10. Februar 2012
Bevor man an unbekannten Symptomen der Katze selbst herumdoktert und so die Sache eventuell verschlimmert, ist es ratsam, den Tierarzt aufzusuchen. Es gibt aber Fälle, wo ein ersthelferisches Eingreifen des Katzenbesitzers vor dem Tierarztgang geboten ist und im Einzelfall sogar Leben retten kann.
Günstig ist es, wenn der noch nicht ganz so erfahrene Katzenbesitzer einen "Erste Hilfe bei der Katze"-Kurs absolviert hat. Ist ihm dies nicht möglich, bietet der Handel viele reich bebilderte Bücher mit Notfall-Maßnahmen. Optimalerweise hat der Katzenbesitzer dieses Buch zwei oder dreimal durchgearbeitet, bevor etwas passiert ist. Wer im akuten Notfall erst einmal lange herumblättern muss, verschenkt kostbare Zeit.
So ist es beispielsweise gut, schon im Vorfeld zu wissen, dass beispielsweise die von einer Verbrennung betroffene Stelle sofort für ungefähr zwanzig Minuten mit kaltem Wasser gespült werden sollte und mögliche offene Brandwunden erst dann mit einer sterilen Mullbinde (oder notfalls auch einem sauberen Handtuch) abgedeckt werden sollten.
Ein Tierarzt sollte immer hinzugezogen werden, da auch relativ kleine Verbrennungen durch die Entzündungsreaktion der Haut und den allgemeinen Flüssigkeitsverlust einen Schock auslösen können.
Erste Hilfe ist zum Beispiel auch bei allergischen Reaktionen auf Insektenstiche, bei drohendem Ertrinken, Problemen bei der Geburt, Hitzschlag, Schock, Knochenbrüchen oder Vergiftungen bzw. Verbrennungen geboten. Die oberste Regel für den umsichtigen Besitzer sollte lauten, sich dem verletzten Tier behutsam zu nähern und beruhigend auf es einzureden.
Ist das Tier bewusstlos, sollten die Lebensfunktionen geprüft werden. Bei nicht mehr wahrnehmbarer Atembewegung kann es beispielsweise vonnöten sein, sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen – Freilegen der Atemwege, Mund-zu-Schnauze-Beatmung und Reanimation des Kreislaufes – zu ergreifen. Auch der Pupillenreflex kann Auskunft darüber erteilen, ob das Tier noch zu retten ist. Verengen sich die Pupillen unter Taschenlampenstrahl, muss unverzüglich mit der Wiederbelebung begonnen werden.
Findet man sich mit einer hellrot pulsierenden Blutung konfrontiert, kann es sich um eine Schlagaderblutung handeln. Auch diese ist ein Notfall, der sofortiges Handeln verlangt: Sie muss mit einem sauberen Taschentuch fest abgedrückt werden, während die Katze zur Tierklinik transportiert wird bzw. während man auf das Eintreffen des Tiernotarztes wartet.
Der Transport selbst sollte in einem geeigneten Behälter oder mit Hilfe einer zweiten Person erfolgen. Ist das Tier gelähmt, muss es auf einem Brett o.ä. gelagert werden, um Schäden am Rückenmark zu verhindern.
Günstig ist es, eine Art Notfallapotheke für die Katze im Hause zu haben. In diese gehören neben Verbänden, Gazetupfern und selbstklebenden Binden eine Jod-Lösung zur Desinfektion sowie eine "Ringer-Lösung" genannte sterile Elektrolytlösung, mit der beispielsweise Fremdkörper aus den Augen der Katze gespült werden können.
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