Vogelkunde - Die Arbeitsgebiete der Ornithologie im Überblick

Nahaufnahme Vogel am Nistkasten im Baum

Die Ornithologie ist ein Zoologie-Zweig, der sich mit Vögeln befasst; zu den Arbeitsgebieten zählt z.B. die Untersuchung des Vogelzuges

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  • von Paradisi-Redaktion

Das Wort Ornithologie stammt aus dem Altgriechischen und bezeichnet die Vogelkunde. Diese ist ein Zweig der Zoologie. Die Ornithologen beschäftigen sich also mit Vögeln, hauptsächlich mit der Vogelbeobachtung. Es gibt zahlreiche ornithologische Museen, die Verhalten, Vogelzug und Vieles mehr informieren. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Arbeitsgebiete der Ornithologie.

Wer hat nicht das Bild vor Augen des verschrobenen Vogelkundlers, der mit einem Fernglas bewaffnet und einer Vogelpfeife durch die Wälder streicht? Auch kennt man das Vorurteil, dass die Vogelkunde nur etwas für ältere Menschen und Streber sei. Dabei ist die Ornithologie ein höchst spannendes Fachgebiet.

Die Vogelwelt ist sehr artenreich und Ornithologen beschäftigen sich mit

  • der Physiologie
  • der Taxonomie (dabei werden die Vögel nach bestimmten Kategorien klassifiziert)
  • der Ökologie sowie
  • dem Verhalten

der Vögel. Es gibt hauptamtliche Wissenschaftler und so genannte Hobbyornithologen. Die Ornithologie leistet einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis der Vogelwelt.

Vogelbeobachtung

Die Ornithologie lebt hauptsächlich von der Vogelbeobachtung; die meisten Ornithologen beschränken sich dabei auf ein bestimmtes Gebiet. Die Vogelkunde gliedert sich aber in viele Teilbereiche. So beschäftigen sich Ornithologen mit der Anatomie und auch der Physiologie der verschiedenen Vogelarten, mit den Wechselbeziehungen zu anderen Gattungen und verwandten Arten.

Beobachtung des Verhaltens der Vögel ist ein wichtiges Arbeitsgebiet von Ornithologen
Beobachtung des Verhaltens der Vögel ist ein wichtiges Arbeitsgebiet von Ornithologen

Verhalten und Vogelzug

Durch Beringung von Vögeln kann der Vogelzug nachvollzogen werden
Durch Beringung von Vögeln kann der Vogelzug nachvollzogen werden

Ornithologische Museen werden eingerichtet und unterhalten. Vögel werden klassifiziert, gruppiert und eingeordnet. Die Vogelkundler verfolgen den Vogelflug und die Wanderung und sie beschäftigen sich auch mit dem Verhalten der Tiere.

Teilweise werden Vögel beringt, um den Vogelzug nachvollziehen zu können; so erschließen sich auch die Verbreitungsgebiete. Vogelkundler erkunden, wie sich die Vögel im Raum orientieren.

Vogelhaltung und -bedeutung

Aber Ornithologen beschäftigen sich auch mit der Haltung, etwa Vogelfarmen für die Lebensmittelindustrie, etwa Hühner, Truthähne und Puten oder Straußfarmen. Hier können gerade in der Massentierhaltung Verhaltensauffälligkeiten beobachtet werden.

Das Fachgebiet kann auch Vögel in Nützlinge oder Schädlinge einteilen; zudem beschäftigt sich die Ornithologie mit dem Stellenwert der Vögel in der Wirtschaft, beispielsweise bei Brieftauben oder Vögel die in Zoohandlungen verkauft werden.

Verbreitung von Vogelkrankheiten

Ein weiteres Forschungsgebiet ist die Verbreitung von Vogelkrankheiten, etwa Vögel als Überträger der Vogelgrippe. Auch die Ökologie spielt eine Rolle und natürlich der Naturschutz und damit auch der Vogelschutze. Es gibt Vogelwarten und Wissenschaftler, die sich ganz diesen Themen widmen.

Prähistorische Vögel

Ein besonderes Fachgebiet ist die Paläo-Ornithologie; hier beschäftigen sich die Wissenschaftler mit prähistorischen Vögeln. Vor über 50 Millionen Jahren haben wohl gigantische Greifvögel gelebt. Die Phylogenese beschäftigt sich mit der stammesgeschichtlichen Entwicklung und bestimmten Verwandtschaftsgruppen.

Jungvogel gefunden: Was tun?

Zwei Blaumeisen am Meisenknödel, der an einem Ast hängt
2 Blue Tits at the fat ball © Ingo Bartussek - www.fotolia.de

Wer einen Jungvogel sieht, der am Boden sitzt, sollte sich erst einmal vergewissern, welche Vogelart er vor sich hat. Bei zahlreichen Arten verlassen die Jungvögel flugunfähig ihr Nest. Dies ist ganz natürlich und kein Grund zur Sorge, da ihre Eltern sie weiter versorgen.

Sehr junge Vögel, die nur wenige oder gar keine Federn haben und hilflos auf dem Boden liegen, können Passanten wieder zurück in ihr Nest setzen. Dort besitzen sie die größten Überlebenschancen. Die Eltern werden den Nachwuchs weiterhin versorgen, da der Geruchssinn der Vögel nicht sehr hoch entwickelt ist. Der Geruch eines Menschen wird sie nicht davon abhalten, ihre Nachkommenschaft zu versorgen.

Für den Transport eins Jungvogels zu einer Wildvogelstation, deren Mitarbeiter sich mit solchem Tiernachwuchs am besten auskennen, ist ein Karton mit vielen Luftlöchern sehr gut geeignet, ebenso eine Katzenbox, weil es in der ziemlich dunkel ist. Ein Vogelkäfig ist ungeeignet, da das Tier durch die Stäbe hindurchschauen kann und glaubt, fliehen zu können.

Katzen- und Hundefutter, Regenwürmer (außer für Amseln und andere Drosseln), Hackfleisch oder Milchprodukte sind als Nahrung untauglich. Die Vögel sind nicht in der Lage, das Futter zu verdauen. Es besteht die Gefahr, dass die Verdauungsorgane verkleben.

Somit ist das Gebiet der Ornithologie ein sehr großes - doch wie sahen die Anfänge der Vogelkunde aus?

Die Geschichte und Organisation der Ornithologie

Johann Friedrich Naumann (1820–1844) hat der Vogelkunde in Europa einen Namen gegeben. Sein Werk, 12-bändig, gilt als Basis der modernen Vogelkunde. In "Naturgeschichte der Vögel Deutschlands" erhält man eine Übersicht über sämtliche Wasser-, Feld und Waldvögel seiner Heimat, dem damaligen Herzogtum Anhalt sowie auch darüber hinaus.

Den Bereich der Taxonomie hat auch Christian Ludwig Brehm (1787–1864) für sich entdeckt. Er wurde als Vogelpastor bezeichnet und präsentierte eine Sammlung von 9.000 Arten. Brehm unternahm zahlreiche Expeditionen und konnte auf diese Weise eine Menge Erfahrungen sammeln.

Erste Erkenntnisse im Territorialverhalten sowie der Revierbildung erlangte Bernard Altum (1824–1900). Auch der Vogelsang wurde dabei in seiner Funktion analysiert.

