Beispiele für fixe jährliche und quartalsmäßige Kosten

Euro-Geldscheine, Kugelschreiber und Brille liegen auf einem Blatt mit der Aufschrift "Lebensversicherung"

Ein Überblick über Ausgaben, die man jährlich oder quartalsmäßig leisten muss - auch diese sollte man stets im Blick behalten

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Fixe Kosten, auch Fixkosten genannt, sind zeitabhängige Kosten, die über einen bestimmten Zeitraum hinweg konstant bleiben. Zu den gängigen jährlichen und quartalsmäßigen Fixkosten zählen im Privathaushalt Versicherungsbeiträge und Rundfunkbeitrag. Um sie bezahlen zu können, muss vorwärts gespart werden. Eine Soll-Ist-Rechnung hilft; bestenfalls wird der entsprechende Monat mit genauer finanzieller Belastung notiert. Informieren Sie sich über typische Fixkosten, die jährlich und quartalsmäßig anfallen.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Zur Finanzierung der fixen Kosten, die in größeren Zeitabständen fällig werden, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wird mit monatlichen Teilbetragen vorwärts gespart, sodass der Gesamtbetrag zum Fälligkeitszeitpunkt vorhanden ist - oder diese Fixkosten werden aus einmaligen Einnahmen finanziert, deren Eingang gesichert ist. Dazu gehören beispielsweise das vertraglich gesicherte Urlaubs- und Weihnachtsgeld, oder die jährlich einmalige Leistungszulage.

Mit diesen Einnahmen muss vorsichtig gerechnet werden. Sie werden als Bruttobetrag dem laufenden Monatsverdienst hinzuaddiert. Steuern und Abgaben werden von der Gesamtsumme berechnet, und die zusätzliche Einnahme ist der verbleibende Nettobetrag abzüglich des laufenden Monatsnettoeinkommens.

Einmalige Fixkosten

Die folgenden Kostenarten gehören zu den gängigen fixen Kosten, die nur wenige Male anfallen.

Versicherungsbeiträge

Beiträge für:

In jedem einzelnen Versicherungsvertrag wird die Fälligkeit vereinbart. Üblich sind ein, zwei oder vier jährliche Zahlungstermine.

Die Versicherer drängen auf möglichst wenig Fälligkeitszeitpunkte. Damit wird ihr Verwaltungsaufwand reduziert, und die Vorauszahlung verbessert ihre Liquidität. Im Gegenzug erhält der Versicherungsnehmer einen spürbaren Preisnachlass.

Gerade bei Versicherungen kann es sich lohnen jährlich im Voraus zu bezahlen
Gerade bei Versicherungen kann es sich lohnen jährlich im Voraus zu bezahlen, da gibt es oft kräftige Preisnachlasse

Rundfunkbeitrag

Rundfunkbeiträge als fixe Kosten sind generell vierteljährlich fällig, und zwar jeweils zur Mitte des Quartals in den Monaten Februar, Mai, August und November. Der Monatsbeitrag beläuft sich auf 17,98 EUR, gerundet 18 EUR. Er sollte der Einfachheit halber monatlich separat, also im Vorhinein angespart werden. Der Rundfunkbeitrag ist mit öffentlichen Abgaben wie den Steuern vergleichbar.

Mitgliedsbeiträge

Der Mitgliedsbeitrag für einen der namhaften Automobilclubs ist jährlich in einer Summe fällig. Abhängig von Art und Umfang der Mitgliedschaft ist das ein niedriger bis hoher zweistelliger Eurobetrag. Dabei handelt es sich um eine Vorauszahlung für die kommenden zwölf Monate.

Kosten für Konten

Viele Banken und Sparkassen rechnen ihre Kosten für das Girokonto quartalsweise ab. Zu den gängigen Kostenarten gehören die Kontoführung sowie gegebenenfalls Überziehungszinsen und Bearbeitungsgebühren für den in Anspruch genommenen Dispo-Kredit.

Eine Vorausberechnung der Kosten ist für den Kontoinhaber kaum möglich. Er kann lediglich anhand des Kontostandes abschätzen, mit welchen Kosten in etwa zu rechnen ist. Die Abbuchung erfolgt automatisch zum Quartalsende.

