Klassische Musik (Klassik) - Geschichte, Merkmale und bekannte Musiker

Rückansicht Dirigent dirigiert Orchester

Zu den hauptsächlichen Bestandteilen der klassischen Musik zählen die Frühklassik und die Wiener Klassik - heutzutage macht sie auch einen wichtigen Teil der Filmmusik aus

Unter klassischer Musik versteht man Musik, die für ein klassisches Orchester geschrieben wird. Darüber hinaus lässt sich die klassische Musik in verschiedene Epochen einteilen.

Die Bezeichnung "klassische Musik" dient als Oberbegriff für die Musik der Klassik, zu der die Frühklassik und die Wiener Klassik zählen. Zusammenfassend steht sie aber ebenso für

  • die Musik des Mittelalters
  • die Renaissancemusik und
  • die Barockmusik.

In der Regel ist mit klassischer Musik jedoch Musik gemeint, die zwischen der Barockzeit und der Romantik, also etwa zwischen 1750 und 1830, entstand. Zu dieser Ära zählen Komponisten wie

die die Klassik entscheidend prägten.

Merkmale der klassischen Musik

Ein typisches Merkmal der klassischen Musik ist, dass sie entweder für ein klassisches Orchester oder eine Kombination aus orchestertypischen Instrumenten und Gesang komponiert wird. Der Begriff "Klassisch" bezieht sich also auf die Instrumente, die sich von der meist elektronischen Popmusik unterscheiden.

Darüber hinaus gilt klassische Musik als anspruchsvolle und ernste Musik, die nicht ausschließlich der Unterhaltung dient. Da allerdings auch schon im Mittelalter und in der Barockzeit Musik zu Unterhaltungszwecken komponiert wurde, kommt es nicht selten zu einem Verschwimmen der Grenzen.

Die klassische Musik wird immer mit Instrumenten und niemals mit Elektronik produziert
Die klassische Musik wird immer mit Instrumenten und niemals mit Elektronik produziert

Barockmusik

Der Klassik voraus ging die Epoche der Barockmusik, die sich von etwa 1600 bis 1750 erstreckte. In dieser Zeit wurde das Dur-Moll-System entwickelt, das die Basis der abendländischen Klassik bildete. Die Dur-Moll-Harmonik löste die bis dahin gebräuchlichen Kirchentonarten ab und erweiterte das Spektrum musikalischer Ausdrucksformen erheblich.

Darüber hinaus entstanden während der Barockzeit bedeutende neue Musikgattungen wie Kantate, Konzerte und Opern. Zu den bedeutendsten Komponisten der Barockzeit zählen u.a.

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750)
  • Georg Friedrich Händel (1685-1759) und
  • Antonio Vivaldi (1678-1741).
Bach, Händel und Vivaldi als bekannte Komponisten der Barockmusik
Bach, Händel und Vivaldi als bekannte Komponisten der Barockmusik

Frühklassik

Die klassische Musik der Klassik lässt sich in zwei Phasen unterteilen. Dies sind die Frühklassik, die von 1730 bis 1770 andauerte, sowie die Wiener Klassik, mit der der Zeitraum zwischen 1770 bis etwa 1830 gemeint ist.

Die Frühklassik bildet den Anschluss an die bis 1750 gehende Barockzeit. Dabei kommt es zu einer Überlagerung mit dem ab 1730 einsetzenden Spätbarock.

Merkmale der Frühklassik

Die Frühklassik weist einige wichtige Merkmale auf. So trägt allein eine oben aufliegende Melodie den Ausdruck, anstelle eines polyphonen Geflechts aus selbstständigen Stimmen. Außerdem löst die vertikale Satztechnik die lineare Satztechnik ab. Weitere Merkmale sind

  • klangfüllende Mittelstimmen
  • die Verwendung mehrerer Themen sowie
  • der Einsatz von Mischklang-Orchestern.

