Bäume selber fällen - Hinweise und Tipps zum Baumfällen und wichtige Sicherheitsaspekte

Forstarbeiter sägt mit Kettensäge Baumstamm

Ob im Wald für Kaminholz oder im eigenen Garten - Beim Bäumefällen sollte man sowohl beim Umgang mit der Motorsäge, als auch mit der Axt, einige Punkte beachten

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  • von Paradisi-Redaktion

Einen Baum selbst zu fällen, will gelernt sein. Gerade große Bäume sind nur etwas für Könner und Fachmänner mit viel Erfahrung. Es gibt verschiedene Schnitte und Techniken beim Baumfällen. Außerdem darf auch im eigenen Garten nicht einfach drauf los gefällt werden. Mit am wichtigsten ist aber auch der Sicherheitsaspekt, den man auch als erfahrener Baumfäller niemals ignorieren sollte. Holen Sie sich Hinweise und Tipps zum Baumfällen sowie wichtige Sicherheitsaspekte.

Einen Baum zu fällen ist kein Kinderspiel, denn tendenziell besteht dabei immer Lebensgefahr, wenn bestimmte Dinge nicht beachtet werden. Auch im eigenen Garten kann man nicht gerade mal eben einen Baum fällen. Es gibt bestimmte Regeln und Vorschriften, die in der Baumschutzsatzung und im Pflanzenschutzgesetz geregelt sind.

Mögliche Gründe für das Baumfällen

Diejenigen, die sich zuvor noch nie mit dem Thema Baumfällen auseinandergesetzt haben, mögen sich nun fragen, aus welchen Gründen man selbst zur Kettensäge oder Axt greifen sollte. Beliebt ist beispielsweise das Fällen im Wald, um sich eigenhändig um das Holz für seinen Kamin zu kümmern.

Wer dies machen möchte, benötigt jedoch eine Berechtigung in Form eines Kettensägenscheins. In einem meist eintägigen Lehrgang lernen die Teilnehmer, wie man mit einer Kettensäge umgeht und welche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen. Zu den Themenschwerpunkten zählen mitunter:

  • Unfallverhütungsvorschriften
  • Schutzausrüstung
  • Funktion und Wartung einer Motorsäge
  • Schnitt- und Sägetechniken
  • Ergonomisches Arbeiten mit einer Motorsäge

Im eigenen Garten kann das Fällen eines Baums notwendig werden, wenn dieser sehr morsch ist und die Gefahr des Umstürzens besteht. Auch ein Krankheitsbefall und damit auch eine mögliche Schädigung anderer Bäume zählen zu den Gründen. Und schließlich möchte mancheiner auch den alljährlichen Weihnachtsbaum selber schlagen.

Bei der zuständigen Verwaltung nachfragen

Die Baumschutzsatzung will das unkontrollierte Fällen von Bäumen verhindern, die eigentlich schützenswert sind. In den Bundesländern gibt es unterschiedliche landesrechtliche Grundlagen.

Auch Stadt und Gemeinden entscheiden eigenständig. Bevor also ein Privatmann einen Baum in seinem Garten oder auf seinem Grundstück fällen will, muss er sich in jedem Fall bei der zuständigen Verwaltung erkundigen, ob dies zulässig ist.

Eine Baumfällung kann genehmigungspflichtig sein oder auch gänzlich untersagt werden. Für Wälder gelten das Bundeswaldgesetz sowie die Waldgesetze der Bundesländer.

Die Baumschutzsatzung ist von den Städten und Gemeinden abhängig. Sie wird ganz individuell gehandhabt.

Auch wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, können andere Regelungen getroffen sein. In jedem Fall kann man auf seinem Grundstück nicht tun und lassen, was man will.

Deshalb sei nochmals betont, dass man sich vor jeder Fällung erst mit dem zuständigen Amt in Verbindung setzen muss. Es kann verschiedene Gründe geben, warum ein Baum nicht gefällt werden darf.

  • Möglich ist zum Beispiel, dass der Baum als schützenswert eingetragen ist.
  • Oder er unterliegt einer privatrechtlichen Vereinbarung.
  • Der Baum kann auch als Naturdenkmal ausgewiesen sein, unter Naturschutz stehen oder er steht in einem Landschaftsschutzgebiet.

Sicherheitsaspekte beachten

Um einen Baum zu fällen, braucht man nicht nur das richtige Gerät, sondern auch die entsprechende Schutzkleidung. Das Umfeld muss ausreichend gesichert werden, so dass keine Personen zu Schaden kommen können. Der Holzfäller muss den Baum genau einschätzen können, um die Umgebung nicht zu gefährden.

Auch parkende Autos und Gebäude müssen dabei berücksichtigt werden und nicht nur in der Richtung, in die der Baum fallen soll. Sonst kann es schnell zu Beschädigungen oder gar Unfällen kommen.

Der Arbeitsbereich sollte abgesperrt werden, um Passanten, Kinder und Tiere nicht in Gefahr zu bringen. Dabei sollte Umkreis etwa die doppelte Länge des Baumes umfassen.

Für den Umgang mit einer Kettensäge gilt, dass man diese stets mit großem Respekt betätigen sollte. Vor Arbeitsbeginn sollte man überprüfen, ob der Tank voll ist und die Säge sich im Leerlauf befindet. Das Ansetzen zum Schneiden erfolgt stets im Vollgas.

Beim Schneiden ist darauf zu achten, ein Einklemmen des Kettenblatts durch das Holz zu vermeiden. Die Säge sollte niemals auf einer Leiter oder im Baum selbst betätigt werden.

Setzt man die Säge zum Fällen an, sollte man in einem Winkel von 45° hinter dem Stamm stehen; fällt der Baum, tritt man auch in diese Richtung zurück.

Es müssen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden
Es müssen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden

Schutzkleidung und benötigte Ausrüstung

Abgesehen von der Kettensäge benötigt man einen Fällkeil sowie eine Fällaxt. Des Weiteren gehört die richtige Schutzkleidung zur Grundausrüstung beim Bäumefällen. Den Kopf schützt man mit einem Helm; des Weiteren trägt man eine Schutzbrille, die idealerweise ein großes Visier aufweist, um auch den Rest des Gesichtes zu schützen.

Ebenfalls wichtig ist ein Gehörschutz, denn das Sägen kann eine ordentliche Lautstärke entwickeln. Und schließlich sind auch Arbeitshandschuhe Pflicht. Hierbei sollte nicht gespart werden; sehr wichtig ist die richtige Passform, damit es bei der Arbeit nicht zu Behinderungen kommt.

Empfehlenswert sind zudem eine Schnittschutzhose sowie eine Schnittschutzjacke. Diese verfügen über stabile Fäden, die ernsthafte Verletzungen im Falle des Abrutschens mit der Säge verhindern können.

Und schließlich ist auch festes Schuhwerk unumgänglich. Es sollte einen festen Stand gewährleisten, was besonders durch eine griffige Sohle gegeben ist. Auch eine Schutzkappe ist zu empfehlen.

Anleitung zum Bäumefällen

In welche Richtung der Baum fällt, wird durch die Fallkerbe bestimmt - dort, wo die Kerbe angesetzt wird, liegt auch die Fallrichtung. Der Öffnungswinkel der Kerbe sollte zwischen 60 und 80° betragen.

  1. Zunächst erfolgt der obere Schnitt der Kerbe; dieser erfolgt schräg nach unten. Hierbei ist darauf zu achten, den Baum nicht tiefer als ein Fünftel bis ein Drittel einzuschneiden; anderenfalls kann es zu Abweichungen der Fallrichtung kommen.

  2. Nun folgt der untere Schnitt der Kerbe, bis er auf den oberen trifft. Der ausgesägte Keil wird mit der Axt herausgeschlagen.

    Der nächste Schritt ist der Fallschnitt: auf der gegenüberliegenden Seite der Kerbe sägt man ein ganz kleines Stück darüber in Richtung der Kerbe. Etwa drei Zentimeter vor Erreichen der Fallkerbe stoppt man; man sägt also nicht gänzlich durch.

  3. Nun kommt der Fällkeil zum Einsatz; er wird mit der Fällaxt mittig gegenüber der Kerbe so lange in den Stammschnitt geschlagen, bis der Stamm knackt und bricht - und es schließlich zum Kippen kommt.

Besonders zur Weihnachtszeit wird das Baumfällen oftmals zum Thema...

Weihnachtsbäume selber zu schlagen hat viele Vorteile

Das klingt nach einem richtigen Männerjob: In den Wald hinausziehen und sener Familie höchstpersönlich einen Weihnachtsbaum schlagen. Doch Christbäume direkt vom Förster haben noch andere Vorteile.

Wer seinen Baum frisch auf einer Plantage schlagen lässt oder selber schlägt, kann davon ausgehen, dass er länger hält und weniger nadelt als ein Baum, der bereits einen langen Transportweg hinter sich hat. Zudem schont der Kauf von Bäumen aus der Region das Klima.

Nahezu überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz kann man in seiner Region einen passenden Anbieter finden. Bei Bäumen mit unsicherer Herkunft sollte zumindest ein entsprechendes Herkunftssiegel vorhanden sein, das darüber Auskunft gibt, ob der Baum aus der Region stammt.

Weihnachtsbäume aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Ein weiteres Novum seit einigen Jahren sind die so genannten Öko-Christbäume. Wer auf ein Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC) achtet, kann sich sicher sein, einen Weihnachtsbaum aus umweltfreundlicher, nachhaltiger und verantwortungsvoller Waldwirtschaft zu erwerben. Das Logo enthält einen stilisierten Baum, der garantiert, dass der Betrieb durch die gemeinnützige Wald-Organisation kontrolliert wird.

Insgesamt werden jedes Jahr allein in Deutschland rund 28 Millionen Christbäume verkauft, von denen rund 80 Prozent aus heimischen Anbau kommen - der Rest wird importiert, zum Beispiel aus Dänemark. Auf einer Fläche von 25.000 Hektar werden in Deutschland Weihnachtsbäume herangezogen, meist in Form von landwirtschaftlichen Sonderkulturen. Der beliebteste Baum bleibt die Nordmanntanne, preisgünstiger jedoch sind Fichten.

Anleitung zum Schlagen eines Weihnachtsbaums

Bevor man sich aufmacht, um einen schönen Baum zu suchen, sollte man zuhause ausmessen, welche Größe dieser maximal aufweisen darf. Hat man einen Baum gefunden, sollte natürlich auch vor Ort ausgemessen werden - hierbei darf auch der Transport nicht vergessen werden; mitunter ist ein Anhänger notwendig.

Wichtig auch der Stammdurchmesser: der Stamm muss natürlich in einen Weihnachtsbaumständer passen. Auch ein gleichmäßiger Bewuchs und eine schmale Spitze, um einen Stern etc. anbringen zu können, sind mögliche Auswahlkriterien.

Beim Schlagen des Baums sollte man im Prinzip so vorgehen, wie auch bei dem Fällen mit der Säge; die Axt übernimmt dabei deren Arbeit. Schmutz und lose Nadeln werden zunächst durch kräftiges Schütteln des Baums entfernt.

Während des Schlagens ist es wichtig, den Baum unter Spannung zu setzen; dafür drückt eine helfende Person gegen den Baum, während die andere mit dem Beil in den Stamm schlägt - die Klinge des Beils sollte stets nach unten zeigen. Ist der Baum gefallen, sägt man den Stamm gerade ab.

Ein 120 Jahre alter künstlicher Weihnachtsbaum

Geschenke unter einem Christbaum mit roten Kugeln
Geschenke unter dem Christbaum © mao-in-photo - www.fotolia.de

Ein 30 Zentimeter hoher Tannenbaum aus Bast wurde nun als ältester künstlicher Weihnachtsbaum in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. In dem Jahr 1886 wurde der Baum von der Familie Hicks aus England gekauft und von einer Generation zur nächsten Generation vererbt.

Der Weihnachtsbaum wird heute immer noch in seiner Originalverpackung gelagert und aus Tradition mit altem Weihnachtsschmuck zu den Festtagen bestückt.

Weihnachtsbäume nadeln erst nach drei Monaten – mit Hormonblocker

Christbäume am Verkaufsstand, daneben Gerät mit Baumnetzen
Christbaumverkauf © Digitalpress - www.fotolia.de

„Ethylen“ ist der Grund dafür, dass die schönen Weihnachtsbäume so schnell beginnen zu nadeln. Ethylen ist ein Hormon, das von der Tanne produziert wird, sobald er geschlagen wurde. Wissenschaftler haben nun ausgetestet, was passiert, wenn dieses Hormon blockiert wird. Das Ergebnis: der Baum hatte erst nach 87 Tagen seine Nadeln verloren; ein unbehandelter Baum war schon nach 40 Tagen nadel-los.

Also kann durch die Blockade dieses Hormons der Verlust der Tannennadel erheblich nach hinten verschoben werden. Nun wird versucht, ein Mittel zu entwickeln, das mit dem Gießwasser dem Tannenbaum zugeführt wird. Denn länger haltende Nadeln würden nicht nur längere Weihnachtsfreude im gemütlichen Heim bedeuten, sondern wäre auch wirtschaftlich ein großer Faktor, denn der Transport würde sich so weitaus einfacher gestalten.

Besser einen Weihnachtsbaum aus der Region kaufen

Nahaufnahme Tannenbäume zum Verkauf mit Schild, Aufschrift "Frohe Weihnachten"
Frohe Weihnachten © Derkie - www.fotolia.de

Umweltverbände wie beispielsweise die Waldschutzorganisation Robin Wood hatten vor Weihnachten die Verbraucher hingewiesen, dass man beim Kauf des Weihnachtsbaumes auf ökologisch produzierte Bio-Bäume achten sollte, weil dies für die Umwelt aber auch die Gesundheit besser sei.

So würden in diesen Betrieben kein Mineraldünger oder auch kein Gift verwendet. Dafür gibt es bestimmte Zertifikate wie "Naturland", "FSC" oder "Bioland". Doch die einzelnen Zuchtbetriebe verweisen auf die von der Bundeskontrollstelle für Land- und Forstwirtschaft zugelassenen Mittel für die Düngung und Pflanzenschutz.

Doch sollte man vor allem aber Bäume aus der Region kaufen. Wer es bisher noch nicht getan hat, der kann sich dies für das Jahr 2011 auch vormerken, denn "alle Jahre wieder" ist auch Weihnachten.

Weihnachtsbäume werden dieses Jahr nicht teurer

Kleines blondes Mädchen in rotem Winterpulli schmückt den Weihnachtsbaum mit Christbaumkugeln
Little girl decorating christmas tree with toys and baubles © cromary - www.fotolia.de

Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger schätzt, dass dieses Jahr etwa 26 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft werden. Der Umsatz wird wahrscheinlich bei 450 Millionen Euro liegen. 90 Prozent aller deutschen Familien kaufen sich zu Weihnachten einen Baum. Mit 80 Prozent am weitesten verbreitet ist die Nordmanntanne. Ihre Nadeln sind weich und fallen nicht so schnell ab, dafür kostet der Meter auch zwischen 16 und 22 Euro.

Eine ordentliche Nordmanntanne schlägt daher leicht mit 30 bis 40 Euro aufs Portmonnaie. Billiger ist die stachelige Blaufichte. Sie kostet 9 bis 12 Euro pro Meter. Die traditionell als Weihnachtsbaum verwendete Rotfichte kostet 5 bis 7 Euro pro Meter. 80 Prozent der in Deutschland verkauften Weihnachtsbäume stammen aus heimischen Anbau. Dieses Jahr werden die Bäume nicht teurer. Ihr Bestand ist sicher, da sie eigens für den Verkauf gezüchtet werden.

Tipps und Grundinformationen zu Bäumen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Forstarbeiter beim Baumfällen © Daniel Nimmervoll - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Motorsäge © Kathrin Uhlenbruch - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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