Rück- oder Nachzahlungen

Endabrechnungen für die Betriebskosten der Unterkunft sowie für die Energien Strom und Heizung gehören ebenfalls zu den fixen und jährlich einmalig fällig werdenden Ausgaben. Von den Gesamtkosten werden die in den vergangenen zwölf Monaten geleisteten Zahlungen abgezogen.

Der Überschuss ist eine willkommene und oftmals überraschende Einnahme, der Fehlbetrag hingegen eine unerfreuliche Mehrausgabe. Wenn hier nicht vorgesorgt wird, dann ist der Folgemonat besonders teuer. Die laufende Vorauszahlung wird dem Vorjahresergebnis angepasst sowie erhöht, und zusätzlich wird noch die Nachzahlung vom Konto abgebucht.

Kostenaufstellung festhalten

Das Finanzmanagement im Privathaushalt umfasst den Zeitraum von mindestens zwölf Monaten. Bei fixen Kosten, die unterjährig, also losgelöst vom Kalenderjahr fällig werden, muss bis zu fünfzehn Monaten geplant werden. Hier hilft die Soll-Ist-Rechnung, die in einer Excel-Tabelle laufend komplettiert wird.

Die Beiträge der nicht-monatlichen Ausgaben sollte man stets im Blick behalten; nicht selten passiert es, dass man sie nicht im Kopf hat, gerade weil sie so selten anfallen.

Bestenfalls notiert man den Monat, in dem die Beiträge anfallen, sowie die genauen Kosten. Auf diese Weise kann man mit einem Blick erkennen, in welchen Monaten man mehr, in welchen man weniger Geld zur Verfügung hat. Möglich ist zudem die Errechnung der Monatsdurchschnittswerte, um regelmäßig etwas zurück zu legen und die anfallende Summe am Ende problemlos bezahlen zu können.

Ältere Menschen erhalten heute problemloser einen Ratenkredit

Senioren Paar steht lächelnd Arm in Arm vor Haus
Senior couple standing outside house © Monkey Business - www.fotolia.de

Viele Menschen in der Altersgruppe der über 60-Jährigen nehmen heute einen Ratenkredit auf, um beispielsweise damit Autos oder andere Konsumgüter zu finanzieren. Aber auch die Banken sind heute eher bereit dieser Altersgruppe problemlos einen Kredit zu gewähren, denn die längere Lebenserwartung verringert das Risiko.

Laut der Schufa Holding AG, der ehemaligen Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung "Schufa e.V." waren im letzten Jahr 2,5 Millionen Kreditverträge an diese Altersgruppe bewilligt worden, was ein Zuwachs von 12,6 Prozent gegenüber dem Jahr 2009 ist. Aber die "neuen" Kreditnehmer gelten auch besonders als zuverlässig, denn mehr als 98 Prozent der Kreditnehmer zahlen ihre Schulden zurück, so dass die Quote sogar etwas über dem Durchschnitt aller Kreditnehmer in allen Altersgruppen liegt. Doch auch über 74-Jährige nehmen häufiger einen Kredit noch auf, aber weniger als sogenannten Ratenvertrag. So wollen sich 45 Prozent der älteren Generation noch ein schönes Leben genießen und nicht nur sparen.

Insgesamt gab es im Jahr 2011 17,2 Millionen Raten-Kreditverträge, wobei die durchschnittliche Höhe der Kredite rein rechnerisch pro Vertrag bei 7.700 Euro liegt.

Jeder dritte Haushalt beansprucht Kredite für Konsumgüter

Körperausschnitt Frau zieht ihre leeren Hosentaschen, weißer Hintergrund
Pleite, junge Frau zeigt ihre leeren Taschen © bilderbox - www.fotolia.de

Bei vielen Verbrauchern in Deutschland scheint die aktuelle Schuldenkrise spurlos vorüber zu gehen, da sie nach wie vor ungehemmt Kredite in Anspruch nehmen, die ihnen von den Kreditgebern natürlich schmackhaft gemacht werden. Während die ältere Generation Kredite für Konsumgüter misstrauisch betrachtet hat und lieber erst das nötige Geld sparte, sehen es heutzutage gerade die jungen Menschen als normal an, wenn man sich den Flachbildschirm oder das Auto auf Pump kauft.

