Klassische Musik (Klassik) - Geschichte, Merkmale und bekannte Musiker

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Unter klassischer Musik versteht man Musik, die für ein klassisches Orchester geschrieben wird. Darüber hinaus lässt sich die klassische Musik in verschiedene Epochen einteilen.

Die Bezeichnung klassische Musik dient als Oberbegriff für die Musik der Klassik, zu der die Frühklassik und die Wiener Klassik zählen. Zusammenfassend steht sie aber ebenso für die Musik des Mittelalters, die Renaissancemusik und die Barockmusik. In der Regel ist mit klassischer Musik jedoch Musik gemeint, die zwischen der Barockzeit und der Romantik, also etwa zwischen 1750 und 1830 entstand.

Zu dieser Ära zählen Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Joseph Haydn, die die Klassik entscheidend prägten.

Merkmale der klassischen Musik

Ein typisches Merkmal der klassischen Musik ist, dass sie entweder für ein klassisches Orchester oder eine Kombination aus orchestertypischen Instrumenten und Gesang komponiert wird. Der Begriff Klassisch bezieht sich also auf die Instrumente, die sich von der meist elektronischen Popmusik unterscheiden.

Darüber hinaus gilt klassische Musik als anspruchsvolle und ernste Musik, die nicht ausschließlich der Unterhaltung dient.

Da allerdings auch schon im Mittelalter und in der Barockzeit Musik zu Unterhaltungszwecken komponiert wurde, kommt es nicht selten zu einem Verschwimmen der Grenzen.

Barockmusik

Der Klassik voraus ging die Epoche der Barockmusik, die sich von etwa 1600 bis 1750 erstreckte. In dieser Zeit wurde das Dur-Moll-System entwickelt, das die Basis der abendländischen Klassik bildete. Die Dur-Moll-Harmonik löste die bis dahin gebräuchlichen Kirchentonarten ab und erweiterte das Spektrum musikalischer Ausdrucksformen erheblich.

Darüber hinaus entstanden während der Barockzeit bedeutende neue Musikgattungen wie Kantate, Konzerte und Opern. Zu den bedeutendsten Komponisten der Barockzeit zählen u.a. Johann Sebastian Bach (1685-1750), Georg Friedrich Händel (1685-1759) und Antonio Vivaldi (1678-1741).

Frühklassik

Die klassische Musik der Klassik lässt sich in zwei Phasen unterteilen. Dies sind die Frühklassik, die von 1730 bis 1770 andauerte, sowie die Wiener Klassik, mit der der Zeitraum zwischen 1770 bis etwa 1830 gemeint ist. Die Frühklassik bildet den Anschluss an die bis 1750 gehende Barockzeit. Dabei kommt es zu einer Überlagerung mit dem ab 1730 einsetzenden Spätbarock.

Merkmale der Frühklassik

Die Frühklassik weist einige wichtige Merkmale auf. So trägt allein eine oben aufliegende Melodie den Ausdruck, anstelle eines polyphonen Geflechts aus selbstständigen Stimmen. Außerdem löst die vertikale Satztechnik die lineare Satztechnik ab. Weitere Merkmale sind klangfüllende Mittelstimmen, die Verwendung mehrerer Themen sowie der Einsatz von Mischklang-Orchestern.

Anstelle eines Cembalos kommt ein Hammerklavier zum Einsatz.

Vertreter der Frühklassik

Zu den bedeutendsten Vertretern der Frühklassik gehören vor allem die von Johann Stamitz (1717-1757) gegründete Mannheimer Schule, der u.a. Christian Cannabich (1731-1798), Franz Xaver Richter (1709-1798) und Karl Joseph Toeschi (1731-1788) angehörten, sowie die Wiener Schule mit den Komponisten und Musikpädagogen Matthias Georg Monn (1717-1750) und Georg Christoph Wagenseil (1715-1777).

Aber auch heute fast vergessene Komponisten wie zum Beispiel Johann Gottlieb (1703-1771), Johann Friedrich Agricola (1720-1774) und Johann Joachim Quantz (1697-1773) gelten als Vertreter der Frühklassik.

Wiener Klassik

Die wohl prägendste Stilrichtung der europäischen Kunstmusik ist die Wiener Klassik. Aus dieser Ära gingen einige der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte wie Ludwig van Beethoven (1770-1824), Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Joseph Haydn (1732-1809) hervor. Alle drei Komponisten hatten miteinander gemeinsam, dass sie unterschiedliche Musik- und Kompostionsarten, die vom Volkslied bis zur Polyphonie der Barockzeit reichten, beherrschten.

Zu den typischen Merkmalen ihrer Kompositionen werden Verfahren wie die motivisch-thematische Arbeit, der durchbrochene Stil sowie das obligate Akkompagnement gezählt, die in beinahe sämtlichen Musikgattungen zur Anwendung kommen.

Durch die Wiener Klassiker stieg die Instrumentalmusik zu einer selbstständigen Kunstform auf. Da die Stadt Wien als Hintergrund dieser bedeutenden Entwicklungen diente, bezeichnet man diese Epoche der klassischen Musik als Wiener Klassik.

Klassische Musik in der Gegenwart

Die klassische Musik blieb bis ins 19. Jahrhundert die bedeutendste Musikrichtung. Erst im frühen 20. Jahrhundert lösten sie neue Musikstile wie Folk, Swing und Jazz ab. Außerdem erfolgte eine Abgrenzung zur modernen Unterhaltungsmusik. Diese Grenzen verschwammen jedoch in den letzten Jahrzehnten wieder miteinander.

Ein Paradebeispiel dafür liefert die Filmmusik, die häufig klassische symphonische Musik mit populärer und elektronischer Musik für das Untermalen von Filmszenen verbindet. Gleichzeitig macht sie den klassischen Musikstil einem Publikum zugänglich, dass sich sonst eher der modernen Unterhaltungsmusik zuwendet.

Quellenangaben

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Kommentare (1)

Lesi
Lesi
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Ich finde den Artikel sehr interessant und würde mich gerne in einer Hausarbeit auf ihn beziehen. Um eine Internetquelle anzugeben bräuchte ic...

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