Der Bausparvertrag - Abwicklung und Verwendungsmöglichkeiten

Grundriss eines Hauses, darauf weiterer Bauplan zusammengerollt und ein gelber Bauarbeiterhut

Wer einen Bausparvertrag abschließt, hat die Möglichkeit, Geld für bestimmte anfallende Bauvorhaben, die Wohnzwecken dienen, anzulegen

Die eigenen vier Wände sind Goldes wert. Doch deren Anschaffung kann ebenso wie der Bau erhebliche Investitionen erfordern. Gelder, die nicht jeder Bürger spontan angespart hat. Hierbei soll der Bausparvertrag helfen, der sich der Errichtung und der Verbesserung des Wohnraums annimmt.

Das Prinzip des Bausparvertrags

Ein Bausparvertrag ist ein Sparvertrag, der allgemein zwischen der Bausparkasse und dem Bauherrn abgeschlossen wird. Letzterer zahlt über eine bestimmte Zeit hinweg einen gewissen Mindestbetrag ein und kann die gesamte Bausumme ab der Fälligkeit nutzen.

Ausbezahlt wird somit nicht nur der bereits geleistete Teil, sondern auch der Restbetrag, den die Kasse zunächst beisteuert. Das Geld kann nun verwendet werden. Ist das geschehen, so wird das Darlehen auch einmal getilgt.

Zur Ansparung, Investition und Rückzahlung geben jedoch die Verträge mit der Sparkasse genaue Auskünfte. Sowohl der Geldgeber als auch der Anspruchnehmer sollen mit einem solchen Projekt letztlich glücklich sein und die eigenen Ziele realisieren können.

Beim Vertragsabschluss werden folgende Faktoren bestimmt:

  • Zinssätze
  • Zeit des Ansparens
  • Tilgungszeit
  • Mindestvertragslaufzeit
  • Mindestguthaben bei Zuteilung
  • Regelspar- und Tilgungsbeiträge
  • Abschlussgebühr

In der Regel gibt es verschiedene Bauspartarife, wie zum Beispiel

  • Standardtarife
  • Langzeittarife
  • Schnellspartarife sowie
  • variable Tarife.

Diese bieten u.a. verschiedene Laufzeiten - der Standardtarif beispielsweise kann sich in einem Zeitraum von 18 und 20 Jahren bewegen; 8 Jahre davon sind in diesem Fall als Ansparzeit anzusehen.

Wird der Bausparvertrag abgeschlossen, kommt es meistens zu einer Abschlussprovision von 1 % der Bausparsumme. Auf diese Weise können die Guthabenzinsen gemindert werden.

Sparen für den Traum vom Eigenheim
Sparen für den Traum vom Eigenheim

Abwicklungsphase

Die Abwicklung eines Bausparvertrags läuft in mehreren Phasen ab.

Die Sparphase

Wer etwas schaffen will, muss investieren. Dieses Erfordernis besteht auch beim Bausparvertrag. Die Inhaber des Kontrakts müssen dabei je nach Vertragspartner eine bestimmte Mindestsumme des gesamten Bauvorhabens einzahlen.

Regelmäßig erfolgt das über monatliche Beträge, die zweckgebunden auf ein eigenes Konto fließen und ausschließlich zu Errichtung der gewünschten Immobilie genutzt werden. Üblich ist es hierbei, dass etwa drei bis fünf Prozent der festgelegten Bausumme in diesen regelmäßigen Abständen einzuzahlen sind. Allerdings kann mit dem Umfang des Projekts auch diese Grenze angehoben werden und auf bis zu zehn Prozent anwachsen, wie es gerade bei kleineren Immobilien und Anbauten gängig ist.