Laut dem Bankenfachverband nimmt jeder dritte Haushalt hierzulande ein Kredit in Anspruch, den sie im Laufe der Zeit per Monatsraten wieder abstottern. Daneben wird auch der Dispo von Kreditkarten gerne überzogen, da diese Kreditform sehr flexibel ist und viele Leute auch die hohen Zinsen nicht davor abschrecken. Bis Ende vergangenen Jahres häuften die Deutschen auf diese Weise Schulden in Höhe von 230 Milliarden Euro an, wobei 148 Milliarden Euro für Ratenkredite beansprucht wurde.

Geld leihen im Pfandhaus kann teuer werden

Mancher, der Geld benötigt, hat auch die Möglichkeit statt eines Kredits bei einer Sparkasse oder Bank, sich dieses kurzfristig in einem Pfandhaus zu leihen und dafür persönliche Besitztümer hinterlegt ohne diese zu verkaufen. Aber für dieses Geld muss man auch Zinsen und Gebühren bezahlen, so dass es teilweise recht teuer wird.

Die beliebtesten Pfandstücke sind Münzsammlungen, wertvolle Kameras und Schmuck, aber auch Antiquitäten werden oftmals ins Pfandhaus gebracht. Nachdem der Pfandleiher das Pfandstück begutachtet hat, erhält man auch sofort sein Gelddarlehen. Aber oftmals ist der Betrag viel niedriger, als man sich erhofft hat, so beispielsweise wenn als Pfandstück der Fernseher, die Stereoanlage oder der Computer dient, denn all diese Dinge verlieren ständig an Wert, weil immer neue Geräte auf den Markt kommen. Oftmals entpuppt sich auch die Goldkette der Oma als nicht massiv, sondern nur vergoldet oder der Nerz ist nur eine Imitation.

Bei dem Pfandkredit wird auch eine sogenannte Sicherheitsmarge berücksichtigt, die mindestens 20 Prozent beträgt, aber auch wesentlich höher sein kann, wenn das Pfandstück sich vielleicht später schlechter veräußern lässt, denn wird das Pfandstück nach der festgelegten Zeit nicht eingelöst, so wird es versteigert. Die Zinsen für ein Pfanddarlehen liegen bei einem Prozent pro Monat und zusätzlich kommen noch die Gebühren, die abhängig von der Kredithöhe und Laufzeit sind.

Aber dies ist auch alles in der Pfandleiherverordnung geregelt, doch kann sich längerfristig ein effektiver Jahreszins von bis zu 40 Prozent ergeben, was also wesentlich teurer als jeder Ratenkredit oder Dispositionskredit bei den Sparkassen oder Banken ist.

Nullprozent-Finanzierungen können teuer werden

Geschäftsmann sitzt am Tisch und zählt Geldmünzen
Businessman with coins © Jozsef Szocs - www.fotolia.de

Ratenzahlungen mit Null-Prozent-Zinsen werden in Deutschland immer beliebter. Doch Verbraucherschützer warnen vor den vermeintlichen Traum-Zinssätzen bei Einkäufen.

Gerade Elektro- und Baumärkte, Kauf- und Möbelhäuser werben mit Null-Prozent-Finanzierungen. Doch die Angebote weisen nur den sogenannten Nominalzins aus, die tatsächlichen Kosten sind darin nicht enthalten. So liegt der effektive Zinssatz von solchen Ratenzahlungen letztlich um einiges höher, da die Banken, mit denen der Kredit geschlossen wird, häufig zusätzliche Gebühren erheben.

Eine einmalige Kontoführungsgebühr oder eine Restschuld-Versicherung können die Kosten in die Höhe schießen lassen, kritisieren Verbraucherschützer. Ein angebotener Null-Prozent-Zins könne so im ungünstigsten Fall zum Zehn-Prozent-Zins werden. Es gibt auch Online-Shops, die eine Bereitstellungs- und Servicegebühr erheben. Dadurch entsteht ein Zinssatz von drei Prozent. Auch hier ist eine vermeintliche Nullprozent-Finanzierung vor allem ein Marketing-Instrument.

Wer etwas auf Kredit kauft, sollte zudem immer darauf achten, ob er sich selbst kleine, regelmäßig anfallende Beträge auf Dauer leisten kann. Gerade Personen mit niedrigem Einkommen geraten so schnell in die Schuldenfalle. Finanzexperten weisen daraufhin, dass es dann richtig teuer wird, wenn zur Tilgung des Darlehens der eigene Dispo-Kredit eingesetzt werden muss. Dabei fallen meist Zinsen um die 13 Prozent an.

Die Bank kann auch bei einem Null-Prozent-Kredit den Vertrag kündigen, wenn die Raten nicht bezahlt werden. Dann ist die gesamte Summe auf einen Schlag fällig. Zusätzlich drohen Mahn- und Verzugskosten sowie Negativeinträge bei der Schufa.

Jeder dritte Haushalt lebt auf Pump – Schuldenfalle schnappt zunehmend auch bei jungen Frauen zu

Frau in Stickpullover hält Geldbörse im Händen
geld frau © detailblick - www.fotolia.de

Immer mehr Deutsche rutschen in die Schuldenfalle. Jeder Dritte finanziert größere Anschaffungen auf Pump – und fast jeder Zehnte sitzt vor einem Schuldenberg, den er nicht mehr abtragen kann. Diese alarmierenden Zahlen nennt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Anstieg der Schulden durch Konsumgüter

Allein im letzten Jahr ist der Anteil der Privathaushalte, die Konsumwünsche wie Urlaub, TV oder Auto per Ratenkredit bezahlen, von 29 auf 33 Prozent gestiegen. Die meisten Neu-Schuldner leben dabei in Westdeutschland, wo besonders die Männer zu riskanten Kreditabschlüssen neigen. Während 4,2 Millionen männliche Kreditnehmer als überschuldet gelten, sind bei den Frauen nur 2,4 Millionen in die Schuldenspirale geraten.

Überzogenes Konsumverhalten

Als größten Risikofaktor für Überschuldung nennen die Experten dabei Arbeitslosigkeit. Entsprechend häufig trifft es die Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren. Aktuell holt jedoch die jüngere Generation auf – und hier zeigen auch Frauen einen Hang zum überzogenen Konsumverhalten.

Gewaltige Wertsteigerung für Online-Währung Bitcoin - Bald beliebter als Gold?

Fliegende Euroscheine auf blauem Hintergrund, Geld
Flying money © Fantasista - www.fotolia.de

Das virtuelle Geld Bitcoin erlebt derzeit eine rasante Wertsteigerung. Der Preis der Online-Währung lag Mitte 2010 noch bei 30 Cent und Anfang 2013 bei 13 US-Dollar. Aktuell ist ein Bitcoin je nach Handelsplatz mindestens 1000 US-Dollar wert.

Bitcoins als Alternative für risikoreiche Anleger

Im Jahr 2007 entwickelten eine oder mehrere Personen unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein neuartiges Währungskonzept. Sie beabsichtigten, eine Währung zu schaffen, die anonym und frei von zwischengeschalteten Zentralbanken, Gewerbebanken oder staatlichen Eingriffen sein sollte. Zahlungen sollten direkt von einem Nutzer zum anderen erfolgen. 2009 ging Bitcoin online. Zunächst entschieden sich vor allem Computerspezialisten für die Währung. Doch bald wurden auch illegale Geschäfte mit Bitcoins bezahlt. Der Wechselkurs stürzte nach der Sperrung des Systems durch das FBI ab.

Aufgrund der Niedrigzinspolitik in den USA und Europa hat sich Bitcoin für risikoreiche Anleger mittlerweile zu einer Alternative entwickelt. Branchenkenner gehen davon aus, dass Spekulanten darauf setzen, dass künftig mehr Menschen Bitcoins zum Zahlen verwenden. Allerdings streiten Experten noch darüber, ob Kurs und Beliebtheit der Bitcoins wegen des größeren Nutzwertes oder einer sich bildenden Spekulationsblase zunehmen. In Krisenländern wie Zypern, Griechenland oder Spanien suchen zudem Anleger nach Alternativen zu den etablierten Währungen.

Bitcoins als Wertaufbewahrungsmittel?

Ob Bitcoins Gold als Wertaufbewahrungsmittel ablösen können, erscheint dennoch fraglich. Es gibt immer wieder Hacker-Angriffe auf das System mit der virtuellen Währung. Außerdem sei das Edelmetall als Wertspeicher etabliert, glauben Analysten. Möglicherweise platze bald die Blase und der Kurs stürzt ab.

Niedrige Kreditzinsen für den Hausbau langfristig nutzen

Drei Geschäftsleute sitzen am Tisch und besprechen einen Vertrag
three business people talking about contract © endostock - www.fotolia.de

Für Bauherren ist es aufgrund der niedrigen Zinsen äußerst günstig, einen Kredit abzuschließen. Wer von den günstigen Konditionen langfristig profitieren möchte, sollte sich daher um einen Kredit mit einer langfristigen Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren bemühen.

Der Aufschlag beträgt nur wenige Prozentpunkte. So liegt sie bei einer 15-jährigen Bindung nur um rund 0,5 Prozentpunkte höher als bei einer zehnjährigen Zinsbindung. Die monatliche Mehrbelastung bei einer Hypothek von 100.000 Euro beträgt durchschnittlich 45 Euro im Monat.

Kündigungsfrist und Tilgungssatz

Ab dem elften Jahr ist es möglich, mit einer Kündigungsfrist von einem halben Jahr das Darlehen vorzeitig komplett oder teilweise zurückzuzahlen. Zusätzliche Kosten entstehen dabei nicht. Eine möglichst hohe Tilgung senkt das Risiko eventueller Zinserhöhungen.

Kreditnehmer sollten darauf achten, dass sie die Möglichkeit besitzen, den Tilgungssatz zu wechseln. Kommt es etwa aufgrund von Arbeitslosigkeit zu einem finanziellen Engpass, wäre dies vorteilhaft. Wer unerwarteterweise mehr Geld zur Verfügung haben sollte, sollte diesen Betrag als Sondertilgung einsetzen. Dadurch reduziert sich die Kreditschuld und außerdem lassen sich auch noch Zinsen sparen.

Kreditangebote vergleichen und sich einen vollständigen Finanzierungsplan geben lassen

Verbraucher sollten unbedingt mehrere Kreditangebote einholen und diese vergleichen. Selbst geringe Prozentunterschiede bei den Zinsen summieren sich über einen Zeitraum von 15 Jahren zu einem hohen Betrag von mehreren tausend Euro. Zudem sollten sich Bauherren von ihrem Geldinstitut einen vollständigen Finanzierungsplan geben lassen.

Auto, Wohnung, neuer Fernseher - Viele Deutschen kaufen per Kredit

Junger, sportlicher Typ mit Sonnenbrille von oben mit rotem Modellauto
presenting a car © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Von den 25- bis 45-Jährigen finanziert in Deutschland derzeit jeder Fünfte mindestens einen Kauf auf Pump.

In dieser Altersgruppe treten meist die ersten größeren Wünsche auf. Das eigene Auto, Möbel für die Wohnung oder neue technische Geräte erfordern meist mehr Geld als vorhanden ist. Bei den 25- bis 29-Jährigen liegt ein Ratenkredit im Schnitt bei 6200 Euro, bei den 40- bis 44-Jährigen sogar bei 8500 Euro.

Nur in wenigen Fällen wird ein Kredit benötigt, um einen finanziellen Engpass zu überbrücken. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Nach Angaben der Wirtschafts-Auskunftei Schufa wurden 2013 aber fast alle Ratenkredite nach Plan zurückgezahlt.

Deutsche denken an die Zukunft

Menschen, die sich in dieser Phase des Lebens befinden, legen in dieser Zeit die Grundsteine für ihr Berufs- und Privatleben. Sie müssen auch Karriere und Familie in Einklang bringen. Doch fast alle Befragten denken bereits an die Zeit, in der sie nicht mehr im Berufsleben stehen. So offenbarten 86 Prozent, dass sie für ihre Altersvorsorge eine private Rentenversicherung abgeschlossen haben.

Kredite sind derzeit äußerst günstig. Grund dafür ist die aktuelle Niedrigzinsphase. Einige Geschäftsbanken bieten Ratenkredite über 5000 Euro bei zwölf Monaten Laufzeit für weniger als drei Prozent Jahreszins an.

Banken dürfen bei Krediten keine zusätzliche Bearbeitungsgebühr verlangen

Richter Hammer mit Sockel aus Holz auf weißem Hintergrund
gavel on white background © webdata - www.fotolia.de

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat jetzt in zwei Fällen entschieden, dass die Banken bei Verbraucherkrediten keine Bearbeitungsgebühren berechnen dürfen. So können die betroffenen Verbraucher bei allen seit 2011 abgeschlossenen Kreditverträgen die eventuell geleisteten Gebühren wieder zurückverlangen. Wie das Gericht entschied, sind somit alle entsprechenden Klauseln in den Verträgen unwirksam.

