche im Garten.

Das Angebot an Tierbestattungen ist in den letzten Jahren deutlich größer geworden. Viele Unternehmen übernehmen dabei mehrere Aufgabenbereiche, wie

  • die Abholung des Tieres
  • die Trauerbegleitung sowie
  • die Beerdigung auf einem Tierfriedhof.

Wer etwas Besonderes möchte, findet auch Mögichkeiten der See- oder Diamantbestattung. Nicht jedermanns Geschmack, aber dennoch hin und wieder gewünscht ist die Ausstopfung bei einem Tierpräparator.

Das Begräbnis auf einem Tierfriedhof

Fast jede große Stadt verfügt über einen Tierfriedhof, auf dem Hunde, Katzen und Kleintiere bestattet werden können. Die Särge und Gräber ähneln denen von Menschen und auch der Ablauf einer Bestattung von Mensch und Tier ist vergleichbar: Es gibt nicht nur einen Trauerraum, in dem die Menschen Abschied von ihrem langjährigen Begleiter nehmen können, sondern auch die Möglichkeiten einer Überführung und einer Grabrede.

Organisation

Hat ein Haustierbesitzer nach dem Tod seines Vierbeiners den Wunsch, ihn auf einem Friedhof zu bestatten, sollte er sich zeitnah an die Friedhofsverwaltung des örtlichen Tierfriedhofs wenden. Hier wird er beraten und kann Entscheidungen zum anstehenden Begräbnis treffen.

In der Regel bieten die Mitarbeiter des Tierfriedhofs eine Überführung des Vierbeiners vom Tierarzt oder von zu Hause zum Friedhof an. Im Abschieds- oder Trauerraum wird den Besitzern Zeit gegeben, sich von ihrem Liebling zu verabschieden.

Beisetzungsmöglichkeiten

Nun werden die Trauernden umfassend über Beisetzungs- und Grabmöglichkeiten beraten. Wie Menschen können auch Tiere in Särgen bestattet oder in Urnen eingeäschert werden.

Die Beisetzung kann als Erdbestattung in einem Wahl- oder Reihengrab erfolgen. Ersteres bietet Platz für mehrere Tiere und hat in der Regel längere Ruhezeiten.

Ein Reihengrab ist für einzelne Tiere bestimmt. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, ein Tier anonym in einer Urne beizusetzen.

Mindesruhezeit

Zeitnah zum Tod des Tieres findet die Einsargung bzw. Einäscherung statt. Auf Wunsch wird eine Trauerfeier abgehalten und eine Grabrede gesprochen.

Je nach Größe des Tieres und Grabart beginnt nun die vertraglich festgelegte Mindestruhezeit, die meist zwischen 5 und 15 Jahren beträgt. In dieser Zeit gehört das Grab allein den Hinterbliebenen.

Grabpflege

Nach der Beisetzung ist es an der Zeit, sich Gedanken über den Grabstein und die Grabpflege zu machen. Manchmal gibt es diesbezüglich Vorschriften, die in der Friedhofssatzung nachgelesen oder beim Steinmetz bzw. Friedhofsgärtner nachgefragt werden können.

Andernfalls hat mein bei der Steinwahl, den Inschriften und der weiteren Gestaltung freie Wahl. Wer wenig Zeit hat, kann die Grabflege bei der Friedhofsverwaltung in Auftrag geben.

Das Tier selbst begraben

Auch das Begräbnis im eigenen Garten ist möglich. Viele Haustierbesitzer entscheiden sich für diese Variante, um Hund oder Katze dort hinzubringen, wo sie sich immer gerne aufgehalten haben. Nur Kleintiere darf man jedoch auf diese Weise begraben.

Kleintiere dürfen auch im eigenen Garten bestattet werden
Kleintiere dürfen auch im eigenen Garten bestattet werden

Auch dabei gibt es Ausnahmen - sind diese an einer meldepflichtigen Krankheit gestorben, ist es nicht möglich. Zudem ist die Lage des Gartens von Bedeutung: dieser darf nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen. Das Tier sollte in einem natürlichen Material - Handtuch, Wolldecke oder Zeitungspapier sind möglich - begraben werden.

Die Entfernung des Grabes zu einem öffentlichen Weg sollte mindestens zwei Meter betragen. Ratsam ist die Aufschüttung des Grabs mit einem halben Meter Erde, damit andere Tiere nicht angelockt werden.

Wer sich bezüglich des Begräbnisses unsicher ist, sollte sich an seinen Tierarzt und/oder die zuständige Behörde wenden. Dass der Tierkörper nicht im Müll entsorgt werden darf, sollte selbstverständlich sein und wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Die Trauerarbeit

Erst, wenn man die organisatorischen Punkte erledigt und das Tier begraben (lassen) hat, wird man merken, wie sehr einem der geliebte Vierbeiner fehlt. Oft kommt dieses Bewusstwerden von jetzt auf gleich und wird einem die erste Zeit unerträglich machen.

Von seinem Umfeld wird man nicht selten auf Unverständnis treffen; Sätze wie "Es war doch nur ein Tier" sind in dieser Situation häufig - wer kein Haustier hat, versteht den großen Schmerz des Verlustes nicht. Es ist jedoch wichtig, den Verlust des Haustieres zu verarbeiten, und dafür darf man sich auch ruhig Zeit nehmen.

Manche Menschen können sich in den ersten Tagen und Wochen nicht von Decken, Näpfen, Kratzbäumen und Co. trennen; sie aufzubewahren ist aber manchmal auch genau der falsche Weg. Am besten lässt man sich hier von einer guten Freundin bzw. einem guten Freund helfen.

Sind Kinder von der Trauer um das Tier betroffen, sollte man sich auch für sie sehr viel Zeit nehmen, ihnen die Situation erklären und ihre Fragen beantworten. Oftmals hilft es ihnen, wenn sie sich beim Begräbnis des Tieres von diesem verabschieden können, beispielsweise, indem sie ihnen einen Abschiedsbrief schreiben.

Für trauernde Kinder sollte man sich viel Zeit nehmen
Für trauernde Kinder sollte man sich viel Zeit nehmen

Ob man sich nach dem Verlust ein neues Haustier anschafft, bleibt jedem selbst überlassen - viele Menschen sind der Ansicht, es gäbe keinen Ersatz für den geliebten Hund oder die geliebte Katze. Anderen hilft ein weiteres Tier bei der Trauerbewältigung. Hier sollte man in sich hineinfühlen und keinesfalls zu voreilig handeln - hat man sich ein neues Tier ins Haus geholt und merkt nach einiger Zeit, dass es die falsche Entscheidung war, wird man dem Vierbeiner viel Leid zufügen, wenn man es wieder abgeben muss.

Grundinformationen und Hinweise zu Friedhöfen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: pfote © artivista | werbeatelier - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: testing the soil © sherez - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Adorable toddler girl looking though the window © MNStudio - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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