Die Zuteilung

Im zweiten Schritt erfolgt die Auszahlung des Darlehens an den Inhaber des Bausparvertrages. Das Dokument nennt alle dafür notwendigen Parameter, die sich zumeist aus folgenden Voraussetzungen ergeben:

  • Mindestguthaben: meist 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme
  • Mindestvertragsdauer: Zeitraum zwischen Abschluss und frühestmöglichem Termins der Zuteilung
  • Mindestbewertungszahl: Zahl, die man für eien Zuteilung mindestens erreichen muss (vertraglich festgelegt)
  • Mindestsparzeit: geringstmöglicher Zeitraum der Spareinzahlungen

Die Reihenfolge der Zuteilung erfolgt anhand der Bewertungszahl: je höher dies eist, desto eher erhält man die Zuteilung. Dabei setzt sich die Bewertungszahl aus Sparbeiträgen, Zinsen und Vertragslaufzeit zusammen.

Der Unterzeichner erhält somit die für den Bau veranschlagte Summe und kann diese investieren. Üblicherweise wird die Sparkasse, mit welcher der Vertrag zustande kam, über die konkrete Verwendung nicht informiert.

Je nach Absprachen kann es aber für das Geldhaus einen Anspruch geben, die Arbeiten in bestimmten Bereichen und Umfängen einzusehen und zumindest eine sinnvolle Auslastung der Finanzen zu gewährleisten. Hierbei unterschieden sich die Anbieter jedoch.

Die Darlehensphase

Natürlich müssen die beanspruchten Gelder später auch einmal zurückgezahlt werden. Denn noch immer sind weite Teile der Gesamtsumme dem Darlehen entsprungen und vom Bauherrn nicht in Eigenleistung erbracht worden.

Auch hierzu bestimmt der Vertrag die Einzelheiten. Im Regelfall wird die Tilgungssumme über die Laufzeit vieler Jahre oder sogar Jahrzehnte gestreckt und somit in einzelne Mindestbeträge gestückelt, die monatlich nebst einem Festzins zu entrichten sind.

Demgegenüber ist es aber ebenso möglich, den Gesamtbetrag als ebensolchen in ganzer Höhe zurückzuzahlen. Die bei vielen Krediten übliche Vorfälligkeitsentschädigung greift beim Bausparvertrag nicht – es lässt sich auf diese Weise also bares Geld sparen.

Die Verwendungsmöglichkeit

In welchem Rahmen das Darlehen genutzt werden kann, bestimmt das Bausparkassengesetz. Meist handelt es sich dabei um den Bau oder die Renovierung von Wohnräumen und sonstigen Immobilien.

Auch der Ankauf von Grundstücken und deren Erschließung mit Wasser, Strom und Ähnlichem wird davon umfasst. Entscheidend ist, dass alle Bauvorhaben grundsätzlich dem Wohnzwecke dienen müssen.

Nutzbauten, Unterstellplätze oder Garagen sind daher nur als Nebenleistung anerkannt, dürfen meist also nicht isoliert mit dem Darlehen finanziert werden. Im Übrigen kann der Bausparvertrag auch zur Ablösung solcher Außenstände Anwendung finden, die sich durch frühere Bauleistungen ergeben haben. Hier steht jedoch abermals die Frage im Mittelpunkt, ob das Projekt dem Wohnraum dient.

Bausparverträge sind vielfältig nutzbar

Bei einem Hauskauf oder -bau können Bausparverträge die normale Immobilienfinanzierung gut ergänzen

Drei Geschäftsleute sitzen am Tisch und besprechen einen Vertrag
three business people talking about contract © endostock - www.fotolia.de

Viele Menschen reagieren beim Wort "Bausparvertrag" teilweise allergisch und denken an das klassische Sparbuch. Aber ein Bausparvertrag ist vielseitig verwendbar und nicht nur für ein Bauvorhaben einsetzbar, wobei es hier auch auf den richtigen Zeitpunkt ankommt.

Im Prinzip ist der klassische Bausparvertrag auch für diejenigen gedacht, die längerfristig planen und dann im Falle der Nutzung auf günstige Zinsen setzen, doch auch hier ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. So muss man heutzutage für einen Bausparvertrag, den man vor sechs bis acht Jahren abgeschlossen hatte und der in der sogenannten Zuteilung ist, im Durchschnitt 4,75 Prozent Darlehenszinsen bezahlen. Aber bei jeder Bank oder Sparkasse bekommt man zurzeit weitaus günstigere Konditionen.

Eintragung im Grundbuch und Unterstützung durch Wohnungsbausparprämie

Bei einem Hauskauf oder Bauen ist der Bausparvertrag nicht nur die einzige Finanzierungssäule, denn diese Verträge können eine normale Immobilienfinanzierung gut ergänzen, und die Beleihungsquote liegt auch höher. Zudem werden diese Bauspardarlehen im Grundbuch erst an zweiter Stelle eingetragen.

Bei der Rückzahlung des Bausparkredits gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten. Und auch Vater Staat unterstützt die Bausparer mit der Wohnungsbausparprämie, so beispielsweise erhalten Verheiratete, wenn sie zusammen weniger als 51.200 Euro im Jahr verdienen, eine Prämie von 90,11 Euro bei einer Sparsumme von 1.024 Euro. Allerdings müssen Bausparverträge, die nach 2009 abgeschlossen wurden, ausschließlich auch zum Wohnungsbau, beziehungsweise Kauf verwendet und nachgewiesen werden.

Kombination des Bausparvertrags mit dem Riestervertrag

Auch besteht die Möglichkeit das Bausparen mit dem Riestervertrag zu kombinieren, aber hier sollte man sich genau beraten lassen. Aber man kann auch den Bausparvertrag als ganz normalen Ratensparplan nutzen, so geben manche Bausparkassen sogar noch einen Bonus, wenn man das Darlehen nicht in Anspruch nimmt. Doch zurzeit geben auch die Bausparkassen niedrigere Zinsen, so dass sich dies wohl nicht lohnt, aber das kann sich ja wieder ändern.

Nicht verwendete Bausparverträge lassen sich auf Angehörige übertragen

Hand im Büro hält ein Hausmodell, Euro-Geldscheine und Schlüssel
Hand mit Haus und Geld und Schlüssel © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Wie der Bundesverband der Banken berichtet, kann man, wenn man einen Bausparvertrag nicht selber nutzen will, diesen auch übertragen. Doch dies ist in den meisten Fällen nur auf Angehörige möglich, wobei dies noch im Ermessen der jeweiligen Bausparkasse liegt, doch im Regelfall gibt es dabei keine Schwierigkeiten.

Als Angehörige gelten einmal der Ehepartner, der Verlobte sowie auch die Geschwister oder auch die Kinder.

Doch müssen diejenigen, die den Bausparvertrag übernehmen, auch dazu in der Lage sein, die nötigen Kredite zurückzuzahlen. Eine Übertragung an andere ist nur in Ausnahmefällen möglich. Im letzten Jahr haben wieder mehr Verbraucher von den Bausparverträgen Gebrauch gemacht, so ergab sich Ende 2010 eine Gesamtsumme der Einlagen bei den Bausparkassen von 131 Milliarden Euro, wie auch die Deutsche Bundesbank bestätigt.

Vorteile eines Bausparvertrages

Wie ein Test im Auftrag von n-tv ergab, sind in jedem Bausparvertrag Stärken und Schwächen zu finden

Grafik Bearbeitetes Bild Familie auf Wiese mit imaginärem Haus oder Eigenheim
family grass sky. dream house © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Wer einmal seinen Traum von einem eigenen Haus oder Wohnung verwirklichen will, der sollte bei der Finanzierung auch die Möglichkeit eines Bausparvertrages ins Auge fassen. Hierbei kann man sich schon beim Vertragsabschluss einen günstigen Darlehenszinssatz sichern.