Hans Freiherr von Berlepsch (1857–1933) wiederum ist Begründer des Vogelschutzes. Zu seinen Themengebieten zählten künstliche Nistkästen sowie Vogelschutzgehölzer.

Organisiert wird die Vogelkunde durch:

  • die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft
  • die Gesellschaft für Tropenornithologie
  • die British Ornithologists’ Union
  • die American Ornithologists’ Union
  • Ornithologische Vereine
  • Ornithologische Abteilungen an Naturwissenschaftlichen Museen
  • Ornithologische Museen
  • Ornithologische Abteilungen Zoologischer Gärten
  • Ornithologische Abteilungen an Universitäts-Instituten für Zoologie
  • Vogelwarten
  • Vogelparks
  • EU- und staatlichen Naturschutz
Forschung in der Vogelkunde

Vogelwelt: Menschliche Gesten werden von Dohlen interpretiert

Vogelhaus aus Holz mit Tannenzweig und Körnerball
vogelhaus © Horst Weinberg - www.fotolia.de

Dohlen zählen zu den Rabenvögeln und sind unter den zahlreichen Vogelarten etwas besonderes, denn nicht nur, dass sie ein Leben lang ihrem Partner treu bleiben, nein, sie können auch menschliche Gesten interpretieren. Biologen führten mit zehn Handaufzucht-Dohlen unterschiedliche Experimente durch und fanden dabei heraus, dass die Vögel den Blick eines Menschen für eigene Informationen "entschlüsseln" können.

Da die Augen der Dohlen eines Menschen sehr ähneln, also eine schwarze Pupille auf weißem Grund aufzeigen, scheinen die Vögel deshalb auch entsprechende Blicke besser deuten zu können. Da Dohlen in der Natur eher den Kopf als die Augen bewegen, vermuten nun die Forscher, dass diese Fähigkeit entweder aufgrund der engen Beziehung zum Menschen entwickelt wurde oder auch durch die Kommunikation mit Artgenossen, um mögliche feindliche Angriffe rechtzeitig abwehren zu können.

Straßenlaternen zwingen Fledermäuse zu Umwegen

Beleuchtete Straße mit Weihnachtssternen und Schnee auf der Straße
weihnachten 2 © www.jenshagen.info - www.fotolia.de

Fledermäuse fliegen meist einen großen Bogen um Laternen, da sie in deren Umfeld einer größeren Bedrohung durch Fraßfeinde, zum Beispiel Raubvögel, ausgesetzt sind.

Biologen fanden dies während eines Versuchs mit Leuchtmasten heraus, bei dem während der Beobachtungszeit nur 10 von 100 der Nachtschwärmer den beleuchteten Weg wählten. 80 bevorzugten eine längere und auch gefährlichere Flugroute. Fazit der Forscher ist, dass bei der Aufstellung von Lichtquellen auf artenspezifische Bedürfnisse Rücksicht genommen werden müsse, da besonders Jungtiere auf den gefährlicheren Routen größere Risiken eingehen müssen.

Neue Vogelart in Laos entdeckt

Ornithologen haben nun in Laos in einer Bergregion eine bislang unbekannte Singvogelart entdeckt. Es ist das erste Mal seit über hundert Jahren, dass in Asien ein neuer Singvogel gesichtet wurde. Er hat noch keinen Namen, dafür ist sein Aussehen einprägsam: er trägt kaum Federn auf dem Kopf, abgesehen von einer schmalen Linie aus Federn, die einem ausgedünnten Haarschopf gleicht.

Sein Kopf ist pink, die Augen tragen eine blaue Umrandung. Mit seiner Kahlheit ist er Asiens einziger kahler Singvogel. Da er aus den unwirtlichen Kalkhochflächen der Provinz Savannakhet stammt, war er bislang nicht bekannt, da man nicht davon ausging, in dieser Region Singvögel anzutreffen.

Fledermäuse werden von Kohlmeisen gefressen

Meise in Vogelhäuschen
aviary in tit © Zoltán Futó - www.fotolia.de

Kohlmeisen sind schlaue Überlebenskünstler, die sich bei einem Futtermangel auch nicht davor scheuen, sich an Zwergfledermäusen schadlos zu halten. Dieses Verhalten konnten Ornithologen in Ungarn feststellen, die im Auftrag des Max-Planck-Instituts für Ornithologie, München, Beobachtungen in einer ungarischen Höhle durchführten.

Doch angesichts der Versuche den hungrigen Kohlmeisen bei einer geschlossenen Schneedecke Speck oder Sonnenblumenkerne anzubieten, zeigten die Vögel, dass sie diese dann doch gegenüber den Fledermäusen bevorzugten. Schon in den 40er-Jahren überraschten die gefiederten kleinen Fresser mit einer hohen Intelligenz, die sie dadurch unter Beweis stellten, als sie die Deckel von Milchflaschen auf den britischen Inseln kurzerhand öffnen lernten.

Damals sehr zum Leidwesen der Milchmänner und Kunden, doch hinsichtlich der Erforschung natürlich eine tolle Leistung der Kohlmeisen.

Fidschi: Einen der seltensten Sturmvögel von Forschern fotografiert

Eine der seltensten Vogelarten konnte nun etwas abseits der Fidschi-Inseln von Ornithologen fotografiert werden. Der Mcgillivray-Sturmvogel (Pseudobulweria mcgillivrayi) ist eine Rarität unter den Vogelgattungen und wurde bislang nur zwei Mal gesichtet. Das erste Mal 1855 und das zweite Mal 1985, wobei jede Sichtung auf der Pazifikinsel Gau stattfand.

Bei der aktuellen Begegnung konnten die Wissenschaftler den seltenen Vogel direkt auf offener See, rund 40km vor der Insel Gau, bildlich festhalten. Für die Ornithologen war dieser Moment ein freudiges und sehr seltenes Ereignis, dessen Bilder nun um die Welt gehen werden.

Menschenjagd durch ausgestorbenen Adler scheint denkbar zu sein

Überreste von ausgestorbenem Haastadler wurden untersucht und analysiert

Ein alter Maori-Mythos aus Neuseeland besagt, dass es Adler gab, die auch Menschen jagten. Was zumeist als eine Art Fantasie abgetan wurde, scheint nach den neuesten Erkenntnissen der Forscher der Universität New South Wales, Australien, durchaus möglich gewesen zu sein.

Ausgestorbener Haastadler war möglicherweise Menschenjäger

Der ausgestorbene Haastadler, der überwiegend in Neuseeland beheimatet war, wurde anhand gefundener Überreste eingehend untersucht und analysiert. Hierbei fanden die Wissenschaftler mit der Hilfe von Computerscans und einer Rekonstrukturierung des Vogels heraus, dass dieser nicht nur rund 18kg wog, sondern körperlich rascher in der Evolution eine Entwicklung durchlief als sein Gehirn. Vermutlich war dieser Raubvogel mehr ein Raubtier als ein Aasfresser und könnte somit auch Jagd auf Menschen gemacht haben.

Den Berechnungen zufolge entwickelte sich der Adler innerhalb der Zeit vor 1,8 Millionen Jahren bis vor 700.000 Jahren in einer 10-fachen Geschwindigkeit, was den Schluss nahe lässt, dass sich so der Vogel an eine ständig größere Beute angepasst hat.

