Sportfotografie - Merkmale, Voraussetzungen und Ausrüstung

Die Sportfotografie stellt an den Fotografen und seine Ausrüstung besonders hohe Ansprüche. Ob in der Luft, zu Lande, auf oder unter dem Wasser; überall soll der Sport in Bildern aufgenommen und dokumentiert werden. Um als Sportfotograf arbeiten zu können, braucht es vor allen Dingen eine solide Ausbildung sowie Interesse am Sport. Informieren Sie sich über die Merkmale, Voraussetzungen und wichtige Ausrüstung der Sportfotografie.

Um als Sportfotograf tätig sein zu können, bedarf es einer speziellen Ausrüstung, die an das jeweilige Event angepasst werden muss - doch es gibt noch weitere Voraussetzungen

Sport ist die schönste Nebensache der Welt. Zugleich ist sie heutzutage eine der wichtigsten. Das gilt für die Sportler ebenso wie für diejenigen, die an und mit dem Sport ihren Lebensunterhalt verdienen oder sich etwas hinzuverdienen.

Dazu gehört auch die Sportfotografie. Sie ist eine bildliche Aufnahme und Dokumentation sowohl des Sportereignisses selbst als auch der Sportveranstaltung. Des Weiteren wird aber auch die Bildaufnahme schnell bewegter Objekte zur Sportfotografie gezählt, auch wenn die Fotos nicht in den Sportbereich fallen.

Sportfotografie ist ebenso vielseitig wie vielfältig. Wer auf Fußball fokussiert ist, der wird sich als Sportfotograf beim Tauchsport oder beim Schnorcheln schwertun. Jeder Sport ist anders, und um ihn zu fotografieren, wird eine andere Fotoausrüstung benötigt.

Das gilt ebenso für den Schachsport. Am Schachbrett ist nichts schlimmer als Hektik. Das wechselseitige Bedienen der Schachuhr ist die nahezu einzige Bewegung der beiden Schachspieler. Und bei einem Blitzschachturnier muss lediglich schneller gedacht werden.

Sportfotos haben oftmals eine sehr spektakuläre Wirkung. Der Vordergrund liegt im Fokus, während der Hintergrund mitunter vollständig verschwimmt. Häufig handelt es sich um Großaufnahmen, für die starke Teleobjektive mit geringer Schärfentiefe verwendet werden.

Voraussetzungen

Sportfotografen sollten einige Voraussetzungen mitbringen, um in diesem Beruf zu arbeiten. Zwei Dinge sind dabei essentiell: eine solide fotografische Ausbildung sowie das Interesse am Sport. Fehlt einer dieser Faktoren, wird man kaum mit zufriedenstellenden Ergebnissen rechnen können.

Was die Ausbildung eines Sportfotografen angeht, sollte zunächst bei der Basis angefangen werden, bevor man sich im Sportbereich spezialisert. Wie die Ausbildung zum Fotografen aussieht, zeigen wir hier.

Beherrscht man die Grundlagen der Fotografie, kann man sich in verschiedensten Lehrgängen, Kursen sowie mithilfe von Literatur und ganz wichtig: durch Übung, Ausprobieren und Experimentieren, in der Sportfotografie einen Namen machen.

Seine Kamera sollte man in- und auswendig kennen und in jeglicher Situation richtig bedienen können. Natürlich spielt in diesem Zusammenhang die passende Ausrüstung eine wichtige Rolle, auf die wir im nächsten Punkt eingehen.

Neben dem technischen Verständnis und dem richtigen Equipment ist auch das richtige Verhalten vor Ort ein wichtiger Punkt. Das dringende Bedürfnis, unbedingt in erster Reihe zu stehen, um das beste Foto zu bekommen, ist weit verbreitet - sowohl im Amateur-, als auch im Profibereich. Je nach Sportart kann dies jedoch gefährlich werden und der vorderste Platz bietet auch nicht immer die beste Fotogelegenheit.

Als Sportfotograf sollte man niemals Einfluss auf das Geschehen nehmen. Auch in sehr spektakulären Situationen gilt es, einen kühlen Kopf zu behalten und stets die Regeln des Veranstalters befolgen. Diese sind mittlerweile teils sehr streng, da es Sportfotografen immer wieder zu weit treiben, indem sie die Aufmerksamkeit auf sich lenken und dadurch das Sportereignis stören.

Besonders zu Beginn der Karriere, aber auch generell, eignen sich Amateurveranstaltungen häufig am besten für die Sportfotografie. Hier muss man nicht auf mögliche Fernsehkameras achten und hat mehr Freiheiten, was seine Arbeitsweise angeht.

Ausrüstung

Die Besonderheiten der Ausrüstungsgegenstände für die Sportfotografie werden von dem Sport selbst bestimmt. Jede Sporthalle hat eigene Lichtverhältnisse. Die Luxzahl der Kunstbeleuchtung variiert, die natürliche Beleuchtung muss bei vielen Hallensportarten abgedunkelt werden.

Ein Boxring wird mit Punktstrahlern ausgeleuchtet, das Handball- oder Volleyballfeld hingegen mit fortlaufenden Lichtbändern. Beim Outdoorsport haben Akteure und Sportfotografen keinen Einfluss auf die Wetter- und damit verbundenen Lichtverhältnisse.

Und bei den schnellen Sportarten wie Eishockey, Badminton oder der F1-Rennserie, der Formel 1, müssen Geschwindigkeiten von bis zu dreihundert Stundenkilometern fotografiert werden. Der Sportfotograf muss seine Ausrüstung umso breiter anlegen, je mehr Sportarten er fotografiert.