Anstelle eines Cembalos kommt ein Hammerklavier zum Einsatz. Die Frühklassik sollte sich von der biederen Barockmusik abheben; ein galanter, anmutiger und leichter Stil war geboren.

Der Einsatz von Mischklang-Orchestern kam in der Frühklassik auf
Der Einsatz von Mischklang-Orchestern kam in der Frühklassik auf

Vertreter der Frühklassik

Zu den bedeutendsten Vertretern der Frühklassik gehören vor allem die von Johann Stamitz (1717-1757) gegründete Mannheimer Schule, der u.a.

  • Christian Cannabich (1731-1798)
  • Franz Xaver Richter (1709-1798) und
  • Karl Joseph Toeschi (1731-1788)

angehörten, sowie die Wiener Schule mit den Komponisten und Musikpädagogen Matthias Georg Monn (1717-1750) und Georg Christoph Wagenseil (1715-1777). Aber auch heute fast vergessene Komponisten wie zum Beispiel

  • Johann Gottlieb (1703-1771)
  • Johann Friedrich Agricola (1720-1774) und
  • Johann Joachim Quantz (1697-1773)

gelten als Vertreter der Frühklassik.

Ein mit Pilzen behandeltes Geigenholz klingt besser als eine Stradivari

Gitarrenbauer Michael Rohheimer baute Geige aus mit Pilzen behandeltem Holz

Junge Frau liegt auf Boden, daneben Geige
violino,viola,musica © fepi - www.fotolia.de

Der Schweizer Michael Rohnheimer ist Geigenbauer und hat jetzt, in Zusammenarbeit mit Forschern, für den Bau einer Geige ein mit Pilzen behandeltes Holz verwendet. Aus Anlass der Osnabrücker Baumpflege-Tage wurde jetzt ein Vergleichstest gemacht zwischen dem Klang der Geige von Michael Rohnheimer und einer echten Stradivari aus dem Jahr 1711. Als Geiger hatte man den britischen Star-Violinisten Matthew Trusler eingeladen, der auf den beiden Instrumenten, verdeckt hinter einem Vorhang, spielte.

Pilze sorgen für Wärme beim Geigenklang

Das Publikum sowie auch die Fachjury sprachen sich mit großer Mehrheit für den Klang der mit Pilzen behandelten Geige aus. Wie der Geigenbauer erklärt, wird durch die Pilze die Struktur des Holzes in seiner Dichte verändert und das Material homogener, so dass dann der Klang wärmer wird. Der Klang einer Geige hängt sehr viel von dem verwendeten Holz ab und durch das angewendete Verfahren erreichte man eine Spitzenqualität.

Aber wenn man den Wert der beiden Geigen vergleicht, so muss man für die Geige des Schweizers nur 25.000 Franken, das sind etwa 16.500 Euro, ausgeben, die Stradivari von Matthew Trusler wird dagegen auf den Wert von zwei Millionen Dollar geschätzt.

Tatjana Masurenko - Bratschistin mit Tiefgang

Der schlechte Ruf der Bratschisten wird ihnen nicht gerecht. Der Volksmund hält sie für träge Musiker in den letzten Reihen und das umfangreiche Witz-Repertoire trägt auch nicht gerade dazu bei, ihr Ansehen zu steigern. Dennoch erlebte die Musikerszene in den letzten Jahren ein Revival, sie wurde größer, vielfältiger und brachte großartige Musiker wie die Bratschistin Tatjana Masurenk hervor.

Die engagierte Kammermusikerin und Pädagogin stammt aus einer russischen Jazz-Musikerfamilie. Bekannt wurde sie durch die einzigartige und warme Intensität ihres Spiels, die auch sehr experimentelle Tongestaltungen annehmen kann. Seit 2003 leitet sie eine Professur für Viola an der Leipziger Musikhochschule, sowie internationale Meisterkurse. Sie ist regelmäßige Gastsolistin des Gewandhausorchesters in Leipzig, der St. Petersburger Philharmonie und dem Hongkong Symphony Orchestra.

