12. Juli 2006
Viele Eltern kennen das: Das Kind hat im Kindergarten einen Freund mit dem neusten Spielfiguren-Held gesehen und möchte nun selbst stolzer Besitzer der kostspieligen Figur sein. Da ist guter Rat fast so teuer wie die neueste Spielekonsole, denn wie soll man Kindern am besten vermitteln, dass Geld keineswegs auf der Wiese wächst, sondern hart erarbeitet werden muss?
Eines Tages ist es soweit: Die Kinder erhalten ihr erstes Taschengeld und sollen allmählich den Umgang mit dem Geld erlernen. Kindern ist das Verständnis um den Wert von Waren nicht in die Liege gelegt. Erst mit dem eigenen ersten Geld bekommen sie ein Gefühl dafür, was teuer und was billig ist. Zusätzlich lernen sie abzuwägen, welche Käufe sinnvoll sind und welche nicht. Sie erleben, dass nicht alle Wünsche gleich in Erfüllung gehen können und müssen sich aneignen, wie man Geld einteilt.
Mit dem Tag der Einschulung sollte auch der Umgang mit dem Geld allmählich geübt werden. Die Kinder erleben nun zum ersten Mal, dass sie sich kleine Wünsche selbst erfüllen können, ohne ihre Eltern belagern zu müssen. Nicht selten wird daher das erste Geld scheinbar wahllos ausgegeben. Eltern sollten die Ruhe bewahren, es dauert eine Weile bevor Kinder finanzielle Prioritäten setzen können. Wichtig ist, dass sich die Eltern nicht in die Ausgaben der Kinder einmischen, es sei denn, sie werden ausdrücklich um Rat gefragt. Sie werden früh genug lernen, ihr Geld einzuteilen. Taschengeld sollte zudem nie an Forderungen gekoppelt sein. Geld ist kein Druckmittel und darf nicht als Bestrafung gestrichen werden! Die Eltern sollten sich mit ihren Kindern auf einen festen Betrag einigen, den sie zu festen Zeiten auszahlen. Kleinere Kinder sollten ihr Taschengeld zunächst wöchentlich erhalten um den Umgang mit kleinen Beträgen zu üben. Später ist eine Auszahlung einmal im Monat empfehlenswert, da ältere Kinder besser vorausplanen können.
Bei der Verwaltung des Taschengeldes orientieren sich Kinder oft an Freunden. Da wird es auch nicht ausbleiben, dass sie damit konfrontiert werden, dass andere Kinder mehr Geld erhalten. Dennoch sollte das Taschengeld nicht beliebig erhöht werden, damit die Kinder nicht die Orientierung verlieren. Die Höhe des Taschengeldes ist häufig abhängig vom Familienbudget. Eltern können sich zusätzlich nach den Empfehlungen der Jugendämter richten.
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