21. Juni 2011
Viele fragen sich, warum es überhaupt zum Einsatz von Streetworkern in den größeren Städten Deutschlands kommt. Schließlich bestehen doch genügend andere Hilfsangebote, an welche sich die Betroffenen selbst wenden könnten. Doch warum besitzt Streetwork definitiv eine Daseinsberechtigung und was macht diese Form der sozialen Arbeit so wichtig?
Zunächst einmal richtet sich das Streetwork an alle problematischen Zielgruppen der Gesellschaft. Die meisten anderen Organisationen und Instanzen, welche sich auf soziale Probleme konzentrieren, sind nur auf ein Aufgabengebiet fokussiert. Hierdurch wird der Mensch nicht als Ganzes erfasst, wodurch komplexe Probleme zumeist nicht gelöst werden können. So sind beispielsweise viele Drogenabhängige auch obdachlos. Setzt man nur Maßnahmen der Wohnungsbeschaffung an, wird das Drogenproblem nicht gelöst. Letzteres, der weitere Konsum von Drogen, führt dann wiederum zu Problemen im neuen Wohnraum. Streetworker versuchen deshalb alle Probleme des einzelnen Menschen zu erfassen und erst dann geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, warum die soziale Arbeit auf der Straße eine so wichtige Rolle spielt, ist die Gesundheit der Bürger. Streetworker arbeiten vor allem mit Menschen zusammen, welche durch ihr Verhalten die eigene Gesundheit oder die Gesundheit anderer gefährden. Während Prostituierte beispielsweise vor allem häufig mit Geschlechtskrankheiten und Gewalt in Kontakt kommen, kämpfen viele Angehörige der Drogenszene mit ernsthaften Erkrankungen, neuronalen Schäden oder Entzugserscheinungen. Obdachlosen fehlt es wiederum einfach häufig an einem Mindestmaß an Grundversorgung, wodurch schon kleinere Krankheiten ernsthafte Folgen haben können. Streetworker helfen all diesen Menschen, indem direkte Maßnahmen ergriffen werden oder die Betroffenen an passende Institutionen weiterverwiesen werden.
Des Weiteren ist die Arbeit auf der Straße aber auch wichtig, da es nur so zu einer Verzahnung aller Hilfsmaßnahmen kommt. Ohne Streetworker würden andere Organisationen – beispielsweise Beratungsstellen, Behörden oder Therapiezentren – isoliert und ohne System arbeiten. Streetworker fungieren dabei als Vermittlungsglied, welches die Bedürfnisse der sozialen Problemgruppen mit den Angeboten solcher Organisationen in Einklang bringt und Kontakte herstellt.
Letztlich ist die soziale Arbeit auf der Straße ebenso wichtig, um schnell und effizient vorgehen zu können. Sollte es nämlich wirklich einmal zu akuten Notsituationen kommen, dann ist die Handlungsfähigkeit klassischer Sozialarbeit viel zu träge. Streetworker hingegen befinden sich häufig direkt am Ort des Geschehens und können so den Menschen ohne Verzögerung helfen.
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