Wirtschaft - Grundlagen, Organisation, Disziplinen und bedeutende deutsche Unternehmen

Wirtschaft bezeichnet man auch als Ökonomie. Zu ihren Bestandteilen zählen Personen, Maschinen sowie Einrichtungen, die für die Generation und und Regulierung von Angebot und Nachfrage zuständig sind. Die Wirtschaft lässt sich auf verschiedene Ebenen einteilen. Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Lage in Deutschland sind einige Unternehmen besonders erwähnenswert. Lesen Sie über die Grundlagen der Wirtschaft und werfen Sie einen Blick auf bedeutende deutsche Unternehmen.

Wir geben einen Überblick über relevante wirtschaftliche Aspekte und zeigen, wie Deutschland diesbezüglich gestellt ist

Wirtschaft: eine Definition

Sämtliche Handlungen und Einrichtungen, deren Ziel es ist, Bedürfnisse planvoll zu befriedigen, fallen unter den Begriff "Wirtschaft" bzw. "Ökonomie". Unter den Einrichtungen versteht man private sowie öffentliche Haushalte und Unternhmen, während zu den Handlungen

  • Absatz
  • Herstellung
  • Konsum
  • Tausch
  • Verteilung
  • Umlauf und
  • Entsorgung oder Recycling

von Gütern gehören. Diese Zusammenhänge lassen sich auf unterschiedlichen Ebenen erkennen; dazu zählen

  • die Weltwirtschaft
  • die Volkswirtschaft
  • die Stadtwirtschaft
  • die Betriebswirtschaft sowie
  • die Hauswirtschaft.

Der Begriff der Ökonomie wurde bis zum 18. Jahrhundert hauptsächlich der Agrarwirtschaft zugeschrieben. Heute ist damit das planvolle Wirtschaften in einem Haushalt, einem Personenverband, gemeint.

Die entsprächende Tätigkeit zur Wirtschaft ist das Wirtschaften. Hiermit sind alle Aktivitäten eines Menschen gemeint, mit denen man eine Bedürfnisbefriedigung bestmöglich realisieren kann. Grund zum Wirtschaften besteht, wenn es auf der einen Seite zur Güterknappheit und auf der anderen Seite zu unbegrenzten menschlichen Bedürfnissen des Menschen kommt.

Organisation und Wirtschaftssysteme

Wichtig in Bezug auf die Organisation sind die Wirtschaftsformen. Mit dem Begriff "Wirtschaftsform" meint man die Art des Lebensunterhaltes (auch Subsistenzstrategie genannt, die Produktion, die daraus resultiert, sowie die sozialen Bedingungen der Produktion. Wenn es um die selbstständige Güterversorgung geht, so ist die Rede von Bedarfs- oder Subsistenzwirtschaft - hieraus sind unterschiedliche traditionelle Wirtschaftsformen entstanden.

Des Weiteren gibt es Wirtschaftsformen, welche sich besonders mit dem Warenaustausch beschäftigen; man nennt sie Erwerbswirtschaften. Diese wiederum haben zur Entwicklung moderner Wirtschaftssysteme geführt.

Zu den bedeutenden zählen die Zentralverwaltungswirtschaft sowie die Marktwirtschaft. Geführt werden die wirtschaftlichen Tätigkeiten von der Wirtschaftsordnung. Zu deren Formen zählen:

  • die Subsistenzwirtschaft (auch Bedarfswirschaft): vorwiegend landwirtschaftliche Wirtschaftsformen
  • die Freie Marktwirtschaft: Verteilung von Ressourcen wird vom Markt gesteuert
  • die Soziale Marktwirtschaft: Prinzip nach Alfred Müller-Armack mit dem Ziel, freien Markt mit sozialem Ausgleich zu verbinden
  • die Marktwirtschaft mit Wohlfahrtsstaat: als Wohlfahrtsstaat bezeichnet man einen Staat, der sich um soziales, kulturelles und materielles Wohlergehen des Bürgers beschäftigt
  • der Korporatismus: unterschiedliche Beteiligungsformen von Gruppen an politischen Entscheidungen
  • die Planwirtschaft (Zentralverwaltungswirtschaft): kümmert sich um Großteil der Entscheidungen bezüglich der Ressourcenverteilung