Oftmals haben die Banken eine Bearbeitungsgebühr zwischen einem und vier Prozent verlangt, was aber unzulässig ist, weil die Banken die Bearbeitung von Kreditanträgen aus eigenem Interesse vornehmen und nur die Zinsen berechnen dürfen. Jetzt kann auf die Banken eine Lawine von Rückzahlungsforderung zukommen.

Auch Kreditverträge über einen Autokauf sind hiervon betroffen, ob dies aber auch für Baudarlehen oder Unternehmerdarlehen zutrifft, ist noch unklar. Bei einem nun entschiedenen Fall hatte die Postbank einem Kunden für einen 40.000 Euro Kredit eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 1.200 Euro in Rechnung gestellt.

Betroffene Verbraucher können bei Verbraucherschutzorganisationen, beispielsweise auch bei Stiftung Warentest, entsprechende Musterbriefe anfordern um eventuelle bezahlte Gebühren wieder zurückzufordern.

Abrufkredit – günstiger als der Dispo, flexibler als ein Ratenkredit

Sparen - Frau legt Geldmünzen aufeinander
Frau mit Münzstapel beim Geld sparen © Gina Sanders - www.fotolia.de

Wer ein Girokonto hat, verfügt meist auch über einen Dispo. Das macht unabhängig von aktuellen Kontostand. Ebenso flexibel und finanziell attraktiver ist jedoch ein sogenannter Abrufkredit. Er funktioniert wie der Dispo – mit deutlich niedrigeren Zinsen.

Bisher führt der Abruf- oder Rahmenkredit ein Nischendasein. Nur rund 10 Prozent der Banken bieten ihn an, entsprechend wenige Verbraucher nutzen seine finanziellen Vorteile. Das Prinzip: der Kunde eröffnet ein Kreditkonto von dem er je nach Bedarf Geld abheben darf. Wie hoch die Maximalsumme sein soll, klärt man vorab. Üblich ist ein Kreditrahmen von 10.000 bis 50.000 Euro, der flexibel ausgenutzt werden kann.

Das Zinsniveau für den Abrufkredit liegt derzeit knapp unter sechs Prozent, und Zinsen fallen nur für die tatsächlich abgehobenen Summen an. Auch bei der Tilgung hat der Kunde freie Hand. Da die Zinsen beim Abrufkredit monatlich schwanken können, sollten Verbraucher ihr Konto aber immer gut im Blick behalten. Ob die Umwandlung in einen regulären Ratenkredit lohnt, verrät der effektive Jahreszins.

Grundsätzlich bietet der Abrufkredit größere finanzielle Freiheit – diese erfordert aber auch Disziplin. Denn zurückzahlen muss man das geliehene Geld ebenso wie bei anderen Krediten.

Kosten für den Gutachter: Bankkunden müssen Wertermittlung bei Immobilienkrediten nicht zahlen

Hausbau und Finanzierung: Skizze, Grundriss, Geldscheine und Taschenrechner
Hausplan mit Taschenrechner © Gina Sanders - www.fotolia.de

Viele Banken und Bausparkassen, die Immobilien finanzieren, lassen sich die Kosten der erforderlichen Schätzung des Objektwerts vom Kunden bezahlen. Und das obgleich Gerichte diesen Vorgang als rechtswidrig eingestuft haben.

Bis 2007 war die Erstellung eines Wertermittlungsgutachtens bei einem solchen Kredit durch einen Gutachter obligatorisch. Doch als erstes Gericht hat das Landgericht (LG) Stuttgart sogenannte "Schätzkosten", "Wertermittlungsgebühren" oder "Kosten für die Objektbesichtigung" als unzulässig erklärt (Az.: 20 O 9/07). Das Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigte diese Entscheidung (Az.: I U 17/09).

Unrechtmäßig gezahltes Geld schnellstmöglich zurückfordern

Dennoch versuchen einige Kreditinstitute, diese Kosten (0,5 Prozent der Darlehenssumme) auf ihre Kunden zu übertragen. Sie schließen einen separaten Geschäftsbesorgungsvertrag zur Beauftragung eines mehrere hundert Euro teuren Wertgutachtens ab. Damit nutzen sie eine rechtliche Grauzone aus.