Vor etwa 500 Jahren ist dann der Haastadler ausgestorben, was laut der Forscher durch einen veränderten Lebensraum ausgelöst wurde.

Methylquecksilber - Wie ein Industriegift die Tierwelt verändert

Methylquecksilber behindert Fortpflanzung bei Tieren

Kleine, brechende Wellen im Meer
Aufgewühltes Meer © Frank Optendrenk - paradisi.de

Methylquecksilber ist ein Umweltgift, das bei der Verwendung von Chemikalien in der Industrie als Rückstand entsteht. Noch immer gelangt von dieser Form des Quecksilbers viel in Flüsse und so in die Weltmeere.

Problematisch ist dabei die hohe Löslichkeit in Fett, die dazu führt, dass das Gift sich im Körper von Wasserlebewesen und auch Vögeln anreichert.

Auswirkungen der Vergiftung

Wissenschaftler an der Universität von Florida in Gainesville haben nun einen mehrjährigen Versuch abgeschlossen, bei dem sie wilde Weißibisse einfingen und diese in vier Versuchsgruppen einteilte.

Drei Gruppen erhielten Futter, das mit Methylquecksilber angereichert war. Die Dosis entsprach in etwa dem, was solche Vögel durchschnittlich auch in freier Wildbahn aufnehmen. Die Kontrollgruppe erhielt reines Futter.

Es zeigte sich, dass die durch das Methylquecksilber belasteten Vögel deutlich mehr Männerpaarungen eingingen und weniger Eier legten. Dies kam nicht nur durch die Homosexualität zustande, sondern auch heterosexuelle Vögel bekamen weniger Nachwuchs.

Der Bruterfolg der gesamten Art sei höchstwahrscheinlich durch das Gift gefährdet, erklärte die Forschergruppe. Dadurch, dass das Gift am Beginn der Nahrungskette "einsteigt" schadet es allen weiter folgenden Arten, inklusive dem Menschen, der sich von den Tieren ernährt.

In Australien wurden einzigartige Albino-Eisvögel gefunden

Fliegende Möwe mit ausgebreiteten Flügeln unter blauem Himmel
Möwe © refresh(PIX) - www.fotolia.de

Albinismus ist ein Gendeffekt, der sowohl beim Menschen als auch bei Tieren vorkommen kann. In Australien fanden Wanderer jetzt zwei junge Albino-Eisvögel, die vermutlich aus ihrem Nest gefallen waren.

Diese zwei sind bisher die einzigen Albino-Exemplare ihrer Rasse, die jemals auf der Welt gefunden wurden. Normalerweise haben Eisvögel, auch Blauflügel-Kookaburras genannt, leuchtend blaues Gefieder, die beiden Albinos jedoch sind komplett weiß und haben strahlend rote Augen.

Leider hat der Gendeffekt auch bewirkt, dass das Sehvermögen der Vögel deutlich eingeschränkter ist und sie daher niemals in der Wildnis überleben könnten. Derzeit befinden sich die Kookaburras für einen Gesundheitscheck noch in einer Tierklinik bei Ravenshoe, doch es wird schon fleißig nach einem Vogelpark gesucht, der die Beiden aufnehmen will.

Gestresster Vogelnachwuchs mit längeren Flügeln

Wissenschaftler von der Universität in Bern stellten fest, dass der Nachwuchs von Vögeln, die während der Brutzeit unter ständiger Gefahr vor Raubvögeln stehen, zuerst einmal kleiner sind, aber später längere Flügel entwickeln. Bei einer Studie wurde eine Gruppe von Kohlmeisen während der Brutzeit mit den Geräuschen und Modellen von Raubvögeln gestört, eine zweite Gruppe dagegen konnte in Ruhe brüten.

Anschließend hatte man die Küken der beiden Gruppen in einem Labor aufgezogen und stellte dort fest, dass die "gestressten verängstigten" Küken kleiner waren, als ihre in Ruhe gelassenen Artgenossen. Aber später besaßen die Vögel aus der ersten Gruppe um durchschnittlich 1,8 Millimeter längere Flügel, die zu einer bessere Flugfähigkeit führte, denn das Gewicht der Vögel war etwas geringer.

Warum aber die Tiere längere Flügel entwickeln wissen die Forscher noch nicht. Aber es gibt auch das Sprichwort "Angst verleiht Flügel", vielleicht hängt es damit zusammen?

Pfiffige Vogelmänner finden eher ein Weibchen

Schwalbe mit ausgebreiteten Flügeln unter blauem Himmel
Swallow, Hirundo rustica © Erni - www.fotolia.de

Gutaussehend, schlau und Ernährerqualitäten. Welche Frau wünscht sich nicht einen Mann mit diesen Eigenschaften. Und sie gibt es wirklich, allerdings nicht im Sportverein, in der Volkshochschule oder abends in der Disco, sondern am Futterbehälter. Leider sind diese Prachtexemplare keine Menschen, sondern Erlenzeisige.

Spanische Forscher berichten in den "Biology Letters", dass sich attraktive männliche Zeisige bei der Nahrungssuche geschickter und erfolgreicher verhalten als ihre etwas unscheinbaren Artgenossen. Ausschlaggebend ist ein gelber Streifen auf dem Flügel. Je länger dieser ist, desto intelligenter stellten sich die Vogelmänner an. Grund für die Gelbfärbung des Gefieders ist Carotinoid, ein natürlicher Farbstoff, den die Erlenzeisige mit der Nahrung aufnehmen. Fazit: Je cleverer bei der Futtersuche, desto gelber die Federn.

Auf den Menschen lassen sich die Erkenntnisse aus der Vogelwelt allerdings nicht übertragen. Auch wenn der Trainingsanzug aus Ballonseide schön bunt ist, bedeutet dies nicht, dass der Mann, der drin steckt, besonders pfiffig ist.

Landschaftspflege bestimmt das Geschlecht von Vögeln

Ein Graureiher hebt sich aus einem Flussdelta in die Lüfte
Graureiher © MCM - www.fotolia.de

Männchen oder Weibchen, dies kann einer britischen Studie zufolge von der Beweidung von Grünflächen abhängen. Die Wissenschaftler beobachteten für ihre Untersuchung den Wiesenpieper, einen knapp 15 Zentimeter großen Sperling, der sich bevorzugt auf feuchten Wiesen, Viehweiden und in Moorgebieten aufhält.

Dabei konnten sie feststellen, dass das Geschlecht des Vogels davon abhing, ob sich in seinem Lebensraum weitere Nutztiere wie Schafe oder Kühe aufhielten. Der Wiesenpieper ist ein Vogel, der sein Nest auf dem Boden baut. Die Forscher fanden mehr weibliche Nachkommen, wenn das Gebiet um die Brutstätte stark oder gar nicht beweidet wurde. Bei normaler Beweidung fanden die Wissenschaftler mehr männliche Nachkommen.

Die Nutzung einer Grünfläche als Weideland hat folglich Einfluss auf die Fortpflanzung des Sperlings. Warum dies passiert, wissen die Experten allerdings noch nicht. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die britischen Forscher in dem Fachmagazin Biology Letters.

Bisher war es noch niemandem vorher gelungen, einen Einfluss von Beweidung auf das Geschlecht nachzuweisen.

Tauben verbrauchen beim Fliegen zu viel Energie

Vier Tauben in einem Park beim Picken von Brotkrumen
Pigeons on the park oliwski, Poland © Patryk Kosmider - www.fotolia.de

Wenn beispielsweise die Zugvögel sich auf den Weg in ihr Winterquartier in Richtung Süden bewegen, so benutzen sie dabei eine bestimmte Flugformation, die besonders energiesparend ist.

Dies kennen wir auch zum Beispiel bei den Radsportlern, die im Windschatten ihres Vordermannes fahren und sich dann regelmäßig abwechseln. Jetzt haben Wissenschaftler das Verhalten der Tauben überprüft und mit Hilfe von winzigen Beschleunigungssensoren und der GPS-Technik die verbrauchte Energie gemessen. Im Vergleich dazu fliegen Wildgänse und auch die Pelikane in der bekannten "V-Formationen" und sparen dabei etwa 70 Prozent an Energie.

Aber die Tauben flattern unkontrolliert wild durcheinander, ändern ständig die Flugbahn und verbrauchen somit natürlich mehr an Energie, weil sie auch laufend ihre Geschwindigkeit ändern. Warum aber machen dies die Tauben? Die Forscher vermuten, dass sich die Tauben dadurch vor den Raubvögeln schützen wollen, die mit dem Durcheinander nicht klar kommen, oder sie wollen einfach nur zeigen, wie viel Energie sie besitzen.

Urvogel nicht der Vater aller Vögel? Wissenschaft vor neuem Rätsel

Es ist ein Fossilienfund in China, der zu Zeit in der Wissenschaft für Furore sorgt. Denn der Fund lässt große Zweifel daran aufkommen, dass vom so genannten „Urvogel“ Archaeopteryx, eine Mischung aus Dinosaurier und Vogel, alle Vögel abstammen. Jetzt kann es sogar sein, dass der Archaeopteryx als Dinosaurier eingestuft werden muss.

Das entdeckte Fossil Xitotingia zhengi ist mehr als 150 Millionen Jahre alt und ist so groß wie ein Huhn. Um mehr darüber zu erfahren verglichen die Wissenschaftler ähnliche Funde miteinander und stellten fest, dass Xitotingia zhengi ein entfernter Verwandter des Urvogels ist.

Und diese Erkenntnis könnte eine Revolution in der Wissenschaft auslösen. Denn der Xitotingia zhengi ist eindeutig den Deinonychosauriern zuzuordnen. Und da er genau wie der Urvogel zu derselben Familie der Archaeopteryx-ähnlichen Tiere gehört, ist der Urvogel nach dieser Theorie plötzlich kein Vogel mehr, sondern ein Dinosaurier. Damit müsste die Historie der Vögel komplett neu geschrieben werden.

Auch im Tierreich führt Gewalt beim Nachwuchs später wieder zur Gewalt

Wissenschaftler stellten auch im Tierreich fest, dass wenn der Nachwuchs Gewalt erleidet, dieser dann später ebenfalls gewalttätig wird, was wir besonders auch bei misshandelten oder auch sexuell missbrauchten Kindern feststellen können.

Die Forscher hatten die Nazca-Tölpel dabei beobachtet, wie sie den Nachwuchs ihrer Nachbarn attackierten. Später verhielten sich die Küken, nachdem sie erwachsen waren, aber genauso, wie die Forscher der Wake Forest University in North Carolina feststellten.

Die Nazca-Tölpel leben auf den Inseln vor der Pazifikküste von Lateinamerika und auf den Galapagosinseln. Wenn also die Küken allein in ihren Nestern auf die Eltern warten, die gerade auf Nahrungssuche sind, werden sie von den Nachbarvögeln aus der großen Kolonie oftmals angegriffen.

Schlaue Vögel profitieren vom Mauerfall

Umwälzungen nach Mauerfall führen zur Durchsetzung intelligenter Vögel

Haubenlerche sitzt auf einem Ast
Haubenlerche © kranidi - www.fotolia.de

Der Fall der Mauer im Jahr 1989 hat in der Anfangszeit für Jubel gesorgt aber viele Menschen fühlten sich durch die schnellen Veränderungen überfordert. Die Tierwelt musste ebenfalls mit den Umwälzungen leben und sich darauf einstellen.

Nun haben Wissenschaftler in Ostdeutschland und der Tschechischen Republik seit dem Jahr 1989/90 eine Veränderung bei Singvögeln festgestellt. Nach dem Ergebnis ihrer Forschungen haben sich Singvögel mit größerer Gehirnkapazität stärker vermehrt als Vögel, die nur begrenzt klug sind. Laut Katrin Böhning-Gaese vom Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) seien Vögel mit guten Denkfähigkeiten besser dazu in der Lage sich auf Umweltveränderungen einzustellen.

Bessere Erschließung der Städte durch hohe Gehirnkapazität

Im Rahmen der Studie wurde festgestellt, wie sich die Anzahl von 57 Singvogelarten in der Tschechischen Republik, Ostdeutschland und dem Westen Deutschlands verändert haben. Die Zahl der "klugen" Vögel wie Meisen, Amseln, Eichelhähern und weiteren schlauen Vogelarten legte demnach in Ostdeutschland und Tschechien stärker zu als in westdeutschen Bundesländern. Nach Angaben der Wissenschaftler hängt dieses Ost-West-Gefälle mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzungen zusammen.

Die klugen Vogelarten hätten die Chance genutzt die Städte als Lebensräume für sich zu gewinnen. Die Parks und Grünanlagen hätten die Vögel schnell besiedelt. Die Vögel mit geringerer Gehirnleistung wie die Dorngrasmücke seien hingegen aus den Vorstädten verschwunden. Die verstärkte Landwirtschaft und der Klimawandel sind zwei weitere Faktoren für die Veränderungen in der Vogelwelt.

US-Studie - Vögel haben keinen Daumen

In den "Discovery News" wurde vor kurzem über eine Studie der US-amerikanischen Universität Yale berichtet. Der Biologe Gunter Wagner konnte mit einer neuen Methode namens "Transcriptome Sequenzing" die Antwort auf eine lange ungelöste Frage liefern: Vögel haben keinen Daumen. Bei einer Untersuchung an Hühnern konnte Wagner feststellen, dass der erste Finger im Flügel den gleichen Gencode hat wie der erste Zeh am Fuß des Vogels. Damit ist klar, dass die drei Finger des Flügels dem Zeige-, Ring- und Mittelfinger entsprechen.

Lange Zeit haben sich Biologen gefragt, ob die drei Vogelfinger nicht etwa einen Daumen haben. Alle Vierfüßler mit Wirbelsäule haben fünf Finger. Nur bei Vögeln bilden sich einige Finger in einem frühen Entwicklungstadium zurück. Vögel haben an den Flügeln drei Finger und an den Füßen zwei bis vier Zehen.

Um Angriffe von Nebenbuhlern zu vermeiden, tarnen sich männliche Vögel als Weibchen

40 Prozent der von Forschern beobachteten Rohrweihe-Männchen wiesen die gleiche Gefieder-Färbung auf wie die Weibchen

Rotkehlchen sitzt auf einem abgebrochenen Ast oder Baumstumpf
European robin in natural setting © kart31 - www.fotolia.de

Französische Forscher haben in einem Moorgebiet in Westfrankreich das Verhalten von Habichten beobachtet. Hierbei stellten sie fest, dass einige der Männchen, um sich vor den Angriffen von Nebenbuhlern zu schützen, einfach als Weibchen tarnen. So weisen etwa 40 Prozent der Männchen das gleiche Gefieder auf wie die Weibchen: braun mit weißen Schultern und weißem Kopf. Im Normalfall sind die Rohrweihe-Männchen nur grau.

Die Forscher haben bei ihrer Studie neben den Nestern von 36 brütenden Pärchen drei Lockvögel aufgestellt. Der eine glich dem Original Männchen, der zweite einem Weibchen und der dritte Lockvogel war ein solch getarnter, der aber im Gegensatz zu den echten Weibchen hellere Füße und Augen hatte.

"Getarnte" Männchen greifen eher weibliche Lockvögel an

Als Ergebnis stellten die Forscher fest, dass die Lockvögel der letzten Art weniger von anderen Männchen angegriffen wurden, wie sie auch vermutet hatten. Aber eine Tatsache hat die Forscher überrascht, denn die "getarnten" Männchen hatten mehr die weiblichen Lockvögel als die männlichen Lockvögel angegriffen. So schließen die Wissenschaftler daraus, dass die "getarnten" Männchen sich mehr als Weibchen fühlen und deshalb gegen ihre Rivalinnen vorgehen.

Vögel erkennen ihre Artgenossen nicht nur am Gesang und Gefieder, sondern auch am Geruch

Zwei weiße Kakadus sitzen auf einem Ast
White cockatoo in the park. White parrot on a small branch. © pojvistaimage - www.fotolia.de

Bisher war man der Meinung, dass Vögel ihre Artgenossen nur am Gefieder und Gesang erkennen, doch jetzt stellten Forscher aus Bielefeld fest, dass auch der Geruch, wie beispielsweise bei Säugetieren, hierbei eine Rolle spielen kann.

Bei Experimenten mit Zebrafinken (Taeniopygia guttata) konnten die Wissenschaftler aber nachweisen, dass diese ihr Nest auch am Geruch erkennen und dadurch wissen, mit wem sie verwandt sind.

Zebrafinken gelten während der Brutzeit als sogenannte Nesthocker, aber später leben sie in einer großen Schar miteinander und so ist es natürlich wichtig, dass man seine Artgenossen von anderen unterscheiden kann.

Im Endeffekt vermuten aber die Biologen, dass der individuelle Geruch der Singvögel aber auch in den Genen liegt.

Britische Studie: Vögel werden ängstlich, wenn sie sich nicht waschen können

Ben Brilot und Melissa Bateson arbeiten als Wissenschaftler an der britischen Universität Newcastle. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Biology Letters" berichten sie über ein Experiment mit Staren. Einem Teil der Vögel wurde ein Wasserbad zum Waschen zur Verfügung gestellt, der andere Teil musste drei Tage ohne Waschmöglichkeit auskommen. Dann wurde allen Vögeln der Warnruf eines Artgenossen vorgespielt. Dabei reagierten die schmutzigen Vögel weitaus ängstlicher und gestresster als die gewaschenen Stare.

Sie begannen erst viel später mit der Nahrungsaufnahme und hoben dabei auch viel öfter alarmiert ihre Köpfe als die sauberen "Kollegen". Brilot und Bateson erklären das Phänomen damit, dass Vögel mit schmutzigen Gefieder schlechter fliegen können. Das heißt, sie können bei Gefahr auch schlechter fliehen.

Deswegen reagierten die ungewaschenen Stare so ängstlich. Fehlende Bademöglichkeiten könnten bei Vögeln daher zu chronischem Stress führen, schreiben die Forscher in ihrem Artikel.

Verhaltensbiologie - Laubenvögelmännchen locken ihre Weibchen mit optischer Täuschung ins Nest

Die Verhaltensbiologen Laura Kelley und John Endler arbeiten an der australischen Deakin University. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science" berichten sie von einem Trick der männlichen Laubenvögel. Diese Vögel sind dafür bekannt, ihre Weibchen mit sauber dekorierten Nestern anzulocken. Dazu werden bunte Plastikteile, Steinchen, Federn, und alles was schön aussieht, verwendet.

Die Baumeister gebrauchen einen optischen Trick. Sie bauen einen Eingang, von dem aus das Weibchen das Meisterwerk betrachtet. Man nennt diesen Eingang Bühne. Durch ein geschicktes Manövrieren der großen Schmuckteile nach hinten und der kleineren Objekte nach vorne wirke die Bühne kleiner und dadurch das Männchen umso strahlender, schreiben die australischen Vogelkundler. Die Weibchen wählten sich dann die Laubvögelmänner aus, die am perfektesten und ordentlichsten das Nest geschmückt haben, so Kelley und Endler in ihrem Artikel.

Blauracken wird bei Angst kotzübel

Blauracken erbrechen übelriechende Flüssigkeit als Warnung vor Gefahr

Rotes Futterhäuschen für Vögel im Garten
Red birdhouse © Thor Jorgen Udvang - www.fotolia.de

Der Blauracken mit seinen charakteristischen "Rak"-Rufen ist besonders in Südeuropa, Asien sowie Nordafrika beheimatet und wegen seines türkisblauen Gefieders unverwechselbar. Ein spanisches Forscherteam aus Almeria hat jetzt festgestellt, dass die kleinen Vögel eine Flüssigkeit erbrechen, wenn ihre Nistkästen einer Gefahr ausgesetzt sind.

Anfangs glaubten die Wissenschaftler, dass durch die Substanz mit dem widerlichen Geschmack die Fressfeinde der Blauracken vertrieben werden sollten. Jedoch muss diese Vermutung noch bestätigt werden.

Erbrochenes als Warnung vor Gefahr?

Was allerdings belegt wurde, ist die Tatsache, dass das Erbrochene als Warnsignal für die Eltern dient. Hierfür wurden Küken in neun Nistkästen gesetzt, dessen ältester Vogel gerade zehn Tage alt war. Anschließend bestrichen die Wissenschaftler den Kasten mit einem Milliliter des ausgespienen Sekrets, wobei davor sowie danach das Verhalten der Eltern gefilmt wurde.

Bei den Nestern mit dem Erbrochenen flogen die Eltern sehr zögerlich an und versorgten ihre Jungtiere auch extrem zurückhaltend sowie vorsichtig. Daraus schließen die Forscher, dass Vögel einen extrem feinen Geruchssinn besitzen, der von großer Bedeutung für die Tiere ist.

Tauben haben keinen Kompass im Schnabel

Hochzeitspaar im Grünen lässt zwei weiße Tauben steigen
Bridal pair with flying white doves at wedding © Kzenon - www.fotolia.de

Das "Rennpferd des kleinen Mannes", die Brieftaube, ist in der Lage, immer wieder nach Hause zurückzukehren. Dass sie das schafft, ist schon seit Tausenden von Jahren bekannt. Doch Forscher zerbrechen sich immer noch den Kopf darüber, wie ihr dies gelingt.

Bisher galt als vorherrschende Lehrmeinung, dass die Vögel sich mit Magnetit orientieren. Auf diese eisenhaltigen Mineralkristalle, die sich im Schnabel der Tiere befinden sollen, wirkt die Magnetkraft besonders stark. Bewegt sich das äußere Magnetfeld der Erde, verändert sich der Druck der Kristalle auf einen bestimmten Nerv.