Wirtschaftsbereiche

Man unterteilt die Wirtschaft gemäß der so genannten Drei-Sektor-Hypothese in unterschiedliche Bereiche bzw. Wirtschaftssektoren. Dies sind:

  • der Primärsektor (Urproduktion)
  • der Sekundärsektor (Industrieller Sektor)
  • der Tertiärsektor (Dienstleistungssektor)
  • der Quartärsektor (Informationssektor)
  • der Quintärsektor (Entsorgungswirtschaft)

Zu den wirtschaftsbezogene Disziplinen zählen:

  • die Wirtschaftswissenschaft
  • das Wirtschaftsrecht
  • die Wirtschaftssoziologie
  • sonstige Disziplinen wie z.B. die Wirtschaftspädagogik, die Wirtschaftsphilosophie oder die Wirtschaftsgeschichte.

Apropos Geschichte - schaut man sich die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland an, wird auch immer wieder das Wort "Wirtschaftswunder" genannt...

Das Wirtschaftswunder nach dem Krieg - Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands

Der schnelle wirtschaftliche Aufschwung des Nachkriegsdeutschlands wird zu Recht als Wirtschaftswunder bezeichnet. So gelang es dem zerstörten Deutschland innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit, sich von der Depression nach Kriegsende zu erholen und wieder zu einer Wirtschaftsmacht aufzusteigen. Doch wie war überhaupt die Ausgangslage und welche Faktoren führten dann zum eigentlichen Wirtschaftswunder?

Die Ausgangssituation: eine gute Grundlage

Die Ausgangslage für das Wirtschaftswunder war nicht so schlecht, wie man es vielleicht erwarten könnte. Zwar wurden viele Städte Deutschlands während des Krieges flächendeckend bombardiert und Produktionsstätten zerstört oder abgebaut.

Jedoch waren nach dem Krieg etwa 4/5 der Produktionsanlagen intakt. Dies gepaart mit der Tatsache, dass es während des Krieges zu einem starken Ausbau wirtschaftlicher Produktionsstätten kam, sorgte für eine gute Grundlage. Darüber hinaus war ebenso die Infrastruktur nur an militärisch bedeutsamen Knotenpunkten - beispielsweise Brücken oder wichtigen Verbindungsstraßen - wirklich zerstört. Diese Schäden konnten allerdings relativ schnell behoben werden, was ebenso die Ausgangslage in Hinsicht auf die Infrastruktur positiv gestaltete.

Etablierung eines intakten Finanzsystems

Neben diesen Grundlagen war aber noch eine Reihe weiterer Prozesse und Faktoren nötig, um das Wirtschaftswunder zu ermöglichen. Ein zentraler Faktor war in diesem Zusammenhang die Währungsreform, welche seitens der Alliierten initiiert wurde.

Hierdurch wurde die stark inflationäre Reichsmark durch die D-Mark abgelöst, wodurch wieder ein intaktes Finanzsystem etabliert wurde. Des Weiteren kam es zur Entwicklung und Durchsetzung des so genannten Marshallplans. Dieser sah vor, dass die USA den Deutschen eine finanzielle Hilfe in einer Gesamthöhe von über 12 Milliarden Dollar gewährt.

Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Betriebe

Diese Hilfe floss vielschichtig in die deutsche Wirtschaft ein, wodurch sich viele Betriebe vergleichsweise schnell erholen konnten und wieder selbst international wettbewerbsfähig wurden. Daneben war es der deutschen Wirtschaft auch wieder relativ schnell möglich, die eigenen Güter in das restliche Europa und später auch nach Übersee zu exportieren. Diese und noch weitere Maßnahmen zeigten spätestens Mitte der fünfziger Jahre Wirkung und sorgten dafür, dass Deutschland wieder zu einer Wirtschaftsmacht aufsteigen konnte.