Verbraucherschützer raten Kreditnehmern, die in den letzten Jahren mehrere Hundert bis einige tausend Euro für ein Wertgutachten bezahlt haben, das Geld zurückzuverlangen. Die Verjährungsfrist beträgt nach Kenntnisnahme drei Jahre, ansonsten zehn Jahre.

Flexible Immobilienfinanzierung? Banken lassen sich Änderungen teuer bezahlen

Drei Geschäftsleute sitzen am Tisch und besprechen einen Vertrag
three business people talking about contract © endostock - www.fotolia.de

Immobilienfinanzierungen laufen oft über 15 Jahre. Eine lange Zeit, in der sich das Leben der Kreditnehmer gravierend ändern kann. Wer seinen Vertrag nachträglich anpassen möchte, muss aber mit hohen Extra-Gebühren rechnen. Kaum eine Bank macht ihre Kosten transparent.

Wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Stichproben ermittelt hat, kassieren Banken und Bausparkassen für nahezu alle Änderungswünsche. Wie hoch die Gebühren sind, unterscheidet sich jedoch von Institut zu Institut. Wer einen Vertrag unterzeichnen will, sollte deshalb auch die Extra-Kosten berechnen.

  • Trennung vom Partner

    Für die Entlassung eines Kreditnehmers aus dem Vertrag verlangen die Banken zwischen 200 und 300 Euro. Nur einer der getesteten Anbieter verzichtete auf Gebühren.

  • Höhere oder niedrigere Rate

    Ob Lohnerhöhung oder Arbeitslosigkeit – es gibt viele Gründe, die monatliche Zahlungsrate zu verändern. Einige Banken machen das zum Nulltarif, die Commerzbank lässt sich die Umstellung auf höhere oder niedrigere Raten mit stolzen 450 Euro vergüten. Bei der Deutschen Bank erfahren Kunden erst hinterher, wie teuer die Änderung sie zu stehen kommt.

  • Reduzierung der Kreditsumme

    Wer weniger Geld von der Bank benötigt, ist ein Glückspilz. Sollte man jedenfalls denken. Für die Reduzierung der Darlehenssumme verlangen die Finanzinstitute jedoch eine Nichtabnahmeentschädigung. Einige Banken lassen sich sogar das Ausrechnen der Gebührenhöhe honorieren.

  • Übertragung auf andere Immobilie

    Soll der Darlehensvertrag auf eine andere Immobilie übertragen werden, kann das teuer werden. Für eine Darlehenssumme von 200.000 Euro fallen 200 bis 2.000 Euro Gebühren an.

Verbraucherschützer warnen - Banken wollen Kunden um Vergütungen prellen

Banken verschweigen derzeit gern die Vertriebsvergütungen für ihre Mitarbeiter

Geld, Euroscheine unter Wasser
euro unter wasser © fuxart - www.fotolia.de

Für den Vertrieb von Finanzprodukten wie Zertifikaten und Investmentfonds erhalten die Banken meist eine Provision. Laut Wertpapierhandelsgesetz müssen sie diese Daten offenlegen. Wem das Geld zusteht, ist allerdings umstritten.

Der Bundesgerichtshof hat sich hierzu noch nicht entschieden. Mit neuen Geschäftsbedingungen, die ab dem 15. April gelten sollen, reklamieren die Geldinstitute die Provisionen aber bereits für sich. Kunden sollten widersprechen.

Vertriebsvergütungen und Transparenzgebot

Die Vertriebsvergütungen für ihre Mitarbeiter werden von Banken derzeit gern verschwiegen. Nach Ansicht von Verbraucherschützern verstoßen sie dabei nicht nur gegen das Transparenzgebot – die Höhe mancher Provision könnte auch an der Unabhängigkeit der Berater zweifeln lassen.

Kunden sollten den neuen AGBs deshalb bis zum 14. April schriftlich widersprechen oder zumindest sämtliche Informationen über ihre Provisionen fordern. Wer stillschweigend akzeptiert, verliert seine Ansprüche auch für die Zukunft.

Bank kann kündigen

Aufgrund der strittigen Rechtslage weigern sich viele Banken, bei den Provisionen einzulenken. Im Extremfall drohen mit der Kündigung ihres Depots. Das soll die Kunden einschüchtern – kann sich aber sogar als Vorteil erweisen.