Doch Wissenschaftler aus Wien haben diese Theorie nun widerlegt. Sie untersuchten rund 200 Tauben auf eisenhaltige Zellen. Diese fanden sie bei manchen dieser Vögel nicht nur in der Schnabelhaut, sondern auch in Federfollikeln und den Schleimhäuten der Atemwege. Bei einigen Tauben fanden sich jedoch gar keine Kristalle.

Die Lösung lieferte ein krankes Tier. Hier entdeckten die Forscher in der Nähe des Infektionsherdes tausende eisenhaltige Zellen. Diese Makrophagen - Fresszellen, die zu den Zellen des Immunsystems gehören - bekämpften die Krankheitserreger. Diese weißen Blutkörperchen dienen, so die Wissenschaftler, nicht der Orientierung, sondern nur der Krankheitsbekämpfung. Der Schnabel sei kein Organ, das Magnetwellen empfange, erklärten die Forscher.

Die Theorie über das Gespür der Tauben für das Magnetfeld der Erde muss demzufolge überarbeitet werden.

Navigationssystem der Tauben sitzt in ihrem Hirn

Schon seit langem versucht die Wissenschaft herauszufinden, wie sich Vögel orientieren können. Bei den Tauben ist man dem Geheimnis jetzt ein Schritt näher gekommen und hat herausgefunden, dass über 50 spezielle Nervenzellen im Hirn sitzen, welche die magnetischen Informationen zu einem besonderen Navigationssystem umwandeln können. Neben der Größe nutzen die Tauben dabei auch die Höhe sowie Intensität des Erdmagnetfeldes.

Für das Experiment wurde von den US-Forschern ein künstliches Magnetfeld in einem abgedunkelten Raum geschaffen, sodass sie die Hirnveränderung der Tauben messen konnten, welche auf verschiedene Magnetstrahlungen reagierten.

Obwohl ein österreichisches Forscherteam vor kurzem widerlegte, dass der Orientierungssensor bei den Tieren nicht im Schnabel sitzt, weiß man bis heute nicht, wo der Sinn für das Magnetfeld bei den Tauben untergebracht ist.

Forscher entschlüsseln Stammbaum der Vögel

Ein Forscherteam der Yale University in New Haven konnten jetzt erstmals den kompletten Stammbaum der rund 10.000 existierenden Vogelarten entschlüsseln. Neben den geografischen Daten wurden auch die entsprechenden Zeiträume dokumentiert, womit man die heutige Artenvielfalt der Tiere erklären kann. Während sich heutzutage in der westlichen Hemisphäre bereits vorhandene Vogelarten schneller in neue Arten auffächern, geschieht dies im Osten anders als bislang angenommen wesentlich langsamer.

Die Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass sich vor allem auf Inseln neue Arten sehr schnell entwickeln, was unter anderem für die enorme Artenvielfalt auf den Galapagos-Inseln spricht. Zudem können unerwartete Umweltbedingungen die Bildung neuer Vogelarten wie beispielsweise bei Singvögeln oder Papageien beschleunigen.

Neuguinea: Den Paradiesvögeln auf der Spur

Den Beinamen "Insel der Paradiesvögel" verdankt Neuguinea den gleichnamigen, bunten Singvögeln, die auf der Pazifikinsel heimisch sind. Nun haben US-Forscher erstmals alle 39 Paradiesvogelarten im Bild dokumentiert.

Acht Jahre und 18 Expeditionen dauerte das Projekt. Am Ende hatten die Ornithologen zahlreiche Verhaltensweisen der Tiere auf Fotos, Videos und Tonaufnahmen festgehalten, die der Wissenschaft bis dahin nicht bekannt waren.

Vor allem die Paradiesvogelmännchen sind es, die durch ein extrem buntes und ausgreifendes Federkleid auffallen. Das Männchen mit dem schönsten Gefieder und dem aufreizendsten Balzverhalten gewinnt die Gunst der Weibchen, manchmal sogar mehrerer, während andere, weniger prächtige Männchen keine Chance bekommen.

Das Leben der Paradiesvögel spielt sich hauptsächlich im Geäst von Baum oder Büschen ab, wo sie ihre Nahrung finden (Früchte, Sämereien, Insekten, kleine Frösche und Eidechsen).

Dort haben sie auch ihren Nistplatz. Für ihre Arbeit mussten die Forscher daher ungewöhnliche Methoden anwenden. Sie kletterten etwa 50 Meter hoch ins Kronendach des Regenwaldes, um die Tiere bei ihrem Paarungsritual zu beobachten. An andere Stellen eines Baumes befestigten sie Kameras, um so fotografisch die Sichtweise von weiblichen Paradiesvögeln einzunehmen.

Paradiesvögel waren lange Zeit aufgrund ihrer Farbenpracht als Trophäe sehr begehrt. Sie fallen heute daher unter das Washingtoner Artenschutzabkommen.

Schlechte Laune von Vogel-Gezwitscher

Das Wissenschaftler-Team von Sarah Earp versucht herauszufinden, was Vögel empfinden, wenn sie ihre Artgenossen zwitschern hören. Es wird vermutet, dass das Gezwitscher in der Weise wahrgenommen wird, wie vom Menschen die Musik.

Die Neurowissenschaftler von der Emory University gaben die Untersuchungsergebnisse in dem Magazin Frontiers of Evolutionary Neuroscience bekannt. So wurden im Rahmen der Untersuchungen Verhaltensmuster von Weißkehlammern untersucht. Die Weibchen dieser Art scheinen den Gesang der männlichen Artgenossen zu lieben. Diese Rückschlüsse ließen die gemessenen Hirnaktivitäten zu, die der Hirnaktivität bei Menschen beim Genuss von Musik gleicht, die besonders angenehm empfunden wird.

Diese freudige Reaktion auf den Gesang der Männchen zeigte sich allerdings nur in der Paarungszeit der Vögel.

Umgekehrt reagierten die Männchen eher ablehnend auf den Gesang der Damen. Für männliche Weißkehlammern ist der Gesang eher ein Hinweis auf einen bevorstehenden Rivalenkampf. Deshalb reagierten sie wie Menschen, denn sie schwere, düstere Gruselmusik hören.

Rätsel über gelenkigen Kopf von Eulen gelüftet

Nahaufnahme eines Uhus mit beige-schwarzem Gefieder und orange-leuchtenden Augen
Uhu © jarek106 - www.fotolia.de

Schon lange haben sich Wissenschaftler gefragt, wie Eulen ihren Kopf um über 270 Grad drehen können, ohne sich dabei die Blutzufuhr abzuschneiden. Philippe Gailloud von der Johns Hopkins University School of Medicine hat nun mit seinem Team die Antwort auf dieses Phänomen gefunden.

Im Genick der Vögel haben sämtliche Blutgefäße mehr Platz als bei Menschen und daneben wird das Gehirn auch bei extremer Drehung durch weitere Blutreservoirs ausreichend versorgt. Nachdem die Forscher bei toten Eulen einen flüssigen Kunststoff in die Arterien injizierten, erhielten sie mittels eines CT-Scanners 3D-Aufnahmen von den Strukturen der Blutgefäße sowie Knochen und Körperteile.

