Die Vor- und Nachteile der GeldKarte

Kunde in einem Blumenladen bezahlt einen Bund lila Blumen mit der Kreditkarte

Bargeldlose Offline-Zahlung dank elektronischer Geldbörse - kleinere Geldbeträge können mittels Chipkarte und meist ohen PIN bequem bezahlt werden

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  • von Paradisi-Redaktion

Nicht jedem Verbraucher gefällt es, dass der Supermarkt oder die Tankstelle durch die Kartenzahlung einen unmittelbaren Zugriff auf sein Konto erhält – und sei es auch nur für eine zuvor getätigte Zahlung. Eine etwas andere Form des Geldtransfers eröffnet sich dagegen mit der GeldKarte. Sie weist ein bestimmtes Guthaben auf, das von ihr abgehoben werden kann. Lesen Sie über die Merkmale der GeldKarte und welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringt.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Was ist eine GeldKarte?

Nur wenige Bankkunden bezahlen mit der Geldkarte kleinere Beträge

Junge Frau mit Einkaufstüte steht an Kasse und hält Kassierer Geldkarte hin
consumerism © diego cervo - www.fotolia.de

An vielen Automaten, wie für Fahrkarten, Parkgebühren oder auch Zigaretten, kann man die kleinen Beträge mit der Geldkarte, die man auch Girocard nennt, bezahlen.

Aber wie das Unternehmen EURO Kartensysteme in Frankfurt mitteilt, werden im Schnitt nur 27 Euro auf den Chip geladen. Dieser goldene Chip befindet sich mittlerweile auf 89 Prozent aller EC-Karten, das sind umgerechnet 81 Millionen Karten.

In ihrem Aussehen mag die GeldKarte der Kreditkarte ähneln. Beide unterscheiden sich jedoch deutlich.

Bei der Erstgenannten wird zuvor ein Guthaben aufgeladen. Dieser Vorgang ist mit der Prepaid-Karte des Handys vergleichbar. Der Betrag wird dabei direkt vom Konto abgebucht oder kann auch zuvor bar am Bankschalter eingezahlt werden.

Die Obergrenze dieses Aufladens wird gegenwärtig allerdings bei 200 Euro festgesetzt. Etwa ein Zehntel davon lassen sich die Bundesbürger durchschnittlich aber tatsächlich auf ihre Karten übertragen. Schon daraus wird erkennbar, dass der Einsatz eher auf geringe Geschäfte ausgedehnt ist, größere Transaktionen also nicht stattfinden.

Der Einsatz gestaltet sich dabei gebührenfrei für den Verbraucher. Lediglich der akzeptierende Händler muss mit geringen Abschlägen der Gesamtsumme rechnen.

Bei der GeldKarte handelt es sich um eine so genannte elektronische Geldbörse. Diese Form der bargeldlosen Offlinezahlung kommt meist ohne PIN aus. Karten dieser Art, mit denen man auch im Internet bezahlen kann, werden als Cyberwallets bezeichnet.

Die Arbeitsweise der GeldKarte wird als "Pay Before"-Modus bezeichnet, das Bezahlverfahren als "Prepaid-Bezahlverfahren". Die Ladung erfolgt an einem Ladeterminal; der Betrag wird einem Pool-Konto gutgeschrieben.

Arten

Grundsätzlich werden zwei Arten von Geldkarten unterschieden. In ihrer Handhabung weisen sie besonders im Ladevorgang unterschiedliche Merkmale auf.

  • die Girokonto-bezogene Geldkarte: eine girocard mit Geldkartenchip, lässt sich auch an vielen Geldautomaten aufladen; der Betrag wird vom Girokonto abgebucht
  • die White Card: eine kontoungebundene Geldkarte, beinhaltet lediglich die Funktion einer Geldkarte; die Aufladung erfolgt gegen Bargeld am Bankschalter

Zudem können beide Karten online aufgeladen werden. Es gibt auch Ladeterminals, die über zwei Kartenschlitze verfügen: hier lässt sich die White Card über die girocard aufladen; das Girokonto wird mit dem entsprechenden Betrag belastet.

Geldkarten: Per Funk kleinere Beträge kontaktlos zahlen

Blonde junge Frau in Boutique zahlt an der Kasse mit Karte
Buying © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Bis ein Kunde die letzten Cents aus seinem Geldbeutel gesucht hat, kann an der vollen Kasse schon mal viel Zeit verloren gehen. Einfacher und schneller geht es mit einer Geldkarte, die einen integrierten Funkchip beinhaltet, auf die der Eigentümer Geld laden kann. Dazu startet die Sparkasse im Großraum Hannover einen Pilotversuch, bei dem rund 1,3 Millionen Kunden eine solche Karte erhalten, während es 45 Millionen bis Ende 2015 werden sollen.

Inzwischen schwören auch große Kreditkartenunternehmen wie Matercard und Visa auf die neue Generation der Karten, wie sie schon seit Jahren an zahlreichen Universitäten zum Einsatz kommt. Dabei muss der Studentenausweis mit dem integrierten Chip im Abstand von ein paar Zentimetern an das Lesegerät gehalten werden und der entsprechende Betrag für das Essen in der Mensa wird automatisch abgebucht.

Die Vorteile der GeldKarte

Positiv erweist es sich, dass Dritte keinerlei Zugriff auf das Konto des Karteninhabers besitzen. Weder kann der Supermarkt eine zu hohe Rechnung einfordern, noch ergibt es im Rahmen krimineller Aktivitäten einen Sinn, die Karte oder deren Details auszuspähen. Stets kann sich der Verlust nur auf die aufgeladene Gesamtsumme beziffern – also nie mehr als 200 Euro, meist aber deutlich weniger.

Ein zweckwidriges Nutzen des eigenen Kontos durch Unbefugte ist damit nicht möglich. Mit dem aufgeladenen Vermögen kann bereits jetzt nicht nur an der Kasse bezahlt werden.

Auch Park- und Fahrscheinautomaten akzeptieren diese Form der bargeldlosen Zahlung. Der Inhaber der Karte besitzt somit stets die Kontrolle über sein Vermögen und muss selbst den Verlust nur in Ausnahmefällen fürchten. Weitere Vorteile:

  • seltenere Verwendung von Kleingeld
  • schnellerer Bezahlvorgang
  • auch für den Kauf von Tickets für bestimmte Sportveranstaltungen nutzbar
Auch Parkgebühren können oftmals bequem am Automaten mit der Geldkarte bezahlt werden
Auch Parkgebühren können oftmals bequem am Automaten mit der Geldkarte bezahlt werden

Die Nachteile der GeldKarte

Ist das Geld einmal auf die Karte übertragen worden, so gibt es nur wenige Möglichkeiten, es von dort zurückzubuchen. Wer zudem wissen will, wie hoch der darauf befindliche Restbetrag denn eigentlich ist, wird ebenso vor Probleme gestellt - nur wenige Geräte zeigen den Wert an.

So kann es also einmal vorkommen, dass der Verbraucher mit der Geldkarte bezahlen will, aber nicht kann. Neben dem zu geringen Guthaben könnte das jedoch auch an der Störanfälligkeit dieses Systems liegen. Alle diese Gründe führen dazu, dass sich die GeldKarte bislang noch nicht flächendeckend durchsetzen konnte und es abzuwarten bleibt, ob sie nicht auf Sicht weniger Jahre gänzlich abgelöst wird. Weitere Nachteile:

  • die vorgenommenen Bezahlvorgänge speichert man aus steuerlichen Gründen mehrere Jahre
  • kein Überblick über die Ausgaben
  • unehrliche Finder können die Karte zum Bezahlen nutzen
  • Einsatz nur in Deutschland möglich, deutsche GeldKarte inkompatibel zu elektronischen Geldbörsensystemen in anderen Ländern
  • Verleihen/Verschenken von Geldbeträgen nicht möglich

Tipps im Umgang mit der GeldKarte

Gerade für Personen, die sich bei Einkäufen eine bestimmte finanzielle Obergrenze festlegen, fahren mit der GeldKarte eigentlich sehr gut. Jedenfalls dann, wenn diese in dem bevorzugten Geschäft angenommen wird. Das ist zumindest in den meisten großen Supermärkten und bundesweiten Geschäftsketten der Fall.

In den meisten großen Supermärkten in Deutschland wird die Geldkarte als bargeldloses Zahlungsmittel
In den meisten großen Supermärkten in Deutschland wird die Geldkarte als bargeldloses Zahlungsmittel akzeptiert

Sollen aber umfangreiche Anschaffungen getätigt werden oder will der Verbraucher finanziell stets flexibel bleiben, so lohnt sich die GeldKarte für ihn bereits nicht mehr. Es ist daher vorab gut zu ergründen, ob er sich in dem engen Rahmen der Höchstsumme von 200 Euro bewegen kann oder ob andere Kartenformen für ihn empfehlenswerter sind.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: People Buying Bouquet of Flower at Flora Shop © Rawpixel.com - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: geparkte Autos in einer Tiefgarage © Christian Müller - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Hand zeigt Kundenkarte an Kasse im Supermarkt © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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