Insgesamt gibt es zahlreiche Gründe, welche das Wirtschaftswunder überhaupt erst möglich machten. Dennoch handelte es sich hierbei um eine Entwicklung, welche so niemand für möglich gehalten hatte. Schließlich war Deutschland nur wenige Jahre zuvor ein Land, welches von Krieg und Zerstörung gekennzeichnet war und dessen Bevölkerung unter den direkten Folgen des Weltkriegs litt.

Und wie sieht die heutige wirtschaftliche Lage Deutschlands aus?

Die wichtigsten und größten Unternehmen in Deutschland

Deutschland ist eine global bedeutsame Wirtschaftskraft und Sitz zahlreicher weltweit operierender Unternehmen. Zudem können viele Betriebe in Deutschland auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurückblicken. Doch was sind überhaupt die größten und wichtigsten Unternehmen in Deutschland, welche jeder kennen sollte?

Volkswagen AG

Auf Platz 1 liegt derzeit die Volkswagen AG, welche ihren Hauptsitz in Wolfsburg hat. Jährlich erwirtschaftet Volkswagen 960 Millionen Euro Gewinn, was diesem Unternehmen auch die weitere Unterhaltung der 600.000 Mitarbeiter ermöglicht.

Daimler AG

Auf den 2. Rang schafft es die Daimler AG, welche damit aber zu den Vorjahren abgebaut hat. Allein schon die jährlichen roten Zahlen im Millionenbereich sorgen allerdings dafür, dass Daimler derzeit an Bedeutung verliert.

E.ON

Den 3. Platz der größten Unternehmen Deutschlands belegt E.ON, welches mit seinen circa 56.000 Mitarbeitern über eine vergleichsweise kleine Belegschaft verfügt. Der Hauptsitz von E.ON liegt in Düsseldorf und bis heute betätigt sich dieses Unternehmen ausschließlich in der Energiebranche.

BWM

Platz 4 belegt die BMW AG mit Sitz in München. Die Automobilbranche beschäftigt weltweit über 122.000 Mitarbeiter.

Schwarz-Gruppe

Die Schwarz Beteiligungs GmbH aus Neckarsulm kommt auf den 5. Platz. Sie ist dem Bereich der Lebensmitteleinzelhandel zuzuordnen. Weltweit hat sie 375.000 Mitarbeiter eingestellt.

Siemens AG

Mit der Siemens AG auf Platz 6 wäre hiermit auch das erste Unternehmen vertreten, welches sich nicht ausschließlich auf nur eine Branche fokussiert. Dieses insgesamt aber doch sehr technisch orientierte Unternehmen beschäftigt derzeit weltweit48.000 Mitarbeiter und ist damit der Spitzenreiter dieser Liste.

Robert Bosch GmbH

Die Robert Bosch GmbH landet auf dem siebten Platz. Sie hat ihren Sitz in Stuttgart und ist ebenso ein Mischkonzern. In den vergangenen Jahren ist dieses Unternehmen zahlreiche Plätze nach oben geklettert. Weltweit sind knapp 375.000 Mitarbeiter beschäftigt.

BASF

Der achte Platz geht an die BASF SE mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein. Der Chemikonzern beschäftigt über 112.000 Angestellte.

Metro AG

Dicht gefolgt wird BASF durch die Metro AG, welche in der Handelsbranche aktiv ist. Ihren Hauptsitz hat die Metro AG seit ihrer Gründung in Düsseldorf, von wo aus dieses Unternehmen mit einem Umsatz von etwa 350 Millionen Euro jährlich gesteuert wird.

Deutsche Telekom

Auf Platz 9 landet mit der Deutschen Telekom der erste reine Vertreter des Telekommunikationssektors. Die Telekom profitiert derzeit von jährlichen Millionengewinnen im dreistelligen Bereich und beschäftigt heute etwa 225.000 Mitarbeiter.

Deutsche Post DHL Group

Den 10. Platz belegt die Deutsche Post DHL Group. Knapp 498.000 Mitarbeiter hat das Post- und Logistikunternehmen beschäftigt. Der Hauptsitz befindet sich in Bonn.

Als kleinen Exkurs nehmen wir Sie am Ende dieses Artikels mit auf eine Gedankenreise der etwas anderen Art - anhand des Beispiels der Zeitumstellung von Sommerzeit auf Winterzeit vor einigen Jahren kam es zur folgenden Frage: was ist eine Stunde unserer Freizeit wert?

Zeitumstellung von Sommerzeit auf Winterzeit: Werden wir betrogen?

In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2009 ist es wieder so weit: Um 3:00 Uhr morgens wird die Zeit zurückgestellt auf 2:00 Uhr. Endlich bekommen wir wieder, was wir im März unter Aufopferung unserer wertvollen Schlafzeit hergeben mussten: Eine Stunde unserer gesegneten Freizeit!

Seltsamerweise hat sich noch nie jemand die Frage gestellt, ob wir mit dieser Aktion nicht irgendwie übervorteilt werden. Wenn wir beispielsweise im März jemandem Geld leihen, und es im Oktober wieder bekommen, dann ist es zu dem Zeitpunkt jedenfalls weniger wert.

Diesem Umstand und natürlich der Tatsache wegen, dass unser Freund in der Zwischenzeit mit dem Geld arbeiten kann, verlangen wir Zinsen. Wie aber ist es denn mit unserer Zeit? Was ist eine Stunde unserer Freizeit wert?

Steigerung des Bruttoinlandproduktes

Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2008 rund 2500 Milliarden Euro. Das sind rund 6,8 Milliarden Euro am Tag und damit rund 280 Millionen Euro in der Stunde. 280 Millionen Euro also.

Natürlich arbeitet so gut wie niemand in der Stunde zwischen 2:00 Uhr und 3:00 Uhr nachts, aber gemessen am ganzen Tag mit 24 Stunden, steigt die relative Produktivität innerhalb dieses Zeitraums am Tag der Zeitumstellung im März um diesen Betrag an.

Unser Geschenk an die Volkswirtschaft

Schauen wir dann, was wir im Monat Oktober zurückbekommen, denn durch die Geldentwertung ist ja eine Stunde im Oktober weniger wert als eine im März. Im Jahr 2008 lag die Geldentwertung bei ca. 2,6% im Jahr, das entspricht also ungefähr 1,5% in sieben Monaten.

Die Stunde Freizeit, die wir im Oktober zurück erhalten, ist daher, rein rechnerisch, bereits nur noch 275,8 Millionen Euro wert. Die Differenz von 4,2 Millionen Euro ist unser persönliches Geschenk an die Volkswirtschaft - erkauft durch den Verzicht auf eine Stunde Schlaf.

Denn ansonsten müssten wir, wenn wir unsere Stunde im Oktober zurückerhalten, knapp eine Minute dazu kriegen. Was würde dazu wohl die Atomuhr in Brüssel sagen?

Gute Taten im Schlaf

Wenn wir uns also am Sonntag noch einmal genüsslich im Bett umdrehen und eine Stunde länger schlafen dürfen, dann können wir uns zugleich darüber freuen, damit auch noch ein gutes Werk getan und unsere Volkswirtschaft um immerhin 4,2 Millionen Euro bereichert zu haben.

Quellen:

  • Günter Ashauer: Grundwissen Wirtschaft, Klett, 2005, ISBN 9783121404247
  • Kurt Morawa und Heinz-Werner Göbel: Grundwissen Wirtschaft: Wirtschaftsordnung - Unternehmensführung und BWL - Rechtsgrundlagen, Cornelsen Verlag Scriptor, 2007, ISBN 3589237058
  • David Smith: Wirtschaftswissen leicht serviert: Die perfekte Einführung in die Welt der Wirtschaft, Murmann Verlag, 2005, ISBN 3938017201

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Bildnachweise:
  • stock chart with calculator and pen © Marlee - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema