Pflanzen gießen - sommerliche Tipps für den Garten

Wenn die Temperaturen steigen, kann die natürliche Wasserversorgung schon mal knapp werden

Von Dörte Rösler
9. Juli 2015

Für frisches Grün und üppige Blüten brauchen Pflanzen ausreichend Wasser. Im Sommer kann die natürliche Versorgung aber schon mal knapp werden. Was ist beim Gießen zu beachten - und wie können Gärtner sich die Arbeit erleichtern?

Morgens gießen - und zwar reichlich

Bei großer Hitze kann es sein, dass Topfpflanzen zweimal am Tag Wasser brauchen. Ansonsten gießt man am besten morgens. Der Boden ist jetzt noch leicht feucht vom Tau und kann das Wasser besser aufnehmen. Außerdem verhindert man so, dass die Blätter nachts nass bleiben und Pilzbefall fördern.

Die ungünstigsten Zeiten zum Gießen sind die Mittagsstunden: die Wassertropfen auf Blüten und Blättern bündeln das Licht, sodass die Pflanzenteile verbrennen. Stauden und Gehölze sollte man ohnehin nicht beregnen, sondern nur unten gießen. Über die Blätter können sie keine Feuchtigkeit aufnehmen.

Statt jeden Morgen ein paar Tropfen Wasser zu geben, empfehlen Profigärtner, lieber seltener und kräftiger zu wässern. So kann das Wasser auch in die tiefere Wurzelschicht vordringen, wo es zudem besser vor Verdunstung geschützt ist.

Tipp: Denken Sie auch an die Bäume. Befinden sich ringsum versiegelte Flächen, kommt zu wenig Wasser in den Boden. Mindestens einmal pro Woche sollte man dann fünf bis sechs Kannen Wasser spendieren.

Regenwasser sammeln

In einem großen Garten können die Wasserkosten ganz erheblich sein. Wer nicht nur den Pflanzen, sondern auch dem eigenen Portemonnaie etwas Gutes tun will, sammelt deshalb Wasser in einer Regentonne oder Zisterne. Da Regenwasser weniger Kalk enthält als Leistungswasser ist es für die meisten Pflanzen besser.

Wenn die Tonne gerade nicht genutzt wird, sollte man sie mit einem Deckel verschließen. So können keine Blätter oder Kleintiere hineinfallen. Zudem bilden sich ohne Licht keine Algen.

Bewässerungshilfen

Wer nicht jeden Tag mit Kanne und Schlauch ausrücken möchte, findet im Fachhandel eine Vielzahl an Bewässerungssystemen. Auf dem Balkon bieten sich Pflanzgefäße mit integriertem Wasserspeicher an. Für den Kurzurlaub kann man auch einfach eine Plastikflasche mit Wasser füllen und kopfüber in die Erde stecken. Damit die Feuchtigkeit fein dosiert abgegeben wird, sticht man in den Deckel einige kleine Löcher.

Für Balkone mit vielen Kübeln und Töpfen empfiehlt sich eine automatische Tröpfchenbewässerung. Bei Stauden und Gehölzen ist ein Schlauchsystem ratsam, die Rasenflächen lassen sich mit einem Versenkregner bewässern. Gute Systeme haben integrierte Sensoren für Feuchtigkeit und Zeitschaltuhren für das punktgenaue Wässern.

Die Erde lockern

Trockene Erde wird schnell hart. Beim Gießen kann die Feuchtigkeit dann gar nicht in den Boden eindringen. Damit das Wasser ungehindert zu den Wurzeln fließen kann, sollte man den Boden deshalb etwas auflockern und mit sanftem Strahl gießen, bis die Erde sich vollgesaugt hat.