17. Mai 2011
Bei dem Namenstag handelt es sich um einen christlichen Gedenktag für Heilige. Doch in welchen Regionen wird dieser Tag heute noch gefeiert?
Der Namenstag ist ein alter traditioneller Brauch, der bis in die Zeit der Christianisierung zurückgeht. Bei der Taufe erhält der Namensträger den Namen eines christlichen Heiligen, wobei der Name oftmals von dem jeweiligen Namenstag, an dem die Taufe erfolgt, abhängt. So wurde zum Beispiel Martin Luther auf den Namen Martin getauft, da seine Taufe am Martinstag stattfand, der dem heiligen Martin von Tours gewidmet ist. Durch den Namenstag wird eine besondere Verbindung mit einem christlichen Apostel oder Märtyrer hergestellt. Meist handelt es sich bei diesem Tag um den Todestag des jeweiligen Heiligen. Die Bedeutung des Namenstages ist vor allem in der katholischen und christlich-orthodoxen Kirche hoch. Daher ist in einigen katholischen und orthodoxen Regionen dieser Tag sogar bedeutungsvoller als der individuelle Geburtstag.
In Deutschland hat der Namenstag an Bedeutung verloren, da man hierzulande eher den Geburtstag feiert. So wird er vorwiegend in einigen katholischen Regionen Süddeutschlands noch begangen. In verschiedenen Ländern Ost- und Südeuropas ist er jedoch noch immer von hoher Bedeutung. Besonders wichtig ist der Namenstag in Polen, wo man unbedingt an ihn denken sollte. Dort wird er entweder zuhause oder in einem Restaurant mit einem Essen gefeiert. Dabei erhält der Namensträger an seinem Namenstag auch ein paar kleine Geschenke wie zum Beispiel Blumen, Süßigkeiten, ein Stofftier oder Bücher. Auch in Ungarn wird der Nevnap, wie er dort genannt wird, mehr gefeiert als der Geburtstag. So ist es üblich, dass Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen oder Nachbarn dem Namensträger zum Namenstag gratulieren und ihm wenigstens eine Blume zum Geschenk machen. Weitere osteuropäische Länder, in denen man den Namenstag feiert, sind die Tschechische Republik, Rumänien und Lettland. Vor allem in Lettland ist der Namenstag ein wichtiger Festtag und deutlich wichtiger als der Geburtstag. Dort werden aber nicht nur Namen von christlichen Heiligen vergeben, sondern auch Namen von Gestalten aus der lettischen Mythologie oder von heidnischen Gottheiten wie beispielsweise die Göttin Laima. In Lettland muss jeder Kalender auch die Namenstage enthalten, da er sonst als nutzlos gilt. Ebenfalls von großer Bedeutung ist der Namenstag in südeuropäischen Ländern wie Griechenland, Spanien, Italien und Malta.
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