Die sporttaugliche Kamera muss eine hohe Bildrate von mindestens einem halben Dutzend Bildern je Sekunde, wie es genannt wird, schießen. Nützlich ist beim Fotografieren das so genannte Sportprogramm der Kamera; hierbei wird versucht, Aufnahmen mit größter Verschlussgeschwindigkeit zu machen.

Die Belichtungszeit wird von Belichtungswert sowie von der Lichtempfindlichkeit, welche eingestellt wurde, bestimmt. Die Blende wird bei Nutzung des Sportprogramms geöffnet. Auf diese Weise lassen sich scharfe Bilder erzielen; die Schärfentiefe ist gering und zudem sind auch eingefrorene Szenen möglich.

Die richtige, leistungsstarke Kamera ist für den Sportfotografen besonders wichtig
Die richtige, leistungsstarke Kamera ist für den Sportfotografen besonders wichtig

Autofokus

Der Autofokus, also die Technik, die Kamera automatisch auf das Motiv scharfzustellen, muss sehr gut sein und zuverlässig arbeiten. Für den Indoorsport sind die Anforderungen an die Filmempfindlichkeit besonders hoch. Sie wird heutzutage nach dem Standard der ISO, der International Organization for Standardization mit Sitz in Genf spezifiziert.

ISO-Angaben sind sowohl bei Kameras als auch auf Filmen üblich. Als Minimumfähigkeit gilt die nach ISO-1600, gefolgt von ISO-3200.

Objektive

Je größer die Offenblende beim Kameraobjektiv ist, umso wirkungsvoller werden die Sportaufnahmen. Zu den gängigen Objektiven für gute bis sehr gute Aufnahmen vom Sportgeschehen gehört das 70-200mm/2,8. Das 24-700mm/2,8-Objektiv eignet sich besonders für Nahaufnahmen wie

  • Siegerehrungen
  • Eröffnungsreden
  • Mannschaftsaufstellungen oder
  • einen Blick in die VIP-Loge am Spielfeldrand.

Die Teleobjektive haben oftmals vier- bis zwölffache Brennweiten, verglichen mit der Normalbrennweite. Sie können sehr kostspielig sein, da eine hohe Lichtstärke erfoderlich ist; zudem sind sie aufwendig konstruiert und groß.

Auf einen Blick: die ideale Sportkamera

Die ideale Sportkamera sollte folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie muss spritzwasser- und staubgeschützt sein
  • Sie muss über einen schnellen Autofokus verfügen
  • Sie muss über eine hohe Serienbildanzahl verfügen
  • Sie sollte eine gute ISO-Performance leisten
  • Sie sollte über einen Bildstabilisator verfügen
  • Sie sollte über ein lichtstarkes Zoom-Objektiv verfügen

Profiausrüstung komplettieren

  • Weitwinkel
  • Telekonverter sowie
  • Blitzlichtgerät ab Leitzahl vierzig und höher

komplettieren die Ausrüstungsgegenstände für einen professionellen Sportfotografen. Mit der zunehmend hohen Serienbildfrequenz erhöht sich auch die Chance auf dementsprechend gute Bilder.

Erfahrungsgemäß sind von einer Bilderserie nur ein oder zwei Bilder wirklich aussagekräftig. Bei der Auswahl aus der Achter- oder Zehnerbildserie ist die Chance auf erstklassige Bilder deutlich größer als bei einer Fünferbildserie.

Mit dieser einmaligen Investition in die Ausrüstung lässt sich dauerhaft ein sichtbar besseres Ergebnis erzielen. Der Routinier sichtet noch während des Sportereignisses alle aufgenommenen und löscht die nicht verwertbaren Bilder.

In vielen Fällen zieht der Fotograf die Kamera mit, passend zu den Bewegungen, die er verfolgt. Auf lange Sicht hin ist das Fotografieren daher körperlich anstrengend.

Einbeinstative können die Belastung ein wenig nehmen. Auch die Wahl besonders leichter Teleobjektive ist eine große Hilfe.

Sich spezialisieren

Jeder Sportfotograf ist, ebenso wie der Sportreporter auch, ein spezialisierter Fachmann. Es ist beispielsweise nicht denkbar, dass ein Sportfotograf mit seiner Ausrüstung und seinem Knowhow bei den Olympischen Sommerspielen alle rund dreißig Sportarten in gleichguter Qualität aufnimmt, sprich fotografiert. Das ist ein Grund für die hohe Zahl an Presseakkreditierungen von Sportfotografen bei Multisportveranstaltungen.

Am Beispiel der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi/Russland zeigt sich diese Vielfalt. Auf den Pisten für die Skiabfahrt, für Biathlon oder für den Skiflug sind witterungsbedingt große Unterschiede zu erwarten. Für jede dieser Disziplinen muss der Sportfotograf eine spezielle Fotoausrüstung benutzen, um erstklassige Bilder liefern und verkaufen zu können. Und Gleiches gilt für die Eiskunstlaufwettbewerbe, bei denen die Akteure indoor mit viel Glamour sowie Glimmer auftreten.

Bei Bildern des Eiskunstlaufens ist viel Glimmer und Glamour gefragt
Bei Bildern des Eiskunstlaufens ist viel Glimmer und Glamour gefragt

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • on his way © Jim Parkin - www.fotolia.de
  • Cute female photographer with professional camera © Dragan Saponjic - www.fotolia.de
  • Little girl figure skating © Sergey Nivens - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema