Popmusik - Geschichte, Merkmale und bekannte Musiker

Popmusik dient als Oberbegriff für populäre Musikformen, die ursprünglich aus den USA stammen. Sie lässt sich in verschiedene Stilrichtungen einteilen, zu denen auch die beliebten Schlagersongs sowie Musicals zählen. Der Swing gilt dabei als Vorreiter; er sorgte dafür, dass es die neuartige Musik auch auf die Schallplatten und somit in die heimischen Wohnzimmer schaffte. Lernen Sie etwas über die Geschichte, Merkmale sowie bekannte Musiker der Popmusik.

Die Popmusik ist in den 50er Jahren entstanden - Zu den unterschiedlichen Stilrichtungen zählen u.a. Britpop und Easy Listening, Electropop und New Wave

Mit Popmusik ist Musik gemeint, die in der Mitte der 50er Jahre aus Rock'n'Roll, Folk und Beat hervorging. Diese in den USA entstandene Musikform wurde schließlich auch in Europa populär.

Seit den 60er Jahren gilt sie als Variante von afroamerikanischer Musik. Typische Merkmale der Popmusik sind ihre elektroakustische Aufbereitung sowie ihre Verbreitung durch die Massenmedien.

Weitläufig lassen sich auch

  • Schlager
  • Tanzmusik
  • Musicals
  • E-Musik
  • Filmmusik sowie
  • Jazz- und Folklore-Adaptionen

zur Popmusik zählen.

Es gibt somit Musikstücke aus verwandten Genres, die man ebenso der Popmusik zurechnet. Dazu gehören:

  • die angewandte Musik
  • die Unterhaltungsmusik
  • das unterhaltende Musiktheater
  • selbstständig gewordene Liedformen, z.B. Chancon, Couplet
  • Genremischformen wie Kabarett, Varieté, Revue
  • politische Lieder sowie
  • volkstümliche Lieder des 19. Jahrhunderts
Der große Bekanntheitsgrad von Popsongs ist ein entscheidendes Merkmal
Der große Bekanntheitsgrad von Popsongs ist ein entscheidendes Merkmal

Geschichte

Ihren Ursprung hat die moderne Popmusik in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Musik verbindet Kulturen

Musikalisch waren die USA bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eher unbedeutend. Neben den Kolonisten aus Europa lebten dort auch zahlreiche Afrikaner, die als Sklaven nach Amerika verschleppt worden waren.

Diese entstammten jedoch unterschiedlichen Kulturen und sprachen verschiedene Dialekte. Um eine eigenständige Kultur zu etablieren, schufen sie Liedgut, mit dem sie ihre Stimmung ausdrückten.

Durch den amerikanischen Bürgerkrieg erlangten die Sklaven zumindest formale Freiheit und hatten die Möglichkeit, sich einen Beruf auszusuchen. Da viele Afroamerikaner als Salonmusiker arbeiteten, fand der schwarze Musikstil zunehmend Verbreitung.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es schließlich zu einer Verschmelzung zwischen schwarzer und weißer Musik zu Ragtime, dessen bedeutendster Vertreter Scott Joplin (1867-1917) war. Im weiteren Verlauf entstanden weitere Musikstile wie Jazz und Blues.

Vom Swing bis zum Rock und Pop

In den 20er Jahren entdeckten auch die Massenmedien das neue Genre für sich. Da es nun möglich war, Schallplatten zu pressen, fand die Musik allmählich auch den Weg in die heimischen Wohnzimmer. Mit der Zeit wurde Ragtime durch Blues, Country-Musik und Swing verdrängt.

Seine größte Zeit erlebte der Swing zwischen 1935 und 1945. Zu den bekanntesten Vertretern dieser populären Musikart zählten Glenn Miller, Benny Goodman und Duke Ellington.

Als Vorreiter der Pop-Kultur gilt Elvis Presley, der King of Rock'n'Roll. So avancierte Presley zu einem der ersten großen Popstars. Anfang der 60er Jahre erlebte der Twist seine große Zeit. Danach folgte der Rock.

Ab den 60er Jahren war die Popmusik aus der Musiklandschaft schließlich nicht mehr wegzudenken und beeinflusste ganze Industriezweige. Im Laufe der Zeit entstanden die verschiedensten Popmusik-Stilarten wie zum Beispiel Britpop, Easy Listening, Electropop, sowie New Wave.

Im Folgenden gehen wir auf die unterschiedlichen Popmusik-Stile ein.

Britpop

Bei Britpop handelt es sich um eine Musikrichtung, die aus Großbritannien stammt. Sie entstand zu Beginn der 90er Jahre.

Ein typisches Merkmal des Britpop ist die Rückbesinnung auf britische Rock- und Popmusik. Zum Teil wurde der Britpop auch als Gegenbewegung zum amerikanischen Grunge betrachtet.

