19. August 2010
Lernen ist nichts anderes als die Eingliederung neuer Inhalte in das Langzeitgedächtnis. Wer erfolgreich lernen möchte, muss daher berücksichtigen, dass das Gedächtnis kein zusammengeworfener Haufen an Informationen ist, sondern ein ausgeklügeltes Ordnungssystem darstellt. Nur Dinge, die adäquat in dieses System eingegliedert werden, haben auch auf längere Sicht Bestand.
Bei der Vorbereitung auf eine Zwischenprüfung sieht man sich als Azubi einem schier unüberblickbaren Berg an Stoff gegenüber. Wer hier einfach anfängt, darauf loszulernen, wird am Ende nur sehr wenig behalten und wohl nicht mit einer Glanzleistung aus der Prüfung herausgehen. Die erfolgreichsten Azubis sind diejenigen, die sich rechtzeitig einen Lernplan erstellt und diesen auch eingehalten haben.
Auch wenn es die meisten nicht wahrhaben wollen: je früher man mit dem Lernen anfängt, desto besser. Das Gehirn speichert am ehesten solche Fakten, die es möglichst oft und in möglichst verschiedenen Kontexten präsentiert bekommt. Wer sich zwei Tage vor der Prüfung hinsetzt und versucht, 12 Stunden am Stück auswendig zu lernen, wird am Abend nicht einmal mehr wissen, was er morgens gelernt hat.
Das frühzeitige Lernen hat jedoch noch einen weiteren Vorteil: man kann ganz entspannt an die Sache herangehen und auch einmal einen Tag Pause einlegen, wenn man sich partout nicht aufraffen kann.
Etwa zwei bis drei Monate vor der Prüfung kann man bereits damit anfangen, den Stoff zu sortieren. Dabei sollte man nicht nur seine Aufzeichnungen aus der Berufsschule heranziehen, sondern sich auch schon Altklausuren besorgen und eventuell nach geeigneter Literatur Ausschau halten. In diesem Stadium muss man noch gar nicht bewusst lernen. Es hilft schon, einen Überblick über das Behandelte zu bekommen und Unverständliches nachzulesen. Allein durch das Bearbeiten des Stoffes bleibt schon viel hängen und es bildet sich ein Gerüst aus Informationen im Gedächtnis, das man in den nächsten Wochen mit immer mehr Fakten auskleiden kann.
Ein Lernplan sollte so aufgebaut sein, dass er Luft für schlechte Tage lässt und die einzelnen Themengebiete hintereinander behandelt. Verschiedene Dinge gleichzeitig zu behandeln stört in der Regel die Enkodierung des Materials.
Am Ende der Lernphase muss dann noch eine Woche für die Wiederholung des Stoffs eingeplant werden. Nur so bekommt man nach dem ganzen Pauken wieder einen Überblick über das Gelernte.
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