Aber in Deutschland gibt es fast 30 Millionen Bausparverträge und nur wenige stimmen in allen Punkten überein. So einmal erst die eigentliche Bausparsumme, der Zinssatz während der sogenannten Anspar-Phase und danach beim Darlehen und schließlich von die Laufzeit.

Rückzahlungsbetrag für das Darlehen sollte nicht zu hoch sein

Im Auftrag von n-tv hat die FMH-Finanzberatung sich bei den privaten und öffentlichen Bausparkassen Beispiele für Musterkunden durchrechnen lassen. Von den elf privaten Bausparkassen waren auch sieben dazu bereit und auch von den LBS-Sparkassen gaben zwei von zehn die gewünschten Auskünfte.

Im Normalfall ist ein Bausparvertrag nur ein Teil für eine Hausfinanzierung und so ist es wichtig, dass der Rückzahlungsbetrag für das Darlehen nicht zu hoch ist. Dies war bei dem Test mit ein Hauptkriterium für die Beurteilung. Wert wurde weiterhin auf die Höhe der Bausparsumme und auf möglichst niedrige Ansparbeitäge gelegt. Aber als Ergebnis kam heraus, dass es nicht einfach die beste Bausparkasse und den besten Tarif gibt, denn so ist in jedem Vertrag Schwächen und Stärken zu finden.

Frühzeitig mit dem Bausparen beginnen

Bei den getesteten Bausparverträgen wurde mit regelmäßigen Beiträgen der Tarif von der "Alte Leipziger Bauspar AG" als Nummer Eins bewertet, vor der Wüstenrot Bausparkasse AG und der BHW Bausparkasse AG, die im letzten Jahr noch Testsieger war. Es gibt aber auch die Möglichkeit, das geforderte Mindestguthaben in einer Summe einzuzahlen, um dann nach einer gewissen Zeit Anspruch auf die Zuteilung mit dem Darlehen zu haben.

Hier lag beim Test die Wüstenrot Bausparkasse vorne. Wer also sich den Traum von den eigenen vier Wänden einmal erfüllen will, der sollte besser schon frühzeitig mit dem Bausparen beginnen. Zudem leistet auch Vater Staat noch seinen Beitrag mit der sogenannten Wohnungsbausparprämie dazu, wenn man einen bestimmten Jahresbruttoverdienst nicht überschreitet.

Wie gut beraten Bausparkassen ihre Kunden?

Die Wahl der richtigen Bausparkasse für den Bausparvertrag

Nahaufnahme Kleines Modellhaus wird in offenen Händen gehalten
The house in human hands © Andrey Armyagov - www.fotolia.de

Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) hat im Auftrag von n-tv jetzt die Bausparkassen bezüglich ihrer Qualität bei der Beratung der Kunden überprüft. Da zurzeit die Bauzinsen günstig sind, entschließen sich viele Menschen ihr Geld nicht nur als Bauherr, sondern auch zur Anlage in Immobilien zu investieren. Auch die Euro-Krise trägt immer mehr dazu bei, sich für eine solche Investition zu entscheiden. Und hier sind auch die Bausparkassen gefragt, wobei besonders die richtige Beratung wichtig ist.

So hat nun das DISQ 15 bedeutende Bausparkassen, hierunter waren auch acht öffentlich-rechtliche Landesbausparkassen, getestet. Bei den Fragen ging es einmal um die normale Baufinanzierung, aber auch die vermögenswirksamen Varianten, beispielsweise Wohn-Riester, sowie eventuelle Anschlussfinanzierungen wurden dabei angesprochen.

Individuelle Beratung bleibt oftmals aus

Oftmals wurden jedoch die finanziellen Situationen und auch die persönliche Lebensplanung der Kunden zu wenig von den Beratern berücksichtigt. Auch bei den einzelnen Unterlagen der Finanzierung waren nur etwa 70 Prozent der jeweiligen Berater der Bausparkassen bereit im ersten Gespräch dem Kunden ein individuelles Angebot zu unterbreiten. Auch erhielten die Kunden erst beim Folgegespräch einen Zins- und Tilgungsplan, der aber oft zu kompliziert und unübersichtlich dargestellt wurde.

Für die "Beste Beratung Bausparkasse 2011" wurde schließlich die Deutsche Bank Bauspar bewertet, die besonders gute Unterlagen und auch eine diesbezügliche Beratung angeboten hatte. Auf den zweiten Platz kam die Bausparkasse "Schwäbisch Hall", die besonders die jeweilige Finanzlage der Kunden in den Vordergrund stellte.

Schließlich landete die Norddeutsche Landesbausparkasse (LBS) Berlin-Hannover auf dem dritten Platz. Sie zeigte zwar eine sehr gute persönliche Beratung, doch leider nur durchschnittliche Unterlagen, die dem Kunden an die Hand gegeben wurden.

Bauspardarlehen wegen niedriger Zinsen nicht mehr attraktiv

Ausgestreckter Männerarm, offene Hand, darauf blau gemaltes Haus
Baufinanzierung © shoot4u - www.fotolia.de

Aufgrund der niedrigen Zinsen werden Bauspardarlehen für viele Menschen immer unattraktiver. Anders sieht es dagegen mit den Immobiliendarlehen der Kreditinstitute aus, welche den Kunden inzwischen weitaus bessere Konditionen bieten.

Laut Finanzexperten wäre es momentan zum Beispiel sinnvoll, wenn die Bausparer aus ihrem Bausparvertrag nur das entsprechende Guthaben verwenden und über ein Kreditinstitut die Anschlussfinanzierung abwickeln. Während die aktuellen Zinssätze der Bankkredite bei rund drei Prozent liegen, müssen die Kunden bei den Bauspardarlehen inzwischen mit bis zu sechs Prozent rechnen.

Somit haben sich aufgrund der Zinsentwicklung viele Bausparverträge im Rückblick nicht wirklich gelohnt. Der vorzeitige Ausstieg aus einem Vertrag sollte jedoch gut überlegt sein. Auf jeden Fall muss man die so genannten Effektivzinsen von Bankkredit sowie dem Bauspardarlehen miteinander vergleichen, was wegen der oft fehlenden Bonuszinsen sowie der Abschlussgebühr nicht immer ein einfaches Unterfangen ist.

Wann lohnt sich ein Bausparvertrag

Hausbau und Finanzierung: Skizze, Grundriss, Geldscheine und Taschenrechner
Hausplan mit Taschenrechner © Gina Sanders - www.fotolia.de

Besonders bei den Jüngeren wurden lange Jahre die Bausparer als spießig angesehen, doch die Bausparkassen wollen jetzt versuchen auch junge Menschen für ein solches Modell der Immobilienfinanzierung zu begeistern. Aber dabei stellt sich auch die Frage, ob sich das Bausparen überhaupt lohnt.

Beim Bausparen schließt ein zukünftiger Bauherr, auch der Kauf einer gebrauchten Immobilie fällt darunter, mit einer Bausparkasse einen Vertrag über eine bestimmte Bausparsumme ab. In den darauf folgenden Jahren wird ein sogenannter Regelsparbetrag monatlich eingezahlt, der auch mit einem vereinbarten Zinssatz verzinst wird. Nach einigen Jahren, wenn eine bestimmte Summe angespart wurde und eine sogenannte Bewertungszahl erreicht ist, wird der Bausparvertrag zugeteilt, so dass der Sparer die vereinbarte Bausparsumme ausgezahlt bekommt.

Danach wird das gewährte Darlehen mit den vereinbarten Zinsen wieder monatlich über einige Jahre an die Bausparkasse zurückgezahlt. Wie hoch die jeweiligen Zinssätze, also einmal beim Guthaben ("Ansparen") und beim Darlehen sind, das hängt von der jeweiligen Zinslage ab.

Wer also vor einigen Jahren einen Bausparvertrag abgeschlossen hatte und jetzt das Darlehen in Anspruch nimmt, der muss in vielen Fällen mehr Zinsen bezahlen, als zur Zeit bei den Hypothekenzinsen verlangt wird. Auch muss man berücksichtigen, dass beim Vertragsabschluss eine Gebühr verlangt wird.

Andererseits werden Bausparverträge auch staatlich gefördert (Wohnungsbausparprämie), wobei dies vom jeweiligen Familieneinkommen abhängig ist. Aber ein Vorteil liegt beim Bausparen darin, dass man heute schon weiß, wie hoch der monatliche Aufwand für das zukünftige Darlehen sein wird, was für eine Hausfinanzierung wichtig ist.

Die monatlichen Belastungen sind bei einem Bausparvertrag zwar relativ hoch, aber dafür hat man das Darlehen auch schnell wieder zurückbezahlt.

Verbraucherschützer haben Tricks entdeckt wie Bausparkassen versuchen Altkunden loszuwerden

Vertragsunterschrift mit einem Füller, daneben ein kleines Holzmodell eines Hauses mit rotem Dach
Man signing a contract when buying a new house © Gajus - www.fotolia.de

Der Bausparvertrag galt lange Jahre als unattraktiv – Kunden mit älteren Verträgen gehören aktuell jedoch zu den Gewinnern. Rechnet man die Bonuszahlungen hinzu ergibt sich häufig eine Rendite von mehr als 5 Prozent. Den Bausparkassen ist das ein Dorn im Auge.

Die Verbraucherzentralen berichten erneut von Tricksereien, mit denen die Anbieter ihre teuren Altkunden loswerden wollen.

Diese Tricks werden eingesetzt

  • Trick 1: Die Sparer von laufenden Verträgen wurden aufgefordert, die Einzahlungen zu stoppen. Bei Erreichen der vollen Sparsumme könnten sie kein Darlehen mehr in Anspruch nehmen, und damit entfielen automatisch auch die Bonuszinsen.
  • Trick 2: Wenn die Kunden den vorzeitigen Darlehensverzicht akzeptieren, betrachtet die Bausparkasse den Vertrag als erfüllt und kündigt. Dann gibt es zwar Bonuszinsen – aber nur für die verkürzte Laufzeit.
  • Trick 3: Sparer, die ihre Zahlungen vor Erreichen der Bausparsumme eingestellt haben, werden nun aufgefordert, die fehlenden Beträge in einer Summe kurzfristig nachzuzahlen.
  • Trick 4: Die Bausparkasse rechnet den Bonus einfach schon früher auf die Sparsumme auf. So wird das Vertragsziel schneller erreicht, und die Kasse kann den Vertrag kündigen.

Alle Vorgehensweisen sind rechtlich fragwürdig. Wer einen gut verzinsten Bausparvertrag besitzt, sollte diesen deshalb nicht vorzeitig aufgeben. Fachliche Beratung gibt es in den Verbraucherzentralen.

Unsichere Zinsentwicklung bietet Chance für risikofreudige Bausparer

Bausparer haben derzeit wenig Grund zur Freude. Wenn sie vor zehn Jahren einen Vertrag mit festem Zinsniveau abgeschlossen haben, müssten sie bei Abnahme des Darlehens jetzt mehr zahlen als für einen normalen Kredit. Angesichts der aktuell niedrigen Zinsen kann ein Vertragsabschluss aber künftig rentabel werden.

Ob Bausparen lohnt, hängt von der Risikofreude der Anleger ab. Selbst Finanzexperten sehen in neuen Verträgen eine Art Wette auf die künftige Zinsentwicklung. Haben wir bei der Zuteilung in einigen Jahren eine Hochzinsphase, haben die Sparer ein gutes Geschäft gemacht. Bereits bei einem Zinssatz von 5 Prozent bekommen sie ein billiges Darlehen. Klettern die Zinsen noch höher, steigt die Attraktivität des Bausparvertrags.

Setzt sich die Niedrigzinsphase fort, schwinden dagegen die Vorteile für Bausparer. Das Darlehen abzunehmen, rechnet sich dann kaum. Stattdessen können Eigenheimbesitzer sich das Guthaben einfach auszahlen lassen. Zwar haben sie auf diesem Weg kein Geld gewonnen – aber auch nichts verloren.

Hohe Abschlussgebühren machen Bausparen zum Verlustgeschäft

Schon die niedrigen Zinsen nagen an der Rendite. Wer jetzt einen Bausparvertrag abschließt, kann aber sogar ein Verlustgeschäft machen. Meist verlangt die Bausparkasse eine Abschlussgebühr in Höhe von einem Prozent der Sparsumme und bietet lediglich einen Guthabenzins von 0,25 Prozent. Dadurch rutscht der Sparer unweigerlich ins Minus.

Einziger Vorteil des Bausparens: Nach der Zuteilung kann der Kunde ein zinsgünstiges Darlehen abrufen. Wirklich rentabel wird das aber nur, wenn die Zinsen in den nächsten Jahren deutlich steigen. Aktuell kommen Häuslebauer mit einem herkömmlichen Immobilienkredit besser weg.

Tilgung von Krediten ist sinnvoller als Sparen

Rotes, modernes Einfamilienhaus mit großen Fenstern
Rotes Glashaus (2007) © Dark Vectorangel - www.fotolia.de

Zurzeit sind die Sparzinsen auf einem niedrigen Niveau, so dass vor allem Immobilienbesitzer, die noch eine Hypothek abzuzahlen haben, ihr Geld besser zu einer Sonder-Tilgung einsetzen sollten, sofern es der Vertrag ermöglicht. Im Prinzip lohnt sich das Sparen immer, denn die zukünftigen gesetzlichen Renten werden nicht ausreichen, um den derzeitigen Lebensstandard zu sichern.

Lohnenswerte Sondertilgungsmöglichkeit

Aber wie auch Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erklärt, sind Sparzinsen normalerweise niedriger als Kreditzinsen, so dass eine Tilgung einer Hypothek bei einer Immobilie Vorrang hat.

So muss beispielsweise ein Hausbesitzer bei einer Hypothek über 150.000 Euro mit einem Zinssatz von drei Prozent und einer Tilgung über zwei Prozent, nach zehn Jahren noch eine Restschuld von 115.064 Euro bezahlen. Wenn er aber 10.000 Euro als Sondertilgung einzahlt, so verringert sich diese Restschuld auf 101.969 Euro, also 13.095 Euro weniger.

Einsatz der Riesterrente für Tilgung

Wer aber diese 10.000 Euro beispielsweise in einen sogenannten Riester-Sparvertrag einzahlt, der hat nach zehn Jahren ein Guthaben von 11.046 Euro, bei einem jetzigen Prozentsatz von ein Prozent. Doch es gibt auch noch die Möglichkeit seit dem 1. Januar dieses Jahres Guthaben aus den Riester-Verträgen nicht nur zum Erwerb von Immobilien, sondern auch bei der Tilgung einzusetzen, wobei die staatliche Förderung nicht betroffen ist, wenn weiterhin in den bestehenden Vertrag eingezahlt wird.

Wer aber einen alten Vertrag mit höheren Zinsen vereinbart hat, der sollte diesen so belassen. Doch trotzdem sollte man immer daran denken, dass normalerweise Tilgungen mehr bringen als reines Sparen.

Grundinformationen und Tipps zum Sparen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Planung des Traumhauses © bilderbox - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: real estate agent handing over keys to home © Romolo Tavani - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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