Die Sachertorte aus dem Hotel Sacher - eine Torte mit Geschichte

Die Wiener Kaffeehauskultur genießt weltweit einen einzigartigen Ruf. Ein Produkt dieser festen Institution des österreichischen kulturellen Lebens ist die Sachertorte, eine Schokoladentorte, die sich vor allem durch ihre Marillenfüllung und Schokoladenglasur auszeichnet. Sie wird neben dem Hotel Sacher in vielen Wiener Kaffehäusern serviert. Informieren Sie sich über die Besonderheiten und Entstehungsgeschichte der Sachertorte aus dem Hotel Sacher.

Über die Entstehung und Herstellung der Sachertorte

Die Sachertorte: eine Beschreibung

Bei der Sachertorte handelt es sich um eine Schokoladentorte. Den Teig, welcher der Wiener Masse ähnelt, bezeichnet man auch als Sachermasse. Er ist sehr fetthaltig und enthält zudem Kakao oder Schokolade.

Typisch ist eine Füllung mit Marillenmarmelade sowie eine Schokoladenglasur. Die Sachertorte hat als Wiener Spezialität einen Eintrag im Register der Traditionellen Lebensmittel.

Bei der Sachertorte handelt es sich eigentlich nur um eine klassische Schokoladentorte, welche zudem noch mit Marillenmarmelade angereichert und einer Schokoladenglasur überzogen ist. Hinsichtlich der genauen Zusammensetzung gibt es auch innerhalb der Wiener Kaffeehauskultur einige Unstimmigkeiten. So gibt es beispielsweise Sachertorten verschiedener Hersteller, welche zwei Marmeladenschichten enthalten, wohingegen bis heute auch Torten mit nur einer Marmeladenschicht als originale Sachertorte bezeichnet werden.

In Sachen Kuvertüre nutzt man eine kakaohaltige Fett- oder Zuckerglasur. Die Oberfläche der Sachetorte wird häufig noch mit einem entsprechenden Schriftzug oder dem Buchstaben "S" verziert; auch ornamentale Muster sind typisch.

Unterschiede in Deutschland und Österreich

Da es sich bei der Bezeichnung "Sachertorte" nicht um ein geschütztes Warenzeichen handelt, gibt es diverse Rezepte von vielen Konditoren. Um eine Torte als Sachertorte bezeichnen zu dürfen, gelten hierzulande sowie in Österreich unterschiedliche Kriterien:

Im österreichischen Lebensmittelbuch ist zu lesen, dass es sich bei der Torte um eine allgemeine Konditorware handeln muss, welche den Hinweis "Sacher" trägt. Zu den Zutaten der Sachermasse zählen

Schokolade als Hauptzutat der Sachertorte
Schokolade als Hauptzutat der Sachertorte

Die Proportionen sind dabei nicht festgelegt, allerdings muss der Schokoladenanteil mindestens 15 Prozent betragen. Zudem müssen mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse in der Schokolade enthalten sein.

Der Überzug muss aus kakauhaltiger Schokolade oder Zuckerglasur bestehen; eine kakaohaltige Fettglasur ist nicht zulässig. Eine Fruchtfüllung ist nicht unbedingt erforderlich; man darf jedoch Marillenkonfitüre verwenden.

Die Sachertorte nach deutschem Lebensmittelbuch muss hingegen eine Fruchtfüllung mit mindestens 45 Prozent Fruchtanteil enthalten. Die Zutaten der Sachermasse entsprechen dem österreichischen Standard, allerdings mit festgelegten Anteilen. Bei 100 Teilen Mehl benötigt man

  • 100 Teile Butter
  • 200 Teile Vollei
  • 100 Teile Schokolade/Kakao

Der Überzug muss ebenfalls entweder aus Schokolade oder kakaohaltiger Zuckerglasur bestehen.

Geschichte

Mindestens ebenso interessant wie die Zusammensetzung ist allerdings die Geschichte, welche diese Torte hat. Ihre Ursprünge hat die Sachertorte bereits im 18. Jahrhundert. Zwar gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Süßspeise namens Sachertorte.

Allerdings lassen sich in einigen überlieferten Kochbüchern Tortenvariationen finden, welche der heutigen Sachertorte stark ähneln. Etwa 100 Jahre später, im Jahre 1832, beginnt hingegen die Geschichte der Sachertorte.

Zu diesem Zeitpunkt befahl Fürst Metternich seiner Küche eine Torte zu kreieren, welche seine Gäste begeistern sollte. Eben diese anspruchsvolle Aufgabe übernahm ein Lehrling namens Franz Sacher, welcher den kranken Chefkoch ersetzte und mit seiner Tortenkreation einen vollen Erfolg feierte. Doch obwohl diese neue Torte ein voller Erfolg war, schenkte man ihr in der Folgezeit keine weitere Beachtung.

Kompliziert wurde die ganze Angelegenheit, als der Sohn von Franz Sacher das Rezept des Vaters übernahm. Der Sohn arbeitete allerdings nicht für den Feinkostladen des Vaters, sondern die Hofzuckerbäckerei Demel.

Aus diesem Grund entbrannte schon bald ein Rechtsstreit zwischen der Sacher Familie und der Hofzuckerbäckerei Demel, da beide das Herstellungsrecht der Sachertorte für sich beanspruchen wollten. Dieser Rechtsstreit zwischen der Familie Sacher und der Hofzuckerbäckerei sollte noch viele Jahrzehnte andauern.

Zeitweilig hieß diese Speise deshalb beispielsweise auch Eduard-Sachertorte oder Original Sachertorte. Letzteres wurde vor allem nach 1930 unentbehrlich, da immer mehr Konkurrenten mit ähnlichen Rezepten auf den Markt drängten, welche aber weder das Recht noch das Rezept besaßen, die Sachertorte sachgemäß herzustellen.

Der gesamte Rechtsstreit endete erst im Jahre 1963. Seitdem gibt es die Original Sacher-Torte und die Demel's Sachertorte.

Unterschiede der beiden Anbieter

Unterschiede gibt es bei der Original Sacher-Torte sowie der Demel's Sacher-Torte besonders in der Marmelade. Erstere kommt mit zwei Schichten daher, während bei der Demel's Sachertorte nur eine Schicht verwendet wird.

Auch der von beiden Anbietern verwendete siegelartige Aufleger aus Schokolade weist Unterschiede auf. Der Demel-Aufleger ist dreieckig. Er trägt die Aufschrift Eduard Sacher Torte Erzeugnis Ch. Demel's Söhne.

Beim Aufleger des Hotels Sacher handelt es sich um eine runde Form. Zu lesen ist die Aufschrift Hotel Sacher Wien.

Laut Aussage des Hotels handelt es sich um ein streng gehütetes Geheimrezept. Abgesehen vom Hotel Sacher in Wien gibt es die Original Sacher-Torte nur

  • im Hotel Sacher Wien in Salzburg
  • im Café Sacher in Innsbruck
  • im Café Sacher in Graz
  • im Duty-Free-Bereich am Flughafen Wien
  • im Sacher-Shop in Bozen sowie
  • online im Shop des Hotels Sacher,

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  • coffee and chocolate cake © Ljupco Smokovski - www.fotolia.de
  • chocolate flow © Mikael Damkier - www.fotolia.de

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