Direktbanken bieten Depots meist gebührenfrei, außerdem ist der Wechsel eine gute Gelegenheit, um überteuerte Produkte aus dem Depot zu nehmen. Oft sind es gerade die Vertriebsvergütungen, die ein Wertpapier unrentabel machen.

Finanzierung einer Immobilie ohne Eigenkapital nicht ohne Risiko

Der Kauf einer Immobilie ohne eigenes Geld kann ins finanzielle Desaster führen

Grafik Bearbeitetes Bild Familie auf Wiese mit imaginärem Haus oder Eigenheim
family grass sky. dream house © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Den Traum vom Eigenheim ohne eigenes Kapital zu finanzieren, ist nicht ohne Risiko. Zwar sind die Zinsen derzeit niedrig wie lange nicht, doch der Kauf einer Immobilie ohne eigenes Geld kann ins finanzielle Desaster führen. Neben dem Kaufpreis fallen häufig

an. Wenn diese Kosten auch per Kredit finanziert werden sollen, verlangen Banken einen Risikoaufschlag in Form höherer Kreditzinsen. Experten raten daher, wenigstens diese Nebenkosten und den Umzug aus Eigenkapital zu bestreiten.

Nachteile der Finanzierung ohne Eigenkapital

Bei einer Finanzierung ohne einen Cent Eigenkapital dauert es lange bis die Immobilie komplett in den eigenen Besitz übergeht. So ist die Hypothek bei einer 100-Prozent-Finanzierung mit nur einem Prozent Tilgung und 2 Prozent Zinsen erst nach mehr als 50 Jahren abbezahlt. Bis dahin steht die Bank mit im Grundbuch. Diese finanzielle Belastung will gut überlegt sein, denn

können die Lebensumstände gravierend ändern. Dann drohen Notverkäufe oder der finanzielle Ruin.

Notverkauf und Wertverlust

Probleme können auch bei der Anschlussfinanzierung nach der Zinsbindung entstehen. Steigende Zinsen erhöhen die finanzielle Belastung. Bei einem Notverkauf der Immobilie während der Kreditlaufzeit können sinkende Preise oder Wertverlust Kreditnehmer in die Bredouille bringen. Wer ein Eigenheim für 350.000 Euro gekauft hat, muss es möglicherweise für lediglich 300.000 Euro verkaufen.

Welche Folgen ein negativer Schufa-Eintrag wirklich hat

Wer einen negativen Schufa-Eintrag hat, kann Probleme bei der Kreditvergabe bekommen

Frau in hellem Blazer hält eine leere Geldbörse vor weißem Hintergrund
Young businesswoman holds empty wallet © Piotr Marcinski - www.fotolia.de

Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland gelten als überschuldet. Sie haben negative Schufa-Einträge und dadurch Probleme bei

  • der Kreditvergabe,
  • beim Bezahlen auf Rechnung und
  • bei Laufzeitverträgen.

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) führt die Daten von 66 Millionen natürlichen Personen in Deutschland und von 4,2 Millionen Unternehmen. Sie sammelt mit Zustimmung von Kunden

  • Name,
  • Adresse und
  • Geburtsdatum.

Auch alle

  • Girokonten,
  • Kreditkarten,
  • Kreditverträge,
  • Leasingverträge,
  • Telekommunikationskonten und
  • Kundenkonten

bei Versandhäusern sind bei der Schufa gespeichert.

Das eigene Schufa-Konto einsehen

Jeder Verbraucher darf einmal im Jahr kostenlos sein Schufa-Konto einsehen und kann fehlerhafte Daten korrigieren lassen. Dieser Antrag sollte schriftlich erfolgen und mit Quittungen belegt werden. Die Schufa hört in solchen Fällen aber auch das beteiligte Unternehmen an.

Negative Schufa-Einträge werden nach drei Jahren getilgt

Ein negativer Schufaeintrag kommt dann zustande, wenn ein Gläubiger das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet hat. Begleicht der Kunde die Forderung, ist die Firma nicht berechtigt, den Zahlungsverzug an die Schufa zu melden.

Negative Schufa-Einträge werden erst nach drei Jahren getilgt. Dies gilt auch für eidesstattliche Versicherungen. Löscht das zuständige Amtsgericht einen Eintrag schon früher, darf er auch nicht länger in der Schufa-Kartei aufgeführt werden.

Grundinformationen und Hinweise zu Finanzen

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: #30601480 © Butch - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: stethoskop mit euro © Schlierner - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema