Ausbildungssuche - Möglichkeiten und Tipps zur Bewerbung für einen Ausbildungsplatz

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Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz: Hinweise und Tipps für Bewerbungsschreiben und Bewerbungsgespräch

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  • von Paradisi-Redaktion

Eine Ausbildung ist eine wichtige Voraussetzung, um später im Berufsleben einen sicheren und guten Job zu bekommen. Leider ist das Finden einer guten Ausbildungsstelle nicht immer leicht. Entscheidend ist ein gutes Bewerbungsschreiben und wird man eingeladen, muss man im Bewerbungsgespräch punkten. Lesen Sie, welche Möglichkeiten der Ausbildungssuche es gibt und worauf man bei der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz achten sollte - vom Bewerbungsschreiben bis zum Bewerbungsgespräch.

Spätestens, wenn das Ende der Schulzeit naht, wird die Frage laut, in welche berufliche Richtung man sich künftig bewegen möchte. Sobald man sich dazu entschlossen hat, eine Ausbildung zu erlernen, gilt es, den dazu passenden Ausbildungsplatz zu finden.

Häufig stellen zukünftige Auszubildende in diesem Zusammenhang recht hohe Anforderungen, wie etwa

  • eine gute Bezahlung
  • einen Platz in der Nähe des Wohnorts
  • spannende Aufgaben
  • ein nettes Team sowie
  • gute Chancen, später übernommen zu werden.

Natürlich ist es nicht unmöglich, einen passenden Platz zu finden. Man muss nur wissen, mit welcher Einstellung man an die Suche herangehen muss.

Tipps zur Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz

Zunächst einmal sollte man ein paar grundlegende Ratschläge befolgen. So ist es wichtig, die Ausbildungsplatzsuche nicht zu überstürzen. Bis man eine passende Stelle findet, ist es durchaus normal, dass etwas Zeit vergeht - man sollte sich nur nicht entmutigen lassen.

Hilfreich ist es, frühzeitig mit der Suche zu beginnen. Auf diese Weise gerät man nicht so sehr unter Zeitdruck. Zudem wird man auf umso mehr freie Stellen treffen, je früher man mit der Suche beginnt.

Ein weiterer Tipp: man sollte den Suchradius etwas erweitern. Wer nur in unmittelbarer Wohnungsnähe sucht, verspielt viele Chancen.

Es gibt diverse Beratungs- und Informationsangebote. Wer diese in Anspruch nimmt, wird vermutlich schneller zum Ziel kommen. Und schließlich gilt es, über mögliche Alternativen nachzudenken, wenn die Suche nicht gelingen will - wäre vielleicht nicht auch ein anderer Ausbildungsberuf eine gute Idee?

Diverse Möglichkeiten nutzen

Um eine Ausbildungsstelle zu finden, stehen dem Interessenten diverse Möglichkeiten zur Verfügung. Um größere Chancen zu erzielen, ist zu empfehlen, mehrere davon gleichzeitig anzugehen.

Arbeitsamt

Zunächst einmal kann sich natürlich an das Arbeitsamt gewandt werden. Dieses sorgt dann nicht nur dafür, dass man auf zahlreiche Ausbildungsplätze stößt.

Stattdessen hilft dieses auch dabei, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen, um anschließend einen passenden Ausbildungsplatz zu wählen. Daneben tritt das Arbeitsamt noch vermittelnd auf, so dass ein direkter Kontakt zum potentiellen Arbeitgeber hergestellt werden kann.

Internet und Zeitungen

Darüber hinaus kann man sich noch online und in Printmedien darüber informieren, welche Unternehmen der Region gerade ausbilden. In diesem Zusammenhang macht es Sinn, sich wirklich aller Möglichkeiten zu bedienen. So kann man beispielsweise durch ein regelmäßiges Durchsuchen der Zeitung und wöchentliche Online-Recherchen sicherstellen, wirklich alle Ausbildungsplätze der Region zu finden.

Man sollte sich auf verschiedenen Kanälen über passende Lehrstellen informieren
Man sollte sich auf verschiedenen Kanälen über passende Lehrstellen informieren
Bekanntenkreis

Letztlich kann es noch hilfreich sein, sich einfach im eigenen Bekanntenkreis umzuhören. So kennt vielleicht ein Bekannter einen Betrieb, welcher gerade neue Auszubildende sucht.

Ausbildungsmessen

Ausbildungsmessen stellen eine weitere gute Möglichkeit dar, sich nach einem Ausbildungsplatz umzusehen. Solche Messen finden jedes Jahr statt; hier kann man sich über verschiedene Berufe informieren und direkt mit den Unternehmen Kontakt aufnehmen.

Tipp: Anzeige auswerten

Sollte man auf eine Anzeige stoßen, aus welcher hervorgeht, dass ein Betrieb nach neuen Auszubildenden sucht, sollte man sich diese Anzeige genau durchlesen. So sollte dann auf Formulierungen geachtet werden, welche darauf hinweisen, dass der Auszubildende nach einer guten Leistung in der Ausbildungszeit auch übernommen wird. Schließlich muss man sich in einem solchen Fall dann nicht gleich auf die Arbeitssuche begeben, sobald die Ausbildung abgeschlossen ist und hat einen Arbeitgeber, welchen man vertrauen kann.

Mögliche Auswahlkriterien

Selbst wenn man mehrere Möglichkeiten nutzt, sich nach einem Ausbildungsplatz umzusehen - die Frage, ob es sich wirklich um das passende Unternehmen handelt, bleibt oftmals. Zu diesem Zweck kann es helfen, sich folgende Fragen anzusehen und diese individuell zu beantworten:

  • Passt das Unternehmen zu den individuellen Stärken?
  • Welche dieser Stärken könnte man in diesem Unternehmen besonders gut einsetzen und fördern?
  • Hat man schon eine grobe Vorstellung vom zukünfigen Arbeitsplatz?
  • Ist dieser Ausbildungsplatz diesbezüglich stimmig?
  • Kann man sich die Arbeit in diesem Unternehmen konkret und bildlich vorstellen?
  • Kann man Erfahrungswerte von aktuellen und ehemaligen Auszubildenden in Erfahrung bringen?
  • Gibt es positive Bewertungen des Unternehmens in Ausbildungsbewertungsportalen?
  • Werden Interessenten z.B. durch Artikel, Videos und Co. direkt angesprochen?
  • Gibt der einen Tag der offenen Tür?
  • Gibt es Praktikumsmöglichkeiten?
  • Informiert man die Interessenten vorab über die Vergütung?
  • Wie viele Ausbilder gibt es?
  • Absolvieren diese Weiterbildungen?
  • Gibt es Kriterien, die ganz klar gegen das Unternehmen sprechen?

Insgesamt ist die Suche nach einem Ausbildungsplatz demnach ein Unterfangen, welches einiger Recherchearbeit bedarf. Wird diese allerdings geleistet, dann dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis ein passender Ausbildungsplatz in der gewünschten Branche gefunden ist.

Mit der perfekten Bewerbung zur Wunschausbildung

Zu einer erfolgreichen Bewerbung gehören viele Faktoren - Gründliche Vorbereitung

Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Passfotos, Stellenanzeigen in Zeitung
Schreiben für Bewerbung und Lebenslauf © bilderbox - www.fotolia.de

Wenn im Sommer das letzte Schuljahr des Lebens endet, möchten viele Jugendliche mit einer Ausbildung starten: Den Traumjob ausüben und das erste eigene Geld verdienen. Da die Zahl der Schulabgänger gesunken ist und die Wirtschaft derzeit wieder auf gutem Kurs läuft, stehen die Chancen, eine Lehrstelle zu finden, verhältnismäßig gut. Die Ausbildungssuche sollte dennoch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wer mit seinen Bewerbungen Erfolg haben will, sollte auf einiges achten.

Inhalt einer Bewerbungsmappe

Da der erste Eindruck oftmals der entscheidende ist, sollte die Bewerbungsmappe sorgfältig zusammengestellt werden. Ganz oben liegt das Bewerbungsanschreiben. Dieses darf maximal eine DIN-A4-Seite lang sein und sollte kurz und überzeugend darstellen, warum der Bewerber gerade diese Lehrstelle möchte und weshalb er für diese Stelle geeignet wäre. Fehler im Anschreiben sind auf jeden Fall zu vermeiden – es empfiehlt sich, das Schreiben vor dem Versand von anderen Personen durchlesen zu lassen.

Auf das Anschreiben folgt der tabellarische Lebenslauf. Hierin sind Daten wie der Geburtstag, die Schulausbildung, absolvierte Praktika und Kurse anzugeben. Ebenfalls auf den Lebenslauf gehört ein Bewerbungsfoto. Dieses sollte auf keinen Fall in einem Automaten oder mit der eigenen Kamera, sondern immer von einem professionellen Fotografen gemacht werden. Nach dem Lebenslauf folgen die Schulzeugnisse sowie Praktikumsbeurteilungen und Bescheinigungen über absolvierte Kurse.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Ist die Bewerbungsmappe vollständig, versandt und hinterlässt bei dem Unternehmen einen guten Eindruck, wird der Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Hierfür sollte sich gründlich vorbereitet werden, indem man sich über das Unternehmen und die Ausbildung intensiv informiert, aber auch indem man sich noch einmal gründlich überlegt, was einen für diese Stelle qualifiziert.

Im Gespräch sollte der Bewerber aber auch Fragen zur Ausbildung und dem Unternehmen stellen, um so sein Interesse daran zu zeigen. Wichtig sind auch passende Kleidung, ein gepflegtes Erscheinungsbild, Freundlichkeit und vor allem Pünktlichkeit.

Suche nach Alternativen

Wer trotz guter Bewerbung keine Lehrstelle findet, sollte flexibler werden. So sollten auch Ausbildungsplätze anderer Orte in Betracht gezogen werden, selbst wenn man hierfür jeden Tag pendeln oder gar umziehen müsste. Kommen Pendeln und Umzug nicht in Frage, sollte sich der Ausbildungssuchende nach artverwandten Berufen umsehen, die im Interessenfeld liegen.

Trotz Fachkräftemangel wollen viele Unternehmen keine Hauptschüler als Azubis

In vielen Branchen werden Hauptschüler nicht gerne als Auszubildende eingestellt

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stellenmarkt © matttilda - www.fotolia.de

Fachkräfte werden in Deutschland dringend gesucht. Doch Hauptschulabsolventen haben auf dem Arbeitsmarkt nur wenig Chancen, eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Die Anforderungen für rund 44.000 offene Stellen der bundesweiten IHK-Lehrstellenbörse sind so formuliert, dass knapp 62 Prozent der Jugendlichen mit niedriger Schulbildung sie nicht erfüllen können.

Selbst im Hotel- und Restaurantgewerbe sind Jugendliche mit Hauptschulabschluss in 60 beziehungsweise 40 Prozent aller Stellenanzeigen nicht gern gesehen.

  • Im Büromanagement,
  • im Groß- und Außenhandel oder
  • bei Industriekaufleuten

liegt die Ausschlussquote sogar bei mehr als 90 Prozent.

Unternehmen sollen sich verstärkt um Hauptschulabsolventen kümmern

Der DGB fordert daher die Unternehmen auf, nicht immer nur über den vermeintlichen Fachkräftemangel zu klagen, sondern sich verstärkt um Jugendliche mit Hauptschulabschluss zu kümmern. Dagegen verwies der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auf den Rückgang der Zahl der Hauptschulabsolventen, die in den letzten zehn Jahren um 35 Prozent zurückgegangen sei. Viele heutige Hauptschüler seien in anspruchsvollen Ausbildungsberufen überfordert.

Ist dies geglückt, gilt es, sich auf die Bewerbung zu konzentrieren...

Tipps zur Bewerbung: das Bewerbungsschreiben

Das Bewerbungsschreiben kann die Eintrittskarte für das Bewerbungsgespräch und für die Ausbildung sein. Es ist vor allem die persönliche Visitenkarte, die nicht bloß hinterlassen wird, sondern Eindruck hinterlässt. Und dieser sollte so positiv wie möglich sein. Ein Bewerbungsschreiben erfüllt bestimmte Formalien.

Das Bewerbungsschreiben ist ein Schreiben der Werbung für sich selbst. Dementsprechend sollte es gestaltet sein.

  • Gleich in der Einleitung sollte der Bezug zum Unternehmen herausgestellt werden und damit neugierig zum Weiterlesen machen.
  • Im Hauptteil werden die persönlichen Vorzüge, Kenntnisse und Fertigkeiten genannt und knapp erläutert.
  • Im Schlussteil sollte der Wunsch nach einem Vorstellungsgespräch ausdrücklich genannt werden.

Das Bewerbungsschreiben sollte insgesamt eine DIN-A4-Seite nicht überschreiten. Selbstverständlich ist, dass es fehlerfrei und stilistisch einwandfrei verfasst ist. Für eine erste Orientierung für den Leser darf die Betreffzeile nicht fehlen. Das Bewerbungsschreiben ist nur ein Teil der Bewerbungsunterlagen, die mitunter aus

bestehen.

Generell sollten angehende Azubis sich beim Bewerbungsschreiben nicht allzu sehr an das der Arbeitnehmer halten. So gibt es vor allen Dingen andere Schwerpunkte - beispielsweise können sie nicht von Erfahrungen sprechen, wie es bei Arbeitnehmern der Fall ist.

Stattdessen gehören Motivation und persönliche Stärken in den Vordergrund. Folgende Fragen sollte man sich als Unterstützung stellen:

  • Warum möchte man diesen Beruf erlernen?
  • Warum ist man dafür genau der/die richtige?
  • Warum möchte man die Ausbildung in diesem Betrieb machen?
Die Bewerbung um eine Lehrstelle sollte viel persönliches Enthalten da noch keine beruflichen Qualif
Die Bewerbung um eine Lehrstelle sollte viel persönliches Enthalten da noch keine beruflichen Qualifikationen vorhanden sind

Konnte man mit dem Bewerbungsschreiben überzeugen, wird man zum Bewerbungsgespräch eingeladen...

Bewerbungsgespräch - die Visitenkarte zur Lehrstelle

Das Bewerbungsgespräch ist die Visitenkarte zur Lehrstelle. Wer dabei einen guten Eindruck hinterlässt, "hat schon mehr als die halbe Miete" – einigermaßen passable Noten vorausgesetzt.

Chefs wollen keine Theoretiker, sondern Pragmatiker, die anpacken können und sich im Alltag bewähren. Gespickt mit einen grundsätzlichen Allgemeinwissen hat man das Bewerbungsgespräch schon gut überstanden.

Ein Bewerbungsgespräch sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden - schon gar nicht als Einser-Kandidat. Man sollte es wie eine Extra-Prüfung sehen, bei der alles perfekt laufen sollte.

Dazu muss man sich auch entsprechend vorbereiten. Dazu gehört zum Beispiel, sich über die Firma, bei der man die Ausbildung absolviert, zu erkundigen.

Daraufhin informiert man sich über

  • die Betriebstätigkeit
  • eventuelle Besonderheiten
  • Marktstellung
  • Führungsetage

und vieles mehr. Das beeindruckt vor allem den Verantwortlichen, der das Bewerbungsgespräch führt, und zeigt ihm das Interesse des Bewerbers. Selbst wenn man kein Klassenprimus war, muss man vor einem Bewerbungsgespräch keine Angst haben.

Die Chefs wollen Mitarbeiter haben, die Lösungswege kennen, praktisch denken und handeln und soziale Kompetenz haben; eine angemessene Gesprächigkeit ist also hilfreich.

Hat man Fragen, sollte man sich nicht scheuen, diese auch mal zu stellen. Dies signalisiert gleichfalls Interesse.

Auch Höflichkeit ist ein Thema und beinahe ein starker Faktor. Sie zeigt ein Stück weit soziale Kompetenz.

Aber ganz ohne Allgemeinwissen kommt man im Bewerbungsgespräch nicht weit. Zudem sollten die Durchschnittsnoten das tatsächliche Schulwissen widerspiegeln.

Ablauf

Das Bewerbungsgespräch zwischen angehendem Auszubilden und dem Ausbildungsbetrieb lässt sich in bestimmte Phasen einteilen. Es beginnt mit Begrüßung und Gesprächseröffnung. Hierbei ist Small-Talk üblich, um eine möglichst angenehme Atmosphäre zu schaffen.

Es folgen Fragen zur Person des Bewerbers bzw. der Bewerberin; hier sielt auch der bisherige Werdegang eine Rolle. Als gute Anküpfungspunkte gelten Ferienjobs, Praktika, Schulfächer, in denen man besonders gut war oder auch Hobbys. Auch werden Fragen zur Bewerbungsmotivation gestellt.

In der Regel werden dann Unternehmen und Ausbildung genauer vorgestellt. Anschließend folgen Fragen bezüglich der Ausbildungseignung; hier geht es um

  • Stärken und Schwächen
  • Arbeitsverhalten
  • Wissen über die Ausbildung
  • berufliche Kenntnisse.

Schließlich kommt es zur Besprechung des weiteren Vorgehen, bevor der Abschied folgt. Hier können auch noch Fragen gestellt werden, wenn noch irgendetwas unklar sein sollte.

Chronisch Kranke: Förderung von Ausbildungsplätzen

Junge lächelnde Frau mit braunen Haaren und großer Hornbrille blickt zufrieden nach oben
zufriedene junge frau im büro schaut lächelnd nach oben © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

Haben es schon gesunde Jugendliche schwer einen Ausbildungsplatz zu finden, ist es für junge Menschen mit einer chronischen Erkrankung ungleich schwieriger. Da viele Unternehmensinhaber der Meinung sind, dass eine bestimmte Tätigkeit für Jugendliche mit Asthma, Neurodermitis oder auch Epilepsie nicht geeignet sind, zeigt sich dagegen in der Praxis oftmals das Gegenteil.

Aus gesetzlicher Sicht hingegen gibt es für alle Beteiligte eine (finanzielle) Unterstützung, wenn es darum geht, dass ein chronisch kranker junger Mensch einen Fuß in das Berufsleben erhalten kann. So gibt es im Sozialgesetzbuch Leistungen zur "Teilhabe am Arbeitsleben" und auch auf Arbeitgeberseite gibt es Zuschüsse, wenn sie einem chronisch Kranken die Möglichkeit bieten, eine Ausbildung zu machen.

Ebenfalls möglich sind bestimmte vereinbarte Probemonate, so dass sich der Betrieb von den Fähigkeiten des Jugendlichen überzeugen kann. Die Jugendlichen selbst legen meist viel mehr Engagement an den Tag als gesunde und wissen zudem um die eigenen Fähigkeiten und körperlichen Grenzen.

Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt durch weniger Schulabgänger

Der Ausbildungsmarkt wird immer entspannter, doch die Gewerkschaften sehen dies nicht nur positiv

Koch schneidet Zucchinistifte auf einem Holzbrett
zucchetti schneiden © Jari Aherma - www.fotolia.de

Die Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat jetzt dem Kabinett den Berufsbildungsbericht 2011 vorgestellt, wonach sich eine entspannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt abzeichnet. Dies ist aber nicht nur durch den Wirtschaftsaufschwung, sondern in der Hauptsache auf die Tatsache zurückzuführen, dass weniger Bewerber vorhanden sind, bedingt durch die geburtenschwachen Jahrgänge.

Aber die Gewerkschaften sehen dies kritischer, denn viele Jugendliche (von denen viele ihre Schulausbildung abgebrochen haben) haben keinen Ausbildungsplatz gefunden und machen berufsvorbereitende Kurse und vielleicht haben sie danach bessere Chancen für einen Ausbildungsplatz. Doch viele Branchen suchen händeringend nach Auszubildenden, so beispielsweise in der Gastronomie, dem Bäckerhandwerk, als Fleischer oder auch Gebäudereiniger.

Berufe mit "schlechten" Arbeitszeiten selten gefragt

Aber viele lehnen diese Berufe ab, einmal weil die Ausbildungsvergütung vielleicht zu niedrig ist, aber auch die Arbeitszeiten und eventuelle Überstunden schrecken ab. Zudem haben viele Betriebe, besonders in den neuen Bundesländern, ein Problem, Auszubildende zu finden, denn viele Jugendliche haben ihre Region verlassen und sich abgewandert.

Bei vielen beliebten Berufen, wie Mediengestalter, Elektroniker oder Kaufmann, haben die Betriebe oftmals die Qual der Wahl und suchen sich natürlich dann die Besten heraus. Doch auch leistungsschwache Schüler haben mehr Chancen für einen Ausbildungsplatz und auch die Zahl der Schulabbrecher ist insgesamt rückläufig. Doch liegt die Zahl dieser Jugendlichen bei denen mit Migrationshintergrund doppelt so hoch, wie bei den jungen Menschen mit deutscher Herkunft.

Dieser Trend zeigt sich auch bei der Berufsausbildung. Man rechnet auch für das Jahr 2011 mit weniger Bewerbern für eine Lehrstelle, doch sind diesmal doppelte Abiturjahrgänge vorhanden und auch die Wehrpflicht ist weggefallen.

Firmen suchen händeringend Auszubildene

Viele Firmen haben Ausbildungsplätze zu vergeben, finden aber keine Auszubildenden

Mechaniker mit Auszubildender an Maschine, beide mit Schutzbrille und Blaumann
Two machinists working on machine © Monkey Business - www.fotolia.de

In Deutschland befürchtet man einen Mangel an Fachkräften und schon heute zeichnet sich dies auch beim Ausbildungsmarkt ab, denn viele Tausend Lehrstellen bleiben offen, weil zu wenig Bewerber sich melden. So steigt das Angebot an Lehrstellen um gut 10 Prozent, aber die Zahl der Bewerber sank um 2,5 Prozent, wie eine aktuelle Bilanz von den Wirtschaftsverbänden und der Bundesregierung zeigt.

29.689 offene Ausbildungsplätze und 11.550 suchende Bewerber

So konnte die Bundesagentur für Arbeit (BA) bis Ende September 519.000 Ausbildungsplätze anbieten, was ein Plus von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, aber am Monatsende waren noch 29.689 Ausbildungsplätze unbesetzt, obwohl auch noch 11.550 Bewerber eine Lehrstelle suchten. Im letzten Jahr lag die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage bei nur 7.400 Stellen.

Die Lehrstellen verteilten sich folgendermaßen:

  • Im Handel und der Industrie wurden 340.000 Lehrverträge abgeschlossen, was ein Plus zum Vorjahr von 3,9 Prozent ausmacht,
  • im Handwerk mit 152.500 Verträgen ein kleiner Rückgang und
  • bei den Freien Berufen gab es ein kleines Plus von 1,1 Prozent, was zu 43.100 neuen Verträgen führte.
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    Frau in Blaumann vor Auto
    Autowerkstatt Azubi ist zufrieden und stolz © runzelkorn - www.fotolia.de

    Wenn es nach der Wirtschaft geht, ist die Demografie dafür verantwortlich, dass immer weniger Betriebe den Lehrlingen eine Ausbildungsstätte anbieten.

    Betriebliches Engagement und Schulabgängerzahlen

    Auf der anderen Seite werfen die Gewerkschaften den Betrieben zu wenig Engagement vor. Laut dem Berufsbildungsberichtes 2012 werden immer weniger Lehrlinge trotz Fachkräftemangels in Deutschland ausgebildet.

    Auch die niedrigeren Schulabgängerzahlen würden anscheinend zum Rückgang der Ausbildungsplätze führen. Da der Fachkräftemangel sowie die Demografie viele Unternehmen hart treffen, kann man ihnen im Grunde keine mangelnde Ausbildungsbereitschaft unterstellen.

    Unternehmen mit Ausbildungsstätte

    Die Zahl der Bewerber für Ausbildungsplätze ist laut der DIHK seit dem Jahr 2007 um ganze 30 Prozent zurückgegangen. Nach einer groben Schätzung wurden alleine im letzten Jahr über 75.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt.

    Während die Gesamtzahl der Unternehmen stieg, ist die Zahl der Betriebe mit vorhandener Ausbildungsstätte im letzten Jahr wieder gesunken. Bei den rund 2,08 Millionen Unternehmen mit sozialversicherungspflichtigen Angestellten haben 470.000 Betriebe im Jahr 2010 mindestens einen Azubi gehabt. Nur ein Jahr zuvor zählte das Bundesamt für Arbeit noch 485.000 Ausbildungsbetriebe und im Jahr 2008 waren es sogar 494.000 Unternehmen.

    Demografischer Wandel kein Grund

    Laut der DGB-Vizevorsitzenden Ingrid Sehrbrock könne der demografische Wandel kein Grund dafür sein, dass das Engagement der Wirtschaft bezüglich Ausbildungsplätzen derart zurück geht. Die Zahl der offenen Ausbildungsplätze wird anscheinend um mehr als das Doppelte von unversorgten Bewerberinnen und Bewerber überstiegen.

    Unbesetzte Ausbildungsplätze sollen von Azubis aus Südeuropa besetzt werden

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    In Deutschland bleiben zahlreiche Lehrstellen unbesetzt, weil keine geeigneten Bewerber vorhanden sind. Dies stellt ein großes Problem für die deutsche Wirtschaft dar und soll jetzt gelöst werden, indem Azubis aus Südeuropa für die offenen Lehrstellen angeworben werden.

    Dazu wurde jetzt ein Förderprogramm des Bundes eingerichtet. Es soll vielen arbeitslosen Jugendlichen aus den südlich gelegenen EU-Staaten die Chance auf Beschäftigung und Ausbildung geben und die freien Lehrstellen besetzen. Dieses Programm beinhaltet eine höhere Ausbildungsvergütung und Übernahme bestimmter Kosten, um für die ausländischen Jugendlichen ab 18 Jahren einen finanziellen Anreiz zu schaffen.

    Besonders schlimm ist die Situation im Lebensmittelhandwerk und in der Gastronomie, insgesamt blieben in Deutschland im letzten Jahr 33.000 Lehrstellen unbesetzt. Ein großes Hindernis für diese Idee stellen jedoch die mangelnden Sprachkenntnisse dar. Dazu werden vom Bund Vorabsprachkurse und Deutschunterricht während der Ausbildung bezahlt.

    Aber auch Kritiken an diesem Konzept werden laut. Einige Politiker meinen, dass der Bedarf an Lehrlingen von hier lebenden Jugendlichen gedeckt werden sollte. Für die Spanier wäre es auch besser, Lösungen in ihrer Heimat zu finden.

    Zahl neuer Auszubildenden auf Tiefststand - So wenig Lehrstellen in Deutschland wie seit 1990 nicht

    Beruf - Chefin mit weißem Laptop und Papieren im Gespräch mit einer Angestellten
    discussing today's work © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

    Seit der Wiedervereinigung 1990 haben in Deutschland noch nie so wenige junge Leute eine Berufsausbildung begonnen, wie in diesem Jahr. Trotz des von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangels haben nach Angaben des Bundesbildungsministeriums 3,7 Prozent weniger Schulabgänger als 2012 einen neuen Lehrvertrag abgeschlossen.

    Mit der Gesamtzahl von 530.700 ist ein neuer historischer Tiefstand seit der Deutschen Einheit erreicht. Rund 84.000 Bewerber gehen bei der Lehrstellenvergabe leer aus. Dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von fast zehn Prozent.

    Kritik an Unternehmen

    Die Gewerkschaften kritisierten das Verhalten der Unternehmen. Deutschland habe keinen Fachkräftemangel, sondern einen Ausbildungsmangel, teilte die IG Metall mit. Arbeitgeber und Politik seien in der Pflicht, dies zu ändern. Nicht einmal 22 Prozent der Betriebe würden ausbilden, so ein Vertreter der IG Metall, dies sei fahrlässig. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) teilte mit, dass es bei den Lehrstellenbörsen im Oktober noch 13.500 unbesetzte Ausbildungsplätze gegeben habe.

    Die mangelnde Ausbildungsreife vieler Bewerber sei ein großes Problem für Unternehmen, erklärte Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

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    Quellenangaben

    • Bildnachweis: stellenmarkt © matttilda - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Karriereplanung © Eisenhans - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Initiativbewerbung © blende11.photo - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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