Die Klasse der Säugetiere

Orang-Utan Baby auf grüner Wiese

Zu den kennzeichnenden Merkmalen eines Säugetiers zählen das Säugen der Jungtiere mit Milch sowie deren Fell

Säugetiere zählen zu den Wirbeltieren. Sie besitzen typische gemeinsame Eigenschaften, wobei das Säugen der Jungtiere durch das Muttertier das wohl wichtigste Merkmal darstellt. Im Laufe der Entwicklungsgeschichte bildeten sich verschiedene Arten von Säugetieren heraus, die inzwischen beinahe alle Lebensräume besiedeln.

Grundlegende Merkmale

Die Säugetiere bilden eine Klasse der Wirbeltiere; sie lassen sich in weitere Ordnungen unterteilen. Allen Säugetieren sind verschiedene Merkmale gemeinsam.

Das Säugen der Jungtiere durch das Muttertier ist die Eigenschaft, die den Säugetieren ihre Bezeichnung gab. Jedes weibliche Säugetier verfügt über Milchdrüsen, in denen Milch für den Nachwuchs produziert wird.

Außerdem besitzen Säugetiere eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Körperbehaarung. Auch der Mensch ist ein Säugetier. Seine Behaarung hat sich im Laufe der Entwicklungsgeschichte zurückgebildet.

Sie erstreckt sich nicht mehr gleichmäßig über den gesamten Körper. Je nach individueller Entwicklungsphase sind einzelne Körperregionen stärker behaart. Bei den Tieren wird die Behaarung je nach Tierart auch als Fell oder Wolle bezeichnet.

Im Gegensatz zu einigen anderen Klassen verfügen Säugetiere über eine gleichbleibende Körpertemperatur, was bedeutet, dass sie zu den gleichwarmen bzw. homoiothermen Arten gehören. Außerdem sind die meisten Arten lebend gebärend.

Größen- und gewichtsmäßig unterscheiden sich Säugetiere sehr voneinander. Während einige Spitzmausarten gerade einmal zwei Gramm auf die Waage bringen, wiegen andere Säugetierarten bis zu 150 Tonnen.

Haare

Manche Säugetierarten, wie etwa die Wale, sind haarlos. Doch auch deren Vorfahren waren behaart und immerhin während der Zeit als Embryo weisen auch diese Tiere Haarwuchs auf.

Der hauptsächliche Bestandteil der Haare - die die meisten Arten am überwiegenden Teil des Körpers aufweisen - ist das Protein Keratin. Das Fell hat dabei unterschiedliche Funktionen:

  • Wärmergulierung: Isolierung bei Kälte und Schutz bei Hitze
  • Anordnung und Färbung: Sichtschutz, Tarnung, Warnung gegenüber Fressfeinden
  • Geschlechtsunterscheidung: z.B. haben Löwen eine Mähne
  • Kommunikation: Warnung, Fluchtsignal
  • Tastsinn
  • Filter- und Schutzfunktion: Nasenhaare, Wimpern, Ohrenhaare, Augenbrauen

Einige Säugetiere, wie etwa das Stachelschwein oder der Igel, ist ein Teil der Haare durch Stacheln ersetzt worden. Diese dienen dem zusätzlichen Schutz vor Fressfeinden.

Zähne

Was das Gebiss angeht, so liegt in der Regel eine heterodonte Form mit Schneidezähnen, Eckzähnen sowie zwei Backenzahnarten vor. Bei den meisten Arten ist zudem ein einmaliger Zahnwechsel zu verzeichnen.

Teils gibt es wurzellose Zähne, wie etwa bei Nagetieren oder Elefanten. Diese werden durch Abrieb abgenutzt und wachsen zeitlebens weiter.

Gehörknöchelchen

Die Gehörknöchelchen zählen ebenfalls zu den exklusiven Merkmalen der Säugetiere. Sie bestehen aus Hammer, Amboss und Steigbügel und befinden sich im Mittelohr. Durch sie können Schwingungen des Trommelfells aufgenommen und ans Innenohr weitergeleitet werden.

Weitere Unterscheidungsmerkmale

Zu den weiteren Exklusivmerkmalen der Säugetiere gehören

  • ein Zwerchfell
  • ein sekundärer Gaumen
  • ein gut entwickeltes Gehirn
  • ein Lungen- und ein Körperkreislauf (wie bei Vögeln)
  • weder Zellkern noch sonstige Organellen in den roten Blutkörperchen
  • Henle’sche Schleifen in den Nieren (wie bei Vögeln)

Lebensraum

Als Lebensräume kommen für Säugetiere das Land, die Luft und das Wasser in Betracht. Die meisten Arten bevölkern allerdings das Land. Auch unter der Erde können Säugetiere leben, als Beispiel sei der Maulwurf erwähnt.

Viele Säugetiere leben in Gruppen zusammen, man spricht dann von einem sozialen Gefüge. Einige leben als Einzelgänger, wobei auch diese sich häufig während der Paarungszeit zu lockeren Verbänden zusammenschließen. Zudem gibt es

  • tagaktive
  • dämmerungsaktive
  • nachtakive sowie
  • tag- und nachtaktive (kathemerale)

Arten. Beinahe alle Regionen der Erde wurden von Säugetieren besiedelt und sie sind in den meisten Lebensräumen zu finden, auch in Regenwäldern, Wüsten, den Polarregionen sowie den Hochgebirgen. Keine Säugetiere hingegen gibt es im Inneren des antarktischen Kontinents.

Ernährung

Zu den weiteren anatomischen Eigenschaften zählt die Ausprägung eines heterodonten Gebisses, bei einigen Arten besitzen die Zähne keine Wurzeln. Sie wachsen zeitlebens nach und nutzen durch einen regelmäßigen Abrieb an den Kauflächen ab.

Nagetiere

Zu dieser Ordnung zählen unter anderem die Nagetiere, zu denen auch das Hauskaninchen oder Meerschweinchen gehören. Sie sind Pflanzenfresser.

Hauskaninchen sind beinahe den ganzen Tag damit beschäftigt, Nahrung zu zerkleinern. Ansonsten käme es zu Zahnfehlstellungen und damit verbundene anderweitige gesundheitliche Probleme. Nagetiere sollten stets ausreichend Raufutter zur Verfügung haben.

Allesfresser und Fleischfresser

Andere Säugetiere wie das Hausschwein und der Mensch sind Allesfresser. Sie ernähren sich sowohl von tierischer als auch von pflanzlicher Kost. Fleischfresser hingegen, zu denen beispielsweise die Ordnung der Raubtiere gehört, benötigen fast ausschließlich Futter tierischer Herkunft.

Ein typisches Merkmal für den Fleischfresser ist sein verhältnismäßig kurzer Verdauungstrakt. Viele Fleischfresser besitzen stark ausgeprägte Reißzähne. Doch nicht alle Fleischfresser sind Raubtiere - und nicht alle Raubtiere sind Fleischfresser.

Hörvermögen

Wie bereits erwähnt, verfügen alle Säugetiere über drei Gehörknöchelchen, mit denen sie Schwingungen des Trommelfells aufnehmen und an das Innenohr weiterleiten können. Dennoch unterscheidet sich das Hörvermögen der Arten sehr stark untereinander.

Ein sehr gut hörendes Säugetier ist der Hund. Er übertrifft das Hörvermögen des Menschen, indem er selbst Töne in einem Frequenzbereich bis zu 50 Kilohertz aufnehmen kann. Die Fähigkeiten aller anderen Sinnesorgane sind ebenfalls unterschiedlich stark ausgeprägt und an den jeweiligen Lebensraum angepasst.

Fortpflanzung

Säugetiere werden in drei Unterklassen eingeteilt. Es gibt

  • Ursäuger (Kloakentiere)
  • Beuteltiere (Beutelsäuger) und
  • Höhere Säugetiere (Plazentatiere).

Ursäuger oder auch Kloakentiere verfügen über eine gemeinsame Körperöffnung für die Fortpflanzungs- und Ausscheidungsorgane. Sie bringen keine lebenden Jungtiere zur Welt, sondern legen Eier.

Beuteltiere oder Beutelsäuger verfügen über einen verdoppelten Fortpflanzungstrakt. Die Tragzeit ist mit 12 bis 43 Tagen nur sehr kurz. Für die Geburt wird bei vielen dieser Art ein Geburtskanal gebildet, welcher zwischen den beiden Vaginae liegt; durch diesen kommen die Neugeborenen zur Welt.

Die meisten Säuger sind der Gruppe der Höheren Säugetiere oder Plazentatiere zuzuordnen. Bedeutendes Merkmal ist hier das lange Heranwachsen des Jungtiers im Mutterleib, was durch eine Barriereschicht, den Trophoblast, ermöglicht wird.

Grundinformationen und Hinweise zu Tieren

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: cute baby orangutan © Eric Gevaert - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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