Wiener Klassik

Die wohl prägendste Stilrichtung der europäischen Kunstmusik ist die Wiener Klassik. Aus dieser Ära gingen einige der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte wie Ludwig van Beethoven (1770-1824), Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Joseph Haydn (1732-1809) hervor. Alle drei Komponisten hatten miteinander gemeinsam, dass sie unterschiedliche Musik- und Kompostionsarten, die vom Volkslied bis zur Polyphonie der Barockzeit reichten, beherrschten.

Zu den typischen Merkmalen ihrer Kompositionen werden Verfahren wie

  • die motivisch-thematische Arbeit
  • der durchbrochene Stil sowie
  • das obligate Akkompagnement

gezählt, die in beinahe sämtlichen Musikgattungen zur Anwendung kommen.

Durch die Wiener Klassiker stieg die Instrumentalmusik zu einer selbstständigen Kunstform auf. Da die Stadt Wien als Hintergrund dieser bedeutenden Entwicklungen diente, bezeichnet man diese Epoche der klassischen Musik als Wiener Klassik.

Einige der bedeutensten Komponisten der Musikgeschichte gingen aus der Wiener Klassik hervor
Einige der bedeutensten Komponisten der Musikgeschichte gingen aus der Wiener Klassik hervor

Merkmale

Die Komponisten der Wiener Klassik haben mitunter die Eigenschaften des Empfindsamen sowie des Galanten Musikstils miteinander kombiniert. Somit ergaben sich beispielsweise folgende Merkmale:

  • Natürlichkeit
  • eine dominante Melodiestimme
  • einfache, harmonische Abläufe
  • einfache Melodiephrasen mit vielen Wiederholungen
  • elegante Melodik
  • emotional
  • Ausdruck von Gefühlen
  • wechselnde Dynamik

Zu den wichtigsten Formen der Wiener Klassik zählen das Konzert, die Sinfonie sowie das Streichquartett. Die Musik war nicht nur der Oberschicht vorbehalten sondern gezielt auch für die Unterschicht geschrieben.

Klassische Musik in der Gegenwart

Die klassische Musik blieb bis ins 19. Jahrhundert die bedeutendste Musikrichtung. Erst im frühen 20. Jahrhundert lösten sie neue Musikstile wie Folk, Swing und Jazz ab.

Außerdem erfolgte eine Abgrenzung zur modernen Unterhaltungsmusik. Diese Grenzen verschwammen jedoch in den letzten Jahrzehnten wieder miteinander.

Ein Paradebeispiel dafür liefert die Filmmusik, die häufig klassische symphonische Musik mit populärer und elektronischer Musik für das Untermalen von Filmszenen verbindet. Gleichzeitig macht sie den klassischen Musikstil einem Publikum zugänglich, dass sich sonst eher der modernen Unterhaltungsmusik zuwendet.

Eine Etüde von Chopin ist für französische Radiohörer das schönste Klavierstück

"Tristesse" - Radiohörer in Frankreich wählen schönste Klaviermusik

Grafik Klaviertasten, Notenschlüssel, Noten
music grunge © Freesurf - www.fotolia.de

Die französischen Radiohörer vom Sender Radio Classique wurden gebeten sich an der Wahl ihres beliebtesten Klavierstückes zu beteiligen. Teilgenommen haben 30.000 Hörer und die meisten entschieden sich für ein eher melancholisches Stück von Frédéric Chopin, die E-Dur-Etüde Nr. 3 aus op. 10, die man auch kurz als "Tristesse" bezeichnet.

