Zeit und Zuwendung für ältere Menschen: Freiwilliges Engagement im Seniorenheim

Viele ältere Menschen im Seniorenheim fühlen sich einsam, weil sie nur selten Besuch bekommen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht an Veranstaltungen teilnehmen können. Freiwilliges Engagement durch Besuchsdienste oder Patenschaften erhöhen die Lebensqualität und Lebensfreude der Bewohner deutlich. Es gibt viele Möglichkeiten, sich freiwillig im Seniorenheim zu engagieren. Informieren Sie sich über freiwilliges Engagement im Altenheim.

Über ehrenamtliches Arbeiten im Altenheim

Ehrenamt im Seniorenheim: Vorzüge und Vorbereitung

Wer sich ehrenamtlich im Altenheim engagiert, erfüllt eine besondere Aufgabe: Menschen, die nicht mehr das Glück haben, besucht zu werden, erhalten dennoch das Gefühl, gebraucht und gemocht zu werden. Man kann als ehrenamtlicher Helfer gegen die Einsamkeit der Bewohner vorgehen und deren Leben bereichern.

Doch auch die Helfenden können davon profitieren. Natürlich wäre da zunächst einmal das gute Gefühl, anderen Menschen eine Freude zu machen. Doch es gibt noch weitere Vorteile. So können sich beispielsweise Arbeitssuchende durch das freiwillige Engagement motivieren; zudem ist es möglich, depressiven Verstimmungen entgegen zu wirken.

Bis man eine neue Arbeitsstelle gefunden hat, kann man die Zeit sinnvoll nutzen. Vielleicht lassen sich dabei sogar auch neue Fähigkeiten erlangen, die beim späteren Job nützlich sein können - dies macht sich auch gut im Lebenslauf.

Je nachdem, welche Aufgaben man bei dieser Arbeit erledigt, kann diese jedoch auch sehr anspruchsvoll sein. So kann es sinnvoll sein, dass das Pflegeheim sich den freiwilligen Helfern widmet und diese darauf vorbereitet. Nicht selten sind Themen wie Krankheit, Leid und sogar Tod zugegen - damit muss man umgehen können, wozu auch die Vorbereitung darauf zählt.

Diese kann aus einem umfassenden Einführungsgespräch bestehen. Hier sollten alle notwendigen Punkte geklärt werden. Hilfreich sind zudem interne Fortbildungen und der Austausch mit Erfahrenen aus diesem Bereich.

Besuchsdienste als optimale Ergänzung zu pflegerischen Maßnahmen

Immer mehr Menschen engagieren sich freiwillig bei ehrenamtlichen Besuchsdiensten, um einsame, behinderte oder kranke Senioren zu unterstützen, die kaum soziale Kontakte haben oder aufgrund von Mobilitätseinschränkungen nicht an Veranstaltungen teilnehmen können. Besuchsdienste sind eine optimale Ergänzung zu pflegerischen Maßnahmen in Seniorenpflegeheimen, Krankenhäusern oder Hospizen.

sind die Tätigkeiten dieser ehrenamtlichen Helfer.

Besuche von Ehrenamtlichen dienen als Ersatz für familiäre oder freundschaftliche Beziehungen, die nur noch zum Teil vorhanden sind oder nicht mehr existieren. Besuchsdienste dienen dazu, das soziale Umfeld von kranken oder alten Menschen zu erweitern, um die Lebensqualität zu verbessern.

Neben stationären Besuchsdiensten in Pflegeheimen oder Krankenhäusern gibt es ambulante Besuchsdienste für Menschen in Privatwohnungen, für Kinder, die über einen längeren Zeitraum in einem Krankenhaus behandelt werden müssen, oder solche mit Begleitung von Besuchshunden und anderen Tieren.

Senioren freuen sich über Aufmerksamkeit
Senioren freuen sich über Aufmerksamkeit

Das Treffen der Generationen: Junge Paten für ältere Menschen

In größeren Städten gibt es Ehrenamt-Agenturen mit interessanten Projekten zur Unterstützung von Senioren. So übernehmen junge Menschen zum Beispiel Patenschaften, um Älteren den Alltag zu verschönern.

Die Paten sind im Durchschnitt zwischen 14 und 25 Jahre alt und absolvieren zunächst eine von qualifizierten Fachkräften durchgeführte Ausbildung. Während ihrer zehn- bis zwölfmonatigen Ausbildungszeit erproben und vertiefen die Paten theoretische sowie praktische Kenntnisse in einem Seniorenheim.

Ansprechpartner sind Mitarbeiter der Ehrenamt-Agenturen, die die jungen Leute mit Gesprächen und Supervision begleiten. Nach der Ausbildung sind die jungen Paten in Senioreneinrichtungen tätig und verbringen Zeit mit älteren Menschen. Sie begleiten Senioren zu Veranstaltungen oder bei Einkäufen, inszenieren Theater- und Musikstücke oder Vorleseabende.

Durch das Zusammensein mit den jungen Leuten wird alten Menschen mehr Zugang zu ihrer Außenwelt ermöglicht. Sie entdecken die schönen Dinge des Lebens wieder und haben Lust, Neues zu erleben.

Die Begegnungen zwischen den Generationen bieten jedoch nicht nur für die Senioren viele Vorteile. Junge Menschen profitieren vom großen Erfahrungsschatz älterer Menschen.

Die Initiatoren dieser Idee sind

  • Psychologen
  • Sozialpädagogen und
  • Mitarbeiter in der Seniorenpflege.

Das Projekt Patenschaft für Senioren ist auch in kleinen Gemeinden auf dem Land umsetzbar, denn gerade in ländlichen Gegenden sind ältere Menschen einem hohen Isolationsrisiko ausgesetzt.

Junge Hand hält die faltige Hand einer alten Frau in bunt-verzierter Kleidung
Junge Hand hält die faltige Hand einer alten Frau in bunt-verzierter Kleidung

Besuchstiere schaffen Nähe und Zuneigung

Auch Tiere bringen Leben in den Alltag von Senioren. Besuchstiere wie

  • Hunde
  • Kaninchen
  • Pferde oder
  • Alpakas

schenken Bewohnern von Altenpflegeheimen mehr Nähe und Zuneigung. Oft hatten alte Menschen selbst Haustiere und vermissen den Kontakt.

Mithilfe tiergestützter Therapien werden schöne Erinnerungen geweckt sowie Konzentration und Motorik verbessert. Diese Therapieform unterstützt Patienten mit Bewegungsstörungen, Demenzerkrankungen oder Sprachproblemen. Das Tier fungiert als Medium, um therapeutische Ziele schneller zu erreichen.

Weitere Gründe für den Einsatz tiergestützter Therapien:

  • Verbesserung der Empathie
  • Förderung von Selbstbewusstsein
  • Tiere als soziales Medium zur Ergänzung klassischer Therapiemethoden
  • Steigerung der Reaktionsfähigkeit sowie Lern- und Gedächtnisleistung
  • Schnellere Rehabilitation
  • Minderung von Sprachstörungen
  • Förderung der Kommunikationsfähigkeiten

Tiere als Kommunikationspartner

Viele ehrenamtliche Helfer besuchen regelmäßig mit ihren Hunden, Meerschweinchen oder Minischweinen alte Menschen in Seniorenheimen. Tiere haben keine Vorurteile und stellen keine Ansprüche. Bei Senioren lösen die Begegnungen positive Gefühle aus.

Gerade Schlaganfallpatienten oder an Demenz Erkrankte können sich oft nur schwer mitteilen. Mit Tieren als Kommunikationspartner ist Sprache nebensächlich, denn Kuscheln und Streicheln mit Hunden, Hasen oder Meerschweinchen weckt Lebensfreude und positive Emotionen, die oft lange hinter einer Fassade verborgen waren.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • mensch ärgere dich nicht 2 © Ramona Heim - www.fotolia.de
  • Seniorin schaut Fotos an mit Tochter © Robert Kneschke - www.fotolia.de
  • Help giving © Ocskay Mark - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema