Kristallisierte (kristalline) und fluide Intelligenz

Unter kristallisierter Intelligenz versteht man erworbenes Wissen. Fluide Intelligenz gilt als Fähigkeit, Probleme zu lösen. Fluide und kristallisierte Intelligenz beeinflussen sich: während erstere im Laufe des Alters abnimmt, nimmt die kristalline Intelligenz zu. Dieses Konzept dient als Basis verschiedener so genannter Culture Fair Intelligence Tests. Informieren Sie sich über die Merkmale der kristallisierten und fluiden Intelligenz, und auf welche Weise diese anhand des CFIT gemessen werden können.

Merkmale der Kulturell fairer Intelligenztests (Culture Fair Intelligence Tests)

Funktion des CFIT

Die Begriffe "kristallisierte oder kristalline Intelligenz" (Chrystallized-Ability) und "fluide Intelligenz" (General-Fluid-Ability) gehen auf den britisch-amerikanischen Persönlichkeitspsychologen Raymond Bernard Cattell (1905-1998) zurück. So vertrat Cattell die Ansicht, dass Intelligenz aus zwei Komponenten besteht.

Nimmt die fluide Intelligenz im Alter allmählich ab, kommt es hingegen zu einem Anwachsen der kristallisierten Intelligenz. Aus diesem Konzept gingen mehrere so genannte Kulturell faire Intelligenztests (Culture Fair Intelligence Tests) hervor.

Während die kristallisierte Intelligenz durch Lernprozesse und Erfahrungen erworben wird, ist die fluide Intelligenz genetisch bedingt und gilt als Fähigkeit,

  • Schlussfolgerungen zu ziehen
  • sich an bestimmten Situationen zu orientieren und
  • Probleme zu lösen.

Merkmale

Die besagten zwei Komponenten können mithilfe der Culture Fair Intelligence Tests (CFIT) analysiert werden. Entscheidender Faktor ist die Chancengleichheit bei Menschen unterschiedlicher Kulturen sowie sozialer Schichten. Ziel ist somit, bei gleichen Fähigkeiten die gleichen Ergebnisse zu erhalten.

Dies soll dadurch ermöglicht werden, dass man für die Bearbeitung des Tests auf Rechnen und Lesen bzw. die Sprache ansich verzichtet; es handelt sich um zahlen- und sprachfreie Tests Im Vordergrund steht logisches Denken.

Zu den bekanntesten Tests dieser Art zählen der Culture Fair Test I (Raymond Bernard Cattell) sowie die Ravens progressive Matrizentests (John C. Raven). In Deutschland kommen überarbeitete Versionen des Culture Fair Intelligence Test (CFIT) zur Anwendung. Dabei handelt es sich um

  • den CFT-1 Grundintelligenztest Skala 1 für 5- bis 9-jährige Kinder sowie
  • den CFT-20 Grundintelligenztest Skala 2, der sich sowohl für 8- bis 19-jährige eignet, als auch für erwachsene Menschen bis 60 Jahre.

Diese Tests lassen sich sowohl einzeln als auch in der Gruppe durchführen. Überdies besteht die Möglichkeit, den CFT-20-Test durch Zahlenfolgetests oder Wortschatztests zu erweitern.

Problemlösungen und Schlussfolgerungen werden im CFIT getestet
Problemlösungen und Schlussfolgerungen werden im CFIT getestet

Anwendung

Zur Anwendung kommen Culture Fair Intelligence Tests, um die allgemeine Intelligenz von Vorschulkindern und Schulkindern zu testen. Aber auch die Grundintelligenz von erwachsenen Menschen lässt sich auf diese Weise ermitteln. Außerdem setzt man die Methode häufig für kultur- und schichtenunabhängige Intelligenztests ein.

So eignet sich ein CFIT-Test besonders gut für Kinder und Erwachsene, bei denen schlechte Kenntnisse der deutschen Sprache bestehen und die sich nur wenig mit der westeuropäischen Kultur auskennen. Ferner werden Culture Fair Intelligence Tests zur Grundlagenforschung angewendet.

Ablauf

Sowohl der CFT-1-Intelligenztest als auch der CFT-20-Test beinhalten mehrere Subtests. Bei CFT-1 sind dies

  • Substitutionen (ST 1)
  • Labyrinthe (ST 2)
  • Klassifikationen (ST 3)
  • Ähnlichkeiten (ST 4) und
  • Matrizen (ST 5).

Außerdem müssen die Untertests innerhalb bestimmter Zeiten durchgeführt werden.

Der CFT-20-Test enthält als Subtests

  • Klassifikationen
  • Matrizen
  • Reihenfortsetzungen sowie
  • topologische Schlussfolgerungen.

Auch bei diesem Test muss die Testperson die Aufgaben in einem bestimmten Zeitraum lösen. Je nach Alter der Teilnehmer dauert der Test insgesamt ungefähr 45 bis 60 Minuten.

Lange Zeit galt der CFT-20 als Standardtest, um die allgemeine Intelligenz zu messen. Mehr und mehr hat sich aber zu diesem Zweck der AIT durchgesetzt, da bei diesem die erworbene Intelligenz eher Berücksichtigung findet.

Somit lässt sich festhalten, dass der CFT-20 zwar als zuverlässige Messmethode der allgemeinen Intelligenz genutzt werden kann und es sich dabei auch um ein Verfahren handelt, welches sehr gut unteruscht ist. Allerdings ist dieses Modell veraltet.

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