Der wesentliche Unterschied bei den Vögeln besteht darin, dass die Wirbellöcher mit der durchlaufenden Halsschlagader viel größer als das Blutgefäß selbst ist. Falls es doch mal eng mit der Blutversorgung werden sollte, können sie auf ihre speziellen „Sicherheitsarterien“ im Hals oder weitere Blutreservoirs in kleinen Ausbuchtungen zurückgreifen.

Auch Vögel können einfühlsam sein: Eichelhäher-Männchen kümmern sich um Bedürfnisse ihrer Weibchen

Bisher wurde nur Menschen und Affen die Fähigkeit der Empathie zugesprochen. Wie Forscher nun entdeckt haben, sind aber auch die Eichelhäher in der Lage, einfühlsam auf die Bedürfnisse ihrer Partner zu reagieren.

Die Männchen dieser Vogelart können ohne Anzeichen ihrer Weibchen ermitteln, welches Futter diese gerade bevorzugen. Dieser Gabe bedienen sie sich durch Beobachtung. Konnten die Männchen beobachten, dass ihre Partnerin von einer Insektenart genug gegessen hatte, überreichten sie ihr nur noch eine andere.

Durch dieses komplexe Verhalten zeigen die Häher eine ungleiche Intelligenz gegenüber anderen Vogel- und Tierarten.

Vögel passen sich an den Menschen an - sie haben kürzere Flügel in verkehrsreichen Gebieten

Buchfink sitzt auf einem Ast
Chaffinch on a branch © creativenature.nl - www.fotolia.de

Man spricht von der sogenannten Mikroevolution, wenn eine Art sich an neue Gegebenheiten anpasst. Meist geschieht dies, damit die Tiere bei neuen Umständen besser überleben. Für Vögel ist auch der Mensch ein wesentlicher Teil ihrer Umwelt. Leider sterben jedes Jahr Millionen dieser Tiere, da sie den Straßenverkehr unterschätzt haben und so durch LKW oder PKW getötet werden. Doch die Zahl der so verendeten Vögel ist in den letzten Jahrzehnten auffallend zurückgegangen.

Zwar sterben noch immer viele von ihnen, doch die Tiere scheinen allgemein besser auf der Hut zu sein. Was genau sich verändert hat, wollten Forscher im Detail herausfinden und begannen dafür eine Studie. Die nun veröffentlichten Erkenntnisse sind erstaunlich. In den USA untersuchte man Fahlstirnschwalben, denn gerade bei diesen war aufgefallen, dass in den letzten 30 Jahren immer weniger durch den Autoverkehr sterben. Dabei stellte man fest, dass die Flügel der heute lebenden Exemplare kürzer sind als die Flügelpaare der Tiere von vor 30 Jahren.

Man konnte über die Jahre hinweg dokumentieren, dass die Spannweite nach und nach abgenommen hatte. Für die Forscher besteht hier ein klarer Zusammenhang. Durch kürzere Flügel ist es den Tieren möglich, schneller zu fliegen. Das bedeutet im gleichen Atemzug, dass sie nun bei Hindernissen schneller ausweichen können. Im Vergleich zu ihren Vorfahren sind die heutigen Fahlstirnschwalben also fitter und kollidieren seltener mit Autos.

Allerdings räumen die Forscher ein, dass durchaus noch andere Faktoren für diesen evolutionären Prozess verantwortlich sein können. Wetterveränderungen kommen beispielsweise infrage. Auch Insekten, die eine bevorzugte Jagdbeute sind, können ihr Verhalten in den letzten Jahren geändert und die Vögel gezwungen haben, schneller zu werden.

Forscher haben herausgefunden, warum die meisten Vogelarten keinen Penis mehr haben

Nicht nur die Menschen, auch die meisten Säugetierarten und viele Reptilien haben einen Penis als eindeutiges Geschlechtsmerkmal, das männliche Wesen von weiblichen leicht unterscheiden lässt. Die meisten Vogelarten dagegen haben ihren Penis im Laufe der Evolution verloren, was die Unterscheidung zwischen Weibchen und Männchen deutlich erschwert.

Warum dies so ist, versuchen Forscher schon seit langer Zeit herauszufinden. Einen Vorteil bei der Fortpflanzung bietet diese Entwicklung den Vögeln dem aktuellen Erkenntnisstand der Wissenschaft zufolge jedenfalls nicht. Während Hühnervögel keinen Penis mehr haben, sind dagegen beispielsweise die Erpel der argentinischen Ruderente mit einem riesigen Glied von bis zu 42,5 Zentimetern ausgestattet. Der Ursache dieses enormen Unterschieds sind nun Forscher der Universität Florida genauer auf den Grund gegangen.

Sie untersuchten die genetischen Unterschiede und Entwicklungsabläufe von penislosen Hühnervögeln und Vogelarten mit Penissen und fanden heraus, dass ein bestimmtes Gen dafür verantwortlich ist, dass die Zellen am Penisansatz absterben. Hühnervögel, bei denen dieses Gen aktiv ist, bilden in ihrer Embryonalentwicklung sehr wohl einen Penis aus. Dieser schrumpft durch die Aktivität des Gens allerdings wieder.

Bei den Enten und anderen gut bestückten Vogelarten ist dieses Gen dagegen garnicht aktiv, was dazu führt, dass das Glied der Tiere ungehindert wachsen kann. Das Gleichgewicht von Zellwachstum und Zelltod ist für das Wachstum und die Entwicklung im Körper entscheidend. Ist dieses Gleichgewicht gestört, kann es zu einem unkontrollierten Wachstum beziehungsweise zu einer Unterentwicklung kommen, so die Forscher. Dieses Ungleichgewicht zwischen Zellwachstum und Zelltod spielt beispielsweise auch bei Krebs eine Rolle.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die Aktivierung des Zelltods im Laufe der Evolution auch an bestimmte Stellen des Körpers verlagern kann, wie im Falle der Vögel beispielsweise an den Penis. Dies könnte den Forschern zufolge auch der Grund für andere anatomische Entwicklungen im Tierreich sein, wie etwa der Verlust der Gliedmaßen bei Schlangen.

Nachtsittich ist ein seltener Vogel: Existenz in Australien wurde von Hobbyforscher belegt

Der Nachtsittich soll eigentlich ausgestorben sein. Immerhin ist es hundert Jahre her, dass der letzte Vogel eingefangen worden war. Doch schon 1990 und 2005 waren zwei tote Vögel gefunden worden. Aber bisher war jeder Versuch vergebens einen lebenden Vogel zu fotografieren.

Nach den neuesten Schätzungen gibt es in Australien noch 50 bis 250 Exemplare des Pezoporus occidentalis. Einem Vogelfreund präsentierte nun zur Freude australischer Wissenschaftler Videoaufnahmen dieses Tieres. Der Fund ist für die "Welt der Ornithologen eine großartige Nachricht".

Allerdings macht der Vogelfreund aus seinem Fundort ein Geheimnis. Er ließ zwar die Wissenschaftler einen Blick auf die Aufnahmen werfen, gab sie aber nicht aus der Hand. Er bezeichnet sich selbst als "Wildtier-Detektiv" und möchte seine Arbeit lieber alleine fortführen.

Forschung: Vögel zeigen gezieltes Verhalten wie sonst nur Primaten

Zwei gelbe Kanarienvögel auf dünnem Ast
canario escuchando a otro © enens - www.fotolia.de

Was tun, wenn man Vogel ist und sich seiner Brut mit Futter nähern will und diese deshalb lautstark lärmen, aber gleichzeitig ein Räuber in der Nähe ist? Manche Vögel schätzen das Risiko genau ein, ob ein Feind in der Nähe ist, der mit Warnrufen eventuell erst auf die Brut aufmerksam wird.

Laute Brut und Feindesnähe veranlassen zu Alarmschreien

Für diese Erkenntnis haben Forscher Experimente mit Vögeln der Gattung Sericornis durchgeführt. Dafür wurden 20 Nester beobachtet, die jeweils mit drei Jungen besetzt waren. Die Schreie der Jungen wurden auf Band aufgenommen und den Vogeleltern präsentiert. Je nach Reaktion wurden Tierpräparationen in die Nähe des Nestes gestellt, entweder der Feind, eine Dickschnabel-Würgerkrähe, oder ein harmloser Papagei.

Dabei stellten die Forscher fest, dass die Vogeleltern bei Ansicht des Papageis schwiegen. Wurden sie der Krähe ansichtig, so kam es auf die Lautstärke der eigenen Brut an. Bei hoher Lautstärke reagierten die Eltern mit eigenen lauten Alarmschreien.

Die Vogeldame und ihr wunderschöner Gesang

Nachtigall sitzt auf einem schmalen Ast
Common Nightingale, ( Luscinia megarhynchos ), sunbathing © juancarlos1969 - www.fotolia.de

Nicht richtig war die bisherige Annahme, dass weibliche Vögel weniger als Männliche singen. Biologen untersuchten Statistiken in denen dies klar belegt wurde. Fast 230 Vogelarten sind mit einem weiblichen Vogelgesang vermerkt worden.

Datenbank über Erbgut von 60% aller Singvögel half bei Untersuchung

Um herauszufinden wie lange dies schon so ist, diente eine Datenbank. In ihr sind Aussagen über das Erbgut von Singvögeln vorzufinden. Über 60 Prozent aller Arten der Singvögel in der Datenbank sorgen dafür, dass Abstammung und familiäre Zugehörigkeiten analysiert werden konnten. Insgesamt halfen den Wissenschaftlern drei Rechenmodelle, um zu einem aussagekräftigen Ergebnis kommen zu können.

Mit höchster Wahrscheinlichkeit sangen bereits die Ahnen der heutigen Singvögel. Warum jedoch manche Arten ihren Gesang eingestellt haben, bleibt bisher noch nicht nachvollziehbar. Tausende von Singvogelarten ziehen Ornithologen nach wie vor in ihren Bann.

Vieles Interessante, wie zum Beispiel die Dialekte einzelner Arten, lassen auf weitere Neuigkeiten aus der Welt der Singvogeldamen hoffen. Dass nur Männchen aus Konkurrenzgründen und zur Damenwahl singen, konnte mit Sicherheit widerlegt werden.

Australiens Tier- und Pflanzenwelt setzt besonders häufig auf sexuelle Täuschung

Flagge von Australien
Australische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Australien bietet eine faszinierende Tierwelt. Dabei sind die auf dem Kontinent heimischen Tiere nicht nur besonders giftig oder einzigartig, sondern zumeist auch sehr erfindungsreich. Forschern von der Macquarie University in Sydney zufolge wird in der australischen Flora und Fauna überdurchschnittlich oft sexuelle Täuschung eingesetzt, um das Überleben zu sichern.

Farbliche Anpassung an Blüten als Täuschungsmannöver

So haben australische Krabbenspinnen ihre Jagdmethoden im Vergleich zu ihren europäischen, amerikanischen und afrikanischen Verwandten noch einmal deutlich verfeinert. Krabbenspinnen fangen ihre Beute nicht mittels Fangnetze, sondern warten in Blüten auf ihre ahnungslosen Opfer. Dabei sind sie von der Blüte farblich nicht zu unterscheiden.

In Australien warten die Krabbenspinnen nicht nur, sondern locken ihre Beute zusätzlich mit Lichtreflexen an, indem sie mit ihrem Körper UV-Licht reflektieren.

Verteilung der Nachkommen auf mehrere Nester

Auch brutparasitäre Kuckucke sind in Autralien besonders erfolgreich und dort überproportional vertreten. Die Vögel schmuggeln ihre Eier in fremde Nester und lagern so die anstrengende Brutpflege ihrer Nachkommen aus. Manchmal werden die Kuckuckseier allerdings enttarnt.

Bei Australischen Kuckucken kommt das deutlich seltener vor als bei ihren Mitteleuropäischen Artgenossen. Vermutlich ist die lange Brutsaison in Down Under dafür verantwortlich. Australische Vogeleltern versorgen immer mehrere Neste gleichzeitig, dabei fallen falsche Nachkommen dann weniger stark auf.

Imitation von Wespenweibchen durch Abgabe von Dufstoffen

In Australien sind weltweit auch die Hälfte aller sexuell manipulativen Orchideenarten zu Hause. So imitieren autralische Orchideen Wespenweibchen, indem sie deren Gestalt und Farbe annehmen und auch die gleichen Duftstoffe abgeben. Bei der Landung auf den Orchideen nehmen Paarungsbereite Wespenmännchen dann unwillkürlich Pollen auf, die sie an andere sexuelle Betrügerinnen weiter reichen.

Isolation des Kontinents

Dass sich Australiens Tiere und Pflanzen besonders oft mit fiesen Tricks behelfen, liegt laut der Forscher an der gesonderten Entwicklung des Kontinents. Australien war in großen Zeitabschnitten der Erdgeschichte von anderen Erdteilen isoliert, so konnten sich die außergewöhnlichen australischen Arten ungestört entwickeln.

Vogelarten mit seltenen Erbanlagen: Forscher fordern besonderen Schutz der einzigartigen Tiere

Viele Vogelarten sind vom Aussterben bedroht, manche von ihnen sollten laut einer aktuellen Studie von US-Forschern der Yale University in New Haven besonders geschützt werden.

Die Biologen haben Daten über das Erbgut von insgesamt 9993 Vogelarten ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass einige Vogelarten, wie Strauße oder Fischadler, ein besonders außergewöhnliches Erbgut besitzen. Wenn diese Arten Aussterben, wäre das ein großer Verlust für die genetische Vielfalt auf der Erde, ihre einzigartigen evolutionären Informationen für immer verloren.

Anhand der Daten zu Erbgut und Informationen zu Brutgebieten und Populationen konnten die Forscher zudem eine Liste der besonders bedrohten Arten aufstellen. Demnach ist der auf der Osterinsel heimische Weißbauch-Fregattvogel nicht nur eine genetische Kostbarkeit, sondern auch stark in seinem Bestand bedroht.

Auch den neuseeländischen Eulenpapagei sehen die Forscher als besonders schützenswert an. Vogelarten mit seltenen genetischen Eigenschaften leben vor allem in Brasilien, Australien, Neuseeland und Indonesien.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Nichoir © Hugues Delporte - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: hummingbird © ktsdesign - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: möve © mano di fredo - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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