E-Sportler neigen zu Übergewicht und Schlafmangel

Laut Studie erfüllen aber lange nicht alle Gamer das Klischee vom unsportlichen Nerd

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  • von Paradisi-Redaktion
Mann in blauem Shirt spielt ein Strategiespiel auf einer Konsole

Exzessive Computerspieler müssen im Alltag stets mit dem Klischee kämpfen, sie seien übergewichtig, eher ungepflegt und definitiv nicht sportlich. Doch trifft das auf die meisten wirklich zu? Dieser Frage ist ein Team der Deutschen Sporthochschule Köln nachgegangen. Das Kurzfazit vorweggenommen: Das Klischee stimmt nicht wirklich, aber es gibt gesundheitliche Defizite der "E-Sportler".

Das Forscherteam entwickelte einen Fragebogen, den es rund 1.200 mal online verschickte. Er ging unter anderem an E-Sport-Veranstaltungen und an Foren in der Szene.

Männlich, jung und gebildet

Die Auswertung der erhaltenen Antworten malte im ersten Moment ein klassisches Bild des PC-Gamers: Er ist männlich, im Schnitt 23 Jahre und hat eine eher hohe Schuldbildung. Das Klischee würde vom typischen "Nerd" sprechen.

Ein Blick auf die Sportlichkeit zeigte allerdings, dass nur 16 Prozent angaben, überhaupt keinen Sport zu treiben. Die Mehrheit ging Laufen, ins Fitnessstudio oder war im Vereinssport aktiv. An dieser Stelle ist das Bild vom Gamer hinter verschlossener Tür wohl falsch.

Übergewicht und Schlafmangel

Allerdings gaben viele auch an, Probleme mit Übergewicht zu haben. Zudem schliefen die Spieler im Schnitt 40 Minuten weniger in der Nacht als der Durchschnittsdeutsche. Das liegt vermutlich daran, dass tagsüber die Schule, Ausbildung oder Arbeit den Großteil des Tages einnimmt und das PC-Spielen auf die späten Abendstunden ausgedehnt wird. So fallen viele Nächte insgesamt kürzer aus. Dies sei ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko, so die Forschergruppe. Konzentrationsprobleme am Tag sowie eine Verstärkung der Tendenz zu Übergewicht können die Folgen sein.

Unterm Strich betont die Sporthochschule jedoch auch, dass es schlicht nicht "den Gamer" gibt, denn ebenso wie bei anderen Sportarten ist die Palette zwischen Hobby- und Leistungssportler breit aufgestellt. Wichtig sei es, dass trotz vieler Stunden am PC die Spielenden genügend Zeit mit Kontakten in der realen Welt verbringen sowie auf Ernährung und Bewegung achten.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Man playing a computer games © Iryna Tiumentseva - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - News vom

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