Zahlreiche beliebte Interpretationen

Vielleicht haben auch viele Franzosen dieses Stück mit einem Chanson von Serge Gainsbourg in Verbindung gebracht, der im Jahr 1984 dies in seinem Hit "Lemon Incest" verarbeitet hatte. Aber auch viele andere bekannte Sänger haben dieses Stück gesungen, so unter anderem auch Jose Carreras. Bei uns in Deutschland ist es auch unter dem Titel "In mir klingt ein Lied" bei Freunden der Klassik bekannt.

Auf den Plätzen zwei und drei folgten die "Mondschein-Sonate" von Ludwig van Beethoven und die "Ungarische Melodie" von Franz Schubert. Die Hörer konnten aus 50 verschiedenen Titel ihren Favoriten auswählen, wobei die meisten von deutschen Komponisten stammten, so also Schubert, Beethoven, Schumann und Brahms.

Neue Komposition eines Klavierkonzertes von Ellen Taaffe Zwilich

Schwarzes Klavier steht auf einem roten Teppich in einer katholischen Kirche
Piano In A Catholic Church © Creative Dreambox - www.fotolia.de

Jetzt sollen bestimmte Klavierkompositionen der amerikanischen Komponistin Ellen Taaffe Zwilich, geboren am 30. April 1939 in Miami, zusammengestellt werden, woran sich 50 bis 100 Orchester auf der Welt beteiligen. Die Federführung wird vom Louisiana Philharmonic Orchestra übernommen und unter anderem beteiligen sich die amerikanischen Orchester von San Diego, Louisville sowie South Arkansas.

In Amerika werden Kompositionen von Ellen Taaffe Zwilich sehr viel aufgeführt und im Jahr 1983 hat sie den Pulitzer-Preis für Musik erhalten. Der Pulitzer-Preis ist nach dem aus Österreich-Ungarn stammenden Journalisten und Zeitungsverleger Joseph Pulitzer benannt und wird seit 1917 in Amerika für Reportagen, Fotos, Bücher und Musikaufnahmen verliehen.

Im nächsten Jahr wird eine neue CD mit einer früheren Komposition 'Millennium Fantasy for Piano and Orchestra' erscheinen.

Für wen hat Beethoven das Klavierstück "Für Elise" komponiert?

Hände spielen auf einem Klavier, Lichter im Hintergrund
Klavier spielen © Thomas Söllner - www.fotolia.de

Der bekannte deutsche Komponist Ludwig van Beethoven, wurde am 17. Dezember 1770 in Bonn getauft - und wahrscheinlich am Tag davor geboren und starb im Alter von 56 Jahren am 26. März 1827 in Wien. Neben zahlreichen Sinfonien, besonders bekannt ist die 9. Sinfonie mit dem Chorfinale "An die Freude", hat Beethoven nur eine einzige Oper komponiert ("Fidelio"), aber auch viele Klavierwerke. Hier ist vor allem das Stück, das jeder Klavierschüler kennt, "Für Elise" berühmt, das der Komponist 1810 schrieb.

Doch wer war "Elise", beziehungsweise wen meinte Beethoven damit? Mit dieser Frage hat sich eine kanadische Forscherin beschäftigt und kam zu dem Ergebnis, dass es sich höchst wahrscheinlich um die Kammersängerin Elise Barensfeld handelt, die am 1796 in Regensburg geboren wurde. Diese Sängerin war die spätere Lebensgefährtin von Beethovens Freund Johann Nepomuk Mälzel, der in Regensburg Musikinstrumente baute. Auf dem Original-Notenblatt stand die Widmung: "Für Elise am 27. April zur Erinnerung von L.v.Bthvn".

Andere Historiker glauben, dass es sich bei "Elise" und eine von Beethovens Klavierschülerinnen handelte, und zwar um Therese von Malfatti, die Tochter seines Arztes.

Grundinformationen und Hinweise zu Musik

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: dirigent © Jan Rose - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Cello Music instruments on a stage © VTT Studio - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Violinist performing with music sheet © stokkete - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Conductor directing symphony orchestra © stokkete - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Symphony orchestra performing. © Lukas Gojda - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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