Merkmale des Britpop

Starken Einfluss auf die britischen Popgruppen übte die Gitarrenmusik der 60er und 70er Jahre aus. Außerdem orientierten sie sich an Vorbildern wie

Aber auch Glam Rocker wie David Bowie sowie Punk- und New Wave Gruppen wie Duran Duran, The Clash oder Sex Pistols spielten eine Rolle.

Als unmittelbare Vorläufer des Britpop gelten Independentbands aus den 80er Jahren, zu denen James, The Jesus and Mary Chain sowie The Smiths gehörten. Auch die Madchesterbewegung übte erheblichen Einfluss auf den Britpop aus.

Geschichte des Britpop

Wann genau die Geschichte des Britpop begann, ist nicht ganz klar. Als erstes Britpopalbum gilt das Debütalbum der Gruppe The Stone Roses. Aber auch die Debütalben von Oasis und Blur werden als erste Britpopalben gehandelt.

Zu den frühen Initiatoren der britischen Musikbewegung gehörte Paul Weller, dessen 1991 und 1993 erschienene Alben "Paul Weller" und "Wild Wood" als prägend für den Britpop gelten. Ebenfalls zu den bedeutendsten Vertretern der Musikrichtung zählt die Rockband Blur, die sich mit ihrem Album "Modern Life is rubbish" die Aufmerksamkeit der Medien sicherte und einen Charterfolg verbuchen konnte. So sind in dem Album zahlreiche typische Elemente des Britpop zu finden.

Seinen Zenit erreichte der Britpop in den Jahren 1994 bis 1996. Zu den prägendsten Britpop-Alben dieser Jahre zählen "Definitely Maybe" von Oasis, "Suede" von Suede und "Parklife" von Blur. Sie trugen entscheidend zum Durchbruch dieser Musikrichtung bei. Vor allem die Gruppen Oasis und Blur galten als "Kings of Britpop".

Stetiges Auf und Ab

Obwohl die meisten Bands aus England stammten, breitete sich Britpop als Musik- und Kulturbewegung über das gesamte Vereinigte Königreich aus. Ab 1997 erlebte der Britpop jedoch wieder einen Abschwung, woran auch die zahlreichen Alkohol- und Drogeneskapaden der wichtigsten Bands nicht ganz unschuldig waren.

Schließlich kam es Ende der 90er Jahre zum Auseinanderbrechen der Musikbewegung. Dennoch gibt es auch in der heutigen Zeit noch Bands, die mit Britpop erfolgreich sind, sodass der Musikstil weiterlebt.

Auch Kinder hören gerne Pomusik
Auch Kinder hören gerne Pomusik

Easy Listening

Easy Listening bedeutet übersetzt "leichtes Zuhören". Gemeint ist damit entspannende Musik, die nicht allzu sehr ablenkt. So kann man Easy Listening auch als leichte Unterhaltungsmusik bezeichnen.

Merkmale des Easy Listening

Ein typisches Merkmal von Easy Listening ist, dass es sich um instrumentale Musik mit fließenden Streicher-Arrangements handelt. Meist werden bereits bekannte Songs interpretiert.

Easy Listening ist jedoch sehr mannigfaltig. So umfasst es ebenso Schnulzen von Perry Como oder Frank Sinatra als auch Filmmusiken wie zum Beispiel von Henry Mancini oder Lalo Schifrin. Es kann sich aber auch um Hintergrundmusik handeln, die für Bars oder Lounges komponiert wird.

Geschichte des Easy Listening

Als Vorläufer des Easy Listening kann die Jazzmusik betrachtet werden. So spielte man in den 20er Jahren auf Luxusdampfern, die den Atlantik überquerten, Jazz, um die Gäste beim Essen zu unterhalten.

Seine größte Zeit erlebte das Easy Listening in den 50er und 60er Jahren. Als wichtige Vertreter des Genres gelten Sänger wie

  • Andy Williams
  • Tom Jones
  • Barry Manilow und
  • Dionne Warwick

Orchester wie das Nelson Riddle Orchestra, James Last, Ray Conniff, Bert Kaempfert oder Percy Faith, Filmkomponisten wie Henry Mancini, Burt Bacharach, Lalo Schifrin oder Martin Böttcher, Pianisten wie Richard Clayderman, Streicher wie Vanessa Mae sowie Bands wie Carpenters und The Fifth Dimension.

Electropop

Zu Popmusik kann meist gut getanzt werden
Zu Popmusik kann meist gut getanzt werden

Unter Electropop versteht man elektronische Popmusik. Ein typisches Merkmal dieser Stilart ist der Einsatz von elektronischen Instrumenten. Dazu gehören vor allem

  • Synthesizer
  • Drumcomputer und
  • Sampler.

Als Electropop gilt aber nur Musik, deren wichtigstes Element die Elektronik ist.

Geschichte des Electropop

Seit Ende der 60er Jahre griffen immer mehr Bands auf elektronische Musikinstrumente zurück, um sie für Klangexperimente zu verwenden. Bis in die späten 70er Jahre waren elektronische Instrumente wie Synthesizer jedoch sehr kostspielig, sodass sie nur wenigen Künstlern vorbehalten blieben.

Dies änderte sich allerdings, als zu Beginn der 80er Jahre preiswerte Instrumente auf den Markt kamen, wodurch ihre Verwendung immer mehr Musikern möglich wurde. So kam es in diesem Jahrzehnt zu einem deutlichen Aufschwung an Synthesizer-Bands.

Neue Musikstile

Durch das Einsetzen der Synthesizer als eigenständige Instrumente, entstanden zahlreiche neuartige Musikstile, die vom Electropop bis hin zum Electro Wave reichten. Da sich der neue Musikstil zudem als tanzbar erwies, konnten viele Electropop-Bands auch kommerzielle Erfolge verbuchen.

Erfolgreiche Vertreter des Electropop waren

  • Savage
  • Gazebo
  • C. C. Catch
  • Fancy und
  • die Bad Boys Blue.

Bis 1985 gelang der elektronischen Musik der endgültige Durchbruch. Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre gewannen Techno und House zunehmend an Bedeutung. So kam es zur Entwicklung der Dance Music, die traditionelle Popmusik mit House verband.

In der Mitte der 90er Jahre fand jedoch eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des Electropops statt. So unternahmen zahlreiche Bands den Versuch, an den Pop-Stil der 80er Jahre anzuknüpfen, was zur Electroclash-Welle führte. Auch heute noch ist der Electropop sehr beliebt.

Live-Konzerte von Popmusikern sind sehr beliebt
Live-Konzerte von Popmusikern sind sehr beliebt

New Wave

Übersetzt bedeutet der Begriff New Wave "Neue Welle". In den späten 70er Jahren verwendete man ihn für die Punk-Bewegung. Später diente New Wave als Bezeichnung für Bands, die aus der Punk-Bewegung hervorgingen oder von ihr beeinflusst wurden.

Geschichte des New Wave

In den 70er Jahren erhielt die Punk-Bewegung die Bezeichnung New Wave, weil man sie als neue Welle ansah. So bedeutete diese Bewegung in ihrer Gesamtheit aus Musik, Mode und psychologischer Einstellung seinerzeit etwas vollkommen Neues. Zudem betrachtete man sie als Reaktion auf die Rockmusik der 70er Jahre, die sich vom Publikum zunehmend entfernte.

Da man jedoch annahm, dass die Punk-Bewegung nur von vorübergehender Dauer war, wurde sie als Welle bezeichnet. Zu den frühen New Wave Bands gehörten zum Beispiel

  • Ramones
  • The Cars
  • Television
  • The Damned
  • Talking Heads und
  • The Jam.

Zweiteilung des Punks

In den späten 70er Jahren kam es jedoch zu einer Zweiteilung des Punk, der tatsächlich rasch wieder an Bedeutung verlor. So entwickelten sich zu Beginn der 80er Jahre der experimentelle Post Punk sowie die New Wave, in der Punk-Elemente mit Synthesizern vermischt wurden und die sich mehr an den Mainstream wandte.

Ein typisches Merkmal der New Wave Bands war der zunehmende Einsatz von Keyboards. New Wave profitierte in den 80er Jahren auch von dem Start des US-Musiksenders MTV, der seinerzeit zahlreiche New Wave Videos sendete. Auch in Deutschland konnte die Musikrichtung durch die Sendung Formel Eins Fuß fassen.

Einige Jahre später verlor New Wave jedoch zunehmend an Bedeutung und wurde von Eurodisco und HI-NRG abgelöst. Darüber hinaus entfernten sich immer mehr Künstler der New-Wave-Szene von ihren Punk-Wurzeln.

Zu den bedeutendsten New-Wave-Vertretern gehörten

  • Blondie
  • Adam Ant
  • The Jam
  • Duran Duran
  • The Pretenders
  • The Stranglers
  • Elvis Costello und
  • Dexy's Midnight Runners.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:
Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • love your music © Andres Rodriguez - www.fotolia.de
  • Teenagers at summer music festival having good time © Halfpoint - www.fotolia.de
  • brother and sister listening to headphones © Marzanna Syncerz - www.fotolia.de
  • digital music © Jaimie Duplass - www.fotolia.de
  • Cheering crowd at concert, musicians on the stage © DWP - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema